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Landkarte Westsahara kleinDemokratische Arabische Sahara-Republik:

Marokkos Kriegsverbrechen, wo die Welt wegschaut

GEWALTSAM WERDEN SAHARAUIS VERSCHLEPPT UND VERTRIEBEN

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Caracas, 12. November 201, Tribuna Popular TP. (auf Kommunissten-online am 8. Dezember 2010) – Der Botschafter der Demokratischen Arabischen Sahara-Republik in Venezuela, Mbeirik Ahmed, klagte an, dass der Sturmangriff marokkanischer Streitkräfte vom vergangenen Freitag auf ein Protestlager von über 20.000 Saharauis (angestammten Bewohnern jenes Saharagebietes südlich Marrokos) nahe der Stadt Ajun an der Nordküste des Westsahara-Gebietes „versuchter Völkermord“ war: „Ganz deutlich sieht man, dass dies versuchter Völkermord ist. Was nicht neu ist, denn Marokko hat seit 1975 eine militärische Politik der verbrannten Erde praktiziert“, so der Diplomat gegenüber TELESUR.

Am vergangenen Montag brannten die marokkanischen Militäreinheiten das Protestlager Gdaim Izik nieder. Sie setzten Tränengas und kochend heißes Wasser gegen die Zelte des Protestlagers der Saharauis ein. Die Protestierenden befanden sich seit dem 10. Oktober in den Zelten. Sie richteten soziale Forderungen wie das Recht auf Arbeit und das Recht auf menschenwürdige Unterkünfte an die Herrschenden.

„Die Bevölkerung ging nur einige Kilometer entfernt von ihrer eigenen Stadt Ajun von sich aus in das Exil, um gemeinsam ein würdigeres Leben für sich einzufordern. Es gab keinerlei Gewalttätigkeit seitens der Protestierenden. Alles lief ausschließlich friedlich ab. Es wurde lediglich um Verständnis bei den marokkanischen Behörden ersucht“, so der Diplomat.

Im Ergebnis der marokkanischen militärischen Handlungen kam es zu „etwa 2000 Festnahmen (...) wir haben 20-30 Getötete und über 5500 Verletzte“, informierte der Botschafter. „Ajun selbst ist jetzt eine besetzte Stadt. Die Behörden unterdrücken das Volk nicht nur mit den Sicherheitskräften und der Armee, immerhin gibt es dort etliche Bataillone der marokkanischen Armee. Sondern darüber hinaus benutzen sie auch die dort ansässig gewordenen marokkanischen Bürger, die Siedler aus Marokko, die in diesem Gebiet angesiedelt worden sind, um gewaltsam gegen die Saharauis vorzugehen (...) Die marokkanischen Militärangehörigen gehen von Haus zu Haus und zerstören das Eigentum der Saharauis. Das ist wirklich eine Situation ausgeübten Terrors, wie er auch von den spanischen Beobachtern vor Ort angeprangert worden ist.“

Menschenrechtsaktivisten unter den Bürgern der Westsahara haben angeprangert, dass Marokko „derzeit eine Bürgerkriegssituation schafft“, dazu „Bedrohungen, barbarische Verbrechen und schlimmste Brutalität“ gegen das angestammte Volk der Westsahara einsetzt. Die Menschenrechtsverteidigerin der Bürger der Westsahara, Sultana Jaya, klagte an, dass Marokko einen Bürgerkrieg zwischen Saharauis und Marokkanern anstiften will und deshalb das Lager gewaltsam mit viel Brutalität niedergebrannt hat. Vertreter von Marokko und der Unabhängigkeitsbewegung POLISARIO stehen seit dem Ende der spanischen Kolonialzeit in der Westsahara im Konflikt um das phosphatreiche Territorium der Westsahara.

Diese Auseinandersetzung ging von Marokko aus, welches eigene Expansionsbestrebungen im Westsaharagebiet militärisch durchsetzte, während die POLISARIO als Unabhängigkeitsbewegung des angestammten Saharaui-Volkes der Westsahara auf der Abhaltung eines Referendums in der einstigen spanischen Kolonie besteht, welches auch die Möglichkeit der Unabhängigkeit dieses Gebiets von der neuen Besatzungsmacht Marokko einschließen soll. Dieser Gebietsstreit um das Territorium der Westsahara ist weit von jeder Lösung entfernt, denn die 2007 wiederaufgenommenen Verhandlungen der beiden beteiligten Seiten stagnieren trotz eines Beschlusses des UN-Sicherheitsrats.

Mbeirik Ahmed hebt hervor, dass mit dem Niederbrennen des Protestlagers „es sehr schwierig ist, eine Verhandlung über einen Fluss des Blutes zu führen“. Das marokkanische Vorgehen gegen das Protestlager Gdaim Izik erfolgte genau an dem Tag, als Delegationen beider Seiten ein formelles Treffen in den USA geplant hatten, um über die politische Zukunft der Westsahara zu sprechen.

Aufruf an die Weltöffentlichkeit

Der Botschafter der Demokratischen Arabischen Sahara-Republik, Mbeirik Ahmed, wandte sich an die Weltöffentlichkeit und forderte sie dazu auf, aktiv zu werden, um der Unterdrückung ein Ende zu setzen, welche die Bürger in der Stadt Ajun28 Kilometer entfernt von der Küste der Westsahara erleiden.

„Das ist eine wirklich schreckliche Situation. Und internationales Handeln ist notwendig, um dies alles zu beenden“, so der Diplomat. Er klagte an, dass die Funktionäre der Mission der UNO vor Ort im Westsahara-Gebiet selbst „keinerlei Verantwortung übernehmen und die Menschenrechte völlig ignorieren (...) Dies dort ist die einzige internationale Mission, die die Überwachung der Menschenrechte gar nicht enthält.“ Er fügte hinzu, dass Frankreich als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats mit Veto-Recht verhindert hat, dass dieses Gremium die Menschenrechtsgarantien für die Menschen vor Ort einschätzt.

„Befremdlicherweise blockiert ein Land wie Frankreich jeden Versuch im Sicherheitsrat, droht da sofort mit Veto, immer wenn die Rede auf die Frage der Menschenrechte kommt“, so der Diplomat.

Saharauische Bevölkerung wird mit gewaltsamen Verschleppungen, Festnahmen, Folter terrorisiert

In Ajun, Westsahara, wird die saharauische Bevölkerung von der marokkanischen Besatzungsmacht terrorisiert. Es gibt ständig gewaltsame Entführungen, Festnahmen und Folterungen von saharauischen Zivilpersonen. Systematisch durchkämmen marokkanische Sicherheitskräfte immer wieder jedes Haus in den Siedlungen der saharauischen Bevölkerung. „Ethnisches Säubern“ hat längst eingesetzt. Schulen und Geschäfte der saharauischen Einwohner werden weiterhin geschlossen gehalten. Die Menschen trauen sich nur noch in Angst auf die Straßen.

Die Verschärfung dieser Blockademaßnahmen der marokkanischen Besatzungsmacht bedroht ständig das Leben der Saharauis. Ihnen bleibt einfach nur, in ihren Häusern ihre letzte Zuflucht zu suchen. In Dutzenden Häusern in den verschiedenen Stadtvierteln dringen immer wieder täglich Sondereinheiten der marokkanischen Sicherheitskräfte ein. Sie plündern und drangsalieren die Menschen dort in abescheulichster und brutalster Weise.

Unter der großen Zahl noch immer vermißter gewaltsam verschleppter und gefangengenommener Saharauis sind Alte, Frauen und Kinder. Dies bezeugen die Familienangehörigen der Vermißten und Inhaftierten, welche nicht einmal zur Gendarmerie in Ajun gehen können, um Aufklärung über das Schicksal der Opfer des Besatzerterrors zu erbitten. Ihnen droht auf den Straßen selbst der Terror, viele Kontrollpunkte blockieren ihnen den weiteren Weg. Die marokkanische Armee kontrolliert jeden Winkel. Das Besatzungsregime bedient sich nicht nur der uniformierten Bewaffneten, sondern auch bewaffneter paramilitärischer Gruppen in Zivilkleidung.

Nach der endgültigen Zerstörung des 12 km östlich von Ajun gelegenen Protestlagers, ist bisher immer noch das Schicksal vieler Beteiligter nicht bekannt. Wie auch die wirkliche Zahl der durch das brutale Vorgehen der marokkanischen Truppen Ermordeten nicht bekannt ist. Dies weder vor Ort in Ajun noch im gesamten Gebiet der Westsahara. Der marokkanische Besatzerterror hat Spannungen und Instabilität im gesamten Gebiet verschärft.

Am 10. und 11. November 2010 ließen die marokkanischen Behörden viele saharauische Zivilpersonen wieder frei, mehrheitlich Frauen und Kinder. Dennoch sind immer noch etliche Personen vermißt und inhaftiert, werden brutal verhört und gefoltert, ohne dass die Familien die geringste Auskunft über ihren Verbleib erhalten. Die Mehrzahl der Freigelassenen waren brutalen Quälereien unterworfen gewesen. Folterungen und demütigende Praktiken setzten sofort nach ihrer Inhaftierung im Polizeikommissariat von Ajun(Westsahara) ein. Auch die Menschenrechtssprecherin Laili Layla wurde am 9. November 2010 gewaltsam im Distrikt Douret von zivil gekleideten Elementen der marokkanischen Polizei verschleppt und über ihre Kontakte zum Organisationskomitee des Protestlagers gewaltsam verhört. Sie erlitt Faust- und Schlagstockschläge, wurde zusammengetreten von Polizeistiefeln und über 24 Stunden willkürlich in Gefangenschaft gehalten, bevor man sie mit 50 weiteren Frauen freiließ, welche aus jenem Protestlager stammten.

Die Familie des 14 Jahre alten saharauischen Hamza Chuwaf äußerte, dass ihr Sohn gewaltsam gegen 12 Uhr am 8. November 2010 im Industrie-Distrikt von zivil gekleideten marokkanischen Polizisten entführt wurde. Erst am Abend des 10. Novembers 2010 gegen 20 Uhr ließen sie ihn wieder frei. Sein ganzer Körper wies Spuren schrecklichster Folterungen auf, so an den Lippen, am Kopf, an den Beinen. Darunter sind Spuren von ausgedrückten Zigarettenkippen und Elektroschocks. Dieselbe Quälerei erlitt ein 28 Jahre junger Saharaui, der von der marokkanischen Polizei am 9. November 2010 gewaltsam entführt wurde, als er sein Haus verließ. Seine Familie konnte nichts über seinen Verbleib herausfinden, bis er am folgenden Tag wieder freigelassen wurde. Sein Körper war übersät mit Zeichen schwerer Folterungen, vom Gesicht bis hin zu den Beinen. Er konnte kaum noch sprechen, sich kaum noch bewegen. Gleichzeitig wurde ein weiterer saharauischer Jugendlicher gewaltsam bei einer polizeilichen Durchsuchungsaktion in einer Saharaui-Siedlung entführt, nachdem sie dort die Haustüre eingetreten hatten. Auch er wurde schwer gefoltert und mißhandelt, seine Familienangehörigen wurden bedroht und geschlagen, darunter Minderjährige.

Die Ehefrau des Menschenrechtsverteidigers Brahim Ismaili hat erklärt, dass am Morgen des 10. Novembers 2010 Dutzende Maskierte ihr Haus stürmten und die ganze Familie übelst drangsalierten. Brahim Ismaili wurde zusammen mit seinem Neffen Mohammed Salem Al Busaidi gewaltsam entführt. Sie wurden schon bei der Ergreifung zusammengeschlagen und mißhandelt, auch die Mutter von Mohamed Salem al Busaidi wurde von den bestialisch vorgehenden marokkanischen Besatzungskräften zusammengeschlagen. Die Schergen nahmen eine Registrierung vor, in deren Verlauf sie weitere Familienmitglieder übelst mißhandelten und zusammenschlugen. Der Familie blieb anschließend das Schicksal der Entführten unbekannt, denn sie konnte wegen der Unsicherheit draußen und den Straßensperren der Sicherheitskräfte nicht zum Polizeikommissariat vordringen.

Dasselbe ereignete sich am 10. November 2010 beim Sturm auf die Häuser weiterer saharauischer Menschenrechtsverteidiger wie Mustafa Dah und Ghalia Djimi. Die gewaltsam eindringenden marokkanischen Polizisten suchten angeblich nach Ausländern in den Behausungen der saharauischen Menschenrechtsverteidiger und verhängten schärfste Kontrollmaßnahmen.

Derlei äußerst brutale polizeiliche Ausschreitungen finden immer wieder in vielen saharauischen Familienhaushalten der verschiedenen Stadtviertel von Ajun statt, wo auch die Plünderungen, das Niederbrennen und der Raub in vielen Geschäften, an Autos und Inventar weitergehen.

Quellen:

http://www.tribuna-popular.org/

 http://www.guinguinbali.com/

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Datei:Coat of arms of Western Sahara.svg.pngKP Venezuelas klagt vor Weltöffentlichkeit an:

MAROKKANISCHES MASSAKER AM SAHARA-VOLK

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Caracas, 3. Dezember 2010, Tribuna Popular. (auf Kommunissten-online am 8. Dezember 2010) – „Wir bringen unseren tiefen Abscheu und Protest angesichts der unerhörten Gewalttätigkeiten und Unterdrückungsmaßnahmen zum Ausdruck, die das Königreich Marokko in der Stadt Ajún und in der West-Sahara, dem angestammten Territorium des Sahara-Volkes, welches von Marokko seit 1975 widerrechtlich besetzt gehalten wird, zum Ausdruck“, so Genosse Carolus Wimmer, Sekretär für Internationale Verbindungen der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV).

Die marokkanischen Sicherheitskräfte zerstörten mit brutaler Gewalt das nahe der Stadt Ajún von über 15.000 Frauen und Männern des Sahara-Volkes errichtete Lager Gdeim Izik. Dieses Lager wurde am 10. Oktober als Protest des Sahara-Volkes gegen seine Ausgrenzung hinsichtlich Arbeitsplätzen und würdigen Wohnbedingungen errichtet. Diese Probleme gehen auf die marokkanischen Behörden zurück.

Laut Informationen von Carolus Wimmer beklagt die Frente Polisario als rechtmäßiger Vertreter des Sahara-Volkes Dutzende Tote in den schon aufgefundenen Massengräbern mit jeweils über 30 Kadavern sowie hunderte Festgenommene und Vermißte. Marokko verhindert den Zutritt unabhängiger Journalisten und weist internationale Beobachter aus. Die UNO bezeichnet die West-Sahara als letzten Fall von Entkolonialisierung auf dem afrikanischen Kontinent.

Marokko hält das Territorium der einstigen spanischen Kolonie seit 1975 unter Bruch internationalen Rechts besetzt. Gemäß UNO-Beschlüssen muß eine Volksabstimmung durchgeführt werden, damit das Sahara-Volk frei über seine Unabhängigkeit und einen anderen völkerrechtlichen Status des Territoriums der rohstoffreichen West-Sahara entscheiden kann. Marokko verhinderte die Umsetzung dieser UNO-Beschlüsse und blockiert systematisch die Durchführung einer solchen Volksbefragung.

„Als Demokraten und standhafte Verfechte des Rechtes der Völker auf Selbstbestimmung unterstützen wir die Sache des Sahara-Volkes und seine freie Selbstbestimmung“, so Genosse Carolus Wimmer abschließend.

Quelle:

http://www.tribuna-popular.org/

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