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So aus
Lenin'schem Geist
Wächst von Stalin geschweißt
Die Partei, die Partei, die Partei. |
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Anmaßung
Das ZK der KPD (Roter
Morgen) hat sich aufgerafft und ruft zur Einheit auf. Es kommt zur
Erkenntnis:
„Jeder
kann sehen, dass die marxistisch-leninistischen Kräfte in Deutschland
heute nicht nur klein, sondern auch massiv zersplittert und in eine
Vielzahl von Organisationen aufgespalten sind. Wir brauchen aber in
Deutschland eine starke, in der Arbeiterklasse verankerte, kommunistische
Partei. Eine solche Partei gibt es heute in Deutschland nicht, ihre
Schaffung ist eine dringende Notwendigkeit.“
Was sie unter
marxistisch-leninistisch versteht, definiert das ZK der KPD (RM) nicht näher, aber aus
dem gesamten Kontext ist zu schließen, meint man damit sich und die
Abspaltungen von der KPD (RM).
So
führen sie aus: „Es
ist uns bewusst, dass die Zersplitterung der marxistisch-leninistischen Kräfte
in Deutschland nicht zuletzt durch Abspaltungen von der KPD zustande
gekommen sind.“
Das stimmt nicht einmal im
Westen, im Osten ist es einfach eine Frechheit zu behaupten, dass dort die
Kommunisten Abspaltungen diese Sekte seien. Es sind stattdessen jene, die
sich zu den Lehren der marxistischen Klassiker, Marx, Engels, Lenin und
Stalin bekennen, aus der SED hervor gingen und sich vom
sozialdemokratischen Kurs der PDS angewidert abwandten. Mit der KPD (Roter Morgen)
hatten sie niemals etwas zu tun.
Wenn aus dieser Ecke also
ein Aufruf zur Einheit kommt, sollte man ganz genau hinsehen und sehr
kritisch sein.
Zunächst einmal der Name:
Diese Gruppe okkupierten den Namen KPD und benutzt ihn zu Unrecht. Das gilt
auch für die östliche Variante, die KPD (RF). KPD kann sich nur eine
solche Gruppe mit Recht nennen, die zumindest im Ansatz Lenins Kriterien
einer Kampfpartei des Proletariats erfüllt:
„...wodurch
wird die Disziplin der revolutionären Partei des Proletariats
aufrechterhalten? wodurch wird sie kontrolliert? wodurch gestärkt?
Erstens durch das Klassenbewusstsein der proletarischen Avantgarde und
ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre
Selbstaufopferung, ihren Heroismus. Zweitens durch ihre Fähigkeit, sich
mit den breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den
proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben werktätigen Massen
zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem
gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen. Drittens durch die Richtigkeit
der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird,
durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der
Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von
dieser Richtigkeit überzeugen. Ohne diese Bedingungen kann in einer
revolutionären Partei, die wirklich fähig ist, die Partei der
fortgeschrittenen Klasse zu sein, deren Aufgabe es ist, die Bourgeoisie zu
stürzen und die ganze Gesellschaft umzugestalten, die Disziplin nicht
verwirklicht werden.“
Gehen wir mal die Punkte durch:
„Erstens
durch das Klassenbewusstsein
der proletarischen Avantgarde und ihre Ergebenheit für die Revolution,
durch ihre Ausdauer, ihre Selbstaufopferung, ihren Heroismus.“
Die
KPD (RM) ist nirgendwo in den Klassenkämpfen relevant. Sieht so eine Avantgarde aus? Wohl kaum!
Und Klassenbewusstsein? Lenin meint proletarisches. Wir unterstellen ihnen
ehrliches Bemühen, mehr aber auch nicht.
„Zweitens
durch ihre Fähigkeit, sich mit den
breitesten Massen der Werktätigen, in erster Linie mit den
proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben werktätigen Massen
zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man will, sich bis zu einem
gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen.“
Die KPD (RM) verschmilzt mit niemandem, höchstens
mit sich selbst und daran ändert auch dieser Aufruf nichts. Letztlich
wendet er sich ja auch nur an die Abspaltung dieser Partei doch in den
Schoß der Mutter zurück zu kehren.
„Drittens
durch die Richtigkeit der
politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird,
durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der
Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von
dieser Richtigkeit überzeugen.“
Richtig kann nicht das sein, was das ZK der KPD
(RM) beschließt, richtig ist das, was auf dem Prüfstand der
gesellschaftlichen Praxis ist und sich als richtig erwiesen hat. Was aber,
Genossen der KPD (RM), hat sich an eurer Strategie und Taktik als richtig
heraus gestellt, wo haben „sich
die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen“
können? Fehlanzeige!
Wir betrachten
den Aufruf folglich als einen
untauglichen Versuch der Gruppe Roter Morgen sich als die große Einigerin
aufzuspielen. Die KPD (die richtige) kann sich nicht durch ZK-Beschlüsse
der KPD’s im Reagenzglas bilden, sondern nur durch den Prozess des
ideologischen Kampfes gegen den modernen Revisionismus, diesem Krebsgeschwür
des Kommunismus, den Klassenkämpfen und durch den Willen der Kommunisten
nach Einheit.
Bezeichnend ist auch, dass die Gruppe Roter Morgen
kein Wort über den modernen Revisionismus verliert. Dabei war es diese
Auseinandersetzung, die einst zur Gründung ihrer Vorläuferorganisation
im Jahre 1968 führte. Gibt es den modernen Revisionismus für sie nicht mehr oder
ist er eine vernachlässigenswerte Größe geworden?
Im Übrigen gibt es in Deutschland in allen
kommunistischen Gruppen
und Parteiungen – auch in der DKP – Menschen, die die Bezeichnung
Genosse verdienen, die sich zum Marxismus-Leninismus bekennen und darüber
hinaus in vielen Bewegungen gegen Krieg, Sozialraub, im Betrieb und
Gewerkschaften usw, stehen. Vor allem aber gibt es eine Menge Genossen,
die keiner Gruppe angehören oder die in regionalen Zirkeln arbeiten, hier
oft hervorragende Arbeit verrichten und auch sonst in der Praxis gezeigt
haben, dass sie viel eher befähigt sind, die KPD zu bilden, als die
diversen Sekten, die meist nur gruppenegoistische Interessen verfolgen. Die Gruppen
ala KPD (RM) sind aus diesen Gründen eher ein
Hindernis beim Aufbau der KPD.
Aber nehmen wir die Gruppe Roter Morgen beim Wort.
Sie schreiben:
„Wir
denken aber auch, dass die Zeit reif dafür ist, erste praktische Schritte
für die Verwirklichung der Einheit der Marxisten-Leninisten zu tun.“
Damit haben sie sogar recht. Allerdings mögen sie
mal ein Hindernis zum Aufbau der KPD beseitigen und künftig nicht mehr
den Namen KPD okkupieren. Und seid bescheidener Genossen. Dann leistet ihr
einen wichtigen Beitrag zum Parteiaufbau.
Nicht leere Sätze und nichtssagende Aufrufe führen
zur Einheit der Kommunisten, wie z.B. in eurem Aufruf:
„Wir
wissen, dass die Verwirklichung der Einheit der Marxisten-Leninisten in
einer Partei nicht einfach sein wird. Deshalb sind in diesem Prozess
Solidarität, Geduld, Gründlichkeit und ein hohes Maß an
Verantwortungsbewusstsein notwendig.“
In der gegenwärtigen Situation ist Beteiligung an
den Klassenkämpfen, Entwicklung der richtigen Strategie und Taktik der
Klassenkämpfe, deren Führung und ihnen Richtung und Ziel geben und vor
allen: revolutionäre Bescheidenheit statt Getöse die wichtigsten
Voraussetzungen zur einheitlichen Kommunistischen Partei Deutschlands.
Kein lautstarkes Gegacker wie ein Huhn, das ein
Ei legte, sondern ernsthafte Überzeugungsarbeit und Einsatz im
Dienste der Sache.
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