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So aus Lenin'schem Geist
Wächst von Stalin geschweißt
Die Partei, die Partei, die Partei.

 

Anmaßung

Das ZK der KPD (Roter Morgen) hat sich aufgerafft und ruft zur Einheit auf. Es kommt zur Erkenntnis:

„Jeder kann sehen, dass die marxistisch-leninistischen Kräfte in Deutschland heute nicht nur klein, sondern auch massiv zersplittert und in eine Vielzahl von Organisationen aufgespalten sind. Wir brauchen aber in Deutschland eine starke, in der Arbeiterklasse verankerte, kommunistische Partei. Eine solche Partei gibt es heute in Deutschland nicht, ihre Schaffung ist eine dringende Notwendigkeit.“[1]

Was sie unter marxistisch-leninistisch versteht, definiert das ZK der KPD (RM) nicht näher, aber aus dem gesamten Kontext ist zu schließen, meint man damit sich und die Abspaltungen von der KPD (RM). 

So führen sie aus: „Es ist uns bewusst, dass die Zersplitterung der marxistisch-leninistischen Kräfte in Deutschland nicht zuletzt durch Abspaltungen von der KPD zustande gekommen sind.“

Das stimmt nicht einmal im Westen, im Osten ist es einfach eine Frechheit zu behaupten, dass dort die Kommunisten Abspaltungen diese Sekte seien. Es sind stattdessen jene, die sich zu den Lehren der marxistischen Klassiker, Marx, Engels, Lenin und Stalin bekennen, aus der SED hervor gingen und sich vom sozialdemokratischen Kurs der PDS angewidert abwandten. Mit der KPD (Roter Morgen) hatten sie niemals etwas zu tun.

Wenn aus dieser Ecke also ein Aufruf zur Einheit kommt, sollte man ganz genau hinsehen und sehr kritisch sein.

Zunächst einmal der Name: Diese Gruppe okkupierten den Namen KPD und benutzt ihn zu Unrecht. Das gilt auch für die östliche Variante, die KPD (RF). KPD kann sich nur eine solche Gruppe mit Recht nennen, die zumindest im Ansatz Lenins Kriterien einer Kampfpartei des Proletariats erfüllt:

„...wodurch wird die Disziplin der revolutionären Partei des Proletariats aufrechterhalten? wodurch wird sie kontrolliert? wodurch gestärkt? Erstens durch das Klassenbewusstsein der proletarischen Avantgarde und ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre Selbstaufopferung, ihren Heroismus. Zweitens durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen. Drittens durch die Richtigkeit der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen. Ohne diese Bedingungen kann in einer revolutionären Partei, die wirklich fähig ist, die Partei der fortgeschrittenen Klasse zu sein, deren Aufgabe es ist, die Bourgeoisie zu stürzen und die ganze Gesellschaft umzugestalten, die Disziplin nicht verwirklicht werden.“

Gehen wir mal die Punkte durch:

„Erstens durch das Klassenbewusstsein der proletarischen Avantgarde und ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre Selbstaufopferung, ihren Heroismus.“

Die KPD (RM) ist nirgendwo in den Klassenkämpfen relevant. Sieht so eine Avantgarde aus? Wohl kaum! Und Klassenbewusstsein? Lenin meint proletarisches. Wir unterstellen ihnen ehrliches Bemühen, mehr aber auch nicht.

„Zweitens durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen.“

Die KPD (RM) verschmilzt mit niemandem, höchstens mit sich selbst und daran ändert auch dieser Aufruf nichts. Letztlich wendet er sich ja auch nur an die Abspaltung dieser Partei doch in den Schoß der Mutter zurück zu kehren.

Drittens durch die Richtigkeit der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen.“

Richtig kann nicht das sein, was das ZK der KPD (RM) beschließt, richtig ist das, was auf dem Prüfstand der gesellschaftlichen Praxis ist und sich als richtig erwiesen hat. Was aber, Genossen der KPD (RM), hat sich an eurer Strategie und Taktik als richtig heraus gestellt, wo haben „sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen“ können? Fehlanzeige!

Wir betrachten den Aufruf folglich als einen untauglichen Versuch der Gruppe Roter Morgen sich als die große Einigerin aufzuspielen. Die KPD (die richtige) kann sich nicht durch ZK-Beschlüsse der KPD’s im Reagenzglas bilden, sondern nur durch den Prozess des ideologischen Kampfes gegen den modernen Revisionismus, diesem Krebsgeschwür des Kommunismus, den Klassenkämpfen und durch den Willen der Kommunisten nach Einheit.

Bezeichnend ist auch, dass die Gruppe Roter Morgen kein Wort über den modernen Revisionismus verliert. Dabei war es diese Auseinandersetzung, die einst zur Gründung ihrer Vorläuferorganisation im Jahre 1968 führte. Gibt es den modernen Revisionismus für sie nicht mehr oder ist er eine vernachlässigenswerte Größe geworden?

Im Übrigen gibt es in Deutschland in allen kommunistischen Gruppen und Parteiungen – auch in der DKP – Menschen, die die Bezeichnung Genosse verdienen, die sich zum Marxismus-Leninismus bekennen und darüber hinaus in vielen Bewegungen gegen Krieg, Sozialraub, im Betrieb und Gewerkschaften usw, stehen. Vor allem aber gibt es eine Menge Genossen, die keiner Gruppe angehören oder die in regionalen Zirkeln arbeiten, hier oft hervorragende Arbeit verrichten und auch sonst in der Praxis gezeigt haben, dass sie viel eher befähigt sind, die KPD zu bilden, als die diversen Sekten, die meist nur gruppenegoistische Interessen verfolgen. Die Gruppen ala KPD (RM) sind aus diesen Gründen eher ein Hindernis beim Aufbau der KPD.

Aber nehmen wir die Gruppe Roter Morgen beim Wort. Sie schreiben:

Wir denken aber auch, dass die Zeit reif dafür ist, erste praktische Schritte für die Verwirklichung der Einheit der Marxisten-Leninisten zu tun.“

Damit haben sie sogar recht. Allerdings mögen sie mal ein Hindernis zum Aufbau der KPD beseitigen und künftig nicht mehr den Namen KPD okkupieren. Und seid bescheidener Genossen. Dann leistet ihr einen wichtigen Beitrag zum Parteiaufbau.

Nicht leere Sätze und nichtssagende Aufrufe führen zur Einheit der Kommunisten, wie z.B. in eurem Aufruf:

Wir wissen, dass die Verwirklichung der Einheit der Marxisten-Leninisten in einer Partei nicht einfach sein wird. Deshalb sind in diesem Prozess Solidarität, Geduld, Gründlichkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein notwendig.“

In der gegenwärtigen Situation ist Beteiligung an den Klassenkämpfen, Entwicklung der richtigen Strategie und Taktik der Klassenkämpfe, deren Führung und ihnen Richtung und Ziel geben und vor allen: revolutionäre Bescheidenheit statt Getöse die wichtigsten Voraussetzungen zur einheitlichen Kommunistischen Partei Deutschlands. Kein lautstarkes Gegacker wie ein Huhn, das ein  Ei legte, sondern ernsthafte Überzeugungsarbeit und Einsatz im Dienste der Sache.


[1]  Siehe KPD (RM)

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