|
Anmerkungen
Roter Webmaster (6. Dezember 2007):
Wir
bekamen diesen Artikel von A. Scheer heute zugeschickt und
entschlossen uns, ihn nicht zu bringen. Wir sind in unseren
Einschätzungen das schon weiter und unsere Einschätzung geht
von marxistisch-leninistischen Standpunkt aus. Der Scheersche
Artikel dagen bewegt sich auf der Oberfläche und beschränkt
sich auf Erscheinungsformen.
Dass
wir in unserer marxistisch-leninistischen Einschätzung da nicht total daneben liegen,
zeigt die Tatsache, dass vorgestern das Zentralorgan der KP
Venezuelas, Trubuna Popular“ unseren Artikel auf spanisch
brachte (siehe)
G.A. |
Kritische
Anmerkungen zum Artikel
„Venezuela:
Verfassungsreform abgelehnt. Ein knappes „Nein“, das die Chávez-Gegner
Lügen straft“, von André Scheer (3. Dezember 2007) in
„Hintergrund“
So
ein bürgerlich-demokratisches Referendum bietet der Opposition die
volle Breitseite als Angriffsfläche
Von
Jens Torsten Bohlke/5. Dezember 2007
Hugo
Chavez in ersten Reaktionen auf das Ergebnis des Referendums geäußert,
dass er seine zur Abstimmung gestellten Vorschläge nicht aufgibt. Es
sei der falsche Zeitpunkt gewesen, sie zur Abstimmung zu stellen. Jetzt
müsse analysiert werden, woran es gelegen hat, dass das Ergebnis so und
nicht anders ausgefallen ist. So inhaltlich die Reaktion von Chavez.
Andre
Scheer sieht wie die deutschen bürgerlichen Medien Chavez bereits als
abtretenden Regierungschef in den nächsten Jahren. Dies ist sachlich zu
bezweifeln. Die Opposition gegen Chavez hat keinen populären
Kandidaten! Und Chavez ist immer noch zuzutrauen, eine gute
Zweidrittelmehrheit für sich zu mobilisieren! Andre widerspricht sich
selbst in diesem Punkt, denn er zitiert ja die Opposition gegen Chavez
mit deren Einsicht, dass die Wahl eben nicht die Schicksalswahl des
Chavez gewesen ist!!!
Zu
den Ursachen für das Scheitern wird mir immer noch viel zuviel an der
Oberfläche gestochert. Die Frage ist, ob in den letzten Monaten und
Wochen durch die Sabotageakte von Konterrevolutionären und kriminellen
Schiebern und Geschäftemachern tatsächlich sehr nennenswerte von der
Opposition ständig laut propagierte Versorgungsprobleme für die Bevölkerung
bei der Deckung des Bedarfes an Milch, Fleisch, Brot, Toilettenpapier
usw. gegeben hat, oder ob dies nur hohles verlogenes Propagandagetöse
war. Dass die Opposition propagandistisch Sozialismus mit
Mangelwirtschaft und Diktatur und Ein-Mann- bzw. Einparteiensystem
gleichzusetzen verstand, ist ihr kaum vorzuwerfen ... so ein bürgerlich-demokratisches
Referendum bietet der Opposition die volle Breitseite als Angriffsfläche,
wie schon G. A. in seinem Kommentar ganz richtig ausführt, - übrigens
auch mit der richtigen Fragestellung, warum dies dann überhaupt erfolgt
... und ob Chavez hier nicht im kleinbürgerlichen Demokratiedenken zum
eigenen Schaden und mit dem Effekt des Abwürgens der sozialistischen
Revolution verharrt. Ohne Diktatur des Proletariats ist kein Sozialismus
zu machen, da hat der Günter recht! (siehe)
Und
natürlich mobilisiert die Bourgeoisie alle Kräfte, wenn sie befürchten
muss, dass es ihr an Eigentum und Eingemachtes gehen wird ... logisch!!!
Also muss doch diese Konfrontation um die Verfassungsänderung als
Klassenkampf gesehen und bewertet werden, um nicht oberflächlich zu
bleiben.
Ich
meine, Chavez tut gut daran, sich doch noch Zeit zu nehmen, um zumindest
die Versorgungskrisen in den Griff zu bekommen und für die Schaffung
einer sozialistischen Volkswirtschaft die entsprechenden Fachkräfte
bereitstellen zu können, denn schon jetzt sieht es stellenweise
ziemlich katastrophal in Wirtschaft und Verwaltung Venezuelas aus. Was
nicht alles nur Sabotage und Feindeinwirkung ist!!!
Klar
kapiert das Volk, dass wegen Massenentlassungen von einst gegen das Volk
losknüppelnde Polizisten die Polizei neu aufgebaut werden muss. Dies
darf aber nicht als Rechtfertigung dafür herhalten, dass die Kriminalität
über Jahre auf Höchstniveau blüht!!!
Und
Mangelwirtschaft einzuführen bei zugleich Werben für Stimmen für den
Sozialismus unter bürgerlich-demokratischen Kampfbedingungen für die
Reaktion kann wohl kaum erfolgreich für Chavez enden, auch dies muss
doch auf den Prüfstand!
Rote
Grüsse,
Jens
|