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Zuschriften zum Artikel:

Haltet den Dieb oder

Wie Robert Steigerwald Stalin und den Aufbau des Sozialismus verunglimpft und die Geschichte fälscht

Von Günter Ackermann/Januar 2008 (siehe)

Genosse Steigerwald hat die Contenance verloren:

Angeboten wird lediglich eine Liste des geballten Spätmaoismus.“

Von: Robert Steigerwald
Gesendet: Mittwoch, 2. Januar 2008 11:59
An: 'ballin'
Betreff: Brief

Lieber Gustel,

Ich hatte, als ich dem Ackermann schrieb, gedacht, jetzt, nach 1989/90, wäre es möglich, auf anständigem Niveau zu streiten. Wie man sieht, geht das nicht.

Angeboten wird lediglich eine Liste des geballten Spätmaoismus. Mit so etwas haben wir uns vor schon vor Jahrzehnten als politische Dummheit bewertet. Wie man sieht, haben wir es mit Leuten zu tun, die nichts gelernt aber auch nichts vergessen haben. So etwas werde ich nicht mehr lesen und schon gar nicht studieren. Dazu kommt der von ihnen benutzte Stil. Lediglich Kurt Gossweiler bewahrt etwa im Umgang mit mir noch genossenschaftliche Umgangsformen. Die anderen aber: Ihr Umgang mit mir ist der mit einem nur verachtungswürdigen Feind. Das ist nicht der Stil einer Polemik unter trotz allem im Ziel Gleichgesinnten, sondern pure Hetze. Mag der Himmel diesen „Polit-Idioten“ verzeihen, über welche die Geschichte ohnehin hinweg gehen wird, ohne Spuren zu hinterlassen. Für mich wäre die weitere Beschäftigung mit so etwas Zeitverschwendung.

Kopie an Ackermann, den ich nicht mehr Genosse nenne.

Besten Gruß

Robert Steigerwald

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Steigerwald hat vor diesen Artikeln einfach gekniffen, das Hasenpanier ergriffen, hoppekldipoppel,  haste was kannste was, querfeldein,  - nichts wie weg.

Brief von U. aus Nikaragua/8. Januar 2008

Lieber Günter!

Ich habe Deine vier Artikel zu Steigerwald gelesen. Teilweise mußte ich auch ein bißchen lachen. Euer Stil und der anderer Kommunisten, hat sich, meiner Meinung nach, in den 25 Jahren in denen ich nicht mehr in Deutschland war, agitatorisch sehr verbessert. Weniger verkniffen und sehr viel sachlicher.

Danach dachte ich auch - um mit Steigerwald zu reden - daß da auf besserem Niveau gestritten werden könne. Ich dachte, jetzt laßt Steigerwald mal ran. Mal sehen, wie der damit fertig wird.

Aber er hat sich in diesen 25 Jahren ganz offensichtlich überhaupt nicht verändert. Der ist immer noch der Alte: einfach abschotten, mit Beschimpfungen und Verunglimpfungen, - und sich selbst  - als Kontrahent vornehm, bzw. wehleidig und hysterisch, abdankend - zum Opfer machen, wovon weiß man allerdings nicht recht.

Offenbar hat er heute nicht mehr seine mir noch sehr in Erinnerung geblieben Saalordner und Demobefriediger zur Hand, die das seiner Zeit zu meiner Zeit erledigt haben - ganz auf dem Boden des Grundgesetzes von Gehlens Gnaden. 

Selbst wenn alles falsch wäre an deinem Artikel, kann ich beim besten Willen nichts Unanständiges daran finden oder Verunglimpfendes und auch nichts Unsachliches.

Selbst wenn alles falsch wäre an deinen Artikeln: Steigerwald hat vor diesen Artikeln einfach gekniffen, das Hasenpanier ergriffen, hoppekldipoppel,  haste was kannste was, querfeldein,  - nichts wie weg.

Wir sollten uns damit nur solange aufhalten, wie es nötig ist, denn wir haben Besseres zu tun. Ich möchte der Kommunistischen Internetzeitung im Übrigen ganz aufrichtig danken, für ihre hervorragende Arbeit zur Verteidigung des Genossen Stalins. Es hat für mich sehr viel mehr Klarheit und Einsicht bedeutet. Ich habe vor allem die Scheißangst im Nacken  der Opportunisten wie Steigerwald begriffen, die ihn so hysterisch macht.

Hasta la victoria siempre

U. aus Nikaragua

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Spiegelt dies auch etwas wieder; nämlich den Umstand, nicht mehr drumherum zu kommen, angesichts eigener ideologischer Defensive in die Diskussion mit anderen eintreten zu müssen - oder weshalb sollte er dies sonst tun?

Zwei Leserbriefe von M.

Lieber Günter, 

schön! Ich freue mich auf Deine Stellungnahme. Ich finde, Robert St., als ein sehr erfahrener Mensch, der vieles gelernt + gelesen hat, sollte weniger die Geschichte dem bundesdeutsch-offiziösen Propagandaquatsch opfern und nicht über Stalin auch Lenin und somit letztlich den Sozialismus insgesamt preisgeben. Solche gibt's leider genug... Worüber ging HHHs Artikel nochmal? Eben, Revisionisten...

Weiß nicht, ob Du Lesewünsche berücksichtigen kannst - Ich fand vom Stil her HHH echt gut -> nicht poltern, sondern sachlich-nüchtern nackt ausziehen und die Argumente wirken lassen. Aber schreibe Du selbstverständlich, wie's für Dich authentisch ist.

Viel Erfolg + Spaß dabei + rote Grüße (natürlich!) M.


Lieber Günter,

letzteres finde ich auch, habe allerdings HHH etwas anders verstanden - er bedankt sich ja sogar; ich denke, er meinte, dass so etwas eigentlich in ein theoretisches Organ gehört (kann man drüber streiten; lohnt's?) Gut, dass es jetzt die jw tut; Du hast insofern Recht, die jw sei das geeignetste Organ, da es ja auch kein anderes geeigneteres gibt, wo die Debatte geführt werden könnte.

Steigerwald habe ich nochmals gelesen - ich stimme zu, dass es (so ähnlich hattest Du's genannt) nach Foulspiel riecht, bin allerdings historisch nicht versiert genug, um ihn zu widerlegen, insbesondere, was seine Ausführungen zu Stalin betrifft. Deutlich scheint mir allerdings, dass er die ganze betreffende Periode am liebsten ungeschehen machen würde - aber das würde auch bedeuten, die damit verbundenen historischen Meilensteine ungeschehen zu machen, z.B. die Befreiung vom Faschismus - die Periode war ohne Stalin mit allem Für und Wider nicht denkbar.

Du hast da mehr Ahnung - deshalb nochmals Danke an Dich, dass Du Dich daran begeben hast!

Viele Grüße, M.


Lieber Günter,

es ist absolut interessant, was Du aus eigenem Erlebten schreiben kannst, denn es gehört zu dem, was mein persönliches „Missing Link“ ausmacht, gehört also zum Füllstoff meiner Baustelle „Geschichte“. Ich denke, dass ich unter denjenigen in der BRD, die sich als Kommunisten verstehen, nicht der einzige bin, dem solche Berichte bzw. Kenntnisse fehlen bzw. guttun. Denn als ich jünger war und auch schon Mitglied der komm. Bewegung (auch damals DKP), kreiste diese Partei sehr stark um sich und die Verteidigung des Ost-Sozialismus und war dabei stets bemüht zu erklären, warum welche Dinge „drüben“ wie abliefen. Deutlich war aber immer die Unfähigkeit zur Kritik, die ich nicht verwechseln möchte mit prinzipieller Unterstützung – letztere finde ich angemessen, aber sie darf eben nicht zur Kritikunfähigkeit führen. Denn Kritik hat es auch untereinander – also unter Genossen hüben und drüben – (z.B. bei Delegationen) für mich wahrnehmbar erst ab den sehr späten Achtzigern gegeben.

Dementsprechend war auch das Verhältnis zu anderen sich als kommunistisch verstehenden Parteien bzw. Organisationen in der Regel ausgrenzend-diffamierend (O-Ton meiner Erinnerung: „...objektiv im Sinne des Klassengegners handelnd“, oder „Spalter“) bis überheblich – immerhin war die DKP „die stärkste der Partei'n“, also derjenigen Parteien, welche sie ignorierte oder politisch zu bekämpfen müssen glaubte. Diese Haltung fand ( / findet? Keine Ahnung, ich hocke hier allein vor Ort... ) sich auch stark in innerparteilichen Auseinandersetzungen wieder, was dazu führte, dass ein m.E. stark administratives Vorgehen häufig Diskussionen deckelte, die interessant zu werden versprachen.

Wenn heute also Steigerwald – und das trotz Eurer beider persönlichen Geschichte – Dir seinen Artikel vorab überlässt, spiegelt dies auch etwas wieder; nämlich den Umstand, nicht mehr drumherum zu kommen, angesichts eigener ideologischer Defensive in die Diskussion mit anderen eintreten zu müssen - oder weshalb sollte er dies sonst tun? Er ist ja noch immer nicht Dein „politischer Freund“, ebenso wenig wie der Kurt Gossweilers, HHHs oder anderer als „stalinistisch“ bezeichneter Persönlichkeiten, deren Ausführungen z.B. ich (als DKP-Mitglied!) viel interessanter finde als eben die Herrn Steigerwalds. Sein Verhalten bedeutet, dass die DKP, wie angedeutet, ideologisch in der Defensive sein muss, was ja auch angesichts des parteiverwirrenden rechts-links-Programms kein Wunder ist.

Warum schreibe ich dies alles? Mir hilft es, wenn Genossen, die mehr erlebt haben als ich, Erfahrungen weitergeben – so wie Du dies gerade tust. Eben weil es auch nicht mehr viele für mich wahrnehmbare Noch-Aktive der 70er gibt, die nicht in der DKP oder SED waren, ist es wichtig, dass sie (also Du!) öffentlich machen, was sie erlebt haben. Und das muss ohne Voreingenommenheiten in den aktuellen Diskussionsprozess mit einfließen.

Der Schluss betrifft auch DKPler/Ex-SEDler: Für mich sind diejenigen, die ohne Tricks und mit Eingeständnissen eigener Fehler und somit ehrlich versuchen, aus der Niederlagen-Analyse heraus die kommunistische Bewegung unseres Landes wieder auf die Beine und an die Spitze der Demo zu stellen (ohne auf „ihre“ spezielle Partei bzw. Fraktion zu achten) der Kern dessen, was ich will: die neue KPD.

Rote Grüße, M.

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„Nach Meinung unserer Partei steht heute auf der Tagesordnung als großes aktuelles Problem nicht die Versöhnung und die Einheit mit den Revisionisten, sondern die Loslösung, die endgültige Trennung von ihnen.“
Enver Hoxha

Leserbrief von L.

Lieber Genosse Günter,
vorab etwas, was immer für uns eine Richtschnur war und ist:
„Im Kampf gegen den Revisionismus kann es keine Mittellinie geben. Die Linie der „goldenen Mitte“ ist die Linie der Versöhnung der Gegensätze, die niemals versöhnt werden können. (...) Wer sich in seiner Haltung gegenüber den Renegaten des Marxismus-Leninismus an diese Linie hält, steht in Gefahr, früher oder später selbst zu den Stellungen dieser Renegaten hinabzugleiten.
Nach Meinung unserer Partei steht heute auf der Tagesordnung als großes aktuelles Problem nicht die Versöhnung und die Einheit mit den Revisionisten, sondern die Loslösung, die endgültige Trennung von ihnen.“
Enver Hoxha
Genosse Kurt ist diesen Weg gegangen. Natürlich wird man uns deswegen Sektierertum und Dogmatismus vorwerfen. Aber die Pragmatik des Revisionismus hat nur unzählige neue Millionäre und eine riesige Armee von Hungernden gebracht. Die Arbeitslosenbewegung in Deutschland ist zum Blinddarm mit akuter Entzündung verkommen. Der Aktivist Detlev Rochner sprang aus Verzweiflung aus dem 6. Stock und hinterließ eine fünfköpfige Familie. In Schwerin merken die warmen Amtsstuben mit den gewendeten Hälsen nicht, wenn Kinder verhungern, ja vor lauter Langeweile schänden sie sogar Kinder. Der das angeprangert hat, wird gejagt wie ein Hase.-
Wenn man die Fäulnis nicht bekämpft, wird die Fäulnis auch auf einen selber übergehen.
Kritik und Selbstkritik ist und bleibt ein Entwicklungsgesetz der Partei.
Auch ich bin nicht frei von Fäulnis, wie ich bitter jüngst erfahren mußte. Die revolutionäre Disziplin erfordert das sorgfältige Studium von Lenins Werk Materialismus und Empiriokritizismus. Der von den chinesischen Revisionisten ausgelöste Boom des Warenfetischismus und die Kleinproduktion mit der massiven  Entstehung von Kapitalismus ist eine wahre Landplage aber letztlich einzureihen in die Mätzchen von Maos Langen Marsch, den großen Sprung nach vorn, die weder Kultur noch Revolution oder bereichert Euch mit Teng. Überall wo der Maoismus grassiert, fließt Arbeiterblut in Strömen, ob Kambodscha, Congo oder Peru und sonstwo.
Schau mal rein: http://communisme-bolchevisme.net/index.htm
Grüße L.

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„Wie führt sich Chrustschow auf? So redet ein Großfürst mit seinen Lakaien!“

zwei Leserbriefe von G.

Hallo Genosse Günter,

was soll man dazu sagen? einfach super!

Der Wortwechsel Chrustschow-Hoxha (lt.Protokoll) ist ja empörend. Auch wenn man die Details nicht kennt. Wie führt sich Chrustschow auf? So redet ein Großfürst mit seinen Lakaien!

Danke für die Information und weiter so!

Gerrit


Lieber Günter,

Dein Artikel zu Steigerwald ist ja sehr ausführlich und polemisch, teilweise auch recht lustig (wie der Mensch die „Erscheinungsform anglotzt“), und auch die „Abschweifung“ zu Georg Klaus ist interessant. Ich habe daraufhin „Die Macht des Wortes“ und „Kybernetik und Erkenntnistheorie“ noch einmal herausgesucht, wo ich allerdings nicht allzu viel Aufregendes gefunden habe. Mag sein, daß man vieles heute gelassener sieht. Vielleicht waren Leute wie Buhr und Klaus damals auch nur allzu beeindruckt von den neuen Ideen der Kybernetik. Aber das ist ja heute auch nicht anders.

Allerdings sind die Ausfälle Steigerwalds gegen Gossweiler, ihm u.a. Schludrigkeit und (verdeckt) auch Kaltschnäuzigkeit in der Bezug auf die „Ermordeten“ vorzuwerfen, alles andere als harmlos.

Man mag zu Steigerwald stehen wie man will. Ich jedenfalls mag ihn nicht. Er hat sich ja lange Zeit als (belesener) Marxist dargestellt, was er offenbar nun nicht mehr ist! Im Internet fand ich eine ziemlich widersprüchliche „Festschrift“ von 2005, wo sich eine illustre Gesellschaft von Philosophen und anderen Geistesgrößen recht wirr und verwirrend äußert (man findet mehr Zitate von Heidegger, Marcuse, Adorno und Fetscher als von Marx, Engels u. Lenin usw.), aber auch recht Nachdenkliches (Buhr zitiert Marx vermutlich nicht ohne Hintergedanken auf den zu Ehrenden: „Der spekulative Philosoph gibt... die Abstraktion der 'Frucht' wieder auf, aber er gibt sie auf eine spekulative, mystische Weise auf, nämlich mit dem Schein als ob er sie nicht aufgebe..“ - na was, gibt Steigerwald nun den Marxismus auf ???), andere Verehrer wieder verweisen auf Steigerwalds umfangreiche Marx-Kenntnisse, Hörz schwebt über allen Wolken - und Stehr schließlich erwähnt den Marx mit keinem Wort mehr. Thema verfehlt, setzen - ungenügend!

Auf der Seite des österreichischen kommunistischen Studentenbundes fand ich hingegen Erfreuliches u.a. von und über Brecht, den ich hoch schätze (trotz seiner Irrtümer. Aber was Stalin betrifft, hat das Hacks ja schon beantwortet) http://www.comunista.at/article.php/20050308181525512

Zun guter letzt: naja - die Kommunisten in der DDR...

Da war es freilich leicht, Genosse zu sein. Der Klassenfeind war ja weit weg. Dennoch tust Du vielen (und auch mir) damit Unrecht! Aus Karrieregründen kam ich nicht in diese Partei! Und heute? -  d i e  kommunistische Partei gibt es in Deutschland nicht mehr. Fraktionen gibt es viele, die sich kommunistisch nennen, aber die PDS ist es nicht, und die DKP schon gar nicht. Oder in welcher Partei bist Du?

(…)

Rotfront!

G.

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„Es ist gut, daß die beiden Steigerwald-Artikel in der jW nicht unwidersprochen bleiben.“

Leserbrief von A.

Lieber Genosse Günter,

mit großem Interesse habe ich die ersten beiden Teile Deines Textes „Haltet den Dieb ...“ gelesen und bin schon recht gespannt auf den 3. Teil.

Es ist gut, daß die beiden Steigerwald-Artikel in der jW nicht unwidersprochen bleiben.

Allerdings bleibt mir da noch was offen: Auf die angeblichen „Verbrechen“ des „Diktators“ Stalin gehst Du nicht ein.

Die Revisionisten warfen und werfen J.W.Stalin - im Einklang mit den Trotzkisten und der bürgerlichen Medien-Maffia - vor, er habe „die ganze bolschistische alte Garde“ ermorden lassen, um seine „persönliche Diktatur“ errichten zu können.

Daß es sich dabei in vielen Fällen um Trotzkisten und Revisionisten gehandelt hat, die völlig zu Recht wegen konterrevolutionärer Umtriebe und Umsturzvorbereitungen verurteilt wurden, wird „selbstverständlich“ unterschlagen.

Andererseits wird aber immer wieder ( von glaubhaften Leuten ) darauf hingewiesen, daß dabei auch viele gute Genossen - u.a. auch deutsche Kommunisten - betroffen waren.

Stimmt das und wenn ja, wie läßt sich das erklären?

Mir ist durchaus klar, daß in der UdSSR in den dreißiger Jahren ein ganz entschiedener Klassenkampf gegen innere und äußere Feinde zu führen war.

Muß man annehmen, daß sich damals konterrevolutionäre Elemente in Schlüsselpositionen eingeschlichen hatten und so die „Säuberungen“ dazu benutzen konnten, aufrichtige Kommunisten zu verfolgen und zu eliminieren?

Und wenn diese Annahme stimmt, wieso konnte das nicht aufgeklärt und geahndet werden?

In den siebziger Jahren lief die Auseinandersetzung zu dem Thema etwa in der Weise ab, daß die einen sagten 'Stalin war ein großer Despot und Verbrecher' und die anderen erwiderten in etwa 'alles was Stalin tat, war gut und richtig'. Ist eine etwas differenziertere Betrachtung heute möglich?

Vielleicht kannst Du mir das ja beantworten.

Mit solidarischem Gruß

A.

(Brief wurde ausführlich beantwortet, Redaktion Kommunisten-online)

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Leserbrief zu den Artikeln über den modernen Revisionismus.

Die Revisionisten benötigen geradezu den Kult um die „Untaten Stalins“, weil sie vor den Trümmern ihrer faulen Theorie und Praxis stehen, die für alle Welt offen sichtbar sind.

Von Anna

Die Maschinisten an der Abrissbirne
Starren fassungslos auf die Trümmer
Des einst festen Bauwerks.
Nachdem die Staubwolken
Sich langsam legen
Beginnen sie ein arges Klagen.

Die Zerstörung des Bauwerks
Sei die Schuld der Erbauer
Und auch Darauf zurückzuführen
Dass sich zu wenige Abrissbirnen
An der Arbeit beteiligten.
Sie beschließen ein neues,
Besseres Bauwerk zu errichten.

Bei dessen Erbauung wollen sie
Konsequent mehr Abrissbirnen einsetzen.
Das sei die beste Garantie gegen
Eine neuerliche Zerstörung
Argumentieren sie.

So ähnlich kommen mir die Revisionisten vor, wenn sie über den Aufbau des Sozialismus und einer kommunistischen Partei reden.

Der Artikel von Steigerwald läuft inhaltlich darauf hinaus, dass für den Untergang der sozialistischen Länder Stalin und die Kritiker der Politik von Chruschtschow und seinen Nachfolgern verantwortlich sind.

Stalin starb 1953. Die Sowjetunion ging 1991 auch formal endgültig unter.

Zwischen diesen beiden Daten liegen 38 Jahre.

Als Stalin 1922 die Führung der Partei und des Landes übertragen wurde übernahm er ein rückständiges Agrarland, in dem das wichtigste Werkzeug noch der Hakenpflug war.  Unter der Führung Stalins entwickelte sich die Sowjetunion bis 1953 zu einem industrialisierten Land und einer Weltmacht politisch, militärisch und ökonomisch. Von 1941 bis 1945 überzogen die deutschen Imperialisten die Sowjetunion mit einem mörderischen Krieg. Unter der Führung Stalins wurden die deutschen Räuber- und Mörderheere vernichtend geschlagen.

1953 erschlich sich Chruschtschow die Führung der Sowjetunion.

„1964 wurde Chruschtschow als Folge der gescheiterten Wirtschaftspolitik und der gestörten Beziehungen zu China von seinen Ämtern als Erster Sekretär und Ministerpräsident enthoben.“[1] Welch ein „Verdienst“ in nur 10 Jahren. Über weitere „Verdienste“ des Vorbilds von Steigerwald auf politischem Gebiet finden sich in den Arbeiten von Kurt Gossweiler reichlich Belege. Aber das will Robert Steigerwald nicht wissen, so wie er auch Kommunisten-Online nicht mehr lesen mag.

Die Beschäftigung mit Fakten könnte ja dazu führen, dass er sein geliebtes Bild von der Geschichte ummalen muss.

Steigerwald wirft den Revisionismuskritikern einen „unsäglichen Kult um Stalin“ vor. Tatsächlich ist es umgekehrt. Die Revisionisten pflegen seit Jahrzehnten im trauten Verein mit den Theoretikern der Bourgeoisie einen regelrechten Kult um die „Untaten Stalins“. Die Kritiker des Revisionismus wissen sehr wohl um die Fehler, die auch ein Stalin gemacht hat. Sie pflegen jedoch keinen Kult. Weder um die Fehler Stalins noch um seine Verdienste. Wenn sie die Verdienste Stalins anführen, dann um den Vergleich zu den grundlegenden Fehlern seiner Nachfolger herzustellen und deren Verrat am Marxismus-Leninismus zu belegen.

Die Revisionisten jedoch benötigen geradezu den Kult um die „Untaten Stalins“, weil sie vor den Trümmern ihrer faulen Theorie und Praxis stehen, die für alle Welt offen sichtbar sind. Die Ergebnisse der Wirklichkeit belegen den vollständigen Bankrott der revisionistischen Theorie und Praxis. Die Revisionisten haben kein Argument. Die Realität hat sie widerlegt. Das wollen sie nicht eingestehen. Darum sind ihre letzten Zufluchtsorte der Kult um die „Untaten Stalins“ und der Ruf nach mehr Revisionismus.

So auch Robert Steigerwald. Er umschreibt seine revisionistische Theorie mit Leerformeln: „…von den notwendig zu ziehenden Lehren aus der Geschichte des Kommunismus um Verhaltens-, Denkweisen und Strukturen zu überwinden, und eine zukunftsfähige kommunistische Politik unter heutigen Bedingungen zu entwickeln.“

[…]

Die Darstellung der eigenen Parteigeschichte wurde nach 1956 zwar von allzu groben Entstellungen und Verfälschungen gereinigt, dies geschah jedoch politisch nur halbherzig und - wie in der praktischen Politik - nicht mit der für die weitere Entwicklung des Sozialismus notwendigen Konsequenz.“[2]

Seine Schlussfolgerung, ähnlich wie die der eingangs geschilderten Maschinisten.

Anna 


[2] Robert Steigerwald: siehe  

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„Dass er runterkommen soll von seinem Thron (…), der die DKP-offizielle Lesart dessen, was richtig ist, verkörpert, ist klar.“

Leserbrief von M.

Lieber Günter,
(...) Dein Artikel ist sehr gut geschrieben und belegt, nicht beleidigend, insgesamt eine schöne Antwort auf Steigerwald.
Dass er runterkommen soll von seinem Thron des geehrten KP-Philosophen, der die DKP-offizielle Lesart dessen, was richtig ist, verkörpert, ist klar. Weitere Majestätsbeleidigungen? Nur zu. HHH und Du habt da schon so vorgearbeitet, dass ich mich nach der heutigen Lektüre der jw (dem neuen Artikel zur Diskussion) schon fragte, ob Steigerwald außer Stehr und dessen Getreuen überhaupt wen ernsthaft auf seiner Seite hat.
Was ich wirklich irre finde: Aus Euren Stellungnahmen schmeckt man noch heute die Kämpfe von damals heraus...
(...)
Rote Grüße!  

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„Damit hat aber Steigerwald die Schwächen des Revisionismus bewiesen und deren Schwäche ist unsere Stärke, eine Stärke die wir unbedingt nutzen sollten.“

Leserbrieef von M. K.

Lieber Günter,

ich las deine Artikel zu Steigerwalds Beiträgen in der JW mit großem Interesse. Sie waren eine sehr gute Ergänzung zu den Antworten von HHH.

Es war für mich erstmal sehr überraschend, dass ich ein Vertreter – und in Deutschland wohl der bekannteste – Vertreter des modernen Revisionismus zu Wort meldete und die antirevisionistischen Inhalte angriff. Endlich mal einer, der sich mit unseren Positionen auseinandersetzt, dachte ich.

Um so weniger überraschte mich aber die endgültige Reaktion vom Genossen Steigerwald. Nach dem du, aber auch andere wohl seine inhaltlichen Positionen gründlich widerlegt und ad absurdum geführt haben, spielte Genosse Steigerwald auf beleidigte Leberwurst. Sicher wurde nicht an Polemik gespart, aber gleich von Hetze zu sprechen oder wir würden ihn als Feind ansehen, ist dann doch derbe übertrieben. Wenn er von politischer Dummheit und von einer Liste des geballten Spätmaoismus redet, dann müsste es für ihn doch ein Leichtes sein uns zu widerlegen? Aber statt uns mit seinem großen Detailwissen zum Nachdenken zu bewegen, kommt nix. Fehlanzeige! Ich hielt den Steigerwald eigentlich – trotz meiner Differenzen zu seinen politischen Ansichten – für einen gestandenen Mann, der mal zugibt, dass er unrecht hat oder nicht weiter weiß. Jedoch verharrt er – trotz aller Gegenargumente – stur auf seinen Positionen, unabhängig davon ob sie stimmen oder nicht. Ist das nicht Dogmatismus, den er uns „Stalinisten“ vorwirft?

Steigerwald hat sich hier ein Eigentor geschossen. Er hat – auf eine völlig ungünstige Weise – seine Schwäche beweisen, indem er jegliche Diskussion abbricht. Als Wissenschaftler (Kommunisten sind ja nun mal Wissenschaftler) müsste seine Reaktion anders sein: würde er nicht weiterwissen, hätte er sich zwar von uns nicht überzeugen lassen, aber hätte auch zugegeben, dass er da nicht weiterweiß und er vielleicht Zeit bräuchte um eventuelle Gegenbeweise zu finden. Davon ist aber nicht die Rede und genau das ist politische (und wissenschaftliche) Dummheit.

Damit hat aber Steigerwald die Schwächen des Revisionismus bewiesen und deren Schwäche ist unsere Stärke, eine Stärke die wir unbedingt nutzen sollten.

Revisionisten in der DKP – und auch anders wo – verallgemeinern, moralisieren, philosophieren, betreiben Arschkriecherei usw. es fehlt aber an klaren kommunistischen Standpunkten. Bei dem Gesülze was da verbreitet wird, dürfen wir uns nicht wundern, weshalb die kommunistische Bewegung so schwach ist.

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