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Gemeinsame
Erklärung der Kommunistischen Parteien zu EU-Parlamentswahlen
EUROPÄER, WÄHLE
KOMMUNISTISCH!
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas, 9. Mai 2009, Tribuna Popular TP.-
Die europäischen kommunistischen und Arbeiterparteien
gaben eine gemeinsame Pressemitteilung heraus, in welcher sie die Bürger
des alten Kontinents dazu aufrufen, bei den Wahlen zum neuen Europäischen
Parlament für die kommunistischen Kandidaten zu stimmen.
Zwischen
4. und 7. Juni 2009 werden die EU-Bürger die neue Zusammensetzung des
Europa-Parlaments für die 7. Legislaturperiode in der größten länderübergreifenden
Wahl der Welt wählen. 27 Mitgliedsstaaten mit 23 Amtssprachen sind
dabei.
Europa
hat eine Bevölkerung von annähernd 491 Millionen Einwohnern, von denen
375 Millionen zur Wählerschaft bei den anstehenden Wahlen zählen. Dies
bedeutet einen Zuwachs von 36 Millionen Wählern im Vergleich zu früheren
Wahlen.
Bei
diesen Wahlen zum Europa-Parlament werden 751 oder 736 Abgeordnete gewählt
werden. Die Zahl bestimmt sich nach der Anwendbarkeit oder
Nichtanwendbarkeit des Lissaboner Vertrages.
Im
folgenden veröffentlichen wir das Kommuniqué der europäischen
kommunistischen und Arbeiterparteien, welches sich an die Werktätigen,
die Selbständigen, die Künstler, die Kleinbauern, die Frauen und die
Jugendlichen richtet:
„Gemeinsames Kommuniqué zu den Wahlen zum Europäischen Parlament
WÄHLE KOMMUNISTISCH!
Werktätige,
Selbstständige, Künstler, Kleinbauern, Frauen, Jugendliche!
Wir
wenden uns an Euch vor den europäischen Wahlen 2009. Wir wenden uns an
die Werktätigen und Kleinbauern, Gewerkschafter, Mitglieder der
Friedensbewegung, der Frauenbewegung, der Jugendbewegung, Mitglieder der
Bewegungen für demokratische Rechte, für die Freiheiten der Völker, für
die internationale Solidarität, Mitglieder der Bewegungen gegen die
Verträge der EU und der NATO.
Wir
teilen das Wunschbild von einer Gesellschaft ohne Ausbeutung des
Menschen durch den Menschen, ohne Armut, soziale Ungleichheit und
imperialistische Kriege. Wir bringen uns in diesen Wahlkampf zugunsten
eines Europas des Wohlstandes für die Menschen, des Friedens, der
sozialen und demokratischen Rechte, eines Europas ein, welches nichts
mit der EU des Kapitals und dem Krieg zu tun hat.
Ihr
kennt uns. Ihr könnt auf uns vertrauen, Wir haben Kämpfe gemeinsam
durchgestanden: Streiks und Demonstrationen gegen die Strategie von
Lissabon, für Beschäftigung mit Rechten, gegen die Privatisierung der
öffentlichen Dienstleistungen, für das kostenlose Bildungs- und
Gesundheitswesen, gegen die imperialistischen Kriege und die Besetzung
von Palästina, Irak, Afghanistan und Jugoslawien. Wir sind zusammen
gewesen in den Kämpfen zur Verteidigung der demokratischen Freiheiten
und der Rechte der Einwanderer. Wir standen Schulter an Schulter in den
Demonstrationen der Jugend un der Studenten und bei den Protesten der
Landwirte. Wir kämpften für den Sieg des NEIN in den
Volksabstimmungen, die in Irland, in den Niederlanden und in Frankreich
stattfanden.
Wir
sagen Euch die Wahrheit über die Wirtschaftskrise. Ihre Wurzeln liegen
in der Anhäufung von Reichtum in Händen einiger Weniger mittels zügelloser
Ausbeutung der Vielen, die zur Armut, zur Zukunftslosigkeit und zur
Unsicherheit verdammt sind. Die tatsächliche Lösung für das Volk ist
ganz sicherlich in der Suche nach Auseinandersetzung über die Ursache
der Wirtschaftskrise zu finden: der Suche nach den Profiten, dem
Kapitalismus selbst und nicht nur irgendeines Typs der Führung des
Kapitalismus. Ihr akzeptiert nicht, für die Krise zu zahlen, denn Ihr
seid nicht die Verursacher der Krise.
Kämpft
für alles, was Euch gehört. Für die Befriedigung Eurer gegenwärtigen
Bedürfnisse gemäß Eurem Maßstab für gesellschaftlichen Fortschritt,
nicht für die Rückkehr in die Vergangenheit! Erwartet nicht Lösungen
von der EU. Denn die EU ist Teil des Problems und schlägt Lösungen
vor, die lediglich der Oligarchie dienen.
Die
EU ist eine Einrichtung des Kapitals. Sie treibt Maßnahmen zugunsten
der Monopole, der Konzentration und Zentralisation des Kapitals voran.
Mit dem „Vertrag von Lissabon“ sind die Merkmale der EU als
wirtschaftlicher, politischer und militärischer imperialistischer Block
gegen die Interessen der Werktätigen und der Völker gestärkt worden.
Verstärkt wird derzeit der Rüstungswettlauf, die autoritären Züge
des Systems und die staatliche Unterdrückung.
Im
Namen der „Modernisierung“, der „Wettbewerbsfähigkeit“ und des
„Unternehmens“, der „Profitsicherheit durch Flexibilisierung“
verstärken sich die Angriffe auf das Arbeits- und Gewerkschaftsrecht.
Die Wochenarbeitszeit und die Löhne werden unter dem Vorwand der Krise
abgesenkt, um die Rentabilität des Kapitals zu gewährleisten. Die
Zukunftsperspektive für die Werktätigen ist das Arbeiten ohne Rechte
bis zum Tod.
Es
wird derzeit eine Pestszenerie in Richtung der Arbeitsrechte
zusammengestellt, mit der Ausweitung der Arbeitszeit pro Arbeitstag und
den 65 Wochenarbeitsstunden, zusammen mit der Ausweitung der geringfügigen
Beschäftigung, der Betriebsschließung und der Unsicherheit, mit den
Angriffen auf die Löhne, die Renten, mit der Zurücknahme des
Renteneintrittsalters, mit der Aufteilung der Beitragslaufzeit in aktive
Arbeitsjahre und nichtaktive Arbeitsjahre, mit Preissteigerungen, mit
der Vervielfachung der Arbeitsunfälle.
Mit
der Preisgabe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens an das Großkapital,
mit dem Legen der Klein- und Mittelbauern zugunsten der Großbauern und
der Monopole. Mit dem Anwachsen der staatlichen Unterdrückung, des
Antikommunismus, des Rassismus und des Fremdenhasses. Die ersten Opfer
der Verstärkung der Ausbeutung und der höheren Unterdrückung sind die
Jugend, die Frauen und die eingewanderten Werktätigen.
Die
Europäische Union ist ein Hort der neuen imperialistischen Ordnung, der
kapitalistischen Globalisierung. Sie unterstützt das Massaker an den
Palästinensern durch Israel. Sie beteiligt sich aktiv an den
Aggressionsplänen gegen die Völker besonders im Mittelmeerraum, in
Afrika, im Mittleren Osten und in Lateinamerika. Sie beteiligt sich am
Wettrüsten, an der Errichtung des „Anti-Raketenschildes“ und an der
Rückkehr zum Dogma des Präventivschlages mit Kernwaffenersteinsatz. EU
und NATO werden auf gleiche Linie gebracht. Der Militarismus ist innerer
Bestandteil der EU-Struktur.
Diese
Ereignisse geben jenen Kräften recht, die sich dem Maastricht-Vertrag,
dem Amsterdamer Vertrag und dem Nizza-Vertrag widersetzten. Den Kräften,
die NEIN sagten zu den Verträgen von Schengen und Proum. Gestern waren
wir nicht allein, heute sind wir noch zahlreicher. Drei Völker haben
die „europäische Verfassung“, den Vertrag von Lissabon, abgelehnt.
Und es hat Tausende von Kämpfen der Arbeiter- und Jugendbewegung in
ganz Europa gegen die EU-Politik gegeben. Unsere Parteien haben einen
wichtigen Beitrag zu diesen Kämpfen geleistet. Wir haben uns nicht dem
Einheitsdenken unterworfen. Wir tragen dazu bei, die Hoffnung und die
Perspektive am Leben zu erhalten.
Heute
sind die Ergebnisse der von der EU seit ihrer Gründung vorangetriebenen
Politik offensichtlich. Es gibt keine Lösungen zugunsten der Völker
ohne Ablehnung von Maastricht und der „vier Freiheiten“, welche für
das Kapital errichtet werden („die Bewegungsfreiheit“ für Kapital,
Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräfte). Die Werktätigen haben
Erfahrungen gesammelt. Vertraut nicht bei den europäischen Wahlen auf
die Kräfte, die volksfeindliche und konservative Politik befürworteten
und durchführten!
Die
Rechte der Werktätigen haben nichts mit dem Vervollständigen eines
einheitlichen EU-Binnenmarktes, mit der Beschleunigung der
Lissabon-Strategie, mit der Bolkestein-Richtlinie, mit der
Profitsicherung durch Flexibilisierung, mit der PAC zu tun. Die
demokratischen Traditionen, die Aktivitäten und die Freiheiten der Völker
stehen in vollem Widerspruch zur Stärkung des Operationsfeldes der
Freiheit, Sicherheit und Justiz mit der Ausweitung des Unterdrückungsapparates,
für welchen „die terroristische Bedrohung“ den Vorwand liefert, mit
den Verfolgungen und Einkerkerungen von Kommunisten und anderen Aktiven,
mit der Rehabilitierung des Nazi-Faschismus und der uannehmbaren Lage,
die die Bürger zweiter Klasse in Litauen, Estland und Slowenien
betrifft.
Es
gibt eine Alternative für die Völker. Mittels der Kämpfe der Völker
wird die Möglichkeit für ein anderes Europa vorangetrieben. Eines
Europa des Wohlstandes für die Völker, des gesellschaftlichen
Fortschritts, der demokratischen Rechte, des Friedens und des
Sozialismus. Die Einbahnstraßen ohne Ausweg, die sich im Zusammenhang
mit der Krise zuspitzenden Widersprüche, die Schwierigkeiten, mit denen
sich die EU konfrontiert sieht, sind Elemente, die die Völker nutzen müssen.
Die
Stärkung der gegenwärtigen Oppositionsbewegung der Völker gegenüber
der völkerfeindlichen und unmenschlichen Politik der EU begünstigt die
Werktätigen. So wird der tägliche Kampf für die Verteidigung und die
Ausweitung von sozialen und demokratischen Rechten wirksamer. Die Möglichkeit
einer wirklichen alternativen Lösung wird immer näherrücken.
Kämpft
mit uns:
-
Für festgesicherte Vollzeitarbeit mit vollen Arbeitsrechten. Für
reale Lohn- und Rentenerhöhungen.
-
Dafür, daß die Völker die Herren der Mittel des Reichtums und
der strategischen Bereiche der Volkswirtschaften der betreffenden Länder
sind.
-
Für kostenloses öffentliches Gesundheitswesen und soziale
Sicherheit. Für die Absenkung des Renteneintrittsalters und reale
Rentensteigerungen.
-
Für eine besser, einheitliche und öffentliche Bildung für
alle.
-
Für volle Rechte für die Einwanderer unter den Werktätigen.
-
Für Unterstützung der Klein- und Mittelbauern und
Nahrungsmittelsicherheit.
-
Für wirklichen Umweltschutz, welcher dem Profit des Großkapitals
geopfert wird.
-
Für das Recht des gesamten Volkes, seinen eigenen
Entwicklungsweg zu wählen. Dieses Recht schließt das Recht der Loslösung
aus den vielfältigen Bindungen mit der EU und der NATO sowie den
sozialistischen Entwicklungsweg mit ein.
-
Für Frieden, Rückzug aus allen EU-NATO-Stützpunkten und
NATO-Auflösung.
-
Gegen die „Friedensmissionen“ und die Europa-Armee.
-
Keine Teilnahme an imperialistischen Kriegen und Interventionen.
-
Für die Solidarität mit allen kämpfenden Völkern.
-
Für einen unabhängigen Palästinastaat mit Hauptstadt
Ost-Jerusalem.
-
Für eine gerechte Lösung des Zypernproblems.
-
Für die Verteidigung des sozialistischen Kubas und die
Abschaffung der gemeinsamen Position mit den USA gegenüber dem
sozialistischen Kuba.
-
Stimmt für die Listen, die wir in jedem Land unterstützen.
-
Laßt uns die Kräfte schwächen, die die EU unterstützen und
verteidigen.
-
Verstärkt Euer NEIN zur EU der Monopole und des Militarismus.
-
Für ein Europa des Wohlstandes für die Völker, des Friedens,
der sozialen Gerechtigkeit und der demokratischen Rechte, des
Sozialismus.
DIE
PARTEIEN:
Arbeiterpartei
Belgiens,
Kommunistische
Partei Großbritanniens,
Kommunistische
Partei Bulgariens,
Partei
der Bulgarischen Kommunisten,
Kommunistische
Partei in Dänemark,
Kommunistische
Partei Estlands,
Kommunistische
Partei Griechenlands,
Ungarische
Kommunistische Arbeiterpartei,
Kommunistische
Partei Irlands,
Die
Arbeiterpartei Irlands,
Sozialistische
Partei Lettlands,
Sozialistische
Partei Litauens,
Kommunistische
Partei Luxemburgs,
Kommunistische
Partei Maltas,
Neue
Kommunistische Partei der Niederlande,
Kommunistische
Partei Polens,
Portugiesische
Kommunstische Partei,
Rumänische
Kommunistische Partei,
Kommunistische
Partei der Slowakei,
Kommunistische
Partei der Völker Spaniens,
Kommunistische
Partei Schwedens.
Quelle:
Prensa Popular Comunista de Miranda, in: Tribuna Popular
http://www.pcv-venezuela.org/ |