Aufruf
an alle Kommunisten:
Sprecht
mit einer Stimme!
Handelt gemeinsam!
Überwinden
wir die Zersplitterung!
„Das
Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal
gegeben, und er muß es so nützen, daß ihn später sinnlos vertane Jahre nicht
qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn
nicht bedrückt und daß er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze
Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der
Menschheit - geweiht.“
Nikolai
Ostrowski,
»
Wie der Stahl gehärtet wurde«
Liebe
Genossinnen, liebe Genossen,
die
Bundestagswahl 2002 ist vorbei. Schröder sitzt noch in seinem Sessel, Stoiber
ist gestoppt und die PDS nur noch mit 2 Direktkandidaten im neuen Bundestag
vertreten. Bereits in den ersten Tagen nach der Wahl hat bei vielen Linken und
Kommunisten das große Wundenlecken eingesetzt. Da wird bilanziert und
kritisiert, was das Zeug hält, da wird mit Schuldzuweisungen für das schlechte
Abschneiden um sich geworfen und verhalten über die knappe Niederlage von
Stoiber gejubelt.
Alle
blicken zurück. Doch wer blickt nach vorn?
War
es wirklich so ein Sieg, das Stoibers Drang ins Kanzleramt gestoppt und die SPD
an der Macht gehalten wurde? Wohl kaum. Allem augenscheinlichen Pazifismus zu
Trotz - dem sich auch ein Stoiber im Wahlkampf nicht entziehen konnte - wird
Deutschland wieder in den Krieg ziehen - in den Krieg gegen den Irak.
Es
geht keineswegs darum, dass Saddam Hussein angeblich Massenvernichtungswaffen
entwickeln und bauen lässt und aufgrund der Missachtung von UNO-Resolutionen
und dem damit verbundenen Embargo die ihm unterstellten Menschen im Irak von
einer Krise in die nächste treibt. Die USA und die europäischen Verbündeten
selbst haben ihm in den 70er und 80er Jahren mit Logistik und Waffen gegen den
Iran geholfen. Und sie haben mit ihm Handel getrieben, solange er nach ihrer
Pfeife tanzte.
Es
geht ihnen ums Öl - viel Öl und billiges Öl. Der ehemalige amerikanische Außenminister
Kissinger sagte, dass Öl viel zu kostbar wäre, um es den Arabern zu überlassen.
Saddams Fehler war es, dass er in seiner Gier nach Kuwait griff und damit die Ölpreise
in die Höhe trieb. Das hatte schwere Folgen unter anderem für die Wirtschaft
der USA, die weltweit den größten Verbrauch an Rohöl hat, gefolgt von den
konkurrierenden Partnern aus Europa.
Deshalb
und nur deshalb sollen wieder einmal die irakischen Städte bombardiert werden,
sollen Soldaten sich gegenseitig umbringen. Es sind die Riesenprofite aus dem Ölgeschäft,
die den multinationalen Konzernen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen und
deren Sinken ihnen die Zornesröte ins Gesicht treibt.
Das
Friedensgesäusel eines Schröder und eines Fischer ist nur ein Täuschungsmanöver,
um die eigene Bevölkerung ruhig zu stellen und an der politischen Macht zu
bleiben. Es wird der Tag kommen, an dem sie öffentlich erklären werden, dass
es zu einem Krieg gegen Saddam keine Alternative gibt, und dass auch die
Deutschen mit Waffen, Blut und Geld ihren Beitrag leisten müssen.
Auf der
anderen Seite sollen die von der Arbeiterklasse erkämpften sozialen Rechte fast
vollständig beseitigt werden. Die Pläne Schröders - basierend auf den Vorschlägen
des aus der IG-Metall stammenden VW-Arbeitsdirektors Peter Hartz - sehen den
gewaltigsten Schnitt seit der deutschen Wiedervereinigung vor.
-
Zwangsarbeit
für Arbeitslose auch zu Billiglöhnen
-
Privatisierung
der Arbeitsvermittlung
-
Berufsausbildung
soll Geld kosten. Wer keinen Ausbildungsplatz findet, soll mittels eines
"Ausbildungswertpapiers" - das durch Bürgschaften der Eltern oder
aus deren Gespartem bezahlt wird, wobei eine Bank das Vorhandensein des
Geldes bestätigen muss - dem Ausbildungsbetrieb seine Berufsausbildung
selbst bezahlen müssen. Wir wären wieder im 19. Jahrhundert gelandet, wo
Lehrlinge den Meister Lehrgeld zu bezahlen hatten, anstatt für ihre Arbeit
Lohn zu bekommen.
-
Die
"Ich-AGs", bei denen die "Unternehmer" keine Steuern zu
bezahlen haben und ihr Arbeitslosengeld eine gewisse Zeit behalten dürfen,
werden dafür sorgen, dass auch bei der letzten Hausmeisterstelle - und überall
dort, wo es die Kapitalisten für angebracht halten - Menschen ihren Job
verlieren und scheinselbständig werden.
Ferner
soll die Arbeitslosenhilfe praktische beseitigt werden, das Gesundheitssystem
auf Kosten der Kranken umgebaut werden, usw.
Das
alles sind Maßnahmen der Schröder-Regierung, gegen die die Arbeiterklasse den
Kampf aufnehmen müsste. Aber nichts passiert.
-
Die
Gewerkschaften sind verbandelt mit der SPD. Sie unterstützen die Maßnahmen
Berlins, indem sie jeden Kampf dagegen verhindern.
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Die
SPD - als angebliche Arbeiterpartei - ist maßgeblicher Träger dieses
Politik.
-
Die
PDS - die angeblich demokratisch(st)en Sozialisten - versuchen gar nicht
erst den Massenwiderstand zu mobilisieren. Stattdessen betätigen sie sich
als Mehrheitsbeschaffer für die Kriegs- und Sozialabbaupartei SPD.
Und wo sind die Kommunisten?
Zersplittert
in verschiedenen Parteien, Sekten und Grüppchen sind sie - und damit auch wir -
mehr mit sich und ihrer Selbstdarstellung beschäftigt, als aktiv in das
politische und soziale Geschehen einzugreifen, die Arbeiter in den Betrieben zu
mobilisieren und schließlich diesem System den Garaus zu machen.
So
stellte z.B. die DKP in Berlin erst mal eine Landesliste zur Bundestagswahl auf
(wurde später vom Parteivorstand kassiert), ist aber nicht auf die Idee
gekommen, die Liste gemeinsam mit der KPD aufzustellen, damit wenigstens in
Berlin eine gemeinsame kommunistische Liste antritt.
In
der PDS betätigt sich die Kommunistische Plattform als linke Reserve der
Zimmers, Bartschs und Bries. Nichts, aber auch gar nichts, tut sie, um ihren
Beitrag für den Aufbau einer Kommunistischen Partei Deutschlands zu leisten.
Stattdessen betätigt sie sich als Bollwerk des Kampfes der PDS-Rechten gegen
die noch in der PDS verbliebenen Kommunisten und anderer Linken.
Andere
linke Kräfte in der PDS geben sich der Illusion hin, man könne die PDS doch
noch zu einer Linkspartei machen, indem man Druck von Unten ausübt. Doch dieser
Zug ist bereits mit der Metamorphose der SED in die PDS abgefahren. Noch immer
um die PDS kämpfen zu wollen, bedeutet nichts anderes, als Don Quichote gleich
gegen Windmühlen anzurennen.
Genossen!
Kommunisten!
Es
wird Zeit, dass sich die Kommunisten in die Lage versetzen, ihre historische
Pflicht zu erfüllen: an die Spitze der Klassenkämpfe zu treten und ihnen damit
Ziel und Inhalt zu geben.
Die
Redaktion der "Kommunistischen Arbeiterzeitung" (KAZ) schrieb in ihrem
Editorial August 2002: „Für die Arbeiter- und die
demokratisch-antifaschistische Bewegung wird der Ausgang der Wahlen jedoch darüber
entscheiden, wie viel Zeit zur Verbesserung der Kampfbedingungen bleibt, unter
welchen Voraussetzungen der Kampf gegen Reaktion und Krieg organisiert und
durchgeführt werden kann“
Die
Redaktion der KAZ übersieht dabei ganz offensichtlich, dass die Kommunisten -
damit auch sie selbst - seit Ende des 2. Weltkrieges mehr als genug Zeit und
Gelegenheit hatten, im Westen Europas eine schlagkräftige, kommunistische
Bewegung aufzubauen und zu stärken. Seither haben sich die Kampfbedingungen für
Kommunisten zu keinem Zeitpunkt verbessert, sondern stetig verschlechtert. Einen
Umkehrtrend von der Wahl der einen oder anderen Marionette des Kapitals abhängig
zu machen, ist eine Illusion und Augenwischerei. Auch eine PDS im Bundestag ist
da keine Hilfe sondern vielmehr ein Hindernis.
Hier
und jetzt kommt es darauf an, dass die zersplitterten und zerstrittenen
Kommunisten in Deutschland endlich ihre jeweilige Partei, Gruppe oder Sekte in
den Hintergrund stellen, und dass sie sich wieder zurückbesinnen auf das
Wesentliche:
Die
Idee des Kommunismus von Marx, Engels und Lenin und vielen anderen klugen und
fleißigen Köpfen der Arbeiterklasse; auf den Kampf des Proletariats gegen
weitere Verelendung und für die proletarische Revolution, für die klassenlose
Gesellschaft.
Dass
wir in vielen Punkten konkreter Fragen unterschiedlicher Meinung sind, ist klar.
Das darf aber nicht dazu führen, dass wir unsere Gruppeninteressen über die
der Sache stellen. Die unterschiedlichen Auffassungen lassen sich aus dem Weg
schaffen, wenn wir den ideologischen Kampf in solidarischer Form führen.
Ohne
einheitliche Kommunistische Partei Deutschland wird die Reaktion triumphieren!
Die
Alternative "Sozialismus oder Barbarei!" ist heute aktueller denn je!
Schmieden
wir die Aktionseinheit aller Kommunisten in Deutschland!
Für
eine einheitliche Kommunistische Partei Deutschlands!
Redaktion
Kommunisten-online
Günter Ackermann
Helmut Lucas
Jens Olesch
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