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Die Konzerne agieren schon längst Grenzen überschreitend, also international

Brief an die Redaktion K-Online vom 9. Juli 2011

Lieber Günter,

zum letzten Artikel von Sepp Aigner habe ich eine Anmerkung:

Ich vertrete die Ansicht, daß Konzerne schon längst Grenzen überschreitend, also international, agieren. Das Kapital ist international verschmolzen, daraus resultiert eine noch enorm konzentrierte Macht in immer weniger Händen, die international, nicht nur national, die Politik entscheiden, Politiker zu Kriegen zwingen und die Neuaufteilung der Welt aggressiv angehen. Jede kommunistische Bewegung muß entsprechend international erfolgen. Das ist heute immens wichtig! Natürlich darf man dabei nicht die nationalen Tagenaufgaben vergessen. Nur wie soll eine internationale Einheit hergestellt werden, wenn national die Arbeiterklasse derart zerspalten ist?

Entscheidend ist in jedem Fall die Einheit der kommunistischen Bewegung, natürlich national, wie auch international. Mehr denn je sind zur Erlangung der Einheit Kompromisse notwendig - "Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück." Zerspalten wird die Arbeiterklasse nie die nötige Kraft haben, ihre ureigenen Interessen nie durchsetzen. Bei jedem Kompromiß darf man jedoch grundlegende Positionen niemals aufgeben. Das ist heute die Tagesaufgabe! - Schaffung der Voraussetzungen für eine erfolgreiche kommunistische Bewegung!

Liebe Grüße,

Petra

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Antwort Roter Webmaster

Eine Einheit der Kommunisten kann es nur auf dem Boden des Marxismus-Leninismus, also auf dem Boden der Lehre von Marx. Engels, Lenin UND Stalin geben

Kommunisten-online den 13. Juli 2011 -

Liebe Petra,

1. Ja natürlich handeln die Konzerne internationale. Das macht der Kapitalismus von Anbeginn.

„Die große Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung Amerikas vorbereitete. Der Weltmarkt hat dem Handel, der Schiffahrt, den Landkommunikationen eine unermeßliche Entwicklung gegeben. Diese hat wieder auf die Ausdehnung der Industrie zurückgewirkt, und in demselben Maße, worin Industrie, Handel, Schiffahrt, Eisenbahnen sich ausdehnten, in demselben Maße entwickelte sich die Bourgeoisie, vermehrte sie ihre Kapitalien, drängte sie alle vom Mittelalter her überlieferten Klassen in den Hintergrund.“

So schreiben Marx und Engels im Manifest der kommunistischen Partei.

Also so neu  ist das alles nicht, was wir heute unter dem Schlagwort Globalisierung erfahren. Die Globalisierung ging ein her mit der Entstehung des Kapitalismus und dessen herrschender Klasse, der Bourgeoisie.

Das aber bedeutet nicht, dass wir die Instrumente der Herrschaft der Bourgeoisie jetzt uns zu Eigen machen und sie verteidigen. So meint es Leo Mayer, der stellv. Vorsitzende der DKP.

Mayer sagt zwar etwas Richtiges, meint aber das Falsche Es geht ihm darum, die Europäische Linkspartei zu propagieren. Das ist der Wurmfortsatz der Partei die Linke bei uns, Gysi und Co bestimmen deren Kirs und die DKO darf am Katzentisch dabei sein. Genau das will Mayer aber mehr haben. Der will, dass die DKP Vollmitglied der ELP wird. Das geht aber nur unter vollkommener Unterwerfung der DKP unter das Diktat von Gysi.

Mayer vertritt die Gegenposition zur KKE, der KP Griechenlands, die die ELP hart angriff. Mayer will rein ist sie, Mayer will sich ihr unterwerfen.

Aber das ist genau das Gegenteil zu einer gesamteuropäischen Kampforganisation gegen den Kapitalismus. Das will die KKE und dazu rief sie auf.

2. Die Einheit ist keine Größe an sich. Denke bitte daran, dass Marx und Engels heftige Kritik daran übten, dass die Eisenacher mit den Lasaalleanern zusammen gingen und das Gothaer Programm der SPD  beschlossen. Denke auch daran, dass Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sich bis zum Ende des 1. Weltkrieges den rechten SPD- und USPD-Führern unterwarfen und erst, als die Revolution eigentlich schon verloren war, die KPD gründeten.

Lenin hingegen spaltete den revolutionären Teil der SDAPR sehr früh ab, zunächst als Fraktion und später als eigene Partei. In Russland gab es die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse bereits als es zur revolutionären Situation kam. Die Bolschewiki konnten die Klassenversöhnler der Menschewiki isolieren

Dagegen in Deutschland stellte sich Ebert und Scheidemann an die Spitze der Revolution und verrieten sie.

Ich will sagen: Zu lamentieren, dass wir zerspalten sind, dass wir die Einheit brauchen, bringt nichts. Eine Einheit der Kommunisten kann es nur auf dem Boden des Marxismus-Leninismus, also auf dem Boden der Lehre von Marx. Engels, Lenin UND Stalin geben. Darum müssen wir kämpfen.

Das bedeutet aber auch. Dass wir uns mit opportunistischen Abweichungen vom ML kritisch und entlarvend auseinander setzen müssen. Also auch mit der Politik der DKP, der Linkspartei und der MLPD, die (pseudo) KPD’s aus (Ost und West), der KI usw. Daran führt kein Weg vorbei.

Ein wildes Durcheinander a la MOFF und Geraer KI ist auf jedem Fall der falsche Weg. Die KPD, die diesen Namen verdient, muss eine kampfentschlossen Avantgarde-Partei auf dem Boden der revolutionären Lehre der Klassiker sein.

Diese Partei entsteht nicht im Studierzimmer, nicht im Diskussionszirkel, sondern in den Klassenkämpfen, in den Betrieben, den Arbeitsämtern und sie entsteht in kritischer Auseinandersetzungen mit dem Abweichlertum. In unserem Fall als auch mit den MOFFs (aber die sind zurzeit kaum von Bedeutung), aber vor allem mit jenen Parteien und Gruppen, die sich als Paktiererpartei betätigen, also das Proletariat zum Paktieren mit dem Klassenfeind bringen. Diese gilt es zu isolieren. Das ist vor allem die SPD, aber dann auch Trotzkisten, DKP, Linkspartei usw.

Die Methoden müssen unterschiedlich sein. Die SPD ist eine offene bürgerliche Partei, die gilt es zu entlarven, deren Einfluss muss zurück gedrängt werden. Aber dann auch die Linkspartei, die sich als linker Flügel der SPD betätigt. Die Trotzkisten müssen bekämpft werden, sie schwächen die Reihen der gutwilligen Linken und gaukeln vor, eine Alternative zu haben und bekämpfen alles Kommunistische (Stichwort: Stalinismus).

Die DKP muss wieder anders angefasst werden. Die Linie der Führung ist eindeutig klassenversöhnlerisch, aber ein großer Teil der Mitglieder bekennen sich zum Marxismus-Leninismus. Allerdings ist deren Hirn durch 50 Jahre revisionistischer Politik der Führer der KPdSU usw. so mit revisionistischem Müll vollgestopft, dass es unsere Aufgabe ist, sieden zu beseitigen.

Das sind einige Beispiele dessen, was getan werden muss. Wenn wir ein „einheitliches“ Gemisch haben w ollen, wo jeder reingehen kann , alles unverbindlich ist, was eigentlich wichtig ist und nur das Unwichtige verbindlich (z.B. AG Homosexuelle, freier Handel mit Rauschgift usw.), da sollten wir in die Gysi-Truppe eintreten und uns nicht mehr Kommunisten nennen und auch  vom ML verabschieden.

Damit hätte der Klassenfeind genau das erreicht, was er seit Bestehens des Kapitalismus versucht: Die Führung der Arbeiterklasse zum Paktieren zu bringen und alle laufen ihr nach. Wollen wir das nicht, müssen wir uns auseinander setzen. Wenn das von der DKP-Führung und deren Wasserträgern als Spaltungsversuch angesehen wird, müssen wir es mit Fassung tragen, Betroffene Hunde bellen.

Also: Indem wir praktisch und theoretisch den Klassenkampf führen, machen wir wichtige Schritte zur Einheit der Kommunisten. Mir ist klar, dazu brauchen wir organisatorische Strukturen, die aber haben wir nicht. Also müssen die Voraussetzungen hierfür erst geschaffen werden.

Der Zustand, in dem wir uns befinden, ist das Ergebnis des Wirkens des modernen Revisionismus in der kommunistischen Bewegung und genau den müssen wir bekämpfen. Das nicht nur  bei den diversen K-Parteien und Gruppen, sondern auch in unseren Köpfen. Keiner kann sich davon freisprechen, dass der Chruschowismus und sein linker Abklatsch, der Maoismus, nicht Spuren im eigenen Kopf hinterlassen hat.

Der Kommunismus ist ja bekanntlich das Einfache, das schwer zu machen ist. Fangen wir mit dem Einfachen doch an!

Rote Grüße

Günter

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