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Austrittserklärung aus der DKP 
von M.K. (5. Februar 2008, frei gegeben zur Veröffentlichung am 2. Februar 2008)

(Der volle Name und die Adresse ist der Redaktion bekann)

Liebe DKPlerInnen,

nun trete ich schon wieder aus der DKP aus. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich die Politik der DKP nicht als marxistisch-leninistisch verstehen kann. Sehr viele Widersprüche offenbaren sich m.E. nicht nur in Parteiprogramm und tagesaktuellen und nichtmarxistischen Positionen (Irak, Lokführer etc.). Vor allem die Beurteilung und Aufarbeitung der Konterrevolution in den früheren sich sozialistisch nennenden Staaten durch maßgebliche Kreise der DKP ist m.E. unsäglich (vgl. Artikel der letzten Jahre von z.B. Stehr oder Steigerwald). Z.B. wird die gesamte Sowjetunion der 20er bis 50er Jahren in der Regel einseitig auf die Person Stalins und dessen „Untaten“ verkürzt, ohne letztere, wissenschaftlich manifestiert und in Bezug gesetzt zu äußeren Bedingungen (und des CUI BONO), zu hinterfragen. Die Person Chruschtschows wird in unangemessener Weise hofiert. Dessen Habitus mauschelnder Politik (vgl. XX. Parteitag) und voluntaristischer Vorhersagen bezüglich die Ein-/Überholung der USA in wirtschaftlicher/sozialer Hinsicht bedürfen m.E. keiner Diskussion mehr; die GenossInnen Münder, Gossweiler und Holz haben dies in vielen Artikeln neuesten Datums eindrucksvoll analysiert.

Ich möchte Euch nicht langweilen und mich nicht lange aufhalten: Die DKP ist nicht meine Partei. Zwar bezeichne ich sie nicht als die „Partei von Gehlens Gnaden“, wie es andere meiner GenossInnen in Erinnerung an ihre Gründung tun, doch ist mir die gesamte Politik der Parteiführung zu inkonsequent, suspekt und VIEL zu wenig radikal (im schönen Sinne von „an der Wurzel fassend“) und sozialistisch, als dass ich „drin“ bleiben möchte.

Ausführlicheres gern später – wenn Ihr das wirklich wollt. Das hieße aber, dass Ihr antwortet. Und das habe ich von Seiten des PV oder sonst wem NOCH NIE erlebt, wenn ich Zweifel äußerte. Genauso wenig, wie ich erlebt habe, dass die UZ kritische Leserbriefe abdruckt.

Ach ja: Meine Einzugsermächtigung ziehe ich natürlich zurück, eine revolutionäre Organisation kann die Kohle besser brauchen.

So long, macht's gut (oder so wie immer...)!

M. K.

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Revisionistische „Argumente“:

Wenn marxistisch-leninistische Argumente fehlen, müssen Beschimpfungen her

Brief aus der DKP an den Roten  Webmaster zur Austrittserklärung von M.K.

„so eine bekloppte Austrittserklärung habe ich schon lange nicht mehr gelesen!!! Ganz abgesehen davon, daß mir diese sogenannte Austrittserklärung als frei erfunden vorkommt, um die DKP einmal mehr durch den Dreck zuziehen.“

Werter Herr Ackermann,

so eine bekloppte Austrittserklärung habe ich schon lange nicht mehr gelesen!!! Ganz abgesehen davon, daß mir diese sogenannte Austrittserklärung als frei erfunden vorkommt, um die DKP einmal mehr durch den Dreck zuziehen. Das scheint auch die Hauptaufgabe von Herrn Ackermann und Co zu sein. Er gibt sich als der größte, der standhafteste und erfahrenste Kommunist und Genosse aus, obwohl man ihn auf keiner Großveranstaltung der kommunistischen Bewegung zu sehen bekommt, er ist unnahbar, in keiner der in der BRD existierenden kommunistischen Parteien organisiert u.s.w.,u.s.w.

Herr Ackermann, was bezwecken Sie eigentlich mit Ihrer Schreibtischarbeit? Statt einer kommunistische Partei gegen die andere auszuspielen, sollten Sie es vielleicht mal bei einem Info-Stand versuchen. Dort können Sie Ihr „Fachwissen“ verbreiten. Ob Ihnen allerdings jemand zuhört, wage ich zu bezweifeln, denn so bald man Ihren Namen auch nur erwähnt, wird man vor Ihnen gewarnt... Das muß doch Ursachen haben?!

Ich für meinen Teil werde weiterhin aktiv in der DKP tätig sein, trotz Ihrer Verleumdungen gegen diese Partei und einige Ihrer GenossInnen. Die DKP ist in Deutschland die einzige KP, die die Konterrevolution 1989/90 trotz innerer Querelen überlebt hat, und ich/wir arbeiten daran, diese Partei zu stärken und zu festigen. Sicher könnte die DKP in einigen ihrer Dokumente und Verlautbarungen drastischer und kämpferischer sein, mir würde in unserem Parteisymbol Hammer und Sichel auch mehr zusagen, als diese Deutschlandfahne, aber Deutschland hat ja außer Hitler und „begnadeten Trotzkisten“ noch mehr zu bieten...

Ich bitte Sie nur um eines: hören Sie endlich auf mit Ihren Schmierereien gegen meine, unsere Partei! Wir wissen was wir wollen und auf welcher Seite der Barrikade wir zu kämpfen haben. Davon wird der in wenigen Tagen beginnende 18.Parteitag künden. Ich bin schon jetzt gespannt, wie sie diesen auf Ihrem „Hetz-Kanal“ auswerten werden.

Mit kommunistischem Gruß,

Rolf Weinhold - DKP Hoyerswerda

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Antwort Roter Webmaster: 

(13. Februar 2008)

„Oder hast du zufällig dein Hirn ausgeschaltet gehabt? Dann schalte es ein und lese etwas bei den Klassikern. Marx, Engels usw. sind interessanter als Stehr und Steigerwald zusammen.“

Lieber Genosse Weinhold,

woher weißt du das alles, dass man mich „auf keiner Großveranstaltung der kommunistischen Bewegung zu sehen bekommt“? Du scheinst entweder ein ganz Schlauer zu sein oder aber überall, von Frankfurt(Oder) bis Aachen, von Flensburg bis Garmisch an allen Infoständen der Linken präsent zu sein oder über übersinnliche Kräfte zu verfügen. Denn sonst könntest du dir dieses Urteil nicht leisten. Dabei müsstest du nur einmal auf K-online sehen. Da gibt es nämlich Fotoreportagen. Fotografiert habe ich. Wie macht man das, ohne präsent zu sein?

Auch hättest du mich z.B. vergangenes Jahr im Sommer auf dem UZ-Pressefest treffen können.

Deine offenbar von übersinnlichen Kräften getragenen Urteile über mich, prädestinieren dich geradezu zum Richter über die Qualität dieser Austrittserklärung. Deine Vermutung, sie sei gefälscht, lässt sich leicht widerlegen:

Der DKP-Parteivorstand, der sie im Original erhalten hat, braucht nur dazu Stellung zu nehmen. Oder vielleicht geben sie dir Auskunft, ob der M.K. ein Fake ist oder nicht. Es ist mir allerdings zu doof, mich mit dir darüber auseinander zu setzen, ob das eine „bekloppte Austrittserklärung“ ist oder nicht oder gefälscht oder nicht.

Ich mache dir aber einen Vorschlag: Gehe vielleicht mal inhaltlich darauf ein oder kritisiere K-online inhaltlich. Was meinst du zum Text von Robert Steigerwald und meinen Verriss? Oder den Verriss von Hans Heinz Holz am Steigerwald-Text?

Oder unsere Kritik am Artikel von Heinz Stehr in der jungeWelt? Oder unsere Kritik an Stehrs unsäglicher Äußerung zur Kollaboration der irakischen KP mit den imperialistischen Besatzern vor ein paar Jahren? Ist das alles „bekloppt“? Dann weise es nach. Oder hast du zufällig dein Hirn ausgeschaltet gehabt? Dann schalte es ein und lese etwas bei den Klassikern. Marx, Engels usw. sind interessanter wie Stehr und Steigerwald zusammen.

Rotfront

Günter Ackermann

P.S. Diese Mail geht auch an den Autor der Austrittserklärung. Der wird dir vielleicht selbst noch antworten.

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Die Antwort des Autors der Austrittserklärung:

13. Februar 2008

„Danke für die Blumen - mich gibt's übrigens tatsächlich. Und es gibt nicht nur mich, sondern eine ganze Reihe DKP-Mitglieder mit meiner Meinung, die vor sich hingrummeln.“

Lieber Rolf, 

„so eine bekloppte Austrittserklärung“... Danke für die Blumen - mich gibt's übrigens tatsächlich. Und es gibt nicht nur mich, sondern eine ganze Reihe DKP-Mitglieder mit meiner Meinung, die vor sich hingrummeln. Einige grummeln nicht nur, sondern senden mir positive Reaktionen auf meinen Austritt. Einer von ihnen ist U. (nein, der ist auch kein Fake, aber ich nenne seinen Namen nicht ungefragt => eine begründete und wichtige Tradition!), der mir gestern nur schrieb: Hallo Martin, sehr schöne Austrittserklärung---und vielen Dank für die Infos, wir telefonieren. Grüße U.

Nun zu unterstellen, das wäre auch nicht echt, ist zwar möglich, verkennt aber damit das Eigentliche: Dass es nämlich in der DKP offenbar tatsächlich zwei Pole gibt. Da hilft es auch nicht, mit Unterstellungen und Beschimpfungen gegen den parteilosen Genossen Ackermann zu schießen, der dies eigentlich nur benennt bzw. den ihm weniger sympathischen Pol auseinandernimmt. Sein gutes Recht, es liegt an DIR bzw. denen in der DKP, denen was nicht passt, seinen Ausführungen etwas entgegenzusetzen, doch i.d.R. kommt ... NICHTS. Du bist gespannt auf seine Reaktion zum nächsten Parteitag. Wenn sie so sein wird wie das, was eigentlich immer über diese Parteitage zu sagen ist, wird sie meiner sehr ähnlich sein.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, diese Partei zu stärken, zu festigen und für Kämpfertum und Hammer und Sichel zu sorgen. Vor allem letztere Werkzeuge scheinen mir nicht eben häufig in der DKP vertreten zu sein.

Rote Grüße,

M. K. aus dem Allgäu

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