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Von
der Internationalen Abteilung des ZK der
KKE
Europäische
Linkspartei – Instrument zur Einbindung der revolutionären Kräfte in
den Rahmen des Kapitalismus
STRATEGIE
FÜR DIE „KORREKTUR“ DES SYSTEMS ODER FÜR SEINE ÜBERWINDUNG?
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke
Athen,
11. Februar 2011, KKE-Website. (auf Kommunisten-online am 20. Februar
2011) – Wie gut bekannt ist, rief die KKE am 1. Dezember 2010 in
ihrem Brief an die kommunistischen und Arbeiterparteien Europas dazu
auf, die Europäische Linkspartei (ELP) zu schwächen und zu verlassen,
weil sie als Schlepptau der Sozialdemokratie ein Instrument zur
Einbindung der revolutionären Kräfte in die Rahmenbedingungen des
Kapitalismus ist.
Diese
Initiative der KKE rief erwartungsgemäß in den verschiedenen Parteien
mit Mitglieds- oder Beobachterstatus in der ELP Diskussionen hervor.
Zugleich wurde der Brief Zielscheibe der Angriffe jener Kräfte, die auf
die weitere Abkehr der kommunistischen Bewegung von ihren revolutionären
Traditionen und Grundsätzen aus sind. Und so wurde völlig grundlose
und offensive Kritik von diesen Kräften an unserer Partei hoch
gepeitscht, wonach wir die ELP mit „falschen und grundlosen
Beschuldigungen“ überzogen hätten. In Wirklichkeit wird ein
aufmerksamer Leser des Briefes der KKE sehen, dass es dort eine
Bezugnahme auf die „spalterische und unterlaufende Rolle der ELP gegen
die internationale kommunistische Bewegung“ gibt. Eine symbolische
Demonstration dafür war die Organisierung des ELP-Kongresses genau am
gleichen Datum, an welchem die Internationale Beratung der
kommunistischen Parteien in Südafrika stattfand.
Einfache
Arithmetik oder ... politische „Algebra“?
Die
sich da in Polemiken gegen die KKE ergingen, um ihre Position der
eigenen Einbindung in die ELP zu stützen, gehören zum festen Bestand
der ELP, auch wenn sie nur deren Kongress beobachten.
Der
politische Inhalt bleibt bei diesen Leuten außen vor. Sie übersehen
sozusagen die opportunistische Richtung, bei der die ELP an vorderer
Front steht, und wo sie versucht, diese Parteien dazu zu bewegen, ihr zu
folgen. Das Problem besteht nicht in der Anzahl der Parteien, die daran
teilnehmen, sondern im Charakter jeder einzelnen dieser Parteien. Viele
dieser Parteien waren Kräfte, die in der Vergangenheit mit der
opportunistischen Strömung des „Eurokommunismus“ verknüpft waren
bzw. kommunistische Parteien und andere Kräfte, die den Sozialismus
aufgegeben hatten und nach der Konterrevolution in der UdSSR und
Osteuropa sich selbst dem Antikommunismus unterworfen hatten.
Es
ist kein Zufall, dass diese Parteien bei der ELP heute eine führende
Rolle spielen und bestrebt sind zu erreichen, was sie zuvor nicht zu
erreichen vermochten: Schluss zu machen mit der kommunistischen Bewegung
und den kommunistischen Parteien, die dem Ansturm der Konterrevolution
widerstanden. Das Ziel der Opportunisten bleibt dasselbe. Die
kommunistischen Parteien sollen keine moderne Strategie erarbeiten. Die
Frage der ELP ist nicht eine Sache der einfachen „Arithmetik“ (wie
viele Parteien teilnehmen), sondern es geht um politische ...
„Algebra“ (sozusagen darum, welche politische „Qualität“ von
den beteiligten Parteien dargestellt wird).
Die
opportunistische Strategie der ELP
Die
Basis für die Argumente, welche die KKE in ihrem Brief vom 1. Dezember
2010 vorgebracht hat, wird im Brief selbst und durch den Inhalt der
Kongressdokumente und Beschlüsse des 3. Kongresses der ELP untermauert
Der
eher verallgemeinerte Bezug auf „Sozialismus mit Demokratie“ (zwecks
Untergrabung des Sozialismus, den wir in der UdSSR und den anderen
sozialistischen Ländern kannten, mit der Behauptung, dass diese
sozialistischen Gesellschaften angeblich „undemokratisch“ waren,
zielt darauf ab, den Brunnen zu vergiften! Die ELP hat andere Ziele, wie
ganz klar aus ihrem Kongressdokument hervorgeht. Diese Ziele kommen
inhaltlich in ihrer Losung zum Ausdruck: „Wir können die Welt nicht
verbessern, wenn wir sie nicht retten. Aber wir können die Welt retten,
indem wir sie verbessern.“
In
dieser Losung gibt die ELP zu, dass sie nach einem menschlichen,
verbesserten Kapitalismus strebt. In einer Zeit, in der die Sackgassen
des Kapitalismus immer deutlicher für die Arbeiter werden, wo gerade
jetzt die Arbeiter aus ihrer eigenen Erfahrung begreifen können, dass
der Kapitalismus sowohl in der Periode der Entwicklung als auch in der
Krise barbarisch und aggressiv ist, hat die ELP es von sich aus übernommen,
dem Kapitalismus eine Gesichtsverschönerung zu verpassen, indem sie
absichtlich die kapitalistische Ausbeutung und die Macht des Kapitals
unangetastet belässt.
„Veränderung
des Auftrags der Europäischen Zentralbank (EZB). Durch Erzeugen von flüssigen
Geldern und gegründet auf soziale Kriterien soll die EZB die Vergabe
von niedrig verzinsten Krediten an die Mitgliedsländer der EU ausweiten
... Euro-Anleihen ausgeben, um Mitgliedsstaaten der EU zu ermöglichen,
zu vernünftigen Zinssätzen Geld zu leihen ... Ein anderes Europa ist möglich
... Wir kämpfen derzeit für eine demokratische Neugründung Europas
und der EU“. Mit dieser Position beweist die ELP, dass sie Maßnahmen
vorschlägt, die innerhalb der kapitalistischen Systembedingungen
wirken, seiner Beherrschung helfen und utopisch sind, weil sie fordern,
dass der Kapitalismus zu seinem vormonopolistischen Stadium zurückkehrt.
Angeblich wird auf diesem Weg die „Humanisierung“ des Kapitalismus,
die „Reinigung“ der EU von den Profiteuren und dem
„Neoliberalismus“ erreicht werden. Die Angst der ELP, die EU „neu
zu gründen“, indem sie sie „reinigt“ und die EZB in eine
angeblich gemeinnützige und volksverbundene Einrichtung umwandelt,
beweist, dass sie keine Beziehung zu einem klassenmäßigen Herangehen
und einer klassenmäßigen Einschätzung des imperialistischen Wesens
der EU hat. Nichts desto trotz wissen die dem Marxismus-Leninismus
folgenden Kommunisten sehr genau, was objektiv innerhalb der
kapitalistischen Gesellschaft vorhanden ist, dass also dieses
Ausbeutersystem nicht durch ein paar Reformen verbessert werden kann und
auch seine imperialistischen Organisationen nicht neu gegründet werden
können auf einer volksverbundenen Grundlage, denn die kapitalistische
Ordnung kann nur überwunden werden.
„Wenn
die EU unfähig ist, Spekulationen zu stoppen, wer dann?“, fragt die
ELP. Somit ist ganz klar, dass die Illusionen und Hoffnungen in den
Kongressdokumenten der ELP sogar noch jene übersteigen, die sich in den
Papieren der imperialistischen EU selbst finden. Die Haltung einer
Euro-Partei wird mit der Tatsache erklärt, dass die Vorbedingung ihrer
Existenz ihre Akzeptanz der Grundsätze der EU, der Verewigung dieses
imperialistischen Bündnisses, und daher der kapitalistischen Ausbeutung
ist. Dies findet sich in ihrem Gründungsdokument und in ihren Statuten
findet. Und auf diese Art werden gleichzeitig Illusionen genährt, dass
Kapitalisten existieren können, die nicht auf Profit aus sind.
Wenn
die ELP für einen „neuen demokratischen Prozess“ ist, „der sich
auf die aktive Teilnahme des Volkes, des Europäischen und der
nationalen Parlamente über neue Teilhabe-Befugnisse und -Rechte ... gründet“,
dann serviert die ELP da erneut eine reingewaschene Ansicht des bürgerlichen
Parlaments, was darauf abzielt, die Arbeiter- und Volksbewegung
innerhalb der bankrotten Logik des Eurokommunismus abzufangen.
Wenn
die ELP schreibt: „Das heißt, wir wollen eine politische und
gesellschaftliche Front gegen den Neoliberalismus auf nationaler und
europäischer Ebene schaffen“, dann schädigt sie damit die
Volksbewegung, denn sie propagiert falsche Hoffnungen, dass der
Kapitalismus angeblich die Probleme des Volkes heutzutage lösen kann,
ohne dass die kapitalistischen Produktionsverhältnisse und ihr
politischer Überbau angetastet würden. Mit dieser gefährlichen und
irreführenden „anti-neoliberalen Fronten“ wird die gescheiterte
„Lösung“ durch bürgerliche Reformen verbreitet. Dies lässt die Tür
zur Sozialdemokratie offen.
In
der Zeit, als die Sozialdemokraten das grundlegende
„Kampfinstrument“ des Kapitals darstellen, um die gegen die Arbeiter
gerichtete Barbarei und die rasant steigende Massenverelendung in Europa
durchgehen zu lassen (z.B. in Griechenland, Spanien, Portugal), da
verurteilt die ELP heuchlerisch „neoliberales Management“. Dabei
geht die ELP sogar so weit, diesem „neoliberalen Management“ die
kapitalistische Krise nachzusagen. Und so täuscht die ELP darüber
hinweg, dass sie das Wesen der Krise als dem kapitalistischen System
wesenseigene Krise, als Überakkumulationskrise des Kapitals, welche auf
dem Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit basiert, wie es die
kommunistischen Parteien auf ihrer Internationalen Beratung in Südafrika
schlussfolgerten, nicht erfaßt. Im Gegenteil, die Kräfte der ELP
belassen die wirklichen Ursachen der weltweiten kapitalistischen
Systemkrise unangetastet.
Sie
grenzen mit dieser Linie jede Entwicklung der Klassenkämpfe der
Arbeiterklasse auf das Verurteilen „des schlechten Rechts“ (z.B.
Sarkozy in Frankreich) ein und arbeiten damit im Wesen auf die Rückkehr
der Sozialdemokratie hin, die nachweisliche Erfahrungen im Verfolgen
einer Politik gegen das Volk hat und solche Linien auf einem noch
barbarischeren Weg fortsetzt als dem, welchen die liberalen Regierungen
hinterlassen haben. Kommunistische Parteien, die die Rolle des Partners
in der Regierung mit der Sozialdemokratie spielen, befördern dieselbe
opportunistische Linie, um die gegen die Arbeiterklasse gerichteten
politischen Spielarten durchzusetzen. Das ist ein Kurs, welcher sehr
bekanntermaßen zur ideologischen Kastration der kommunistischen
Parteien in Europa in der jüngsten Vergangenheit, zum Verlust ihrer
Verbindungen mit der Arbeiterklasse und den Volksmassen führte.
Die
revolutionäre Strategie der KKE
Die
kompromissbereiten Kräfte in der kommunistischen Bewegung fördern als
ihr Ideal einen Kurs, bei dem die kommunistischen Parteien eine „Ergänzungsrolle“
zur Sozialdemokratie spielen, um eine sogenannte „gesellschaftliche
Mehrheit für Solidarität“ zu bilden. Das Modell der „linken
Einheit“ wird in diesem Rahmen in Griechenland und allgemeiner gefördert.
Bezüglich
der Bündnisfrage beugte sich die KKE nicht dem Druck, der in
Griechenland mit dem Argument der „linken Einheit“ ausgeübt wurde.
Ein Argument, welches in unserem Land von den Mitgliedern der ELP und
SYN unterstützt wird. (Das ist ein Bündnis opportunistischer Kräfte.
Einige von ihnen verließen die KKE 1968 unter der Flagge des
Eurokommunismus und 1991 unter dem Banner des „Gorbatschowismus“.)
Die
Tatsache, dass die KKE die Sackgasse sogenannter „linker Einheit“
abgelehnt hat, bedeutet, dass die KKE eine Bündnispolitik betreibt,
welche den Interessen der Arbeiterklasse und der arbeitenden Schichten
des Volkes sowie den Erfordernissen des Klassenkampfes entspricht. Wir
konzentrieren unsere Arbeit auf das sozialpolitische Bündnis, welches
sich auf die gemeinsame Aktion und gemeinsame Interessen auf derselben
Linie des Kampfes der Arbeiterklasse sowie der in Stadt und Land tätigen
kleinen Selbständigen gründet. Ein Bündnis, welches in die
Auseinandersetzung mit den Monopolen, den Imperialismus gerät und
gleichzeitig den Kampf für einen anderen Entwicklungsweg für unser
Land, den Entwicklungsweg hin zur Volksmacht und einer Wirtschaft mit zu
vergesellschaftenden Produktionsmitteln und zentraler Planwirtschaft
sowie Arbeiterkontrolle beinhaltet. Für Kommunisten kann es da keine
„vermittelnde Macht“ und kein „vermittelndes System“ zwischen
Kapitalismus und Sozialismus geben. Für Kommunisten bedeutet die Macht
des Volkes über die Wirtschaft die sozialistische Gesellschaft.
Die
KKE schätzt ein, dass man keine so negative Situation in der
Arbeiterbewegung heute hat, wo die Partner der ELP, die gelben
Gewerkschaftsbürokraten vom Internationalen Gewerkschaftsverband
vorherrschend sind und andererseits auf politischer Ebene sich das
Vorhandensein eines radikalen politischen Bündnisses anbietet.
Heutzutage
haben die kommunistischen Parteien wichtige Erfahrungen angesammelt. Sie
können sich selbst von der Ansicht loslösen, dass eine Bündnispolitik
bedeutet, mit Kräften zusammenzuwirken, die sich von der
kommunistischen Bewegung entfernt haben. Die notwendige Schlussfolgerung
muss aus diesen Abgefallenen gezogen werden. Dies daher, weil sie nicht
mit den Reihen der kommunistischen Parteien mitgingen und
opportunistische Parteien und Gruppen zufälligerweise schufen, nicht
weil sie einfach mit ein paar Details nicht einverstanden waren. Sondern
sie waren mit dem Wesen nicht einverstanden. Sie machten sich selbst zu
unterwürfigen Kräften des Kapitalismus, für die Verstetigung des
Ausbeutersystems. Ihre Antwort auf die Kernfrage „Mit dem Volk? Oder
mit den Monopolen?“ besteht darin, dass sie es in Theorie und Praxis
mit den Monopolen halten. Und während sie sich auf ihre kommunistischen
Wurzeln berufen können, führen sie einen systematischen
antikommunistischen und antisozialistischen Angriff gegen den
Marxismus-Leninismus. Sie sind auf die Korruption und die
politisch-ideologische Entwaffnung der kommunistischen Parteien, ihre
Auflösung, ihr Abgleiten in opportunistische Gliederungen und Vehikel
aus, welches in die Arme der Sozialdemokratie führt. Daher sind dies
nicht Kräfte, die „die Dinge nicht genauso wie die Kommunisten
sagen“, sondern sie sind Kräfte des Gegners.
Statt
Familienhochzeit mit den Führungen opportunistischer Strömungen und
Parteien sowie der Sozialdemokratie im Namen der „linken Einheit“ zu
betreiben, wodurch die kommunistische Bewegung in der Vergangenheit so
viel zu erleiden hatte, besteht die Hauptaufgabe für die
kommunistischen Parteien heute in der massiven Befreiung der
Arbeiterklasse und der Schichten des arbeitenden Volkes vom Einfluss der
bürgerlichen Parteien, sowohl der sozialdemokratischen als auch der
liberalen. Auf dieser Grundlage wird die Bedingung für die Sammlung der
Kräfte für ein gesellschaftliches Bündnis in Griechenland geschaffen,
und zwar über die Straßendemonstrationen der Kräfte im gemeinsamen
Handeln der klassenkämpferischen Arbeitergewerkschaft PAME, der kämpferischen
Bauernvereinigung PASEVE, des griechischen Frauenverbandes OGE und der kämpferischen
Studentenfront MAS. Die Aktionseinheit wird bestimmen, wie schnell wir
ein ausgeformtes sozialpolitisches Bündnis auf einer politischen Ebene
der antimonopolistischen und antiimperialistischen Kräfte haben werden.
Nur diese Arbeit kann Vertrauen bei der Arbeiterklasse und den
Volksmassen schaffen. Auf jeden Fall kann der Kommunist nichts ohne
beharrliche Massenarbeit schaffen, welche stets vom strategischen Ziel
Sozialismus geleitet wird und durch ein Bündnis erfolgt, welches die
Volksmassen dorthin leitet und ihre Partei stärkt, die der
unersetzliche Führer der Arbeiterklasse ist.
Das
ist die politische Linie, welche die KKE seit dem Start der
opportunistischen Kräfte 1990 verfolgt hat. Und es hat sich gezeigt,
dass die KKE nicht nur nicht „von den Massen isoliert“ worden ist,
wie einige hofften, sondern ihre Massenverankerung in der Arbeiterklasse
und den arbeitenden Schichten des Volkes verstärkt hat. Dies ist
offenkundig in den Massendemonstrationen und Streiks, bei denen die
Kommunisten mit an der Spitze gestanden haben. Dies ist auch in den
Wahlergebnissen offenkundig, welche nicht der wichtigste Messwert für
Kommunisten sind, aber eben einer von vielen. In den ersten Wahlen nach
der Trennung von den Opportunisten 1993 erreichte die KKE 4,5% (über
300.000 Stimmen), 2010 erreichte sie nahezu 11% und 600.000 Stimmen.
Das
Ziel, den Imperialismus besser zu überwinden als ihn humanisieren zu
wollen, ist so aktuell wie immer für die KKE. Für die KKE ist die
stabile Front gegen Opportunismus charakteristisch für unsere
kommunistische marxistisch-leninistische Identität. Diese Identität
und ihre Verteidigung stoßen heute auf die Ablehnung der ELP, die
kommunistischen Parteien mit Mitglieds- oder Beobachterstatus in der ELP
verlassen diese Identität. Diese Erfahrung ist nicht mit den
Besonderheiten jedes Landes verbunden. Im Gegenteil, sie sind Teil des
kollektiven Erfahrungsschatzes der kommunistischen Weltbewegung. Sie
sind Grundsätze, die notwendige Voraussetzung zu jeder Zeit und
wahrhaftig für jede kommunistische Partei sind, weil sie den
Herausforderungen des härtesten Klassenkampfes gerecht werden, die
Macht der Kapitalisten zu überwinden und den Sozialismus-Kommunismus
aufzubauen.
Die
Haltung zum Antikommunismus ist ein grundsätzliches Kriterium
Zwanzig
Jahre nach dem Sturz des Sozialismus in der UdSSR und in Ost- und
Mitteleuropa verstärken die bürgerlichen Regimes und ihre
ideologischen Instrumente unter den Bedingungen der weltweiten
kapitalistischen Systemkrise ihren Angriff gegen die kommunistische
Bewegung und setzen sie die Verleumdung der UdSSR und der anderen
Volksdemokratien fort. Wir hatten ein jüngstes Beispiel dafür in
Deutschland.
Der
sogenannte „Motor“ Europas muss gut „montiert“ werden, damit er
die Profitabilität des Kapitals „antreiben“ kann. Alle politischen
Strömungen des „mainstreams“ von „links“ oder „rechts“
werden aufgerufen, auf ihre Weise zu dieser Kraftanstrengung
beizutragen.
In
Deutschland sind seit Jahrzehnten Berufsverbote gegen Kommunisten im öffentlichen
Dienst wirksam. Ein Anstoß für den erneuten Ausbruch des
Antikommunismus wurde durch die Absicht von Gesine Lötzsch, der
Vorsitzenden der Partei Die Linke gegeben, auf einem Treffen zu
sprechen, welches das Wort „Kommunismus“ in seiner Themenstellung
enthielt. Allein dies rief „harte“ klassenbedingte Reflexe bei den bürgerlichen
Parteien und den Medien hervor, die die erwähnte Partei und ihre
Vorsitzende anprangerten ... gegenwärtig in den „Kommunismus“
abzugleiten.
Die
deutsche bürgerliche ... „Demokratie“
„Wer
auch immer Kommunismus als sein Ziel hat, greift die
freheitlich-demokratische Grundordnung unserer Verfassung an“, so die
Verlautbarung der regierenden christlich-demokratischen Partei CDU. Während
die sozialdemokratische Partei SPD in der Verlautbarung ihres Sekretärs
der Parlamentarischen Gruppe, Thomas Obermann, sich auf die innere
Umgestaltung konzentrierte, welche in der Partei Die Linke durch die
Anwesenheit ihrer Vorsitzenden auf so einem Treffen heraufbeschworen
worden war und schlussfolgerte, „die Linke ist in verschiedene
Richtungen in ihrer Führung zerbrochen“. Der Generalsekretär der
christlich-sozialen Union CSU, Alexander Dobrindt, forderte, dass „die
Linke vom Verfassungsschutz geheimdienstlich landesweit beobachtet
werden muss“.
Das
ist die viel gepriesene „bürgerliche Demokratie“ der europäischen
Gesellschaften und sind die „europäischen Errungenschaften“ des
„Motors“ Europas, der offen seinen Antikommunismus erklärt und
jeden verfolgt, der die Frage der Überwindung der kapitalistischen
Ausbeuterordnung und der Notwendigkeit des Aufbaus einer von der
Ausbeutung des Menschen durch den Menschen freien Gesellschaft offen zu
stellen wagt.
Verlautbarungen,
die den Kommunismus ablehnen
Bei
all dem ist es in solchen Momenten immer der Fall, dass es da oft zu
einigem „Kollateralschaden“ kommt. Die Vorsitzende der Partei Die
Linke erhielt jede Menge „feindliches“ Feuer, aber am Ende auch
viele Angriffe aus den eigenen Reihen der Funktionäre ihrer eigenen
Partei. Sogar dann noch, als sie selbst viele Erklärungen abgab und
darin „Kommunismus ablehnte“ und betonte, dass sie „eine
Sozialistin und keine Kommunistin ist“, an den „Stalinismus“
erinnerte und da die „Verbrechen des Kommunismus“ verurteilte. Sie
sprach sich gegen den „existierenden Sozialismus“ aus und schwor
Treuschwüre auf den sogenannten „demokratischen Sozialismus“!
Die
Funktionäre der Partei Die Linke reihten sich aneinander und bekundeten
die Loyalität zu ihrer eigenen Partei. Sie lobhudelten vor der bürgerlichen
Bourgeoisie. Lothar Bisky zum Beispiel als ehemaliger amtlicher
Vorsitzender dieser Partei hatte ein paar Tage zuvor erklärt, dass
„die Wiedervereinigung Deutschlands Freiheit und individuelle Rechte
gewährte und uns eine außergewöhnliche Verfassung bescherte. Und wenn
ich auf persönlicher Ebene sprechen kann, so können meine Studenten
und Söhne in einem Land mit einem Entwicklungsweg aufwachsen, welches
einst fernab von jedermanns kühnsten Träumen war.“
Jedoch
scheinen all diese ... „Teufelsaustreibungen des Kommunismus“ der
Partei Die Linke nicht geholfen zu haben.
Eine
Haltung fernab der Werte, Traditionen und Geschichte der kommunistischen
Bewegung.
Gleichzeitig
ist das ideologische Bündnis der Opportunisten mit der bürgerlichen
Ideologie noch offenkundiger. In jedem Fall finden sich sowohl die
Partei Die Linke als auch die sogenannte „Europäische Linkspartei“
(ELP) in ihrer Oppositionshaltung gegenüber dem Klassenkampf und dem
Aufbau des Sozialismus zusammen. Da handelt es sich nicht um einen
Unfall, der sich auf ihre Statuten gründen würde. Die ELP nimmt aktiv
an der brutalen antikommunistischen Kampagne in Europa teil. Sie
verurteilt die Geschichte des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR.
Wir
sollten einen Moment überlegen, was diese Haltung der ELP und der
Partei Die Linke wohl möglicherweise mit der stolzen Haltung tausender
griechischer und anderer Kommunisten gemein haben könnte, die
angesichts von Erschießungskommando, angesichts von Folter und Exil
nicht wankten und keine Erklärung zur Ablehnung des Kommunismus
unterschrieben, welche ihre Folterer von ihnen forderten. Die Antwort
auf diese Frage möglicher Gemeinsamkeiten lautet: Nichts! Und die
Partei Die Linke und die ELP haben nichts mit den Traditionen, der
Geschichte, den Werten und den Erfahrungen der kommunistischen und
Arbeiterbewegung gemein.
Ihre
Behauptungen, dass sie für einen ... „demokratischen Sozialismus“
im Gegensatz zu einem „totalitären“, „diktatorischen“, „willkürlichen
Kommunismus“ kämpfen, ist nicht neu. Diese Behauptungen sind die
Fortsetzung des „demokratischen Sozialismus“ von Bernstein (welcher
vor über hundert Jahren formuliert wurde), die Fortsetzung der diesbezüglichen
Argumente der 2. Internationale hinsichtlich der friedlichen Erlangung
der politischen Macht durch das Parlament, was von der
„eurokommunistischen Strömung“ übernommen wurde.
Wie
der 18. Parteitag der KKE einschätzte: „Bürgerliche und
opportunistische Propaganda, das Gerede von Unfreiheit und
undemokratischen Regimes leistet den Konzepten von „Demokratie“ und
„Freiheit“ in ihrem bürgerlichen Inhalt Vorschub, stellt Demokratie
mit bürgerlichem Parlamentarismus und Freiheit mit bürgerlichem
Individualismus und privatkapitalistischem Eigentum gleich. Der
wirkliche Inhalt von Freiheit und Demokratie im Kapitalismus ist der
wirtschaftliche Zwang zur Lohnsklaverei und die Diktatur des Kapitals in
der Gesellschaft im Allgemeinen und besonders innerhalb der
kapitalistischen Unternehmen. Unsere kritische Haltung zur Kontrolle und
Mitbestimmung der Arbeiter
und des Volkes hat keinerlei Bezug zu den bürgerlichen und
opportunistischen Polemiken hinsichtlich der Demokratie und „Rechte in
der UdSSR“.
Die
KKE, die anders als die ELP die Errungenschaften des Sozialismus nach
dem Studium der Erfahrungen beim sozialistischen Aufbau in der UdSSR
verteidigt, kam u.a. zu folgender Schlussfolgerung: „Um die Probleme
zu lösen, die in der Wirtschaft entstanden sind, wurden Wege und Mittel
benutzt, die zur Vergangenheit gehören. Mit dem Fördern von
politischen Spielarten der „Marktwirtschaft“ anstelle der Verstärkung
des gesellschaftlichen Eigentums und der zentralen Planung, der
Homogenisierung der Arbeiterklasse (mit dem Ausweiten der Fähigkeiten
und Kapazitäten in der Multi-Spezialisierung und für die Veränderung
der technischen Arbeitsteilung), der Mitbestimmung der Arbeiter an der
Arbeitsorganisation, der Arbeiterkontrolle von unten nach oben begann
die Trendwende sich selbst zu verstärken.“
Verschiedene
Aspekte der ideologischen Front
In
Wirklichkeit sind die Bekundungen der Opportunisten zum
„demokratischen Sozialismus“ das Feigenblatt, hinter welchem die
Opportunisten darauf aus sind, ihre Ablehnung und Opposition gegenüber
der Notwendigkeit des revolutionären Kampfes zu verstecken.
Der
sogenannte „demokratische Sozialismus“ ist das Feigenblatt, mit
welchem die Opportunisten versuchen, ihre völlige Übereinstimmung mit
dem bürgerlichen System, ihre Unterwerfung unter die bürgerliche
„Demokratie“, unter die Macht der Diktatur des Kapitals zu
verbergen.
„Demokratischer
Sozialismus“ ist die „Aufgabe“, welche die opportunistischen Kräfte
in Angriff genommen hat innerhalb der feindlichen Verleumdungskampagne
des bürgerlichen Systems gegen den wissenschaftlichen Kommunismus,
gegen den Klassenkampf. Eine Kampagne, die nicht nur unter
kapitalistischen Bedingungen ausgeführt wird, sondern auch eine klare
Haltung gegen das Experiment des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR
und in den anderen sozialistischen Ländern einnimmt. Daher haben die bürgerlichen
politischen Kräfte zusammen mit den Opportunisten von der Partei Die
Linke und der ELP mit ihrem Gerede von „sozialistischer Demokratie“
und der damit verbundenen unhistorischen Art der Kritik verschiedener
Perioden der historischen Entwicklung als ihr klares Ziel die Negation
des Beitrags des sozialistischen Aufbaus. Manchmal greifen sie die
gesamte siebzigjährige Geschichte der UdSSR an, bei anderen
Gelegenheiten greifen sie die Periode an, in welcher die sozialistische
Grundlage unter der Führung von J. Stalin geschaffen wurde.
Faktisch
entlarvte die Führung dieser einzelnen opportunistischen Partei aus
Deutschland sich selbst auf den Treffen, die zum Jahrestag der Ermordung
der kommunistischen Führer Deutschlands, Rosa Luxemburg und Karl
Liebknecht, abgehalten wurden. Dies auf dem folgenden Weg: sie
platzierte auf dem Friedhof der sozialistisch-kommunistischen Kämpfer
eine Erinnerungsplakette für die ... „Opfer des Stalinismus“. Das
Beharren der Partei Die Linke, diesen Akt der Provokation fortzusetzen,
wurde das vierte Jahr in Folge gezeigt, seit die Plakette natürlich
starke Reaktionen hervorruft.
Durch
diese Aktionen sind sie erfolgreich beim Nachweis „der Nabelschnur“,
welches bürgerliche „Demokratie“ mit Opportunismus verbindet. Wie
ein gut bekanntes Doppelpack, in welchem einer alle Argumente für die
Anhänger der bürgerlichen Demokratie ausschöpft, - die Argumente, die
den Sozialismus verurteilen, die Grundsätze seines Aufbaus und die
Argumente zugunsten des kapitalistischen Managements.
Dieses
Mitglied des Doppelpacks tischt den Arbeitern die Losung „Erst die
Menschen, dann die Profite“ auf. In genau dem Moment, als jeder Aspekt
der heutigen Situation (kapitalistische Krise, Arbeitslosigkeit,
imperialistische Kriege, der kürzliche Lebensmittelskandal mit
Dioxinverseuchung in Deutschland usw.) die Notwendigkeit der Abschaffung
der kapitalistischen Profite und des dies alles verursachenden
Ausbeutersystems offenkundig werden ließ.
Was
sie auch sagen, eine Sache ist richtig: Der Klassenkampf ist nicht
abgeschafft worden. Revolutionen können nicht abgeschafft werden. Auch
werden die, die sie ausführen, nicht um Erlaubnis bei der Bourgeoisie
anfragen. Die Erfahrung des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR und in
den anderen sozialistischen Ländern, wo durch nie dagewesene Kämpfe
der Aufbau des Sozialismus versucht wurde, ist für Kommunisten ein
unersetzlicher Beitrag für die sozialistischen Revolutionen der
Zukunft!
Quelle:
http://inter.kke.gr/News/news2011/2011-02-11-kea
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