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Zum
Ausgang des Chemnitzer Parteitag erklären wir unseren Austritt aus der
PDS-Bremen am 27.10.03 |
Mit der Annahme des Parteiprogramms
in Chemnitz ist ein gravierender Vollzug der Anpassung der PDS an die
tragenden Kräfte der herrschenden Gesellschaftsordnung vollzogen worden.
Die PDS revidierte nicht nur ihre
Anti-Kriegsposition. Dabei ist das Abrücken von der Absage zu generellen
Militäreinsätzen der Versuch, sich den etablierten Parteien anzubiedern
und soll die Weichen für weitere Koalitionen auf allen Ebenen stellen.
Mit ihrem nun im Programm verankerten positive n Bezug auf
privatwirtschaftliches Profitstreben ist sie inzwischen dabei, der SPD auf
ihrem Weg in Richtung gesellschaftlichen Umbaus von arm nach reich zu
folgen.
Bereits im Jahr 2000 wurde mit der
Zustimmung der PDS in Mecklenburg-Vorpommern zur großen Steuerreform, die
Zustimmung zur Umverteilung von unten nach oben durch die PDS-Führung
abgesegnet. Schon im Bundestagswahlkampf 2002 wurde die Option einer
Regierungsbeteiligung im Bund medienwirksam diskutiert. Die Ergebnisse der
Regierungskoalitionen in Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere Berlin
zeigen: Die PDS ist dabei bereit, auch Sozialabbau voranzutreiben und mit
zu tragen. Sie organisiert Privatisierungen kommunaler Einrichtungen,
beteiligt sich an der Einführung von Studiengebühren und Schulgeld,
wirkt mit an der Aushöhlung und Abschaffung von Flächentarifverträgen
und sozialen Errungenschaften.
Nach unserer Auffassung eignet sich
die PDS nicht mehr als Trägerin einer sozialistischen Vision, noch ist
sie in aktuellen sozialen Abwehrkämpfen nützlich, um sich gegen die
weiteren Verschlechterungen der Lebenssituation der Mehrheit der Menschen
in diesem Land zu wehren.
Auch die politische Verfasstheit des
Landesverbandes Bremen, dessen Landesvorstandsmehrheit sich seit Jahren
weitgehend dem Mainstream der Gesamtpartei unterordnet, lässt eine
Mitarbeit als Linke nicht sinnvoll erscheinen. Der Bremer Landesverband
ist zu einer Schmalspurvariante parlamentarischen Agierens (z. B. in Beiräten)
verkommen.
Wir haben für uns das Fazit
gezogen, dass der Versuch, aus der PDS eine gesamtdeutsche,
antikapitalistische Partei zu entwickeln, gescheitert ist.
Auch wenn das Projekt „sozialistische PDS“, für das wir uns zum Teil
lange Jahre in zentralen Funktionen engagiert haben, gescheitert ist,
wollen wir nicht zu unbeteiligten ZuschauerInnen werden.
Wir haben uns entschlossen, als offener Arbeitszusammenhang weiterhin
politisch zu agieren und werden in Bündnissen mit anderen Gruppen in
dieser Stadt und bundesweit arbeiten.
Ausgetretene GenossInnen und ihre
bisherigen PDS Funktionen sind:
Herbert Thomsen, Landesvorsitzender
98 / 2000, Mitglied des Landesvorstandes, Kandidat zur Bundestagswahl
2002, Ex-Mitglied Beirat Walle
Heike Hey, Delegierte zum
Bundesparteitag 2003, Spitzenkandidaten Bundestagswahl 2002
Tobias Helfst, Landesvorstand 2000/
2002, Kandidat Bundestagwahl 2002, Landesgeschäftsführer [´solid]- die
sozialistische jugend LV Bremen
Ulrike Peiser, Mitglied
Landesvorstand, Landessprecherin [ ´solid] – die sozialistische jugend
LV Bremen
Sebastian Dolezalek,
Parteiratsmitglied 2000/2001, Ex-Landessprecher [ ´solid] – die
sozialistische jugend LV Bremen
Henning Tegeler, Sprecher PDS
Bremen-Nord
Silke Lieder, Mitglied der
Landesschiedskommission, Landefinanzrevisionskommission, ex stellv.
Landesvorsitzende
Gerd-Rolf Rosenberger
Frauke Dölling , Finanzverwalterin
Gruppe Nord
Olaf Dölling, Beiratsmitglied
Vegesack, ex BO-Sprecher Bremen-Nord
Dieter Leidreiter
Jürgen Willner, Delegierter zum
Bundesparteitag 2003
Norbert Lucas, ex Landesvorstand,
Sprecher Gruppe West
Ingo Schumann
Stefan Wichmann
Wolfgang Meyer, ex Beiratsmitglied,
ex Bundestagskandidat, Vorsitzender BO Links der Weser
UnterstützerInnen:
Michael Kohl
Anja Troue
Erich Kassel
Lea Voigt
Nils H.Ede (der sich für diese unorthodoxe Verbreitung dieser Information
an interessierte Kreise vielmals entschuldigt ;-)) und bittet die jetzigen
Webmaster, in Anbetracht der für die Partei erbrachten Leistungen, der
hier ausgetretenden GenossInnen, diese Info ca. 7 Tage im Netz stehen zu
lassen. DANKE.
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