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„Es
fällt mir deshalb schwer zu glauben, dass
die irakische KP ihre Politik wirklich aus eigener Überzeugung
so vertritt. Noch schwerer zu glauben ist für mich allerdings,
dass man in der DKP nur aus vermeintlicher Solidarität zu einer
Schwesterpartei all das über Bord wirft, was auch bei dir an
politischem Sachverstand vorhanden ist.“
(Karl-Heinz Peil, Friedens- und Zukunftswerkstatt) |
Irakische
Quislings-KP:
Die
USA wollten den Irak von einem schlimmen Diktator befreien und dort die
Demokratie einführen –
DKP-Führung
stimmt zu
Von
Günter Ackermann/2. Mai 2008
In
Frankfurt (Main) wagte die DKP-Führung etwas, was ihr sonst fremd ist: Sie
stellte sich kritischen Fragen zum Irak. Jedenfalls hat sich eine
Veranstaltung so entwickelt. Geplant war eigentlich, der Irakischen
„Kommunistischen“ Partei ein Podium zu geben, von dem sie ihre
Kollaboration mit den USA-imperialistischen Besatzern rechtfertigen
konnte. Aber natürlich kamen nicht nur Kopfnicker und Stehr-Fans,
sondern auch kritische junge Sympathisanten, DKP-Mitglieder die die
Haltung der DKP-Führung nicht teilen und andere aus der Linken und der
Friedensbewegung.
Schon
vor Jahren gab es innerhalb der DKP gab es erheblichen Ärger und Unmut gegen die Unterstützung von
Kollaborateuren durch DKP-Chef Heinz Stehr und seine Seilschaft.
Stehr
hatte damals die Haltung der IKP gerechtfertigt und
den irakischen Widerstand als terroristisch diffamiert. Heinz Stehr
hatte den irakischen Widerstand beschimpft und die Haltung
seiner Bruderpartei für richtig eingeschätzt.
Als es dann Ärger gab, jammerte er, er sei „betroffen“ in „bewusst
verletzender Weise diffamiert“ worden. Diffamiert hatte er sich wohl
selbst, als er Quislinge rechtfertigt. Er nahm dann scheinbar seine
Worte zurück, wenn auch nur eingeschränkt. Allerdings stellte er z.B.
auch unsere Kritik an seinen Äußerungen
- wie immer in solchen Fällen – als eine Einmischung in die
inneren Angelegenheiten der DKP hin, nur dazu geführt, um
ungerechtfertigt den kurz danach stattfindenden Parteitag zu
beeinflussen.
Aber
die scheinbare Änderung seiner Ansichten war reine Heuchelei. Das zeigte sich
jetzt am 12. April 2008 in Frankfurt. Der Quisling aus Bagdad von der IKP,
diffamierte dann auch frisch drauflos, indem er den Widerstand
terroristisch nannte.
Die USA dagegen sind die Befreier.
Bruni
Freieisen vom Parteivorstand der DKP, die die Frankfurter Veranstaltung
moderierte, meierte dann auch Teilnehmer der Veranstaltung ab, die es
wagten, Bruder Quisling aus Bagdad zu kritisieren und ihm zu
widersprechen.
Zusammengefasst
lässt sich dazu sagen, dass die DKP-Führung so verrottet ist, dass sie
schon mehr oder weniger offen die Geschäfte des Imperialismus besorgt.
Aber es regt sich der Widerstand. Wir dokumentieren unten einige
Reaktionen zu dieser Veranstaltung.
G.A.
Siehe: Quisling
unter Quislingen, DKP-Chef Stehr
outet sich als ideologisch klar: Es gibt „keine fundierte Kritik[1][1]“
an der Irakischen KP, ihrer Beteiligung an der irakischen
Quislingsregierung und der Beteiligung am Morden im Irak durch die
USA-Imperialisten und der Quislingstruppen, von Günter Ackermann siehe
Siehe: DKP-Stehr
ist von der jungenWelt, Kommunisten-online und anderen
„betroffen“ weil er in „bewusst verletzender Weise
diffamiert“ worden wäre, Stehr versucht sich für seine
pro-imperialistischen Äußerungen zu rechtfertigen. von Günter
Ackermann siehe
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Der
irakische Widerstand gegen die
Besatzung wird, soweit mir bekannt, von der großen Mehrheit der
kommunistischen und Arbeiterparteien solidarisch unterstützt.
Brief
von Klaus v. Raussendorff
Liebe
Genossinnen und Genossen,
der
irakische Widerstand gegen die Besatzung wird, soweit mir bekannt, von
der großen Mehrheit der kommunistischen und Arbeiterparteien
solidarisch unterstützt. Dementsprechend findet die Weigerung der
Irakischen Kommunistischen Partei, den Widerstand zu unterstützen, kein
Verständnis. In unserer Partei dagegen genießt der hiesige Vertreter
der IKP bisher das nahezu uneingeschränkte Privileg, für die Haltung
der IKP, d.h. für deren Distanzierung vom nationalen irakischen
Widerstand und damit für die zumindest indirekte Kollaboration der IKP
mit der Besatzung zu werben. Geschieht eine solche Propagierung des
IKP-Standpunktes ausnahmsweise einmal in Form einer offenen Diskussion,
bei der auch andere Einschätzungen zu Wort kommen, wie beispielsweise
am Samstag, den 12.
April 2008, bei einer Podiumsdiskussion in Frankfurt, an der außer
dem Vertreter der IKP und der Genossin Bruni Freieisen vom DKP-Parteivorstand auch der
Irak-Experte Joachim Guilliard teilnahm, so wird schlagartig klar,
welche Probleme die bisherige Haltung des DKP-Parteivorstands zur
Irak-Frage für unsere Partei inzwischen geschaffen hat.
Es
sollte zu denken geben, dass ein führender Aktivist des Kasseler
Friedensratschlags, Karl-Heinz Peil, der an der Veranstaltung teilnahm,
sich veranlasst sah, einen Brief an die Genossin Bruni Freieisen zu
schreiben. (siehe Anlage 1) Darin bezeichnet er ihr „Auftreten und den
Standpunkt von wichtigen Teilen der DKP....in der Irak-Frage (als) sehr
enttäuschend.“ Er weist auf die Kampagnen gegen China, Kuba und
die orangenefarbenen Revolutionen hin. Er spricht davon, „ dass
politische Organisationen nicht nur bespitzelt, sondern regelrecht
unterwandert und 'umgedreht' werden können“. So kommt er zu folgendem
Schluss: „Es fällt mir deshalb schwer zu glauben, dass die irakische
KP ihre Politik wirklich aus eigener Überzeugung so vertritt. Noch
schwerer zu glauben ist für mich allerdings, dass man in der DKP nur
aus vermeintlicher Solidarität zu einer Schwesterpartei all das über
Bord wirft, was auch bei dir an politischem Sachverstand vorhanden
ist.“ Und Karl-Heinz Peil schließt seinen Brief an die Genossin Bruni
Freieisen mit den Worten: „Gerade weil ich ansonsten die Aktivitäten
der DKP nach wie vor sehr schätze, wünsche ich mir nicht, dass ihr
euch mit dieser kleingeistigen Haltung ins Abseits manövriert.“
Auch
Joachim Guilliard hat sich zum Verlauf der Veranstaltung geäußert.
(Anlage 2)
Liebe
Genossinnen und Genossen, ich appelliere an unsere gemeinsame
Verantwortung, eine Situation zu beenden, die uns in weiten Teilen der
Friedensbewegung und der Linken isoliert.
Mit
kommunistischem Gruß
Klaus
von Raussendorff (Bonn)
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Anlage
1
Betreff:
Podiumsdiskussion mit IKP u. DKP zum Irak
Von:
Karl-Heinz Peil an Bruni Freyeisen
(DKP-Parteivorstand)
dkp-frankfurt@email.de
Liebe
Bruni,
als
Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung am Sonntag abend war ich doch
ziemlich entsetzt über den Vertreter der irakischen KP und auch über
deine eigene Positionierung in den Streitfragen.
Zunächst mal: Ich selbst habe schon einige Male politische
Veranstaltungen moderiert und bin deshalb prinzipiell darauf bedacht,
dass die Diskussion in einem solidarischen und ausgleichenden Rahmen
bleibt - was ja auch dein Anliegen gewesen ist. In diesem Fall war
dieses jedoch überhaupt nicht möglich.
Der
Vertreter der irakischen KP lieferte überhaupt keine Analyse, warum
denn die USA eigentlich im Irak sind.
Über
die Gründe im Detail kann man natürlich unterschiedlicher Meinung
sein. Ich selbst habe am vorletzten Montag in einer Veranstaltung des
Frankfurter Friedenstreffs über Fragen der Ressourcenverknappung
referiert. Um dabei nicht einseitig das Irakische Erdöl als Grund für
den Irak-Krieg hinzustellen, habe ich dazu eine Analyse von Jürgen
Scheffran, nach: Wissenschaft und Frieden Ausgabe 1-2003 zitiert, der
2003 folgende Gründe im einzelnen auflistete:
• Streben
der USA nach globaler Hegemonie
• Anspruch
auf regionale Vorherrschaft im Nahen und mittleren Osten
• Ausschaltung
politischer Gegner und ihrer Rüstungspotenziale
• Interesse
der eigenen Rüstungslobby an möglichst vielen Kriegen und Waffenabsatz
• Kontrolle
der verbleibenden Öl- und Gasvorräte, die für die eigene Wirtschaft
wesentlich sind
Wie
gesagt, über Analysen darf man sich streiten, der irakische
„Genosse“ lieferte aber überhaupt keine Analyse, sondern blieb bei
einer Zustandsbeschreibung der heutigen Situation im Irak aus seiner
Sicht. Nicht nur ich selbst, sondern auch andere haben im Laufe der
Diskussion die Frage nach den US-Kriegsgründen gestellt und darauf
keine Antwort bekommen. Es sei denn, man unterstellt, dass die USA
tatsächlich den Irak von einem schlimmen Diktator befreien und dort die
Demokratie einführen wollten - so klang es zumindest von dem irakischen
„Genossen“.
Deine
eigenen Beiträge waren leider auch keine Bereicherung der Diskussion.
Natürlich kann man sagen, dass der Irak nicht mit Vietnam vergleichbar
ist, was analytisch sicher stimmt. Allerdings mehren sich seit längerem
in den USA solche Stimmen, die diesen Vergleich ziehen, was
charakteristisch ist für die Stimmung in den USA.
Sich
darauf zu berufen, dass man sich einig ist in der Forderung nach Abzug
der US-Truppen aus dem Irak, war mir nach dieser kontroversen Diskussion
leider zu wenig substanziell.
Liebe
Bruni, ich finde dein Auftreten und den Standpunkt von wichtigen Teilen
der DKP (so mein Kenntnisstand) in der Irak-Frage sehr enttäuschend.
Wir sind uns doch darüber einig, mit welchen Methoden die Gegenseite
operiert: Seien es Menschenrechtskampagnen gegen ausgewählte Länder
wie Kuba und China (bzw. Tibet) oder orangefarbene „Revolutionen“,
nur um mal kurz aktuelle Beispiele zu nennen. Dass politische
Organisationen nicht nur bespitzelt, sondern regelrecht unterwandert und
„umgedreht“ werden können, gehört auch zum Kerngeschäft der
„Central Intelligent Agency“. Es fällt mir deshalb schwer zu
glauben, dass die irakische KP ihre Politik wirklich aus eigener Überzeugung
so vertritt. Noch schwerer zu glauben ist für mich allerdings, dass man
in der DKP nur aus vermeintlicher Solidarität zu einer Schwesterpartei
all das über Bord wirft, was auch bei dir an politischem Sachverstand
vorhanden ist. Ich möchte an dieser Stelle nicht polemisch werden, aber
leider ist diese Art von Solidarität mit der irakischen KP auf dem
gleichen Niveau wie die aktuell zu hörenden Solidaritätsbekundungen
mit dem Dalai Lama von Menschen, denen man ansonsten gute Absichten
unterstellen kann.
Gerade
weil ich ansonsten die Aktivitäten der DKP nach wie vor sehr schätze,
wünsche ich mir nicht, dass ihr euch mit dieser kleingeistigen Haltung
ins Abseits manövriert.
Mit
solidarischen Grüßen
Karl-Heinz
Peil
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Anlage
2
Die
Diskussion war, wie fast zu erwarten, recht unerfreulich gewesen. Der
Vertreter der IKP erzählte sehr viel, aber wenig Wahres.
Von:
Joachim.Guilliard
Es
war schwer auszuhalten, sich seine Ausführungen anzuhören, die oft so
offenkundig falsch waren, dass sie durch einen Blick in ein
Geschichtsbuch, Wikipedia oder ähnliches leicht entlarvt werden können.
Belege
für seine Behauptungen hielt er selbstverständlich für überflüssig.
Als die jungen SDAJler ihn mit kritischen Fragen ziemlich unter Druck
setzten, kamen ihm Bruni Freyeisen und ein paar weitere DKP-Mitglieder
im Publikum zu Hilfe, indem sie darauf verwiesen, dass er als
Iraker und KP-Mitglied ja schließlich eine authentische Quelle sei.
Ansonsten, so gestanden sie freimütig, wüssten sie nicht sehr viel über
den Irak. Einer stellte mein Wissen gleichfalls in Frage (trotz der von
mir angeführten, Quellen), weil ich kein Arabisch könne. Das
charakterisiert sehr gut das Niveau auf dem sich Beiträge dieser Seite
bewegte.
Auf
einen Teil der jungen Leute hat die Intervention der älteren Genossen
wohl auch gewirkt: diese fanden ich sei dem irakischen „Genossen“
gegenüber zu „überheblich“ aufgetreten.
Karl-Heinz
Peil von der Friedens- und Zukunftswerkstatt ging es ähnlich wie mir
und hat folgendes kurze Kritik an Bruni Freyeisen geschrieben. Eine
Antwort darauf bekam er bisher nicht.
Beste
Grüße,
Joachim |
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