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„Liebe Genossinnen und Genossen! In Eurer Presseerklärung finde ich kein Wort zu dem Kriegsverbrechen der Zerstörung Eurer Stadt und der Tötung unzähliger Dresdnerinnen und Dresdner durch Bomben, Feuersturm und amerikanische Tiefflieger. Damit überlasst Ihr das Gedenken an die Opfer den Faschisten. Das halte ich für einen schweren Fehler.“

An das Kommunistische Aktionsbündnisses Dresden (KAD)

Überlasst das Feld nicht den Faschisten

Zu Eurer Presseerklärung

Anmerkung vom Roten Webmaster vom 30. Oktober 2008

Lieber Genossinnen und Genossen,

Ihr habt Recht, wenn Ihr gegen den Aufmarsch der Faschisten zum Jahrestag des angloamerikanischen Bombardements auf Eure Stadt 1945, demonstrieren werdet. Wir wissen wie Ihr, dass es Krokodilstränen sind, die die Faschisten um Dresden fließen lassen. Es waren ihre geistigen Ahnen, die Nazis Hitlers, die im Dienste der Krupps, IG-Farben, Mannesmann, Thyssen, Siemens, der Deutschen Bank usw., also im Dienste der deutschen Finanzkapitals, den mörderischen Raubkrieg, den 2. Weltkrieg gegen die Völker Europas – auch des deutschen Volkes – vom Zaun brachen. Die Bombardierung Eurer schönen Stadt war dann einer der Schlusspunkte dieses, jetzt auch nach Deutschland getragen, Krieges.

Aber nichts desto trotz war dieser Angriff ein Kriegsverbrechen der angloamerikanischen Kriegsführung. Die Zerstörung von Dresden, der Tod von so vielen Menschen (mind. 30.000, eher entschieden mehr) war und ist militärisch nicht zu rechtfertigen und hat den Krieg um keine Minute verkürzt. Das ist Realität und diese Haltung hat die DDR, soweit ich es weiß, stets eingenommen.

Auch die Behauptung der westalliierten Kriegsführung, man halbe die Rote Armee unterstützen wollen, ist blanker Hohn. Die Bomber zerstörten die Stadt und seine historischen Kulturschätze, verschonten aber die Transportwege, Kasernen und Rüstungsindustrie. Als aber dann, nach der Kapitulation der Faschisten, die sowjetische Besatzungsmacht die Hoheit über die Stadt übernahm, stand sie vor schier unlösbaren Problemen: Die Menschen hatten kein Dach über den Kopf, mussten untergebracht und versorgt werden. Der Winter 1945/1946 war, soweit ich weiß, einer der strengsten seit Jahrzehnten. Wie das Leben da in Dresden in diesem Winter war, wisst ihr sicher besser als ich.

Genau das war das Ziel der Zerstörung Dresdens. Man wollte die Sowjetmacht treffen. Wir wissen z.B., dass die alliierten Bomber die Fabriken des Rüstungskonzerns IG-Farben verschonten – soweit sie in den zukünftigen Westzonen lagen, nicht aber in der zukünftigen sowjetischen Zone. Leuna und Buna bei Halle wurden angegriffen und schwer beschädigt. Das war Kalter Krieg, bevor dieser offiziell begonnen hatte. 

Durch den Angriff auf Eure Stadt wurden die Transportwege der Eisenbahn und Straße über die Elbe nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Faschisten konnten ungehindert weiter Truppen und Material über die Elbe nach Osten verlagern. Auch das Argument, man habe die Kampfhandlungen der Roten Armee damit unterstützen wollen, ist Lüge.

Und noch etwas: Ihr habt im Anhang erwähnt, dass Ex-Bundespräsident von Weizsäcker mit unterzeichnet habe. Dass er der Sohn eines verurteilten Kriegsverbrechers ist, kann man dem Sohn nicht ankreiden, dass er den Vater in Nürnberg als Verteidiger zur Seite stand, mag seine Pflicht als Sohn gewesen sein, dass er aber in einem Buch behauptet, sein Vater habe als Staatssekretär im Reichsaußenministerium das Schlimmste verhindert, ist blanker Hohn auf die Millionen Opfer der faschistischen Massenmorde an Juden. Zigeunern und anderen. Sein Vater hat vom Mord an den Juden gewusst, er hat sogar mit seiner Unterschrift das Protokoll der Wannseekonferenz zur Kenntnis genommen. Wenn der Ex-Bundespräsident es wirklich mit seiner Ablehnung des Faschismus ernst meint, hätte er die Beteiligung an den Verbrechen der Nazis durch seinen Vater nicht gerechtfertigt, sondern sich dazu bekannt.

Liebe Genossinnen und Genossen! In Eurer Presseerklärung finde ich kein Wort zu dem Kriegsverbrechen der Zerstörung Eurer Stadt und der Tötung unzähliger Dresdnerinnen und Dresdnern durch Bomben, Feuersturm und amerikanische Tiefflieger. Damit überlasst Ihr das Gedenken an die Opfer den Faschisten. Das halte ich für einen schweren Fehler.

Dass die bürgerlichen Parteien, bis hin zur „Linken“, Verbrechen von Dresden 1945 rechtfertigen, ist klar: Man kann ja nicht die engsten Verbündeten des deutschen Imperialismus der Nachkriegszeit, die USA und England, des Kriegsverbrechens bezichtigen. Aber genau das müssen wir Kommunisten tun. Wir dürfen das Gedenken an Dresden und der Menschen, die in der Nacht vom 13. Februar im Feuersturm erstickten, nicht den politischen Nachkommen der Verursacher des 2. Weltkriegs überlassen, Sonst werden wir unglaubwürdig.

Rotfront
Der Rote Webmaster
Günter Ackermann

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Antwort eines Dresdner Kommunisten auf unsere Kritik:

Lieber Günter,

ich danke zunächst im eigenen Namen für die kritische Begleitung.

Wir sehen die Argumente wie Du und haben sie in Flugblättern, öffentlichen Auftritten in der Stadt und in Gesprächen im Dresdner Bündnis vertreten. Übrigens sind wir mit dieser Argumentation nicht allein. Zahlreiche Leute unterschiedlicher Anbindung heben diese Argumentation aktuell in den Auseinandersetzungen um den 13. Februar immer wieder hervor - besonders in den Auseinandersetzungen mit den "Antideutschen".

Ich werde Deinen Brief am Mittwoch im Koordinierungsrat des KAD vorstellen, um die Debatte anzuregen. Aktive Agitation und Propaganda in Vorbereitung der antifaschistischen Aktionen im Februar steht bevor. Vor allem müssen wir anregen, dass viele Antifaschisten aus der gesamten BRD und aus dem Ausland unsere Aktionen unterstützen. Unterstützer brauchen Argumente.

Bis bald.

Rot Front!

Gerd

Presseerklärung des Kommunistischen Aktionsbündnisses Dresden (KAD)

Widerstand gegen Faschismus tut Not!

29. Oktober 2008

Der Aufruf "Geh Denken" (http://www.geh-denken.de/) zur Verhinderung des Nazi-Aufmarsches am 14. Februar in Dresden hat eine bundesweite Aufmerksamkeit und prominente Unterstützung gefunden. Wie in den vergangenen Jahren wird das KAD an der Seite aller vernünftigen und friedliebenden Kräfte seinen Beitrag für die Verhinderung von Krieg und Faschismus leisten.

Die Position des CDU-Sprechers Andreas Baumann für die Nichtunterstützung des Aufrufs mit der Begründung „Wir wollen weder rechten noch linken Chaoten eine Bühne bieten“, macht zweierlei deutlich:

einige politisch Verantwortliche haben aus der Geschichte nichts gelernt und

bewusst oder unbewusst reicht die Ideologie des Neofaschismus bis tief in die Gesellschaft hinein.

Für uns ist der 13. /14. Februar 2009 in Dresden kein lokales Ereignis, wie auch die bundesweite Unterstützung beweist.

Wir halten es für notwendig, nachdrücklich auf die Analogie mit der Entwicklung Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts zu verweisen. Wieder befindet sich der Kapitalismus in einer existenziellen Krise. Wieder wird ähnlich den Notverordnungen versucht, mit Milliarden für das Kapital die Last der Krise auf die Bürger abzuwälzen. Wieder reagiert der Staat mit dem Ausbau seines Zwangs- und Überwachungsapparats bis hin zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren auf den Widerstand gegen Demokratie- und Sozialabbau. Wenn zum Schluß mit Unterstützung des Kapitals der Faschismus an die Macht gehoben wurde, dann scheint das heute nicht mehr notwendig, da wir eine „Große Koalition der Kriegsbefürworter“ und der „demokratischen Interessenvertreter des Kapitals“ als Regierung haben. Das Erstarken neofaschistischer Tendenzen in der Bundesrepublik ist das Ergebnis der verschärften kapitalistischen Ausbeutung und einer Regierungspolitik im Interesse des Kapitals.

Der Widerstand gegen den geplanten Aufmarsch der Neofaschisten 2009 in Dresden muß Teil des Kampfes um eine politische Wende werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die historischen Jahrestage 2009 vor allem für eine Hetze gegen eine gesellschaftliche Alternative missbraucht werden, daß das Leben der DDR-Bürger umgedeutet und ihre antifaschistische Haltung diskreditiert werden. Wir wollen eine offene Debatte, welche die Geschichte ganz Deutschlands auf den Prüfstein stellt, und die zukünftigen Generationen in die Lage versetzt, ihr Schicksal frei von Ausbeutung und Kapitalherrschaft in die eigenen Hände zu nehmen.

Gegen Faschismus und Krieg, für ein Bündnis, das Mut für eine bessere Zukunft macht.

Die Pressesprecher des KAD:

Prof. Dr. Wolfram Triller      W.TRILLER@t-online.de

Ferdinand Goldscheidt           Goldscheidt2/@aol.com

Gerd Hommel                        gerd.hommel@arcor.de

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GEH DENKEN’ – ein klares ‚STOPP’ zum Rechtsextremismus

Sehr geehrte Damen und Herren,

http://www.geh-denken.de/

zum wiederholten Male jährt sich am 13. Februar anlässlich des Gedenkens an die Luftangriffe auf Dresden 1945 der Aufmarsch von Rechtsextremisten. Mit Ihrem Aufmarsch versucht die NPD mit Rechtsextremen aus ganz Europa die Erinnerung an die Opfer der Bombardierungen für Ihre revanchistischen und menschenverachtenden Zwecke zu missbrauchen. Dieses Treffen von Alt- und Jungnazis ist für rechtsextreme Kreise derzeit das wesentlichste Mobilisierungstreffen.

Die Aufmärsche in Dresden blieben zwar nie ohne Gegenwehr aus dem zivilgesellschaftlichen Spektrum, aber es gelang nicht den Neonazispuk zu verhindern. Wir wollen deutlich machen, dass Demokraten nicht gewillt sind, dem deutschen Rechtsextremisten die sächsische Landeshauptstadt als Aufmarschort zu überlassen.

Deshalb bitten wir Sie dem „aufRuf aus Dresden“ zu folgen und am 14. Februar 2009 in ein Zeichen der Zivilcourage zu setzen. Mit Ihrer Stimme, Ihrem Gesicht und Ihrer Teilnahme am friedlichen Protest machen Sie deutlich, dass es auch Ihnen ein Anliegen ist, die Dresdnerinnen und Dresdner zu unterstützen, denn:

dem größten Vernetzungstreffen der rechtsextremen Szene müssen wir entschieden entgegentreten;

den erfolgreichen Wahlkampfauftakt der Rechtsextremen in Dresden für das Europa-, Bundestags- und Landtagssuperwahljahr 2009 müssen wir verhindern;

das berechtigte Bedürfnis der Trauer der Dresdnerinnen und Dresdner um die Opfer der Bombardierung muss in den historischen Kontext eingebettet werden

die politische Instrumentalisierung für revisionistische Zwecke dürfen wir nicht unwidersprochen lassen.

Auf dieser Internetseite erhalten Sie fortlaufende aktuelle Informationen und Hilfestelllungen zur An- und Anreise zum Gehdenken am 14. Februar 2008 in Dresden:

www.geh-denken.de und den

Aufruf aus Dresden zum friedlichen Protest gegen rechtsextreme Geschichtsklitterung am 14. Februar 2009 in Dresden, der von einem breiten gesellschaftlichen Spektrum entwickelt wurde.

Hintergrundinformationen, die Ihnen einen Einblicke in die Zusammensetzung der rechtsextremen Demonstration und die Instrumentalisierungsversuche bis zur Übernahme christlicher Symbolik bietet.

Gern helfen wir bei Organisation der An- und Abreise und vermitteln weitere Kontakte und Ansprechpartner von unterstützenden Organisationen in ihrer Region!

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Von Weizsäcker unterstützt Dresdner Demo gegen Rechtsextremismus

Eine Dresdner Initiative will mit einer bundesweiten Aktion die jährlichen Neonazi-Umzüge in Sachsens Landeshauptstadt friedlich stoppen.

Von Alexander Schneider, SZ 22.10.2008

Dresden. In Dresden formiert sich Widerstand gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten, die sich in jedem Jahr zum Gedenktag der Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945 versammeln.

Seit gestern ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „GehDenken“ auf zu einer friedlichen, bürgerlichen Demonstration am 14. Februar 2009 in der Innenstadt. Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs, „Rechtsextreme nicht ungehindert durch Dresden marschieren zu lassen“, gehört auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU), wie das Vorbereitungsbündnis aus Vertretern von Gewerkschaften und Initiativen gegen Rechts gestern in Dresden mitteilte. Weitere Unterzeichner sind die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, SPD-Bundeschef Franz Müntefering, Sachsens SPD-Chef und Vize-Ministerpräsident Thomas Jurk, die Bundestagsfraktionschefs Gregor Gysi (Linke) und Renate Künast (Grüne), Sachsen-Anhalts Ex-Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD), die Schauspielerin Iris Berben und Musiker Smudo von den Fantastischen Vier. Auch die Dresdner Hotelchefs Johannes Lohmeyer und Dirk Gruhn sind dabei.

„Zur Unterstützung eingeladen sind alle, die den Nazi-Aufmarsch friedlich und entschlossen stoppen wollen“, sagte Mitorganisator und DGB-Regionalchef Ralf Hron. Im Aufruf wird darauf hingewiesen, dass der rechtsextreme Aufmarsch sich in den vergangenen Jahren zum „größten, regelmäßig stattfindenden Treffen von Alt- und Neonazis jeder Couleur in Europa“ entwickelt habe. Deshalb brauche Dresden bundesweite Unterstützung. 2009 würden NPD und Kameradschaften versuchen, den Aufmarsch als Auftakt für das Superwahljahr zu nutzen.

„Ich unterstütze die Demo weniger wegen der letzten Angriffe von Rechtsextremen, sondern aufgrund meines Verständnisses von Demokratie und Menschenwürde“, sagte Peter Meis, Dresdner Superintendent der evangelischen Kirche.

CDU lehnt Beteiligung ab

Auf Parteienseite reicht die Unterstützung von der FDP bis zur Linkspartei. Einzig die CDU fehlt. „Wir wollen weder rechten noch linken Chaoten eine Bühne bieten“, sagte Dresdens CDU-Sprecher Andreas Baumann auf SZ-Anfrage.

Die Veranstalter lassen sich dadurch nicht bremsen und planen weiter. Sogar ein großes Open-Air-Konzert am 14. Februar 2009 sei denkbar.

Hintergründe zum Aufmarsch der Rechtsextremen in Dresden. Zusammengestellt vom Kulturbüro Sachsen. (PDF)

http://www.geh-denken.de/

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