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Antwort
auf Kalapas vom Roten Webmaster
23
Apr 2005
Lieber
Genosse,
das
vollständige Zitat wäre nur Beiwerk gewesen. Ich habe aber
geschrieben:
„Da
sagt die DKP zunächst, soziale Gerechtigkeit kann es im Kapitalismus
nicht geben, aber dann nimmt sie genau das zurück:
„Aber soziale Gerechtigkeit kann es nur in dem Maße geben, wie die
Macht des Großkapitals eingeschränkt wird.“
Auch
das gesamte Zitat nimmt nicht die Behauptung zurück, es wäre doch möglich
„soziale Gerechtigkeit“ im Kapitalismus zu erreichen. Oder was
bedeutet:
„Deutschland ist ein reiches Land, das
Werk der arbeitenden Menschen. Sie haben Reichtümer geschaffen, die
ausreichen für ein kulturvolles Leben in sozialer Sicherheit, für die
Wiederherstellung der Umwelt, für die Solidarität mit Menschen, die
vor Hunger, Krieg und Terror in unser Land flüchteten und für einen
Beitrag zur Entwicklung einer solidarischen Welt.“
Wollt
ihr da nur sagen, das sei vom materiellen Wert her möglich? Naja,
sicher, ich weiß, dass die Reichtümer, die im Kapitalismus geschaffen
werden, den Hunger beseitigen und Wohlstand für alle schaffen könnten,
wenn, ja wenn es den Kapitalismus nicht gäbe.
Mir
scheint aber, ihr stellt das als konkretes Nahziel dar. Es folgt nämlich
direkt:
„Allerdings kann keines der Probleme
angegangen werden, wenn nicht eine tiefgreifende Umverteilung der Vermögen
von Oben nach Unten, von den Gewinnen zu den Löhnen, von den
Spekulationsmilliarden und den riesigen Privatvermögen der Milliardäre
und Millionäre zu den öffentlichen Haushalten, von Nord nach Süd
durchgesetzt wird. Die Macht der Banken und Konzerne muss gebrochen
werden!“
Mittels
Vermögensumverteilung wollt ihr diese soziale Gerechtigkeit erreichen,
durch Lohnpolitik und Wegversteuern der Gewinne. Da hast du die
Illusionsmacherei wieder: Durch Reformen soll die „Macht
der Banken und Konzerne muss gebrochen werden!“
Und
schließlich folgt in direkter Folge nach diesem Absatz:
„Wir Kommunistinnen und Kommunisten der
DKP treten dafür ein, dass
auch bei der gewerkschaftlichen Lohnpolitik die gesellschaftliche
Auseinandersetzung um die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums in
den Mittelpunkt gerückt wird. Lohnpolitik ist bündnisfähig,
wenn sie in eine breite gesellschaftliche Bewegung für Umverteilung und
soziale Gerechtigkeit eingebettet wird.“
Also
mittels Lohnpolitik den gesellschaftlichen Reichtum umverteilen. Ihr
schreibt immer mit einigen aus dem Marxismus herausgepickten Grundsätzen
Reformismus in Reinkultur. Ihr wollt nicht mittels des revolutionären
Umsturzes die Diktatur des Proletariats errichten, sondern mittels
Reformen den Kapitalismus wegreformieren. Also Steuer- und Lohnpolitik
so, dass nichts an Gewinnen übrig bleibt und die Banken du Konzerne
seien entmachtet.
So
funktioniert es aber nicht. Diese Kreise sind die herrschende Klasse und
werden das Spiel nicht nur nicht mitspielen, sondern es wird erst einmal
gar nicht, auch nicht in Ansätzen, dazu kommen. Sehe dir doch nur
einmal die gesellschaftliche Realität an. Überall in Europa sind die
Gewerkschaften in der Defensive – auch die Gewerkschaften, die diese
Bezeichnung – noch – verdienen. In Deutschland aber sind DGB-Sommer
und Kollegen ein direktes Bündnis mit dem Klassenfeind eingegangen,
Auch in den anderen EU-Ländern ist das der Fall. In Osteuropa ist es
sogar so, das der Staat die Hungerlöhne diktiert – unter Beifall der
westlichen Regierungen und Propagandisten des Kapitals. (siehe
auch)
Wo
bitte willst du da die Macht der Banken und Konzerne brechen? Die
Gewerkschaften existieren quasi nicht mehr oder sind ein Bündnis mit
dem Kapital eingegangen.
Wernn
ihr schreibt:
„Lohnpolitik
ist bündnisfähig, wenn sie in eine breite gesellschaftliche Bewegung für
Umverteilung und soziale Gerechtigkeit eingebettet wird.“
So
ist das wieder diese Augenwischerei und das Gequatsche von „sozialer
Gerechtigkeit“ im Kapitalismus. Es kann keinen Kampf für soziale
Gerechtigkeit im Kapitalismus geben, es kann nur einen Kampf gegen den
Kapitalismus geben. Die DKP versucht aber das eine mit dem anderen zu
verbinden, also Lohnpolitik usw. mit Umverteilung und für soziale
Gerechtigkeit,
Was
bitte, lieber Genosse, ist das? Das ist Reformismus in Reinkultur!
Ich
meine, ich habe nichts in meinem Text aus dem Zusammenhang gerissen,
sondern nur das Wesentliche herausgeholt. Der Text war nicht hauptsächlich
eine Auseinandersetzung mit der DKP, sondern eine kritische Anmerkung um
Text des Genossen Torsten Reichelt in dem mir die Tendenz anzuklingen
schien, jeglicher Kampf für Reformen sei Reformismus. Genosse Torsten
Reichelt berichtete bekanntlich über einen Auftritt des Genossen Stehr
in Dresden.
Ich
wollte mich nicht grundsätzlich mit der DKP-Linie beschäftigen, ich
wollte nur die Trennungslinie zwischen Kampf um Reformen und Reformismus
heraus arbeiten. Leider ist die DKP hierfür ein gutes Beispiel!
Mit
kommunistischen Grüßen
Rotfront
Günter
Ackermann
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