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Zum Gedenken an Helmut Lucas

Ein guter und bis zuletzt kämpfender Genosse ist tot

Ein Nachruf der Redaktion www.kommunisten-online.de

Helmut Lucas gehörte der Redaktion schon recht früh an. Damals waren wir noch stolz, wenn wie im Monat 2.000 Zugriffe hatten (inzwischen über 250.000). Zeitweise bestand die Redaktion nur aus ihm und Günter Ackermann und oft stand es auf der Kippe, ob K-online weiter erscheint.

Aber Helmut stand zum Projekt und schließlich festigte sich die Erscheinungsweise, die Zugriffe stiegen ständig, K-online gewann unter Kommunisten und anderen Linken an Zustimmung, Interesse aber auch Ablehnung – je nach politischem Standort.

Helmut Lucas wurde, wie er einmal selbst schrieb, mit 18 Jahren durch den Mord an Benno Ohnesorg durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras  politisiert. Damals beteiligte er sich an Demonstrationen und Aktionen gegen den Krieg in Vietnam und organisierte sich bald schon politisch in der Kommunistischen Bewegung. Er gehörte dem KB-Bremen und dann der KPD/ML an.

Helmut wurde Beamter und blieb das 18 Jahre. Aber seine linke Gesinnung verschaffte ihm Feinde und er wurde massiv unter Druck gesetzt und verließ dann den Staatsdienst.

In den 90er Jahren schließlich wurde er Mitglied der PDS und baute in Bremen die Kommunistische Plattform der PDS (KPF) auf. Die Bremische Gruppe mit Helmut als Motor geriet schon bald wegen der Schaukelpolitik des Sprecherrats der KPF mit diesem in Konflikt. Er hatte erkannt, dass nicht die Kommunisten die PDS als Verstärker nutzen können, sondern die PDS-Führung die Kommunisten. Indem diese nämlich in dieser Partei sind, ist es glaubwürdig zu verkaufen, dass die PDS links, sozialistisch, ja für einige gar kommunistisch, ist. Die Kommunistische Plattform, so erkannte Helmut, bindet diese Genossen an die rechtssozialdemokratische PDS (heute Partei „Die Linke“) und beschränkt deren politischen Aktionsradius in Bahnen, die der Parteiführung nützlich sind.

2001 gehörte Helmut zu einer Gruppe der KPF, die im Gegensatz zum Sprecherrat, ein linkes Programm durchsetzen wollten. Das Projekt scheiterte, weil es dem Trotzkisten Winfried Wolf gelungen war, in dieser Gruppe die Führung in die Hand zu bekommen. Anstelle eines marxistischen Programmentwurfs wurde ein verwaschenes Papierchen fabriziert.

Dieser Gruppe in der KPF gehörte auch Günter Ackermann an. Kommunisten-online wurde von ihm und einigen anderen aus diesem Kreis konzipiert. Ein knappes Jahr nach dem ersten Erscheinen von K-online wurde Helmut Mitglied der Redaktion und blieb es bis zu seinem Tod.

Die Mitarbeit war, solange er noch konnte, sehr engagiert. Eine ganze Reihe der besten Beiträge stammen von ihm.

Vor zwei Jahren sagte er Günter Ackermann, dass er schwer an Krebs erkrankt sei. Aber immer noch lieferte er Beiträge. Die wurden – mit Fortschreiten der Krankheit zwar immer weniger – aber ganz hat er die Arbeit, bis zu seinem Tod, nie eingestellt.

Nur ein paar Tage vor seinem Tod sagte er am Telefon, dass ihm die Mitarbeit an K-online sehr wichtig sei.

Sein Sohn fand ihm am 28. April 2008 tot in seiner Wohnung. Helmut kämpfte bis zum letzten Atemzug. Ich hörte nie ein Wort der Klage von ihm, man musste es erahnen oder heraushören. Beim letzten Telefonat hatte Günter den Eindruck, dass es sehr schlecht um Helmut stehe. Der aber sagte, es sei nicht so schlimm. Günter hatte jedoch den Eindruck, dass dies das letzte Gespräch mit Helmut sein könne. Er hatte Recht.

Sein Sohn teilte uns die Todesnachricht mit den Worten mit:

„Helmut, mein Vater und Freund, Genosse und Mentor ist vorrige Woche am 28.04. verstorben. Ich weiß, das ihm das Projekt K-Online sehr am Herzen lag. Ich wünsche dir viel Schaffenskraft für die Zukunft und der Onlinezeitung!“

Kann ein Sohn etwas Schöneres über seinen Vater schreiben?

Redaktion Kommunisten-online

Günter Ackermann
Jens Torsten Bohlke
K. M.

Persönliche Anmerkung von Günter Ackermann:

Helmut und ich kamen uns auch menschlich sehr nahe. Im Jahre 2002 wurde mein geliebtes Enkelkind Alexander geboren. Er hatte einen sehr schweren Start in Leben und Monate lang hing sein kleines Leben am seidenen Faden.

Ich unterhielt mich oft mit Helmut über den Kleinen. Sein Zuspruch half mir Mut zu finden. Helmut zeigte echte menschliche Anteilnahme, die weit über das hinaus ging, was üblich ist. Helmut wurde 59 Jahre und ist friedlich gestorben.

Ich denke in Trauer an ihn. Er wird mir fehlen.

Günter Ackermann

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Eine Auswahl von Beiträgen von Helmut Lucas auf Kommunisten-online:

 

So geht also eine friedliche Revolution!

Ein Kommentar

Von Helmut Lucas 2003  

http://www.kommunisten-online.de/chileputsch3.htm#So

 

Wo die Hoffnung blüht, ist es oftmals um den Verstand geschehen

Die kollektive Amnesie!

Helmut Lucas von 2005

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/wahlen2.htm#Petra

 

Ein Innensenator, der lügt und ein Parlament, das sich der Jämmerlichkeit preisgibt

Der Fall Kurnaz in der Bremischen Bürgerschaft

Von Helmut Lucas/16.12.05

http://www.kommunisten-online.de/Kriegstreiber/murat_kurnaz.htm

 

Erst eine Sektattacke auf einen Obdachlosen, dann armselige Ausflüchte und dann...

Skandal in Bremen - Zweiter Bürgermeister tritt zurück

Von Helmut Lucas 2005

http://www.kommunisten-online.de/sektattacke.htm

 

„Wir legen auch Wert darauf zu stören“

Der Niedergang der Kommunistischen Plattform der PDS ist nicht mehr aufzuhalten

Von Helmut Lucas etwa 2003

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/kpf_niedergang.htm

 

Über Heinz Marohn, die KPF (Kommunistische Plattform der PDS), Peter Hartz und die Ehrenbürger von Berlin

Von Helmut Lucas/26. Februar 2007

http://www.kommunisten-online.de/blackchanel/linker_schwanz.htm

 

Helmut Lucas

Ein kleines Buch zum 8. Mai, das schon durch seine Unaufgeregtheit besticht

Das Ende

Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes /2005

http://www.kommunisten-online.de/historie/harms.htm#Helmut

 

Helmut Lucas

Die Kommunistische Plattform möchte lieber ein unbedeutendes Anhängsel der PDS bleiben

Lieber quatschen als kämpfen 
– Ein Kommentar/etwa 2002

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/offen-siv.htm

 

Helmut Lucas/2004

Vor 30 Jahren

Duisburg – ein Heerlager

(zum Mord am Kommunisten Günther Routhier durch Polizeibeamte in  Duisburg 1974)

http://www.kommunisten-online.de/historie/routhier.htm

 

Hartz IV in Bremen (I)

Von wegen unbürokratisch...   

von Bruno Humbug

23.12.04

http://www.kommunisten-online.de/innen/bshg.htm

Helmut Lucas ca 2003

Die Kommunistische Plattform der PDS hat sich entschieden

Vorwärts, wir marschieren zurück  

http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/kpf.htm

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