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Eine
Kommunistische Partei wird aus den Klassenkämpfen und der Abgrenzung
zum modernen Revisionismus entstehen
Kritische
Analyse zum Aufruf: „Schafft die Kommunistische Initiative in
Deutschland“
Von
Günter Ackermann
Teil
II
Kommunisten-online
vom 1. Oktober 2008 –
4.
Kritik an der revisionistischen Linie oder Ein Kessel Buntes ist das
Credo der Möchtegern Einiger
4.1
Etiketten-Schwindler
Dem
Text eines Aufrufs vom 13. September 2008 ist ein Vorwort vorweg
geschickt:
„Genossinnen
und Genossen aus der DKP, der KPD, der KPD(B), aus dem Umkreis der
Zeitschrift „offen-siv“ und des „offen-siv“- Fernstudiums sowie
nicht organisierte Kommunisten/innen rufen auf, eine „Kommunistische
Initiative“ in Deutschland zu formieren. Diese „Kommunistische
Initiative“ soll der Beginn des Einigungsprozesses der
Marxisten-Leninisten in unserem Land sein mit dem Ziel der Bildung einer
einheitlichen marxistisch-leninistischen kommunistischen Partei.
Wie
die Herkunft der Aufrufe (s.o.) zeigt, war die Situation für die
kommunistische Einheit auf der Basis des Marxismus-Leninismus in den zurückliegenden
19 Jahren seit der Konterrevolution noch nie so günstig.“ (Hervorhebung von mir, G.A.)
Da
wir auch eingeladen waren, aber zu der Sitzung, in der dieser Text
abgenickt wurde, nicht kommen konnten, kennen wir den Kreis derer, die
hier Aufrufer sind. Hier wird ein breites Spektrum vorgegaukelt, tatsächlich
ist es nur eine Zahl – großzügig gerechnet – von vielleicht 20
Menschen (der engere Kreis um Offen-siv eingeschlossen). Auch das
Organisationsspektrum ist nicht so breit, wie hier weisgemacht werden
soll.
Tatsächlich
handelt es sich einzig und allein um den Dunstkreis der Zeitschrift
Offen-siv von Frank Flegel und Michael Opperskalski. Genau genommen
beschloss den Aufruf eine erweiterte Redaktion der Zeitschrift.
Aus
der Zusammenkunft der erweiterten Redaktion schließen dann die Autoren
messerscharf, unter Hintenanstellen aller historisch-materialistischen
Prinzipien, dass die „Situation
für die kommunistische Einheit auf der Basis des Marxismus-Leninismus
in den zurückliegenden 19 Jahren seit der Konterrevolution noch nie so
günstig.“
sein soll. Eitel und an Minderwertigkeitskomplexen leiden sie offenbar
nicht. Denn die Geschichte ist, nach Marx, bekanntlich die Geschichte
von Klassenkämpfen, Und aus ein paar Männecken
zu schließen, dass die Situation noch nie so günstig sei, ist schon
recht gewagt und zeugt von wahrhaft origineller Auslegung des
historischen Materialismus.
Dieses
pseudowissenschaftliche Niveau setzen sie dann im weiteren Aufruf fort.
Weil wir dieses Vorgehen und diesen Aufruf kritisierten und auch niemals
solchem Zeug zugestimmt und unterschrieben hätten, „bestraften“ sie
uns mit Hinauswurf aus dem erlauchten Kreis der erweiterten Redaktion.
Nun denn, wir tragen es mit Fassung.
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4.2
Ein Dokument bewusster ideologischer Irreführung
Ein
Aufruf zur Gründung einer „Kommunistischen Initiative“ ist am 13.
September 2008 in Berlin beschlossen worden. Wir waren auch eingeladen,
konnten aber nicht erscheinen, hatten aber schon vorher einen Text als
angeblichen Entwurf per Post zugeschickt bekommen. Bei dessen Lektüre
sträubten sich uns die Haare.
Unsere
Bitte, den Text digital zugeschickt zu bekommen (damit die Redaktion
gemeinsam den Text lesen kann), wurde mir von Frank Flegel mit
fadenscheinigen Begründungen verwehrt. Wir bekamen den Text später in
digitaler Form dennoch per e-Mail zugeschickt.
zurück
4.2.3
Hier unsere Kritik am Text
Ich
schließe mich zunächst in den wesendlichen Punkten der Kritik von Jens
Bohlke am Aufruftext an.
Der
Aufruftext ist wüste theorielose Handwerkelei und nicht geeignet,
Kommunisten aus den revisionistischen Gruppierungen und Parteien zum
Mitmachen beim Aufbau einer marxistisch-leninistischen kommunistischen
Partei zu gewinnen und ist nicht geeignet, eine umfassende Diskussion über
die Rolle des modernen Revisionismus anzuregen. Kaum einer der
„heimatlosen“ Genossen, die in diversen Friedens- oder Gruppen der
sozialen Bewegungen aktiv sind, wird durch diesen motiviert, eher tritt
das Gegenteil ein.
Meine
Kritik im Einzelnen, wobei ich mich auf die drei Thesen im Teil
„Klarheit vor Einheit“ beschränken werde. Die voraus gehenden
Textteile sind nur herunter geschriebene Allgemeinplätze und auch
teilweise falsch.
Die
Schreiber des Aufrufs stellen fest:
„Die
Analyse der Rolle des Revisionismus als Basis für die Konterrevolution
sowie der Spaltung, Zersplitterung und dem Niedergang der
kommunistischen Bewegung wie aber auch die unterschiedlichen positiven
aktuellen Erfahrungen (…) halten
uns deutlich vor Augen, dass Klarheit das Fundament jeder
kommunistischen Politik und Organisation sein muss, will sie nicht ihren
Charakter verlieren. Diese Klarheit muss im Wesentlichen aus drei
Elementen bestehen, die durch den wissenschaftlichen Sozialismus
deutlich formuliert werden,“
Große
Worte – leider bei den Schreibern des Aufrufs ohne Inhalt. Was folgt
sind Halbheiten und hohles Geschwätz. Dass sie dazu noch den Begriff
„wissenschaftlichen Sozialismus“ missbrauchen, empört mich zusätzlich.
Hier wird nicht Klarheit als Fundament vorgeführt, sondern uns eine trübe
Brühe aus mehr oder weniger schwammigen Zeugs zugemutet. Die drei
Thesen im Aufruf werde ich im folgendem kritisch unter die Lupe nehmen:
Zur
ersten These:
„Das
Anerkennen ALLER wissenschaftlichen Grundlagen des Marxismus-Leninismus,
so besonders der Gültigkeit der Leninschen Imperialismus, Staats-,
Revolutions- und Parteitheorie, des proletarischen Internationalismus
sowie auch der heroischen Geschichte der kommunistischen Bewegung als
notwendige Antwort auf die reformistische Versumpfung und den
Klassenverrat der Sozialdemokratie.“
Das
ist so allgemein, dass es fast auch Heinz Stehr und Robert Steigerwald
unterschreiben könnten. Nach deren Auslegung des Marxismus-Leninismus
sind sie doch die wirklichen Erhalter der Lehren von Marx, Engels und
Lenin.
Und
hier wäre ich bei der eigentlich nötigen Sollbruchstelle zum modernen
Revisionismus. Wo wird hier die Gültigkeit der „heroischen
Geschichte der kommunistischen Bewegung“ unter der
marxistisch-leninistischen Führung des Genossen Stalin hervor gehoben,
wo die Führung unter Chruschtschow und seinen Nachfolgern kritisiert?
Fehlanzeige. Oder ist gar unter „heroischer Geschichte der kommunistischen Bewegung“ auch die nach
dem 20. Parteitag gemeint? Jedenfalls wird dazu nichts gesagt. Also
Fehlanzeige!
Der
Klassenverrat der
Sozialdemokratie“ wird aufgeführt – aber der war schon 1914 –
vor beinahe 100 Jahren, also olle Kamellen. Die SPD ist
inzwischen weder reformistisch noch revisionistisch, sie ist eine
liberale bürgerliche Partei mit Einfluss auf die Arbeiterklasse. Wo
aber bleibt der Klassenverrat der KPdSU, der SED, DKP und der PDS/Linke?
Fehlanzeige!
Flegel
erklärte uns hierzu:
„Hier
trennen sich unsere Wege. Wir werden die KPdSU und die SED niemals als
Parteien des „Klassenverrats“ bezeichnen. Die alten Hüte der alten
so genannten „ML“ in Westdeutschland von der „neuen herrschenden
Klasse“ in den sozialistischen Ländern, von der
„sozialimperialistischen Sowjetunion“ usw. kannst Du getrost für
Dich behalten. Du wirst die Sozialimperialismus- bzw.
Sozialfaschismusthese bei uns auch nicht über die Hintertür einführen
können, das kann ich Dir versichern.“
Zustimmen
muss ich Flegel hier, wenn er schreibt: „Hier
trennen sich unsere Wege.“ Hier musste uns klar sein, dass es sich
bei den Flegeln um Handlanger der modernen Revisionisten handelt – und
es wurde uns klar. Flegel und Konsorten behaupten, sie stünden auf der
Basis der Kritik am modernen Revisionismus von Kurt Gossweiler. Der aber
schreibt:
„Das
Verrückte an der Weigerung mancher Genossen, in
Chruschtschow einen zu sehen, der wie Gorbatschow zum Ziel hatte, die
sozialistische Ordnung im Lande zu unterminieren, ist, dass sie
in ihm einen Heilsbringer und einen Retter des Sozialismus genau wegen
der Veranstaltung sehen, die in Wahrheit die wichtigste Grundlage dafür
schuf, dass Gorbatschow – gestützt
auf die Vorarbeit von Chruschtschow und Breshnew – das von
Chruschtschow eingeleitete Zerstörungswerk erfolgreich zuende bringen
konnte – also wegen des XX. Parteitages.“ (hervorgehoben von
mir, G.A.)
Der
20. Parteitag war 1956. Gorbatschow wickelte die UdSSR bekanntlich 1991
ab. Was soll dazwischen gewesen sein? Eine Partei leninschen Typs, gestählt
vom Marxismus-Leninismus, das ruhmreiche und starke sozialistische Lager
führend? Wenn Kurt Gossweiler Chruschtschow und Breschnew in einem
Atemzuge nennt, so schreibt er genau das, was ich meine: Der
Klassenverrat der Führung der KPdSU. Breschnew war von 1964 bis 1982
Generalsekretär der KPdSU. Zwar ist Gorbatschow nicht unmittelbarer
Nachfolger Breschnews als Generalsekretär gewesen, aber die beiden
dazwischen, Andropow (1982-1984) und Tschernenko (1984-1985) dürften da
keine besondere Bedeutung gehabt haben. Außer: Andropow war der
politische Ziehvater Gorbatschows.
Die
Flegels von Offen-siv bezeichnen also weder die Clique um Chruschtschow,
noch Breschnew, Andropow, Tschernenko oder Gorbatschow als Klassenverräter.
Sie alle standen an der Spitze der KPdSU. Wenn doch – was die Flegel
jedoch nicht tun – dann erhebt sich die Frage, warum nicht auch deren
Partei? Der Verrat Chruschtschows und dessen Nachfolger waren von diesen
nicht allein zu bewerkstelligen. Auch fragt man sich, warum gestattete
es diese angeblich bis zum Schluss so bolschewistische Partei vier Verrätern,
über eine Zeitspanne von fast 50 Jahren, diese Partei zu führen? Das
soll mir der Flegel mal erklären.
Hier
ist der Knackpunkt zwischen den Zentristen und uns erreicht. Wir wollen
keine neue revisionistische Partei, auch keine revisionistische
Minisekte.
Zur
zweiten These:
„Das
Anerkennen der Rolle der sozialistischen Länder, insbesondere der
Sowjetunion und der DDR, als größte Errungenschaft der deutschen
Arbeiterbewegung. Der Sozialismus, für den wir im imperialistischen
Deutschland kämpfen, wird vom revolutionären Erbe der DDR, des ersten
Arbeiter und Bauernstaats auf deutschem Boden geprägt sein. Damit wird
das klare und eindeutige Verhalten zur DDR zum Prüfstein für jeden
deutschen Kommunisten, gerade und insbesondere auch für heute!“
Ja,
einverstanden. Dennoch ist das schwammig und damit falsch. Kann ich mich
als Kommunist zur DDR bekennen? Ja, das kann ich und muss ich! Die DDR
war die einzig richtige Antwort der Sowjetregierung unter Genossen
Stalin auf die Spaltung Deutschlands durch die Westalliierten. Und,
machen wir uns da nichts vor, diese Errungenschaft der deutschen
Arbeiterklasse wäre ohne die Hilfe der UdSSR nicht möglich gewesen.
Das
Bekenntnis zur DDR, wie es die Zentristen um Flegel erwarten, ist jedoch
ein kritikloses, ein nostalgisches.
Nostalgie
mag normal und zutiefst menschlich sein. Erinnerungen an die Jugend, die
Freunde damals, die Schule, aber auch an die Politik. Hier im Westen
bekommen manche Tränen in die Augen, wenn sie an Adenauer oder Brandt
denken. Und ehemalige DDR-Bürger eben an Walter Ulbricht und Wilhelm
Pieck. Diese Erinnerungen an ihre Biografie will ich ihnen nicht nehmen.
Aber Nostalgie ist unpolitisch, unwissenschaftlich und vor allem rückwärts
gerichtet. Kommunisten aber blicken nach vorn, sie wollen eine
menschliche Gesellschaftsordnung erkämpfen. Wehmütige Rückblicke nützen
da nichts.
Der
Blick zurück muss ein wissenschaftlicher sein. Der historische
Materialismus ist da die Grundlage und der Blick muss nüchtern und
analytisch sein, darf auch keine Tabus kennen. Man kann aus der
Geschichte lernen, auch aus eigenen Fehlern. Aber das zu leisten, ist
schon eine Menge und unverzichtbar.
Die
Klassiker des Marxismus-Leninismus hatten mit solchen wissenschaftlichen
kritischen Einschätzungen keine Probleme. Denken wir nur an die Pariser
Kommune. Niemand wird bezweifeln, dass Lenin zur Kommune positiv stand.
Dennoch hatte er kritische Anmerkungen zu ihr. Lenin schreibt zur
Pariser Kommune u.a.:
„Es
ist immer noch notwendig, die Bourgeoisie und ihren Widerstand
niederzuhalten. Für die Kommune war das ganz besonders notwendig, und eine der Ursachen ihrer Niederlage bestand darin, daß sie
das nicht entschlossen genug getan hat..“
(hervor gehoben von mir, G.A.)
Die
gut zwei Monate, die die Pariser Kommune Zeit hatte zu existieren, gab
ihr sicher auch nicht die Zeit viele Fehler zu machen. Aber diese Fehler
werden benannt. Und Engels kritisiert ddie Kommune z.B.:
„Am
schwersten begreiflich ist allerdings der heilige Respekt, womit man vor
den Toren der Bank von Frankreich ehrerbietig stehnblieb. Das war auch ein schwerer politischer Fehler. Die Bank in
den Händen der Kommune – das war mehr wert als zehntausend
Geiseln. Das bedeutete den Druck der ganzen französischen Bourgeoisie
auf die Versailler Regierung im Interesse des Friedens mit der
Kommune.“
(Hervorhebung G.A.)
Für
Marx. Engels und Lenin war es Heroismus, was im Frühjahr 1871 in Paris
geschah, Heroismus der Pariser Arbeiterklasse. so forderte Lenin in
seinen Aprilthesen das Programm der Partei zu ändern v.a. über die
Stellung zum Staat. In seiner Fußnote hierzu fügt er hinzu:
„D.h.
eines Staates nach dem Vorbild der Pariser Kommune.“
Aber
das verleitete die Klassiker nicht dazu, eine Kritik an den Maßnahmen
der Kommune mit Tabus zu belegen, wie es unsere zentristischen
Nostalgiker mit dem Realen Sozialismus tun.
Ich
bekenne mich zur DDR, indem ich auch aus ihren Fehlern zu lernen
versuche. Vergessen wir doch nicht, was sich 1989/1990 in der DDR
ereignete. Warum liefen die Massen den westlichen Rattenfängern nach?
Das lag wohl nicht daran, dass Kohl und Kumpane die besseren Argumente
hatten.
Das
lag vor allem daran, dass die SED sich bereits seit Jahrzehnten von der
Arbeiterklasse der DDR gelöst hatte und sie somit keine wirkliche
Klassenbasis in der Arbeiterklasse mehr hatte.
Hat
die SED-Führung, nach Meinung Flegels und der opportunistischen
Zentristen, keine schwerwiegenden Fehler gemacht? Ist die Annektierung
der DDR durch die BRD durch einen Handstreich, in einer Nacht und
Nebel-Aktion, erfolgt? Konnte die SED die Massen nicht mehr dagegen
mobilisieren? Natürlich war es das nicht. Das Sterben der DDR war ein
Prozess, der sich ein Jahr hinzog und wurde von einem Großteil der Bevölkerung
begrüßt. Die SED hat noch nicht einmal den Versuch gemacht, sich gegen
die Einvernahme durch die BRD zu wehren. Die zaghaften Versuche Modrows,
Anfang 1990, zu einer Konföderation mit der BRD zu kommen, waren eher
hilflos.
Ja,
man gab sich sogar der Illusion hin, Kohl würde mit Geld und anderer
materieller Unterstützung die DDR wirtschaftlich und politisch stärken.
Als Modrow damals nach Bonn reiste, war der Misserfolg vorprogrammiert.
Als
Kommunist weiß man, dass, wenn die Arbeiterklasse Fehler macht – und
das Aufgeben der DDR durch die Arbeiterklasse war einer der
schwerwiegendsten Fehler der Arbeiterklasse in Deutschland im 20.
Jahrhundert – die Partei der Arbeiterklasse Versäumnisse und Fehler
begangen hat. Und eine Partei, die vom Anspruch her eine Partei der
Arbeiterklasse ist, wie die SED, hatte offenbar ihre Klassenbasis
verloren. War sie dann noch Partei der Arbeiterklasse? Ich habe
erhebliche Zweifel. Sieht man sich die spätere PDS an und deren Linie,
weiß man, was in den Köpfen vieler SED-Mitglieder steckte.
Aber
schon lange vorher war die Politik der SED-Führung sehr zwiespältig.
Bereits
1958 beschloss der Parteitag der SED die „Ökonomische
Hauptaufgabe“. Walter Ulbricht erklärte am 5. Parteitag der SED vom
Juli 1958:
„Unser
V. Parteitag hat die ökonomische Hauptaufgabe für den nächsten
Abschnitt unseres Weges zu beraten, und ich schlage daher im Auftrag des
Zentralkomitees vor, als ökonomische Hauptaufgabe zu beschließen:
Die
Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik ist innerhalb
weniger Jahre so zu entwickeln, daß die Überlegenheit der
sozialistischen Gesellschaftsordnung der DDR gegenüber der Herrschaft
der imperialistischen Kräfte im Bonner Staat eindeutig bewiesen wird
und infolgedessen der Pro-Kopf-Verbrauch unserer werktätigen Bevölkerung
mit allen wichtigen Lebensmitteln und Konsumgütern den
Pro-Kopf-Verbrauch der Gesamtbevölkerung in Westdeutschland erreicht
und übertrifft.“
Und
„Die
Lösung dieser ökonomischen Hauptaufgabe wird der Anteil unserer
Republik sein am weltweiten Kampf für die friedliche Koexistenz und für
den friedlichen Wettkampf zwischen der sozialistischen und der
kapitalistischen Gesellschaftsordnung, in der die Überlegenheit des
Sozialismus zu beweisen ist. Die ökonomische Hauptaufgabe hat einen
tiefen politischen Inhalt; ihre Lösung dient der Festigung der
Arbeiter-und-Bauern-Macht in der DDR und des sozialistischen Lagers überhaupt,
und sie wird zweifellos dem Volkskampf gegen die Bonner Atomrüstungspolitiker
Aufschwung geben. Diese Aufgabenstellung entspricht daher voll den
politischen und wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterklasse und der
gesamten werktätigen Bevölkerung unseres Landes.“
Dies
war die DDR-Entsprechung der Linie Chruschtschows. Der 21. (außerordentliche)
Parteitag der KPdSU, wurde von Chruschtschow der Parteitag „der
Erbauer des Kommunismus“ genannt. Hier wurde beschlossen, spätestens
1970 die USA in der Pro-Kopf-Produktion von Konsumgütern zu übertreffen.
Welch ein Unfug!
Das,
was Walter Ulbricht hier postulierte, kam bei der Bevölkerung jedoch
ganz anders an. Die sah nämlich die Konsumtempel in Westberlin, sie hörten
die westlichen Radiosendungen (private Fernsehgeräte waren damals in
der DDR wenig verbreitet) und wollte diesen Pro-Kopf-Verbrauch jetzt und
heute haben und ging in den Westen. Der Antikommunist Willy Brandt
schrie damals die Parole von „Abstimmung mit den Füßen“ in die
Welt.
Die
DDR-Bürger sahen in der „Ökonomischen Hauptaufgabe“ eine
Bankrotterklärung der SED und eine Bestätigung dessen, was die
westlichen Medien auf sie einredeten: Der Kapitalismus ist die bessere
Gesellschaftsordnung, dessen Konsummöglichkeiten jetzt sogar von Walter
Ulbricht anerkannt würden, immerhin strebt es das auch an. Ob die DDR
das genannte Ziel je erreicht, wurde allerdings von vielen bezweifelt.
Sie meinten, sie gingen auf Nummer sicher, indem sie ihre ökonomische
Hauptaufgabe in der Übersiedlung in den Westen sahen.
Dass
es überhaupt nicht im Sinne einer sozialistischen Volkswirtschaft sein
kann, einen Massenkonsum zu erreichen, wie im Kapitalismus, sei ergänzend
noch angemerkt.
Für
mich ist das eine der ersten offenkundigen revisionistischen
Abweichungen vom Marxismus-Leninismus durch die SED-Führung. Zu erwähnen
sei noch, dass die SED-Führung sich auch nicht gegen die „Entstalinisierung“
Chruschtschows stellte, sie zwar zögerlich, doch eindeutig forciert. Es
verschwanden im Land die Straßen und Plätze, die nach Stalin benannt
waren, Stalinstadt wurde zu Eisenhüttenstadt, auch die Stalindenkmäler
verschwanden. Die DDR aberkannte Stalin den Status eines ML-Klassikers,
er blieb vorerst ein großer Kommunist.
Und
schließlich, 1966, schrieb das ZK der SED an die Delegierten des
SPD-Parteitages einen „Offenen Brief“ der mit den Worten begann:
„Wir beiden großen deutschen Arbeiterparteien“. Dabei wertete sie
die SPD noch damit auf, indem sie dieser „Arbeiterpartei“, einen
Redneraustausch anbot.
Von
einer Arbeiterpartei hatte sich die SPD bereits 1958 offiziell mit dem
„Godesberger Programm“ verabschiedet. Während wir im Westen genau
das den Arbeitern klarmachen versuchten, also dass die SPD keine
Arbeiterpartei mehr ist, fiel uns die SED mit diesem Brief in den Rücken.
Das,
bitte schön, gehört alles nicht zu den Ruhmestaten der SED-Führung,
das gehört unter die Erkenntnisse, warum die DDR 1990 so widerstandslos
von der BRD einverleibt werden konnte.
Zur
dritten These:
„Das
Verständnis für die Notwendigkeit des Kampfes gegen jede Form des
Revisionismus und Reformismus für die Kommunistische Partei, denn der
Revisionismus war und ist
die Hauptbasis für den zeitweiligen Sieg der Konterrevolution in
Europa, die Spaltung, Zersplitterung und Schwächung der Kommunistischen
Bewegung“
„Das
Verständnis für die Notwendigkeit“ – das, bitte sehr, kann
jeder Antikommunist haben. Man kann’s ja verstehen, könnten die
meinen, dass sich Kommunisten von diesen „Realpolitikern“
distanzieren wollen, Kommunisten sind ja eh Linksradikale. So, oder so
ähnlich, können Lafontaine, Müntefering und Beck schwadronieren.
Ein
Aufruf, der vorgibt letztlich den Aufbau einer kommunistischen Partei
vorzubereiten, also programmatische Bestandteile enthalten muss, sollte
klar und wissenschaftlich eindeutig formuliert sein. „Verständnis
für die Notwendigkeit“ ist nicht einfach eine Stilblüte. Das könnte
es sein, wenn es hier in diesem Text die einzige schwammige Formulierung
wäre. Aber der gesamte Text ist schwammig und zweideutig formuliert. An
Zufall zu glauben, wäre naiv. Diese schwammigen Sätze, die alles und
nichts aussagen, sind Absicht. Hier soll mit linken Phrasen von
revisionistischen Absichten abgelenkt werden.
Der
Kampf gegen jede Form des Revisionismus und Reformismus ist die
Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Aufbau der KPD. Ob man dafür
Verständnis hat oder nicht ist, offen gesagt, mir wurscht. Die Lehren
aus der Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung haben gezeigt,
dass kommunistische Parteien, die sich rechtzeitig von den
revisionistischen Feinden des Marxismus-Leninismus trennten, erfolgreich
waren.
Denken
wir nur an die Partei der Bolschewiki. Sie trennten sich faktisch
bereits 1905 von den Menschewiki. Als dann, 1917, eine revolutionäre
Situation heran reifte, hatten sie eine schlagkräftige Organisation und
konnten den Aufstand am 7. November planen, anleiten und in die richtige
politische Richtung lenken.
Ganz
anderes die kommunistischen Kräfte in Deutschland. Die beugten sich zunächst
der Parteidisziplin der SPD und der USPD. So stimmte selbst Karl
Liebknecht, gegen seine Überzeugung, 1914 für des Kaisers
Kriegskredite. Erst als die verlängert werden sollten, stimmte er
dagegen. Auch ging die Trennung von den Revisionisten und Reformisten
schleppend und sehr langsam vonstatten. In der USPD war Liebknecht sogar
gemeinsam mit dem Vater des Revisionismus, Eduard Bernstein.
Die
KPD wurde erst gegründet, als die Revolution bereits im Gange war: am
31. Dezember/1. Januar 1918. Zu spät!
zurück
5.
Zusammenfassung
Das
Tischtuch ist zerschnitten – Feuer auf die Versöhnler mit dem
modernen Revisionismus
Die
Entwicklung, dass die Clique um Flegel und Opperskalski in Panik geriet
und mich eilig aus dem Herausgeberkreis von Offen-siv wieder hinaus
warfen, als sie meine und Jens Bohlkes Kritik an ihrem Geschreibsel zur
Kenntnis nehmen mussten, ist gar nicht so schlecht. Das hat eine
eindeutige und radikale Trennung von diesen Rechtsopportunisten
beschleunigt – mal abgesehen davon, dass ich bereits vorher meinen
Austritt aus diesem Kreis erklärte.
Uns
war klar geworden, dass die Clique um Flegel und Opperskalski nicht den
Aufbau einer KPD im Sinn hat, sondern genau das Gegenteil, ihn zu
verhindern.
Nachdem
Flegel und Opperskalski erkannt hatten, dass wir klare kommunistische
Positionen vertreten und sie auch keine Chancen haben, sich
Kommunisten-online kalt unter den Nagel zu reißen, mussten auch sie die
formale Zusammenarbeit beenden. Sie erkannten, dass wir auch zukünftig
eine marxistisch-leninistische Politik anmahnen werden und, dass wir uns
nicht vor ihren Karren spannen lassen, also nie ihr vor Revisionismen
triefendes und schwammiges Papier unterschrieben hätten.
Nun
denn! Der Kommunismus ist im schonungslosen Kampf gegen Verräter stark
geworden. In dem Moment, wo er diese Auseinandersetzung aufgab, also
nach dem 20. Parteitag der KPdSU, wurde er immer schwächer und
erreichte seine heutige schwache Position. Das sozialistische Lager, die
ruhmreiche Sowjetunion, fielen wie eine reife Frucht in den Schoß der
Imperialisten, die großen westlichen kommunistischen Parteien, z.B in
Frankreich und Italien, existieren entweder nicht mehr oder sie sind zu
Anhängseln der Sozialdemokratie verkommen.
Ich
kann hier eines versprechen: Kommunisten-online wird sich immer gegen
jede Form des Revisionismus, gegen rechten und „linken“
Opportunismus, stellen. Wenn die Flegels und Opperskalskis uns
verleumden, tragen wir es mit Fassung. Was kümmert es den Mond, wenn
ihn ein Hund ankläfft?
Wenn
sie uns in eine antikommunistische Ecke stellen wollen, so sollen sie
mal selbst schauen, wo sie stehen: genau da in dieser stinkenden Ecke
des faulen modernen Revisionismus, deren willige Wasserträger sie sind.
Sie
führen keine sachliche Debatte,
nun denn. Sie geben sich als Marxisten-Leninisten aus. Das sind sie
mitnichten, sie sind Feinde des Kommunismus, Paktierer mit den Zerstörern
der Sowjetmacht und der von Lenin geschaffenen und von Stalin von Sieg
zu Sieg geführten kommunistischen Weltbewegung. Ihre Tarnung ist dürftig,
wir reißen sie herunter und zeigen ihre revisionistische Blöße.
Außer
ideologischer Verwirrung, wird aus dieser angeblichen „Kommunistischen
Initiative“ nichts heraus kommen. Wir wollen mit unserer Polemik dazu
beitragen, die ideologische Verwirrung, die diese Subjekte zu stiften
sich anschicken, so gering wie möglich zu halten.
Jeder
ehrliche Genosse, der meint, die Flegels würden eine kommunistische
Partei im Sinn haben, möge seine Kritikfähigkeit schärfen und an den
Aufruftext die Messlatte des Marxismus-Leninismus anlegen und er wird
erkennen, dass hier die Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin mit Füßen
getreten wird und durch die Hintertür revisionistische Positionen
herein geholt werden sollen.
Es
lebe der Marxismus-Leninismus!
Es
lebe die Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin!
Die
kommunistische Idee, die kommunistische Sache, ist stärker als alle
Revisionisten und Zentristen.
Siehe: Ein verbalradikal sich gebender pseudokommunistisch
angerichteter Aufruf, SIE NENNEN SICH FALSCH „KOMMUNISTISCHE
INITIATIVE“, Von Jens-Torsten Bohlke mehr
Kurt Gossweiler: REVISIONISMUS -
TOTENGRÄBER DES SOZIALISMUS. Zur Entstehung des modernen
Revisionismus und zu seiner Etablierung in der Sowjetunion unter
Chruschtschow 1953-1964 siehe
Friedrich Engels: Einleitung zur Ausgabe von 1891 von Karl
Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich,
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