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Führt
Kommunisten-online einen Kreuzzug gegen die DKP?
Bunkermentalität
oder Endzeitstimmung?
Warum reagiert
die DKP so hysterisch?
Von
Günter Ackermann/14. Februar 2008
Dass
die Austrittserklärung eines DKP-Mitglieds, veröffentlicht bei
Kommunisten-online, solche heftigen Reaktionen hervor ruft, dachte ich
nicht. Und dennoch war es so.
Der
Austritt wird weder bedauert, noch wird Verständnis geäußert, sondern
durch von „oben“ gesteuerte Beschimpfungen reagieren sie.
Vor
Monatsfrist setzen wir uns kritisch mit einem Text des obersten
Parteitheoretiker Robert Steigerwald aus einander.
Zugegeben, wir legten harte Bandagen an, was aber dem Text schon
angemessen war. Persönliche Beschimpfungen aber, Verbalinjurien usw.
sucht man aber in diesem recht langen Artikel vergeblich. Ganz anders
Steigerwalds Reaktion: beleidigte Leberwurst.
Und
diesmal erkläre ein Genosse, der DKP-Mitglied ist, seinen Austritt aus
der Partei, Er schickt uns seine Erklärung mit der Bitte, sie noch
etwas zurück zu halten, damit die entsprechenden Stellen der DKP sie
vorher erhalten. Man trennt sich eben nicht von seiner Partei, wie von
einem alten Schrottauto, das nicht mehr durch den TÜV kam.
Und
nun diese Kübel von unsachlichem Unflat. Das ist kein kommunistischer
Stil. Es ist Zeichen dafür,
-
dass die DKP-Führung innerparteilich so langsam wegen ihrer
revisionistischen Politik unter Druck gerät. Das zeigte sich auch, als
Steigerwald seinen unmöglichen Artikel veröffentlich hatte, die
wichtigste Vertreter des Linken Flügels, Hans Hein Holz sich auch sehr
eindeutig-kritisch zu Steigerwald äußerte. Es scheint, Stehr und
Konsorten schwimmen die Felle davon.
-
dass es in der DKP offenbar niemanden gibt, der in der Lage wäre, uns
inhaltlich und sachlich zu antworten. Und zwar gleich in zweierlei
Hinsicht: marxistisch-leninistische, also kommunistische, Argumente
gegen unsere Position gibt es nicht. Wie kann
man da sachlich, vom kommunistischen Standpunkt aus, antworten?
Zum zweiten dürften der DKP auch schon lange die Köpfe verloren
gegangen sein, die das überhaupt könnten.
-
dass es offenbar innerhalb der DKP-Führung eine Art Endzeitstimmung um
sich greift: Die Partei ist nicht nur kampagnenunfähig, sie ist auch
weitestgehend politikunfähig. Es gibt nicht einmal ein Trostpflaster.
Die Handvoll Kommunen, in denen die DKP in den Kommunalparlamenten
sitzt, lässt sich an zwei Händen abzählen, bei Landtags- und
Bundestagswahlen kommt sie wohl weit unter einem Prozent. Daraus
abzuleiten, dass des an ihrer Politik liegen könnte, kommt sie nicht.
Dass jetzt ein DKP-Mitglied in Biedersachsen im Landtag ist, verdankt
die DKP der Gnade der Bisky-Gysi-Lafontaine-Truppe.
Die
Führung der KPÖ in Wien ist nicht weniger revisionistisch, als die
Stehr-Truppe. Aber es gibt in Österreich in der KPÖ noch Linke und die
haben zwar, im Sog des Verlusts des noch vorhanden Vertrauens in die KPÖ
(Verkauf von KPÖ-Immobilien an einen Neonazi), an Stimmen bei den
letzten Kommunalwahlen in der Steiermark, in Graz, an Stimmen verloren,
lagen aber in der zweitgrößten Stadt Österreichs (280.000 Einwohner)
immer noch im zweistelligen Bereich (20 %). Auch ist in dem
Bundesland die KPÖ im Landesparlament. Aber die KPÖ-Steiermark
gehört zum marxistischen Flügel der KPÖ. Ist also in Opposition zur
Parteiführung.
So
etwas Ähnliches kann die DKP nicht vorweisen. Einmal weil es keinen
geschlossenen Landes- (Bezirksverband) der Partei gibt, der sich gegen
die Politik von Stehr stellt, zum anderen aber auch, weil ein solcher nicht in Sicht ist. Bisher gab es – soweit ich es weiß – nur
die Erklärung von Hans Heinz Holz gegen den Steigerwald-Artikel.
Organisatorische Schritte, wie z.B. die Kommunistische Initiative in Österreich,
fehlen noch vollkommen. Also spielt sich die Stehr-Truppe als Sprecher für
alle DKP-Mitglieder auf.
Viele
Mitglieder aber lassen sich immer weniger gängeln. Mir ist bekannt, dass die kränkelnde
DKP-Zeitung UZ, als Stehr vor ein paar Jahren die Quislinge der
irakischen KP lobte, über 500 Abonnenten verlor. Für eine kleine
Zeitung, wie die UZ, eine Menge. Wie viele Parteiaustritte es damals gab,
weiß ich nicht.
Ich
weiß, DKP-Genossen den Austritt zu empfehlen, ist eine schwierige
Sache. Kommunisten brauchen die Partei, aber die gibt es nicht. Es wäre
besser, wenn sich die noch in der DKP verbliebenen Kommunisten
fraktionierten und so den Kampf mit der Stehr-Truppe organisiert führten.
Aber das Wissen, dass Lenin einst Fraktionen in der Partei verbieten ließ,
sitzt tief.
Das
Verbot ist auch immer noch richtig – wenn es sich um eine
bolschewistische und kommunistische Partei handelt. Das aber ist die DKP
längst nicht mehr.
Einer
der Sudelschreiber Stehrs an uns, unterstellte, wir führten einen
Kreuzzug gegen seine Partei. Kreuzzug? Unter welchem Kreuz? Bekanntlich
schmückten sich die Kreuzritter des Mittelalters mit einem Kreuz auf
der Brust. Wir aber tragen – sinnbildlich – den roten Sowjetstern
mit Hammer und Sichel. Mit dem führen wir allerdings einen
ideologischen Kampf gegen alle Verrätereien am Marxismus-Leninismus,
also auch gegen die Stehr-Truppe. Das ins Religiöse zu rücken und Kreuzzug zu nennen, zeugt von
einem hohen Maß an ideologischer Unklarheit. Wir nennen es ideologischer
Kampf gegen den modernen Revisionismus, was wir betreiben. Es ist somit
Klassenkampf – Kampf gegen das
Kapital und Kampf gegen Versöhnler und Verräter mit dem Kapital in den
eigenen Reihen. So einfach ist das, nichts Übersinnliches, nichts
Religiöses, ganz einfach Klassenkampf!
„Und
was immer ich auch noch lerne,
das bleibt das Einmaleins:
Nichts habe ich jemals gemeinsam
mit der Sache des Klassenfeinds.“
Bert Brecht
G.A.
Haltet den Dieb oder Wie
Robert Steigerwald Stalin und den Aufbau des Sozialismus
verunglimpft und die Geschichte fälscht siehe
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Brief
aus Nikaragua an den Sudelschreiber
Weinhold
Ich
kann einfach nicht sehen, beim besten Willen nicht, was da durch den
Schmutz gezogen wird, es sei denn die DKP erkennt an, daß ihr
ideologisches Umfeld, und genau darauf geht Kommunisten-online,
ebenfalls ganz radikal, ja ein, Schmutz ist.
Lieber
Genosse Weinhold,
Eines
fällt nun schon auf:
Der
Stil der von Steigerwald und Anhang ausgeht, vermeidet ganz
offensichtlich radikaler Weise, koste es, was es wolle, jede
Auseinandersetzung zur Sache und beschränkt sich ebenso radikal auf
die Verunglimpfung des Widersachers, in diesem Falle des Genossen
Ackermann.
Während
die KI-Zeitung
selbst bei den haarigsten Widersprüchen eigentlich immer einen
sachlichen Abstand und Respekt zur Person wahrt und sich auf
einen Humor „beschränkt“, der seine Süffisanz eigentlich auch
immer aus dieser Sache oder aus den ureigensten Formulierungen des ideologischen
Gegenübers ableitet.
Und
das muß unter Genossen nun mal möglich sein. Da bleibt noch immer ein
Tor für einen Neuanfang gemeinsamer Kämpfe offen. Bei Deinen und
Steigerwalds ununsolidarischen und wehleidigen Ausflüssen wird das
schon sehr schwierig und reichlich unfair.
Ich
kann einfach nicht sehen, beim besten Willen nicht, was da durch den
Schmutz gezogen wird, es sei denn die DKP erkennt an, daß ihr
ideologisches Umfeld, und genau darauf geht die KI-Zeitung,
ebenfalls ganz radikal, ja ein, Schmutz ist.
Abgesehen
davon, war das ja nicht die Austrittserklärung von Ackermann,
sondern eben von einem der Euren. Und der wird schon wissen warum
er das tut. Und davor kann Euch der Genosse Ackermann beim besten Willen
nicht bewahren.
Die
KI-Zeitung ist einer der größten und besten Infostände, die ich
je gesehen habe und erreicht sogar mich, hier im fernen Nikaragua
auf höchst angenehme Weise – gerade deswegen angenehm, weil sie das
Gegenteil von dem ist, was Du sagst: sie ist fair in der Form und scharf
in der Sache.
Bei
der DKP-Führung war es meiner Meinung nach immer umgekehrt. Persönlich verleumderisch
bis hin zum Verrat und schwammig in der Sache. Da können viele ein
langes Liedchen singen, vor allem diejenigen, die seiner Zeit zu meiner
Zeit, höchst untertänigst und biedermännisch als Chaoten bei den
SPD-Gewerkschaftsbossen denunziert wurden, wobei es gleich auch noch der
Verfassungsschutz mitkam.
Der
revolutionäre Traum ist zu nobel, als daß man das tolerieren könnte
– weder das Verleumderische noch das Schwammige. Die gelegentliche
humorige Ironie der KI-Zeitung ist, daran gemessen, noch sehr, sehr gnädig.
Und wenn du ein Kumpel und Genosse bist, kannst Du das
ebenso ritterlich einstecken.
Hasta
la victoria siempre
Ulrich
aus Nikaragua
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Zuschrift
Sudelschreiber Volker Scholz-Goldenberg
(DKP-Mitglied aus Köln):
„Selbst wenn es
diesen ominösen Herrn aus dem Allgäu tatsächlich geben sollte und
seine ebenso kämpferischen Freunde – was sollte die DKP das scheren?
Die Partei hat immer auch einzelne pseudorevolutionäre Spinner
angezogen.“
Sehr
geehrter Herr Acckermann,
Ihre
abgeblichen DKP-Dissidenten sind schon ziemliche Feiglinge, wenn man es
nötig hat, sich hinter irgendwelchen erfundenen Buchstabenkürzeln zu
verstecken.Ganz tolle Revolutionäre sind das, bravo, da kriegt der
Klassenfeind es bestimmt mit der Angst zu tun.
Selbst
wenn es diesen ominösen Herrn aus dem Allgäu tatsächlich geben sollte
und seine ebenso kämpferischen Freunde – was sollte die DKP das
scheren? Die Partei hat immer auch einzelne pseudorevolutionäre Spinner
angezogen (denen es in Ihren K-Grüppchen wohl einfach zu langweilig
war). Diese kamen und gehen, werden wieder kommen, werden wieder gehen.
Spätestens wenn sie an den Mühen der praktischen Kleinarbeit auf der
Straße, im Wohngebiet oder im Betrieb teilhaben sollen, machen sich die
meisten aus dem Staub. Radikale Sprücheklopferei auf dem Sofa bzw. vorm
PC ist ja auch viel bequemer und nicht so anstrengend.
Aber
schön, dass Ihre meschuggene Seite diesen Leuten eine Plattform bietet,
wo sie sich so richtig nach Herzenslust austoben können. So kriegt das
ganze doch noch zumindest einen Hauch von Sinn. So quasi als Gruppe der
„AR“, der „Anonymen Revolutionäre“... Und die restliche Linke
hat auf jedenfall immer herzlich was zu lachen – auch ich freue mich
jedesmal darüber, neuen Schwachsinn von Ihresgleichen zu lesen. Machen
Sie bitte weiter und erheitern uns... Ups, das war jetzt aber ganz böse
und so fürchterlich unsachlich – man könnte fast glauben, ich hätte
es beim alten Ackermann abgeschrieben.
Mfg,
Volker Scholz-Goldenberg (DKP-Mitglied aus Köln)
zurück |
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Antwort
des Autors der Austrittserklärung
An
den Sudelschreiber Volker Scholz-Goldenberg (DKP-Mitglied aus Köln):
Freut
mich, wenn Du K-online liest, immerhin. Die Parteitags-Berichte der DKP
sind ja eher immer so, dass sie nicht erheitern, da wird man ja eher
immer ganz trübe und dauerhaft verwirrt im Kopf. Oder ist Deine Mail
kein Beleg dafür? Vielleicht solltest Du auch noch anderes lesen
wie z.B. „Offensiv“ oder „Theorie und Praxis“!? Doch da isch wo
Kölle vor. Alaaf noch, und schnarch nicht ein beim Parteitag!
Wertester Volker Scholz-Goldenberg
aus Kölle,
ich danke Dir vielmals für Deine
erheiternden und profunden Ergüsse (Ausflüsse?), und als anonymer,
sesselpupsender und PC-sprüchelnder ARer habe ich ja nun bei der
Mail auch das große Glück, nicht inhaltlich auf Dich eingehen zu müssen
(Wie könnte
man überhaupt?). Nur soviel: Der einzige pseudorevolutionäre Verein, in
dem ich bis jetzt war, ist die DKP gewesen. Und: Dort war ich tatsächlich
schon zweimal Mitglied, aber länger als ein paar Jahre habe ich's dort
nie ausgehalten, komisch... Parteigruppen-Vorsitzender war ich (beim
ersten Mal) übrigens auch + habe in „praktischer Kleinarbeit“ mehr
Mitglieder für die DKP geworben, als logische Quantitäten in Deiner
Mail vorhanden sind. Ok, das war jetzt untertrieben. Ach ja,
„praktische Kleinarbeit“: Ersetzt die eigentlich
Selbst-Denkprozesse? Und kriegt man, wenn man das brav tut und nicht
etwa Abweichendes denkt, dafür eigentlich den Stehr-Orden für
hyperaktives Rumwurschteln?
Wie auch immer: Freut mich, wenn
Du K-online liest, immerhin. Die Parteitags-Berichte der DKP sind ja
eher immer so, dass sie nicht erheitern, da wird man ja eher immer ganz trübe und
dauerhaft verwirrt im Kopf. Oder ist Deine Mail kein
Beleg dafür? Vielleicht solltest Du auch noch anderes lesen wie
z.B. „Offensiv“
oder „Theorie
und Praxis“!?
Doch da isch wo Kölle vor. Alaaf noch, und schnarch nicht ein beim
Parteitag!
M. K.
Allgäu
PS
von M.K.:
Es ist verständlich, wenn GenossInnen der DKP ihre Partei in Schutz
nehmen möchten. Meiner Meinung nach ist es aber unangemessen, die
Homepage des Genossen Ackermann mit Sondermüll wie weitere
Beschimpfungen zu verunstalten, die nicht gerade eine qualifizierte
Auseinandersetzung widerspiegeln.
Daher: Schickt doch bitte
INHALTLICHE Mails an emko512@yahoo.de.
Trotz knapper Zeit versuche ich gern, darauf
einzugehen. Die ANDEREN Mails könnt ihr auch dorthin schicken, ich
lache dann kräftig über sie und hefte sie dann ab in „Ablage P“.
Wer's braucht...
M.K.
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