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Philippinen:
NDFP
zur Aussetzung der formalen Gespräche zwischen Regierung und MILF
ARROYO-REGIME
MACHT FORMELLE GESPRÄCHE ZWISCHEN REGIERUNG UND MILF UNMÖGLICH
von
Prof. Jose Maria Sison, NDFP-Politischer Chefberater
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Pressemitteilung,
21. August 2008.- Entgegen
der von Experten der psychologischen Kriegsführung des Arroyo-Regimes
veröffentlichen Propaganda bin ich nicht in irgendeiner Position, der
NPA Befehle zu erteilen, taktische Offensiven aus Sympathie für die
MILF durchzuführen. Meine Rolle als Politischer Chefberater der NDFP
ist die Unterstützung der Friedensverhandlungen und nicht das Erteilen
von militärischen Befehlen an die NPA.
In
einem kürzlichen Interview äußerte ich lediglich, dass da seit längerer
Zeit ein Bündnis zwischen der NDFP und der MILF existiert. Die Führung
der KP der Philippinen und das Oberkommando der NPA sind beide in den
Philippinen und haben (via www.philippinerevolution.net) Erklärungen abgegeben, dass
die taktischen Offensiven der NPA im Interesse des philippinischen
Volkes sind und auch aus Sympathie mit dem Moro-Volk und der MILF
existieren, welche unter den Angriffen der Streitkräfte der Regierung
der Philippinen leiden.
Das
Arroyo-Regime ist für die Eskalation des bewaffneten Konflikts in
Mindanao und in den gesamten Philippinen verantwortlich. Es vereinbarte
mit der MILF, den Wortlaut der Vereinbarung über angestammtes Land (MOA-AD)
in Malaysia am 6. August 2008 zu unterzeichnen. Aber lange Zeit bevor
der Oberste Gerichtshof den vorläufigen Unterlassungsbeschluss
herausgab, da hatte das Regime bereits die bösartige Absicht, vom
abgesprochenen Unterzeichnungsdatum zurückzutreten. Es hatte schon
militärische Einheiten mobilisiert und in Stellung gebracht, um auf
breiter Front Angriffe gegen die MILF zu führen.
Die
vielfältigen betrügerischen Machenschaften des Arroyo-Regime gegenüber
der MILF haben es unmöglich gemacht, formelle Gespräche zwischen der
Regierung und der MILF zu beginnen.
Durch die Bekanntgabe, dass das
Arroyo-Regime weiterhin prüfen will, verhandelt das Arroyo-Regime und
revidiert es das MOA-AD. Das Arroyo-Regime verlangt nachweisbar von der
MILF, dass sie das Abkommen verbiegt und bricht und aufgeben soll, was
es auf Papier im Laufe vieler Jahre bei informellen Gesprächen und
unbestimmter Waffenruhe ausgehandelt hat. Die klare Botschaft des
Arroyo-Regimes an die MILF lautet, den Waffenstillstand einzuhalten und
niemals die Erwartung zu haben, dass das MOA-AD unterzeichnet werden
wird.
Das
Arroyo-Regime benutzt gegen die MILF dieselbe (von Arroyo, General
Ermita und NSA Gonzalez eingeleitete) Strategie, die sie auch gegen die
NDFP zu benutzen versucht. Die Verhandlungsdelegation der Regierung der
Philippinen stimmt einem Text zu und friert ihn anschließend mit Abänderungsforderungen
ein. Während die MILF dabei ersucht wird, sich informellen Gesprächen
und verlängertem Waffenstillstand zu unterwerfen, wird im Fall der NDFP
auf unbefristeten Waffenstillstand gedrängt, die wesentliche Agenda außen
vor gelassen und zu Kapitulation und Befriedung übergegangen.
Offenbar
wurde zeitweilig vorgetäuscht, für das MOA-AD zu sein. Dann anschließend
scherte das Arroyo-Regime aus und kalkulierte ein, dass es den
bewaffneten Konflikt in Mindanao dadurch anfachen würde bis hin zu dem
Punkt, dass die Anwendung des Kriegsrechts und ein Kurswechsel für die
eigene Machtverlängerung gerechtfertigt werden kann. Geblendet
durch die Hybris nimmt das Regime die Tatsache nicht wahr, dass es durch
eine strenge Wirtschafts- und Finanzkrise unter Druck geraten ist, die
MILF innerhalb ihres eigenen Territoriums wirksam erneut angreifen kann,
dass der Zweifrontenkrieg selbstzerstörend für das Regime ist. Denn es
kämpft gegen die MILF in Mindanao und gegen die NDFP im ganzen Land.
Die
reaktionären Streitkräfte sind viele Jahre lang vom Operationsplan
Bantay Laya überfordert und ausgelaugt worden. In den letzten Monaten
hat sogar der frühere Regierungschef der Philippinen, Fidel V. Ramos,
diese Tatsache zugegeben. Die miteinander im Wettbewerb stehenden militärischen
Offensiven der Bangsamoro Islamic Liberation Army ( BILA)* und der NPA
haben das Potential, das Rückgrat der reaktionären Streitkräfte zu
brechen und die vernünftigen Elemente in ihnen zu unterstützen, um
diese Fake-Präsidentin rauszuwerfen und ernsthafte Verhandlungen mit
der MILF und der NDFP zu führen.
*Anmerkung
der Redaktion k-online: BILA benennt die der KP der Philippinen
nahestehende Komponente der MILF.
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