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Anmerkung
Roter Webmaster/4. Dezember 2007:
Hat
Chavez das Verfassungsreferendum verloren?
Ja,
er hat. Aber anders, als die Hofschreiber der deutschen Bourgeoisie von
ARD, ZDF, Welt, WAZ und Co es uns verkaufen wollen. Es ist Chavez
offenbar nicht gelungen seine eigenen Anhänger zu
motivieren und zur Abstimmung zu gehen. Warum, das vermag ich nicht zu
sagen. Denkbare Möglichkeiten wären:
-
Die 44% Nichtwähler gingen deshalb nicht zur Wahl, weil sie vom Erfolg
so überzeugt waren, dass sie sich sagten: „Zu was, Chavez gewinnt
ganz sicher.“
-
Die ganze Abstimmung war unnötig. Es geht doch letztlich um die realen
Machtverhältnisse und nicht auf eine Verfassung auf dem Papier. Das könnten
auch die Wähler meinen und verweigerten sich.
Ich
meine, bei aller Sympathie für den Präsidenten von Venezuela, so ist
er doch letztlich ein Anbeter des bürgerlichen Staates in dem die
formale Demokratie herrschen muss. Also setzt man die notwendige Änderung
bestimmter staatlicher Strukturen den Unwägbarkeiten eines Referendums
aus, wohlwissend, dass die Imperialisten nur darauf warten, dass sich
die Revolutionäre eine Blöße geben. Der Text über die Machenschaften
der CIA in Caracas
zeigt deutlich die Gefahren einer versteckten und offenen Einmischung
der USA in die inneren Angelegenheiten Venezuelas.
Die
USA gingen nach dem gleichen Muster vor, wie seinerzeit in Chile, als
die Unita popular die Regierung stellte und Allende Präsident war: Man
destabilisiert das Land wirtschaftlich. Durch bestimmte Boykottmaßnahmen
kam es in Venezuela zu Engpässen in der Versorgung. Ähnlich, wie in
Chile.
Die
USA versuchten mit Erfolg bestimmte reaktionäre Teile des Kleinbürgertums
– das reiche Besitzbürgertum sowieso – gegen Chavez aufzustacheln.
Die Anti-Chavez-Demos gegen die neue Verfassung in Caracas wurden
besonders von Studenten einer privaten Eliteuniversität getragen. Das
sind bestimmt keine Kinder von armen Indio-Bauern aus dem Regenwald, den
Minenarbeitern usw., sondern es sind die Söhne und Töchter der
Besitzenden. Und die wissen, was auf dem Spiel steht, wenn die
Bolivarische Revolution in eine sozialistische Revolution einmündet.
Dass
eine Verfassung nur bedrucktes Papier ist, das wissen die Gegner von
Chavez sehr genau, Ihnen dürfte es in erster Linie nicht um die
Verfassung gegangen sein, sondern sie wollten Chavez einen Denkzettel
verpassen. Den hat er ja nun.
Als
Kommunist weiß ich aber, dass der sozialistische Staat nicht einfach
die Fortschreibung des bürgerlichen Staates ist. Eine sozialistische
Revolution muss diesen bürgerlichen Staat zerschlagen und die Diktatur
des Proletariats errichten.
Aber
genau das lehnt Chavez ab und bezeichnet den Marxismus-Leninismus als im
20. Jahrhundert als gescheitert. Da irrt er gewaltig.
Wir
werden sehen, ob auch zukünftig Chavez die von den USA angestiftete
Opposition gewähren lässt. Diese Marionetten der USA werden nicht
ruhen, bevor die alten Verhältnisse wieder hergestellt sind und die
blutige Verfolgung aller, die sich für die sozialen Rechte der
Besitzlosen einsetzen, auf der Tagesordnung steht. Das Beispiel des
Putsches gegen Allente in Chile zeigt, um was es da geht: Mord an
Tausenden und blutige Verfolgungen, Folter und bedingungslose
Gefolgschaft den USA gegenüber. Sie werden auch nicht zurückschrecken,
Chavez zu ermorden.
Nur
eine Diktatur des Proletariats wird diesem Treiben ein Ende bereiten,
ohne sie, ist der Aufbau des Sozialismus nicht möglich. Weder in
Venezuela noch anderswo.
G.A.
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Präsident
Chavez:
„Diesmal
haben wir es nicht geschafft!“
Es
siegte die venezolanische Demokratie,
Opposition
verteidigte Bolivarische Verfassung
Quelle;
Tribuna-popular
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
3. Dezember 2007, Tribuna Popular TP.- Gleich nach Kenntnis der
Nichtannahme mit 1,41% Unterschied laut der Vorsitzenden des Nationalen
Wahlrates Tibisay Lucena anerkannte der Präsident der Republik in der
landesweiten Medienkette den Sieg des NEIN und meinte: „Diesmal haben
wir es nicht geschafft!“. Zugleich gratulierte er den Gewinnern und
betonte, sie würden „wissen, wie sie mit diesem Sieg umzugehen
haben“.
Der
Präsident anerkannte den von seinen Gegnern erreichten Sieg vom
Miraflores-Palast aus in Anwesenheit des Kabinetts und internationaler
Journalisten. Er nannte es das „Ende des Fotografierens“.
Er
äußerte, dass eines der wichtigsten in diesem Prozess erreichten Dinge
darin besteht, dass die Opposition nach Jahren des Auflehnens gegen die
Bolivarische Verfassung und ihrer Missachtung im April 2002 heute
herauskam und die Verfassung verteidigte. „Es ist eine der größten
Errungenschaften dieses Prozesses, dass die Opposition die Verfassung
verteidigte“, betonte er.
Eine
der Hauptlehren, die die Opposition lernen soll, ist die, dass „die
Demokratie möglich ist“, betonte er. Und er hob weiter hervor, dass
man aufhören soll, Destabilisierungspläne zu schmieden, denn man kann
auf diesem verfassungsmäßigen Wege vorankommen.
Er
äußerte, dass eines der sich ihm darstellenden Dilemmas die Geringfügigkeit
des Unterschiedes von 1,41% ist, welcher größer geworden sein müsse
binnen einiger Tage, in denen die handgeschriebenen Wahlakten aus dem
In- und Ausland eintrafen. „Sofern die Tendenz nicht das Niveau zeigt,
unumkehrbar zu sein, hätten wir ein Spannung, die Venezuela nicht
verdient.“ So zeigte er auf, dass es „vorzuziehen war, dass es zu
diesem Ende gekommen ist“.
Präsident
Chavez erinnerte daran, dass er in den vergangenen Präsidentschaftswahlen
7 Mio Stimmen erhalten hatte. „7,3 Millionen“, und heute ging es
runter auf 4,3 Millionen. Bei einer viel kleineren
Nichtbeteiligungsprozentrate damals in den Präsidentschaftswahlen als
heute im Referendum. „Wir müssen diese Lage überprüfen. Wir wussten
nicht, dass wir da landen würden. Wir müssen prüfen, was da passiert
ist.“ Dies meinte Hugo Chavez.
Dies
wäre ein umfassender Vorschlag gewesen. „Dieses Verfassungsänderungsprojekt
bleibt am Leben, denn ich werde es dem Lande weiterhin vorschlagen“,
bekräftigte er.
„Am
Ende grüsse ich all diejenigen, die den Vorschlag unterstützt haben.
Und ich sage ihnen, dass sie 'den Kopf nicht hängen lassen sollen'.
Denn es bleibt dabei, dass es sicher ist, dass der Sozialismus im
verfassungsmäßig erlaubten Rahmen weiterhin aufgebaut werden wird.“
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
http://www.tribuna-popular.org
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„Eine
Schlacht ist verloren worden und nicht der Krieg
gegen den Imperialismus“
KP
Venezuelas:
„Aus
der Niederlage wird mehr gelernt als aus den Siegen“
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org
Caracas
, 3. Dezember.
Tribuna Popular TP.- Oscar Figueroa, Generalsekretär der KP
Venezuelas (PCV) griff sogleich auf den Che zurück und meinte: „Aus
den Niederlagen wird mehr gelernt als aus den
Siegen
“. So äusserte er es heute bei der wöchentlichen Pressekonferenz in
einer ersten Auswertung der Ergebnisse der Abstimmung zur vom Präsidenten
der Republik Hugo Chavez vorgeschlagenen Verfassungsänderung vom
letzten Sonntag.
Figuera
meinte, dass die Ergebnisse und vom venezolanischen Volk am gestrigen
Tage durchlebten Ereignisse grosse Lehren ergeben müssen, die den
revolutionären venezolanischen Prozess stärken. Er sagte: „Das
gestern Erlebte ist eine neue Klassenkampfepisode voller intensiver
ideologischer Schlacht, die sich in unserem Lande bezüglich seiner
Umgestaltung, des Voranschreitens der Revolution und der Interessen
unseres Volkes entwickelt.“ Er hob hervor: „Eine Schlacht ist
verloren worden, aber nicht der Krieg gegen den Imperialismus.“
Die
KP Venezuelas zeigt auf, dass die durchlebten Ereignisse in dieser
Wahlperiode ein klares Zeichen der Auseinandersetzung der verschiedenen
Visionen des Landes ist, welche in der venezolanischen Gesellschaft
existieren. „Dies stand gestern auf dem Spiel“, so der Generalsekretär.
Einerseits
manipulierte die einheimische Oligarchie mit dem Ziel der Erhaltung
ihres kapitalistischen Ausbeutungsregimes mit Lügen über die in ihrem
Dienst stehenden Massenmedien. „Mit einem unerbittlichen vollen
Angriff, wo alte und traditionelle Ängste, historische Vorurteile,
manipuliert wurden“, betonte Oscar Figuera.
Er
hob hervor: „Ein auf die Vertiefung der Demokratie gerichteter
Vorschlag mit einem immer volksverbundeneren Inhalt der Umgestaltung des
Staates, der Neugliederung des Staatsgebietes, der Erhöhung der
Lebensqualität unseres Volkes, traf auf eine volle Kampagne, wo ein
unterstelltes Risiko für das Eigentum, ein unterstelltes Risiko für
die Familie und ein unterstelltes Risiko für die Religion signalisiert
worden sind. Dies sind drei traditionelle Werte der kapitalistischen
Gesellschaft.“
Eines
der Elemente, welches zur Zufriedenheit der KP Venezuelas besteht, ist
der Fakt, dass die Hälfte der Abstimmenden von gestern ihre Stimmabgabe
mit tiefem Bewusstsein für das Voranschreiten zum Sozialismus
vorgenommen hat. „Trotz der Ergebnisse des Referendums sind wir einen
enormen Qualitätssprung im Volksbewusstsein vorangekommen. Es ist nicht
zu unterschätzen, dass mehr als 4 Mio Venezolaner und Venezolanerinnen
für den Sozialismus entschieden haben. Dies im Kontext dieser höllischen
Medienkampagne“, so meinte Oscar Figuera. Er erinnerte, dass seit 8
Jahren dieses Entwicklungsniveau des kollektiven Bewusstseins nicht
existiert hat.
In
der Auswertung der KP Venezuelas kommt zum Ausdruck, dass jene 3
Millionen gestern Nichtabstimmenden den Unterschied zum Erreichten in
2006 ausmachen und dass sie zugleich „weiterhin auf Chavez vertrauen.
Denn sie haben nicht gegen Chavez gewählt. Sondern sie waren nicht überzeugt
von der Verfassungsreform und wurden durch die Angst neutralisiert“,
so der Generalsekretär der KP Venezuelas.
Aus
den Erfahrungen des Wahlereignisses zog die KP Venezuelas einige im
Rahmen einer ersten Reflexion heraus: Die Vertiefung der ideologischen
Schlacht, die sich auf die Zerschlagung historischer Ängste richten
soll. „Wir Kommunistinnen und Kommunisten lassen uns darauf nicht
ein“, hob er hervor. „Wir müssen die einfache Parole zerschmettern,
und wir müssen in die tiefgreifende ideologische Schlacht im Schoße
unseres Volkes hineingehen.“
Eine
andere Erfahrung der venezolanischen Kommunsten ist diese: „In jedem
revolutionären Prozess ist das Vorhandensein eines politischen und
revolutionären Instruments und einer einheitlichen kollektiven Leitung
zur Führung der Revolution notwendig und unersetzbar“. In dieser
Richtung wird die KP Venezuelas „weiterhin arbeiten. Denn die
Geschichte zeigt, dass gegenüber der Armee der herrschenden Klassen der
Aufbau des politischen Instruments der Revolution notwendig und
unersetzbar ist“, so Generalsekretär Oscar Figuera.
Ein
drittes Element der durchlebten Erfahrung besteht darin, dass die
Opposition schliesslich die Verfassung der Bolivarischen Republik
Venezuela anerkannte und sich zu eigen machte. „Dies ist ein
Fortschritt, nachdem sie sie 1999 und in den Folgejahren bekämpfte.
Jetzt muss die Opposition anerkennen, dass diese Verfassung die
fortgeschrittenste der Welt ist.“
Aber
die KP Venezuelas weist darauf hin, dass scheinbar diese Verteidigung
der Verfassung eine reine Ausrede war, um die Fortschritte und die
Vertiefung des Reforminhaltes zu verneinen. Denn im Wortlaut von Baduel
spricht man von einer neuen Verfassunggebenden Versammlung. „Uns macht
sprachlos, dass diejenigen, die die Verfassung von 1999 verteidigten und
sie als Projekt des Landes übernehmen, ihr heute nicht dienen.“ Und
er fügte hinzu: „Es scheint, dass versucht wird, eine Parole zu
lancieren, um den Rahmen der Destabilisierung aufrecht zu erhalten“,
so der Generalsekretär.
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org
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