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Manolis
Glezos entfernte 1941 die Nazi-Fahne von der Akropolis
SEIN
KAMPF GEHT HEUTE WEITER
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Havanna,
22. Juni 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 24. Juni 2011) –
Mit 18 Jahren stieg er mit einem anderen Genossen zusammen hinauf
zur Akropolis, um die hitlerfaschistische Fahne zu entfernen, die von
dort aus über Athen wehte. Das war eine legendäre Tat. Siebzig Jahre
später geht der Kampf von Manolis Glezos weiter. Jetzt kämpft Manolis
Glezos gegen das ausländische Protektorat, welches Griechenland
aufgezwungen worden ist, damit es seine Schulden saniert.
Am
Abend des 30. Mai 1941 vollendeten die deutschen Hitlerfaschisten mit
der Einnahme der letzten Festung der Alliierten auf der Insel Kreta die
Eroberung Griechenlands. „Hitler sagte in einer Rede, dass Europa frei
sein würde. Wir wollten konkret aufzeigen, dass der Kampf beginnt“,
berichtet Manolis Glezos an AFP in Erinnerung an seine erste politische
Schlacht.
„Griechenland
hat seine Freiheit errungen, aber nicht seine Unabhängigkeit. Auf einer
Skala der Unterwerfung kommen wir an die 100%, weil ausländische Mächte
alles entscheiden“,so der kräftige 80 Jahre alte Mann in Anspielung
auf die derzeitige Finanzlage des Landes und dessen Abhängigkeit von
ausländischer Hilfe zur Verhinderung der Zahlungseinstellung.
Manolis
Glazos wurde dreimal während der faschistischen Besatzungszeit
festgenommen. Er entkam damals knapp dem Erschießungskommando. Sein jüngerer
Bruder wurde 1944 erschossen. Dessen Foto hängt an den Bücherregalen,
Archiven und Erinnerungsstücken, die Manolis in seiner bescheidenen
Wohnung am Rand von Athen hat, wo er mit seiner Frau lebt.
Sein
Engagement am antifaschistischen Widerstandskampf und seine anschließende
Mitlgiedschaft in der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) in den
Zeiten autoritärer Militärdiktaturen bezahlte Manolis Glezos mit zwei
Todesurteilen und 12 Jahren Freiheitsstrafe, welche er „in fast allen
Gefängnissen des Landes“ verbüßte.
Mit
88 Jahren hat er kein Stückchen seines Kampfgeistes gemäß seiner
linken Überzeugung eingebüßt. Er wünscht sich, dass die Jugend den
Staffelstab übernimmt, „um alle Fahnen der Unterdrückung
niederzuwerfen“.
Im
Gegensatz zu vielen Griechen, die über die Forderungen nach
Haushaltsdiziplin aus Deutschland verärgert sind, zieht es der einstige
Widerstandskämpfer gegen die hitlerdeutsche Besatzung heute vor,
zwischen dem Besatzer aus den vierziger Jahren und dem akribischen
Partner der derzeitigen Euro-Zone einen Unterschied zu machen.
FÜR
IHN
„SIND
DIE G20, DIE VEREINIGUNG DER IMPERIALISTEN, DER FEIND“.
Um
aus der Krise herauszukommen, so meint Manolis Glezos, muß Griechenland
auf sich selbst setzen. Sein Rezept: „Keinen einzigen Euro in Ausgaben
für Militärisches stecken.“ Sich verweigern einer Bedienung von
Schulden, „die nicht rechtmäßig sind“. Den Steuerbetrug bekämpfen
und „auch jene, die da im öffentlichen Dienst Ämter anhäufen“.
Und gleichzeitig „die Gesundheit, die Bildung und die Forschung schützen“.
Auch
fordert er, dass Deutschland seine eigenen Schulden bezahlen soll, zum
Beispiel durch Rückzahlung der vom hitlerfaschistischen Regime
erhobenen Zwangsanleihen. „Das war das einzige Mal, wo Griechenland
lieh, anstatt um Leihgeld zu bitten“, sagt er verschmitzt.
„Mit
den Kriegsentschädigungen“, deren Einforderungsrecht sich Athen
weiterhin vorbehält, „gibt es 162 Milliarden Euros, ohne die Zinsen
einzurechnen.“
Auf
Athens zentralem Platz, dem Syntagmaplatz, sammeln sich seit drei Wochen
ein paar tausend Menschen, um gegen eine Krise der Auslandsschulden zu
protestieren, welche die Regierung gezwungen hat, ein drakonisches
Sparprogramm mit Lohnsenkungen, Einfrieren von Renten und Steuererhöhungen
anzuwenden.
Spruchbänder
und Plakate zeigen die Forderungen des alten Widerstandskämpfers.
Darunter sind Aufrufe für „die nationale Unabhängigkeit“ und die
Losung „Ich schulde nichts - Ich zahle nichts“.
„Zu
Beginn der Besatzungszeit war der Widerstand vor allem passiver Art. Als
wir damals die Akropolis hochgingen, trafen wir nicht auf andere Leute,
die dasselbe taten. Aber Tag für Tag wurden wir zahlreicher. Jetzt
auch, die Widerstandsbewegung wächst an“, sagt Manolis Glezos.
(Mit
Information von AFP)
Quelle:
http://www.cubadebate.cu/ |