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Αρχείο:Manolis Glezos 2007-2.jpgManolis Glezos entfernte 1941 die Nazi-Fahne von der Akropolis

SEIN KAMPF GEHT HEUTE WEITER

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Havanna, 22. Juni 2011, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 24. Juni 2011) – Mit 18 Jahren stieg er mit einem anderen Genossen zusammen hinauf zur Akropolis, um die hitlerfaschistische Fahne zu entfernen, die von dort aus über Athen wehte. Das war eine legendäre Tat. Siebzig Jahre später geht der Kampf von Manolis Glezos weiter. Jetzt kämpft Manolis Glezos gegen das ausländische Protektorat, welches Griechenland aufgezwungen worden ist, damit es seine Schulden saniert.

Am Abend des 30. Mai 1941 vollendeten die deutschen Hitlerfaschisten mit der Einnahme der letzten Festung der Alliierten auf der Insel Kreta die Eroberung Griechenlands. „Hitler sagte in einer Rede, dass Europa frei sein würde. Wir wollten konkret aufzeigen, dass der Kampf beginnt“, berichtet Manolis Glezos an AFP in Erinnerung an seine erste politische Schlacht.

„Griechenland hat seine Freiheit errungen, aber nicht seine Unabhängigkeit. Auf einer Skala der Unterwerfung kommen wir an die 100%, weil ausländische Mächte alles entscheiden“,so der kräftige 80 Jahre alte Mann in Anspielung auf die derzeitige Finanzlage des Landes und dessen Abhängigkeit von ausländischer Hilfe zur Verhinderung der Zahlungseinstellung.

Manolis Glazos wurde dreimal während der faschistischen Besatzungszeit festgenommen. Er entkam damals knapp dem Erschießungskommando. Sein jüngerer Bruder wurde 1944 erschossen. Dessen Foto hängt an den Bücherregalen, Archiven und Erinnerungsstücken, die Manolis in seiner bescheidenen Wohnung am Rand von Athen hat, wo er mit seiner Frau lebt.

Sein Engagement am antifaschistischen Widerstandskampf und seine anschließende Mitlgiedschaft in der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) in den Zeiten autoritärer Militärdiktaturen bezahlte Manolis Glezos mit zwei Todesurteilen und 12 Jahren Freiheitsstrafe, welche er „in fast allen Gefängnissen des Landes“ verbüßte.

Mit 88 Jahren hat er kein Stückchen seines Kampfgeistes gemäß seiner linken Überzeugung eingebüßt. Er wünscht sich, dass die Jugend den Staffelstab übernimmt, „um alle Fahnen der Unterdrückung niederzuwerfen“.

Im Gegensatz zu vielen Griechen, die über die Forderungen nach Haushaltsdiziplin aus Deutschland verärgert sind, zieht es der einstige Widerstandskämpfer gegen die hitlerdeutsche Besatzung heute vor, zwischen dem Besatzer aus den vierziger Jahren und dem akribischen Partner der derzeitigen Euro-Zone einen Unterschied zu machen.

FÜR IHN

„SIND DIE G20, DIE VEREINIGUNG DER IMPERIALISTEN, DER FEIND“.

Um aus der Krise herauszukommen, so meint Manolis Glezos, muß Griechenland auf sich selbst setzen. Sein Rezept: „Keinen einzigen Euro in Ausgaben für Militärisches stecken.“ Sich verweigern einer Bedienung von Schulden, „die nicht rechtmäßig sind“. Den Steuerbetrug bekämpfen und „auch jene, die da im öffentlichen Dienst Ämter anhäufen“. Und gleichzeitig „die Gesundheit, die Bildung und die Forschung schützen“.

Auch fordert er, dass Deutschland seine eigenen Schulden bezahlen soll, zum Beispiel durch Rückzahlung der vom hitlerfaschistischen Regime erhobenen Zwangsanleihen. „Das war das einzige Mal, wo Griechenland lieh, anstatt um Leihgeld zu bitten“, sagt er verschmitzt.

„Mit den Kriegsentschädigungen“, deren Einforderungsrecht sich Athen weiterhin vorbehält, „gibt es 162 Milliarden Euros, ohne die Zinsen einzurechnen.“

Auf Athens zentralem Platz, dem Syntagmaplatz, sammeln sich seit drei Wochen ein paar tausend Menschen, um gegen eine Krise der Auslandsschulden zu protestieren, welche die Regierung gezwungen hat, ein drakonisches Sparprogramm mit Lohnsenkungen, Einfrieren von Renten und Steuererhöhungen anzuwenden.

Spruchbänder und Plakate zeigen die Forderungen des alten Widerstandskämpfers. Darunter sind Aufrufe für „die nationale Unabhängigkeit“ und die Losung „Ich schulde nichts - Ich zahle nichts“.

„Zu Beginn der Besatzungszeit war der Widerstand vor allem passiver Art. Als wir damals die Akropolis hochgingen, trafen wir nicht auf andere Leute, die dasselbe taten. Aber Tag für Tag wurden wir zahlreicher. Jetzt auch, die Widerstandsbewegung wächst an“, sagt Manolis Glezos.

(Mit Information von AFP)

Quelle:

http://www.cubadebate.cu/

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