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Kommunisten
Venezuelas stehen voll hinter der von Präsident
Chávez geforderten Verfassungsänderung
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
17. August 2007, Tribuna Popular TP:-
Der
Generalsekretär der Kommunistischen Partei Venezuelas und Mitglied der
Nationalversammlung* Oscar Figuera erklärte im Programm von Ernesto
Villegas im Regierungsfernsehen Venezolana de Televisión (VTV), dass der
mit dem Verfassungsänderungsvorschlag von Präsident Chávez
eingeschlagene Weg für das Land der richtige Weg ist. „Er entspricht
dem, was wir in der Kommunistischen Partei für die Route halten, den
Aktionsplan, dem hin zu einer revolutionären Umgestaltung der
venezolanischen Gesellschaft gefolgt werden sollte“, erklärte er.
Auch
wenn die Kommunistische Partei Venezuelas noch keine kollektive Diskussion
des vorgeschlagenen Entwurfs vorgenommen hat, was erst für den 1. und 2.
September auf der 11. Nationalkonferernz der Partei anstehen wird, bekräftigt
Figuera mit ganzem Nachdruck: „Wir haben ein enormes Niveau der Übereinstimmung
mit dem Vorhaben des Präsidenten Chávez.“
Die
Rolle der Werktätigen
Im
Vorhaben des Präsidenten sind die Forderungen der männlichen und
weiblichen Werktätigen insbesondere nach einer Senkung der Arbeitszeit
pro Arbeitstag aufgegriffen worden. Der Abgeordnete Figuera dazu: „Seit
der Zeit der 60er Jahre und dem Kongress damals der Gewerkschaftszentrale
CUTV ist die Losung vom 6-Stunden-Arbeitstag und der 36-Stunden-Woche an
der Tagesordnung.“ Figuera machte deutlich, dass diese Massnahme
eines neuen 6-Stunden-Arbeitstages mit dem vollen Lohnausgleich und der
Erhaltung der Rechte und Errungenschaften der Gewerkschaften einhergehen
soll. Der kommunistische Führungsfunktionär richtete einen Aufruf zur
Wachsamkeit an die männlichen und weiblichen Werktätigen, die die
Machenschaften der Unternehmer aufmerksam verfolgen sollen, da die
Unternehmer beabsichtigen, die Löhne zu senken. „Dies ist eine
grundlegende Errungenschaft der Werktätigen, die der Präsident sehr gut
aufzugreifen verstanden hat“, sagte er. Und er erinnerte daran, dass
seit 1886, seit 121 Jahren, die Arbeiterbewegung für den
8-Stunden-Arbeitstag gekämpft hat, aus diesen Kämpfen der 1. Mai
hervorging, und heute mit einer gewaltig überlegenen technologischen
Entwicklung der 6-Stunden-Arbeitstag mit vollem Lohnausgleich möglich ist
und darüber hinaus noch grosse Profite für die Unternehmer belässt.
Figuera
erklärte, dass der Staat die kleinen und mittleren Unternehmer in Schutz
zu nehmen versuchen sollte, damit deren Produktion eine technologische
Entwicklung hervorbringt. Denn diese Massnahme gelte „für alle männlichen
und weiblichen Werktätigen ohne Unterschied. Es geht darum, dass alle
Unternehmer diese Verpflichtung erfüllen und der Staat die Form der Hilfe
für die kleinen und mittleren Unternehmer aussucht, weil sie das grösste
Problem damit haben werden.“
Die
Volksmacht
Hinsichtlich
der Beteiligung entwickelt das Vorhaben konkreter das Thema der
Volksmacht. Zusammen mit den Kommunalräten werden die Arbeiterräte
umrissen.
Figuera
dazu: „Wir sprechen von den sozialistischen Werktätigenräten. Aber
wir haben kein Problem mit dem vom Präsidenten benutzten Begriff
hinsichtlich der Arbeiterräte, denn wir glauben an die Arbeiterklasse.
Auch wenn wir in Betracht ziehen, dass heute viele Werktätige sich nicht
als Arbeiter fühlen. (...) Im ganz Grundsätzlichen, worin das Vorhaben
des Präsidenten besteht, über die Kommunalräte im territorialen Raum
hinaus die Arbeiterräte auf der Ebene der Arbeitsstätten und der Stätten
der direkten Wirtschaftsproduktion sowie die Studentenräte, Bauernräte
und Indígenas-Räte** zu
bilden, so ist dies wirklich ein Vorhaben, welches auf die Errichtung
einer Volksmacht abzielt, wo verschiedene Bereiche bei deren Aufbau
zusammenkommen. Wir stimmen dem zu“, sagte er.
Das
Privateigentum an Produktionsmitteln
Zum
Privateigentum an Produktionsmitteln hat die KP
Venezuelas einen klaren Standpunkt, was der Abgeordnete Figuera
konkretisierte: „In der KP Venezuelas meinen wir, dass in der Übergangsperiode
des Aufbaus des Sozialismus und auf lange Zeit sich eine Wirtschaft mit
verschiedenen Eigentumsformen entwickeln muss. Eingeschlossen dabei ist
das Privateigentum an Produktionsmitteln.“
Er
konkretisierte, dass wenn wir von Privateigentum in der Wirtschaft
sprechen, wir dann von Privateigentum an Produktionsmitteln sprechen und
nicht vom persönlichen Eigentum jedes einzelnen: einer Wohnstätte, einem
Auto, einem Stück Land, welches keinen Großgrundbesitz darstellt, usw.
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Anmerkungen:
*
Die Nationalversammlung ist das Parlament Venezuelas.
**
Unter Indigenas werden die ethnischen Gemeinschaften der verschiedenen
Indianerstämme verstanden.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/ |