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DKP-Sachsen-Anhalt
übt schwere Kritik an der DKP-Führung:
Über
11.000 Stimmen weniger zur EU-Wahl 2009 als 2004 – Kurs
des Parteivorstandes der DKP gescheitert
Erklärung
der DKP Sachsen-Anhalt zur EU-Wahl
(auf
Kommunisten-online am 6. Juli 2009)
Die
Wahlen zum EU-Parlament haben deutlich gemacht, dass das System der bürgerlichen
Demokratie keine Legitimierung durch die Mehrheit der Bürger/innen in
der BRD hat. Über 50 % der Wahlberechtigten nahmen nicht an der Wahl
teil. Neben der Nichtteilnahme an der Wahl wurde wiederum die Tendenz
offensichtlich, dass Gruppierungen, die bestimmte Themenschwerpunkte
besetzen konnten, u. a. Familie, Datensicherheit oder Frauen ihre
Stimmenanteile verbessern konnten.
Die
DKP ist hingegen mit ihrer Teilnahme an den EU Wahlen gescheitert. Hierfür
sind nicht nur die allgemeinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
bestimmend, sondern die Unfähigkeit des gegenwärtigen Parteivorstandes
die richtigen politischen Schwerpunkte zu setzen und diese dann auch
entsprechend organisatorisch umzusetzen.
Gescheitert
sind vor allem drei Positionen.
Die
Reformierung der EU von innen.
Dies
politisch-praktisch innerhalb der Europäischen Linkspartei umsetzen zu
wollen.
Die
Ersetzung eines eindeutigen kommunistischen Profils durch nebulöse
linke sozialistische Haltungen.
·
Der 18.Parteitag der DKP hat deutlich gemacht, dass die
Mitgliedschaft innerhalb der EL in der DKP sehr kontrovers gesehen
wurde. Die zweite Tagung des 18.Parteitages Anfang 2009 hat zudem die
Schwierigkeiten einer Positionsbestimmung zur EU zum Ausdruck gebracht.
Diese Tatsachen wurden vom gegenwärtigen Parteivorstand vollkommen
ignoriert. Stattdessen wurde eine Politik der Schaffung von Tatsachen
betrieben und die Mitgliedschaft in der EL auch symbolisch fest
verankert. Hinzu kommen die obligatorischen Unfähigkeiten des PV in
finanziellen und organisatorischen Dingen.
Besonders
hat sich gezeigt, dass der Genosse Leo Mayer seiner Funktion als
stellvertretender Parteivorsitzender der DKP nicht gewachsen ist. Unerträglich
sind seine Anleihen an die Totalitarismusdoktrin, mit denen er versucht,
Genossen/innen, die nicht mit seinen inhaltlichen Positionen übereinstimmen,
abwechselnd als „Stalinisten“ und „Neofaschisten“ zu
denunzieren. Das Prinzip Mayer ist einfach. Wer mit den Positionen des
Genossen Mayer übereinstimmt, stimmt mit den Positionen des Programms
unserer Partei überein, wer dem Genossen Mayer widerspricht, verstößt
gegen die Programmatik unserer Partei. Der Genosse Mayer ist nicht
in der Lage, seine persönlichen Interessen denen der gesamten Partei
unterzuordnen.
Zur
Mitgliedschaft in der EL gibt es in der DKP Sachsen Anhalt eine
mehrheitliche eindeutige Position. Wir fordern den sofortigen Austritt
aus der EL. Eine Positionsbestimmung gegenüber der EU ist jedoch
weitaus schwieriger. Hierbei verläuft die Diskussion aber nicht
zwischen Internationalisten und Nationalisten, sondern z. B um die
Frage, inwieweit es sich bei der EU um eine Vertragsgemeinschaft oder
tatsächlich schon um ein neues staatliches Gebilde handelt. Diese
Diskussion werden wir weiter vertiefen auf der Grundlage unserer
wissenschaftlichen Weltanschauung.
Gerade
deshalb ist es wichtig festzustellen: Wer eine Position „Raus aus der
EU“ formuliert ist verpflichtet diese so zu formulieren -
das sie zu anderen Inhalten und politischen Strömungen nicht kompatibel
ist. Unsere Bezugspunkte sind nicht Staaten und Völker sondern die
internationale Arbeiterklasse und der Klassenkampf.
Richtig
ist es den Weg, der mit dem Alternativantrag zum Arbeitsvorhaben des
Parteivorstandes auf dem 18.Parteitag begonnen wurde, weiter fortzuführen.
Dieser Weg wird mühsam und vor allem nicht von schnellen Erfolgen
gekennzeichnet sein. Bereits jetzt ist die inhaltliche
Ausgestaltung des 19.Parteitages vorzubereiten. Ebenso stehen die
Landesverbände in der Pflicht, sich langfristig über die
Kaderentwicklung im PV und bei der Besetzung der Funktionen Gedanken zu
machen. Ohne ein Wechsel in der Funktion des Vorsitzenden als auch der
Stellvertreter der DKP wird der gegenwärtige Kurs, die DKP immer mehr
zu einem postmodernen linken Allerweltsverein umzuwandeln, nicht zu
stoppen sein.
Koordinierungsrat
der DKP Sachsen Anhalt
siehe
auch: Eigenartig, Die
DKP und das Gemeinsame
Kommuniqué von KP’s aus der EU zu den Wahlen zum Europäischen
Parlament „Wähle kommunistisch“, Von
Günter Ackermann, Kommunisten-online
vom 13. Mai 2009 mehr |