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Schon
allein wegen den Namen ist es die einzige Möglichkeit, die KPD zu stärken
und versuchen sie in ganz Deutschland auszudehnen.... aber auch sonst, die
Rote Fahne ist meiner Meinung nach neben Offen-Siv die beste linke
Zeitung und die KPD hat derzeit unter allen Parteien, das für Kommunisten
am besten geeignetste Programm!
Brief
eines Lesers von Kommunisten-online
Liebe
Genossen,
ich
bin Abonnent des kommunisten-online Newsletters und möchte eure Arbeit
zuerst einmal loben, im wesentlichen bin ich mit euren Artikel
einverstanden, so auch bei den Artikel "Die Schlacht fand nicht statt
aber das Schlachten?" aber es gibt eine Sache, die ich mal
kritisieren möchte....
"Machen
wir uns nichts vor: Wir müssen den Zustand überwinden, wo ideologisch
Unklare, Revisionisten oder schlichtweg Tagträumer das Bild der
Kommunisten prägen.
Es
muss ein Ruck durch die Kommunisten gehen, diese Elemente müssen
verschwinden - die KPD muss neu erstehen."
Ist
denn daran gedacht worden, das es eine KPD (www.k-p-d.de)
gibt, eine ideologisch sehr klare, die auch in etwa auf der Welle von www.kommunisten-online.de
liegt? Zwar ist es nur die KPD Ost aber solange das KPD Verbot im Westen
besteht ist dieser traditionelle Name für Parteineugründungen im Westen
ja sowieso blockiert - und es ist illusorisch, das es einmal aufgehoben
wird.
Schon
allein wegen den Namen ist es die einzige Möglichkeit, die KPD zu stärken
und versuchen sie in ganz Deutschland auszudehnen.... aber auch sonst, die
Rote Fahne (http://www.die-rote-fahne.info/)
ist meiner Meinung nach neben Offen-Siv die beste linke Zeitung und die
KPD hat derzeit unter allen Parteien, das für Kommunisten am besten
geeignetste Programm! In Zeitz hat die KPD einen Abgeordneten im Stadtrat,
bei der Landtagswahl in Thüringen hat sie mehr Stimmer erhalten als die
DKP auf den selben Gebiet, etc.
Wieso
also eine neue Partei gründen? Wäre es nicht sinnvoller, bereits
bestehendes zu sichern und auszubauen?
Denn
das einzige, was der bestehenden KPD fehlt um eine echte politische Größe
zu werden sind junge Mitglieder und es ist die Ausdehnung in den Westen.
Was
ich sagen will ist, das man sich im klaren sein muß, was zerstört werden
könnte, wenn man praktisch zur Neugründung einer KPD aufruft, denn diese
event. Neugründung ist in großer Gefahr als unbedeutende, kleine
Splittergruppe zu enden.
mit
kommunistischen Grüßen
R.
(der
Name ist der Redaktion bekann)
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Und
nun frage ich dich: „Welche dieser Parteien, Gruppen und Sekten
hat „durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen,
in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den
nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern,
ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu
verschmelze“ bewiesen, die KPD zu sein?
1.
Antwort des Roten Webmaster
EIN VORSCHLAG ZUR GENERALLINIE DER INTERNATIONALEN
KOMMUNISTISCHEN BEWEGUNG“
bekannten und die Führung der KPdSU, der SED und der anderen Parteien des
Revisionismus bezichtigten.
Ich
gehörte ebenfalls dazu, war aber niemals Mitglied der KPD gewesen, das
zur ich zu jung als sie verboten wurde.
Damals gab es zwei Meiningen: die eine sagte, der bürgerliche Staat werde
das KPD-Verbot anwenden, denn er gehe gegen die KPD vor und werde umso
mehr gegen die revolutionären Kräfte vorgehen, wenn diese sich
organisieren.
...wodurch
wird die Disziplin der revolutionären Partei des Proletariats
aufrechterhalten? wodurch wird sie kontrolliert? wodurch gestärkt?
Erstens durch das Klassenbewusstsein der proletarischen Avantgarde und
ihre Ergebenheit für die Revolution, durch ihre Ausdauer, ihre
Selbstaufopferung, ihren Heroismus. Zweitens durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der
Werktätigen, in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den
nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern,
ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu
verschmelzen. Drittens durch die Richtigkeit
der politischen Führung, die von dieser Avantgarde verwirklicht wird,
durch die Richtigkeit ihrer politischen Strategie und Taktik, unter der
Bedingung, daß sich die breitesten Massen durch eigene Erfahrung von
dieser Richtigkeit überzeugen. Ohne diese Bedingungen kann in
einer revolutionären Partei, die wirklich fähig ist, die Partei der
fortgeschrittenen Klasse zu sein, deren Aufgabe es ist, die Bourgeoisie zu
stürzen und die ganze Gesellschaft umzugestalten, die Disziplin nicht
verwirklicht werden"
(hervorgehoben von G.A.)
Hier
hat Lenin die Avantgardepartei definiert, das ist der Maßstab, an dem
sich eine Partei messen lassen muss, die sich als kommunistische Partei
bezeichnet und den Anspruch erhebt, die alleinige wirkliche Partei des
Proletariats zu sein.
Und
nun frage ich dich: „Welche dieser Parteien, Gruppen und Sekten
hat „durch ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen,
in erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den
nichtproletariscben werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern,
ja, wenn man will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu
verschmelze“ bewiesen, die KPD zu sein?
Ferner:
Wie steht es mit: „durch die Richtigkeit der politischen Führung,
die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer
politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die
breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeuge.“
Wo
hat eine der Gruppen, wo hat die Ost-KPD „die Richtigkeit der
politischen Führun“ unter Beweis gestellt, wo konnten sich „die
breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen“?
Ich
brauche hier nicht ins Detail der politischen Linie der KPD’s, der DKP,
der MLPD usw zu gehen, um zu sagen, alle sie erfüllen diese leninschen
Kriterien nicht.
Ich
streite ihnen nicht ab kommunistisch zu sein – naja, mehr oder weniger
– zumindest aber wirken in ihnen auch Kommunisten. Aber auch eine Menge „ideologisch
Unklare, Revisionisten oder schlichtweg Tagträumer“!
Wir
werden uns wohl noch diese Woche kritisch mit der MLPD befassen, du wirst
dann sehen, wie wir es meinen.
Koreanische Demokratische
Volksrepublik (nachfolgend Nordkorea genannt) und ihrer Führer Kim Il
Sung und dessen Sohn Kim Jong Il.
Zunächst
einmal brauchen wir Kommunisten keine
Partei oder Staat, die uns sagen und zeigen wo es langgeht. Traf das bis
in die 50er Jahre für die Sowjetunion zu, so war die Bindung an die KPdSU
nach dem 20. Parteitag eine der Hauptursachen des Zerfalls des
sozialistischen Lagers.
Der
Bazillus des modernen Revisionismus ging von der KPdSU aus und vergiftete
alle kommunistischen Parteien weltweit. Nach dem Ende der SU torkelte
folglich die gesamte kommunistische Bewegung in eine Krise, aus der sie
sich bis heute noch nicht erholt hat.
Aber
auch konkret halte ich das, was in Nordkorea als kommunistisch ausgegeben
wird, eher für fragwürdig.
Ich
kenne ein Buch aus Nordkorea, eine offizielle Biografie Kim Il Sungs. Die
ersten Seiten wird da berichtet, dass alle möglichen Verwandten wie
Eltern, Onkel usw. schon große Revolutionäre waren. Das könnte man als
Kuriosität abtun, wenn dann nicht der entscheidende Lapsus gewesen wäre:
Im
Buch wird die Position vertreten, dass in Korea die objektiven Bedingungen
für die Revolution reif gewesen seien, aber die subjektiven noch nicht.
Anmerkung: Das ist so nicht falsch, aber es geht weiter: Diese (die
subjektiven Bedingungen) seien erst mit dem Auftreten Kim Il Sungs reif
geworden.
Bitte
sage mir, was hat das mit Marxismus-Leninismus zu tun? Das ist eine bürgerliche
Herangehensweise an die Geschichte, denn nach dieser Herangehensweise ist
die Geschichte nicht die Geschichte von Klassenkämpfen, sondern die der
großen Männer. Und das ist die offizielle Geschichtsschreibung einer
Partei, die der KPD (Ost) als Vorbild dient! Tut mir leid, das kann ich
nicht teilen!
Oder
vor 2. Jahren wollte die KPD (Ost) eine Konferenz zur Aktionseinheit
durchführen. Wir waren daran interessiert und wollten auch dran
teilnehmen. Wir dachten nämlich, das sei eine Konferenz bei der sich
Kommunisten unterschiedlicher Organisationen und parteilose Genossen über
ihre Zusammenarbeit beraten sollten.
Das
wollten wir unterstützen! Stattdessen wurde ein Aufruf verschickt mit
Wischiwaschi und sozialen Forderungen und Aktionen. Das hätte Kardinal
Lehmann, Oskar
Lafontain und DGB-Sommer unterschreiben können. Gegen
so ein Papier ist grundsätzlich natürlich nichts zu sagen, denn
der Kampf um Reformen ist ein Teil des Klassenkampfes, aber das hier
lehnten wir ab. Um das nämlich wirkungsvoll angehen zu können, wäre
eine starke kommunistische Partei erforderlich gewesen, die sieser
Bewegung Richtung und Ziel geben kann. Dass die KPD (Ost) das nicht ist,
steht wohl zweifelsfrei fest. Anstatt Aktionseinheit der Kommunisten rief
die KPD zur Volksfront auf, der zweite Schritt wurde vor dem ersten
gemacht. Das aber ist in der konkreten Sache Rechtsopportunismus.
AUF im Stadtrat“ – was das
auch immer bedeuten mag. Niemand vermutet dahinter die MLPD, es wird auch
keine kommunistische Politik gemacht, nicht mal Enthüllungen, sondern
konstruktiv gearbeitet. Das ist Rechtsopportunismus pur und Verarschung
der Menschen zusätzlich. Da, wo Kommunisten drin sind, muss auch
Kommunisten drauf stehen. Die MLPD aber behauptet „AUF im Stadtrat“
sei überparteilich, dabei ist die Frau des Parteichefs Stefan Engel die
Listenplatzerste.
Die
Einschätzung anderer Gruppen erspare ich mir. Es gibt schlimme Sektierer
unter ihnen, aber auch einige positive Ansätze. Jedenfalls in dem Moment,
wo sie den Anspruch erheben, die Partei der Arbeiterklasse sein zu wollen,
sind sie Hochstapler und objektiv Spalter.
Ich
komme zum Ursprung deiner Frage zurück: Ich glaube, warum wir nicht der
KPD beitreten, ist klar. Wir wollen als nicht parteigebundene Kommunisten
dazu beitragen, dass die Spaltung überwunden wird. dabei sind wir nicht für
opportunistisches Wischiwaschi und Friede-Freude-Eierkuchen. Die Einheit
der Kommunisten ist ein Kampf von Richtig gegen Falsch, von
Marxismus-Leninismus gegen Links- und Rechtsopportunismus, es wird Zeit
brauchen, bis die KPD ihre ersten Strukturen zeigt. Damit das etwas
beschleunigt wird, wollen wir unseren Beitrag leisten. Wir denken nicht
daran, eine eigene Organisation zu gründen, denn das brächte uns nicht
weiter. Zu den vielen kommunistischen Sekten käme nur noch eine neue
hinzu.
Uns
einer der bestehenden Gruppen anzuschließen, brächten ebenso nichts. Wir
wären der politischen Linie der jeweiligen Gruppe unterworfen und das
hinderte uns an dem, was wir erreichen wollen, auch zu machen.
In
diesem Sinne
Rotfront
Günter
Ackernann
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|
Wenn
man bedenkt, das die traditionelle KPD im Westen verboten wurde und im
Osten in die SED überging, muß ich leider feststellen, das die Ost KPD
tatsächlich der einzige Nachfolger der "original" KPD sein
kann, denn sie hat sich aus der SED hervorgetan
2.
Brief des Lesers von Kommunisten-online
Lieber
Günter,
zuerst
muß ich mich über das neue wissen über das KPD verbot bedanken,
vielleicht liegt es daran, das ich aus der DDR komme aber einiges war mir
nicht bekannt!
"durch
ihre Fähigkeit, sich mit den breitesten Massen der Werktätigen, in
erster Linie mit den proletarischen, aber auch mit den nichtproletariscben
werktätigen Massen zu verbinden, sich ihnen anzunähern, ja, wenn man
will, sich bis zu einem gewissen Grade mit ihnen zu verschmelzen."
das
es momentan keine Partei gibt, die diesen Anspruch gerecht wird sehe ich
auch so, keine frage!
So
schnell kann es diese Partei auch nicht geben, denn die Massen sind noch
nicht auf der Suche, es gibt die Massen, die dazu bereit sind einfach
nicht - da kann die Partei so gut sein, wie sie will!!
Aber
wenn der Sozialabbau so weiter betrieben wird, bzw. die Massen immer stärker
ausgebuetet werden kann sich das ändern. Ich bin der Meinung, das es
daher notwendig ist eine Partei dahingehend aufzubauen, das sie in der
Lage ist, den Masssen zur Seite zur stehen wenn es so weit ist, (die
"potentielle Avantagrdpartei" kann jetzt ihr Rolle als
Avantagrde nicht unter beweis stellen und ist daher auch keine Avantgarde,
da hast du völlig recht.) d.h. die Partei muß die Möglichkeiten haben
die Massen zu überzeugen, auch wenn sie es zur Zeit nicht braucht aber
wenn die Massen sich erheben muß sie da sein! Und dann muß sie sich natürlich
auch beweisen, keine Frage!
Bei
deinen Bemerkungen zur DKP sprichst du mir aus den Herzen, da brauchen wir
also nicht weiter diskutieren, zum Thema MLPD habe ich zwar eine andere
"böswilligere" Theorie aber im Grund ist unser Urteil über die
MLPD gleich - hat sich also auch erledigt.
Die
Einschätzungen zur KPD Ost teile ich, wie du dir sicher denken kannst,
nicht!
Wenn
man bedenkt, das die traditionelle KPD im Westen verboten wurde und im
Osten in die SED überging, muß ich leider feststellen, das die Ost KPD
tatsächlich der einzige Nachfolger der "original" KPD sein
kann, denn sie hat sich aus der SED hervorgetan - die PDS zwar auch aber
wir sind ja beide ehem. PDS Mitglieder und haben über die PDS sicher auch
die gleiche Meinung. Also ob es nun arrogant ist oder nicht - was ich im
grunde nichtmal abstreite - die KPD Ost hat in den Fall recht. Recht geben
tue ich dir allerdings wieder zum Verhalten von ehm. SED Mitgliedern zu
linken Oppositionellen Meinungen - das ist übrigens eine Sache, die ich
an der KPD/ML achte, die DDR wird von vielen linken verherrlicht aber wenn
sie perfekt gewesen wäre, würde sie noch existieren - Kritik ist daher
notwenig und wichitg, obwohl die DDR meiner meinung nach sicher das beste
war, was es auf den Gebiet der derzeitigen BRD gab.
Die
KPD mit ihren weniger als 200 Mitgliedern hat jedoch leider nicht die Möglichkeit
für eine umfassende Analyse, nicht die Möglichkeiten sich umfassend und
grundlegend mit den Fehlern auseinander zu setzen, es fehlt einfach an
jungen, objektiven mitgliedern. Da die KPD sonst wo es für sie möglich
ist, marxistisch analysiert denke ich, das es möglich wäre auch diesen
Mangel zu überwinden aber da fehlt es an Mitgliedern und Kapazitäten.
Nordkorea
ist ein Gebiet wo ich leider keine Ahnung, bzw. nur einseitige
Informationen (aus der Roten Fahne) habe - daher kann ich leider nicht auf
dieses Gebiet eingehen, ebenso die Konferenz zur Aktionseinheit -
die kann ich leider auch nicht einschätzen.
Zusammenfassend
komme ich zu den Urteil, das die Ost KPD die einzige Partei ist, die zur
marxistischen Partei, die ich, wie oben erläutert, für notwendig halte -
die Ideologie stimmt, der Kampfeswillen ist da, also ein gutes Fundament.
Ich bleibe bei meiner Meinung, das es sinnvoller ist die Ost KPD zu stärken
anstatt dazu aufzurufen "die KPD muss neu erstehen".
Ein
kleines Mißverständnis gab es allerdings, es liegt mir fern euch dazu zu
bringen, das ihr Teil der KPD werdet! Eure Kritiken schätze ich sehr und
kritisieren, kann man von außerhalb am besten - und auch an der Ost KPD
gibt es genug zu kritisieren und das ist auch notwenidig!!
Also
weiter so, und bleibt unabhängig!
mit
kommunistischen grüßen!
(Name
ist der Redaktion bekannt)
zurück |
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Das
ist allerdings eine eigenartige Argumentation. Seit wann vererbt sich denn
das Parteisein? Die Partei ist die Partei, wenn sie die leninschen
Kriterien erfüllt oder ist es nicht. Oder meinst du, wer die Uhr August
Bebels bekommt, ist Parteichef der richtigen Partei? Das wäre dann ja Müntefering.
Denn die Taschenuhr Bebels gehört der SPD und bekommt der jeweilige
Vorsitzende.
Antwort
auf den 2. Brief des Lesers an Kommunisten-online
Lieber
Ronny,
du
schreibst: „So schnell kann es diese Partei auch nicht geben, denn
die Massen sind noch nicht auf der Suche, es gibt die Massen, die dazu
bereit sind einfach nicht - da kann die Partei so gut sein, wie sie
will!!“
Die
Massen werden die Partei nie suchen, auch dann nicht, wenn sie objekiv
erforderlich ist und es im Sinne der Massen ist.
Im
Kommunistischen Manifest schreiben schon Marx und Engels: „Was
beweist die Geschichte der Ideen anders, als daß die geistige Produktion
sich mit der materiellen umgestaltet? Die herrschenden Ideen einer Zeit
waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“
Die
herrschenden Ideen sind die der herrschenden Klasse, das gilt auch für
die Arbeiterklasse. Deren spontane Ideen sind nicht die proletarische
Revolution, nicht der dialektische Materialismus und nicht die Negation
der Negation, deren Alternativen sind, dem Kapital soziale Zugeständnisse
abfordern oder an das soziale Gewissen der Herrschenden appellieren. Genau
das, was wir gegenwärtig erleben.
Deshalb
schrieb Lenin 1902: „Die spontane Arbeiterbewegung ist an und für
sich nur fähig, Trade-Unionismus hervorzubringen (und bringt ihn auch
unvermeidlich hervor), die trade-unionistische Politik der Arbeiterklasse
ist aber eben bürgerliche Politik der Arbeiterklasse. Die Teilnahme der
Arbeiterklasse am politischen Kampf und selbst an der politischen
Revolution macht ihre Politik noch keineswegs zur sozialdemokratischen
Politik.“
(Lenin meinte unter sozialdemokratischer Politik nicht die Politik der
heutigen Sozialdemokratie. Nach heutigem Sprachgebrauch müsste es
kommunistische Politik heißen).
Die
Massen suchen spontan Gewerkschaften oder Reformisten, bestenfalls die PDS
oder SPD und schlimmstenfalls die Faschisten. Faschismus ist ja die
Scheinalternative zum „normalen“ Kapitalismus. Wenn sich in den von
der Politik der Sozialdemokraten enttäuschten Massen radikales Potential
ansammelt, geht es spontan nach rechts.
Kommunisten,
also jene, die über den Tellerrand des herrschenden System hinaussehen, müssen
ihre Notwendigkeit erst beweisen. Marx schreibt: „Die Waffe der
Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die
materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein
auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen
ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad
hominem demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald
sie radikal wird.“
Marx
drückt hier etwas vornehmer das aus, was wir auch im Leitmotto unserer
Homepage Lenin zitieren: „durch die Richtigkeit der politischen Führung,
die von dieser Avantgarde verwirklicht wird, durch die Richtigkeit ihrer
politischen Strategie und Taktik, unter der Bedingung, daß sich die
breitesten Massen durch eigene Erfahrung von dieser Richtigkeit überzeugen.“
Es
liegt an den Kommunisten selbst, wenn sie nicht in den Massen verankert
sind, nicht an den Massen.
Wir
sollten vorsichtig sein in der Erwartung, wenn der Kapitalismus in eine
existenzielle Krise geriete, schlüge
von ganz allein oder wenigstens ohne unser starkes Zutun unsere Chance.
Die Gewinner werden die Rechten sein, nicht wir! Wenn es soweit kommt, müssen
wir da sein, eine bereits in den Ansätzen in den Massen verankerte
kommunistische Partei muss vorhanden sein.
Ja, der Zustand, dass die Massen weder von den Parteien, die mit dem
Kapital paktieren, SPD und PDS die Schnauze voll haben, kann bald erreicht
sein. Wo aber sind da die Kommunisten? Die KPD (Ost) suhlt sich ist Kim
Jong Il und Kim Il Sung und begeht demnächst hochstaplerisch ihren 24.
Parteitag.
Die
DKP kriecht der PDS in den Arsch und vermeidet jegliche Konfrontation mit
der sozialdemokratischen Führung der Gewerkschaften.
Die
MLPD betet ihren Säulenheiligen Willi
Dickhut an, schwafelt von „echtem Sozialismus“ (was immer das sein
mag) oder labert vom „Kampf um die Denkweise in der
Arbeiterklasse“.
Man
könnte es beliebig fortsetzen. Die KPD (West) hat sich inzwischen durch
Spaltungen atomisiert,
Der Zustand der Kommunisten ist eine
Katastrophe. Dabei ist bereits jetzt absehbar, dass die SPD in die größte
politische Krise schlittern wird, die PDS, wie die Europawahlen in Berlin
und MeckPom gezeigt haben, wird folgen. Welche Alternativen bleiben der
Arbeiterklasse? Wir können nur hoffen, dass die Faschisten nicht zu einer
einheitlichen Partei finden und daher wenig vom Verfall der SPD
profitieren.
Wo
bleiben wir? Was sagt die KPD (Ost) den unter der Krise leidenden
Arbeitern? In der DDR war alles besser? Gebongt, aber die DDR ist
Vergangenheit. Oder gar: „Lest Kim Il Sung“ oder Kim Jong Il
ist der große Führer des koreanischen Volkes.
Alles
Fragen, die die Massen so fürchterlich wenig interessieren – das ist
auch gut so! Aber konkret Kampfformen zu entwickeln, da, wo die
Organisation vertreten ist, in die Klassenkämpfe eingreifen, das wo die
Organisatin vor Ort vorhanden ist, Antworten – richtige, kommunistische
Antworten, zu geben.
So
geht es, lieber Genosse, das wäre kommunistische Politik. Die MLPD macht
zwar, aber sehr rechtsopportunistisch und somit nicht kommunistisch.
Also
nicht warten, bis die Massen rufen, sondern in einem ständigen
langwierigen Prozess sich mit den Massen verbinden, ohne ihnen
nachzulaufen, wie es die DKP macht, aber auch ohne über deren Köpfe
hinweg zu reden, nach Muster der KPD (Ost). Sie begeht, wie Stalin es
formulierte, den Fehler des Tempoverlustes: „Verstöße gegen diese
Bedingung führen zu dem gefährlichen Fehler, den man
"Tempoverlust" nennt: wenn die Partei hinter dem Gang der
Bewegung zurückbleibt oder weit vorauseilt und dadurch die Gefahr der
Niederlage heraufbeschwört.“
Oder
auch das hin und her Navigieren, das Ziel aus dem Augen verlieren, vor
lauter Taktierens nicht wissen wohin es geht usw. „Der einmal
eingeschlagene Kurs muss unbeirrt durchgeführt werden, ungeachtet aller
und jeglicher Schwierigkeiten und Komplikationen auf dem Wege zum Ziel;
dies ist notwendig, damit die Avantgarde das Hauptziel des Kampfes nicht
aus dem Auge verliert und damit die Massen, die diesem Ziel zustreben und
bemüht sind, sich um die Avantgarde zusammenzuschließen, nicht vom Wege
abirren. Verstöße gegen diese Bedingung führen zu einem gewaltigen
Fehler, der den Seeleuten unter der Bezeichnung "Kurs verlieren"
wohlbekannt ist.“
Die
Maxime der Kommunisten, der bewussteste und entschlossenste Teil der
Arbeiterbewegung zu sein, ist gepaart mit der Verantwortung, das auch in
der Tat zu zeigen.
Hieran
erinnern wir die Genossen, wenn wir sagen, dass es die KPD geben muss –
womit ich nicht die bestehenden Gruppen meine, die sich so nennen.
Es
ist ein Prozess des Avantgarde-Werdens, kein Plumps-da-sind-wir.
Aber es muss angegangen werden. Nicht die Behauptung einer Gruppe, sie sei
die Partei der Arbeiterklasse, macht sie zur Avantgarde, das muss sie Tag
für Tag erneut unter Beweis stellen.
Das
war der Fehler der SED. Sie sagte, sie sei die Partei der Arbeiterklasse
und daher gebühre ihr die führende Rolle. Geführt hat sie aber immer
weniger, schließlich kündigte ihr das Volk die Gefolgschaft auf. Nach
Ansicht breiter Teile der Massen in den sozialistischen Ländern sagte die
Partei grundsätzlich nicht die Wahrheit, hatte sie grundsätzlich nicht
recht. Ob das der Realität entsprach, war gleichgültig.
Ich
habe Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in Polen studiert und bekam die
Streikwellen 1980/1981 hautnah mit. Sie waren auch ein Ausdruck
mangelhafter Verssorgung, aber vielmehr mangelnden Vertrauens des Volkes
in die Partei. Die Partei war schon lange nicht mehr die Avantgarde des
Proletariats. In den anderen sozialistischen Ländern war es im Prinzip
ganz genau so. Oder wie erklärst du dir Euphorie in der DDR in der Zeit
der „Wende“. In Erfurt jubelten 100.000 Kanzler Kohl zu, das waren ca.
40% aller Erfurter – gerechnet vom Baby zum Greis. Ich habe diese Zeit
durch häufige Besuche miterlebt und habe meine Verwandten kopfschüttelnd
gefragt, warum sie alles aufzugeben bereit sind.
Wenn
die Wahlen ein Stimmungsbarometer sind, so ergab sich bei der letzten
Volkskammerwahl ja dann auch ein entsprechendes Ergebnis für die CDU.
Fortan hing die DDR-Regierung an den Fäden, die Kohl zog. Die Bevölkerung
jubelte.
Wo
war die führende Rolle der Partei? Die zerfiel, schmolz von einer
Millionenmitgliedschaft auf schlappe 100.000 zusammen und auch das waren
nur allzu oft Opportunisten.
Was an Kommunisten übrig blieb aus der SED ist ein kleines Häuflein, das
sich in der KPD (Ost) (200 Mitglieder), der DKP im Osten und in der
Kommunistischen Plattform der PDS wiederfindest. Ich habe letztere der
Vollständigkeit halber aufgeführt, eine kommunistische Politik macht die
Kommunistische Plattform schon lange nicht mehr.
Es
ist verhängnisvoll, wenn sich eine Partei/Gruppe zur Avantgarde-Partei
erklärt, ohne dass sie es ist. Sie verliert das Ziel, nämlich die
Theorie des Marxismus-Leninismus in die Massen zu tragen, damit sie zur
revolutionären Gewalt werden kann, aus dem Blick und betreibt
Selbstbeweihräucherung.
Du
schreibst:
„Wenn
man bedenkt, das die traditionelle KPD im Westen verboten wurde und im
Osten in die SED überging, muß ich leider feststellen, das die Ost KPD
tatsächlich der einzige Nachfolger der "original" KPD sein
kann, denn sie hat sich aus der SED hervorgetan...“
Das
ist allerdings eine eigenartige Argumentation. Seit wann vererbt sich denn
das Parteisein? Die Partei ist die Partei, wenn sie die leninschen
Kriterien erfüllt oder ist es nicht. Oder meinst du, wer die Uhr August
Bebels bekommt, ist Parteichef der richtigen Partei? Das wäre dann ja Müntefering.
Denn die Taschenuhr Bebels gehört der SPD, sie bekommt der jeweilige
Vorsitzende.
Die
KPD wurde zwar im Westen 1956 verboten, hat aber immer gearbeitet. Max
Reimann war bis 1968/1969 Vorsitzender der KPD. Folgt man deiner Logik ist
es die DKP, denn sie ging aus der KPD hervor.
Ich
aber sage, genetische Nachfolge gibt es höchstens in der Partei Kim Il
Suns, den kommunistischen Parteien ist sie fremd.
Ich
sage nicht, dass die KPD (Ost) keine marxistische Gruppe ist (ich vermeide
das Wort Partei). Ihre Schwächen personeller Art, na schön, akzeptiert.
Aber eine 200 Männecken und Weiblein „starke“ Gruppe, womöglich
heillos überaltert, die Führung einiger zig Millionen Angehörigen der
Arbeiterklasse?
Glaubst du das wirklich?
Allein
die Tatsache, dass sie all das nicht kann, beweist die Selbstüberschätzung.
Revolutionäre Bescheidenheit wäre hier mehr, wäre hier angebracht.
Ich
komme zum Schluss und zitiere Bertold Brecht:
Lob
der Dialektik
von Bertolt Brecht
Das Unrecht geht heute einher mit sicherem
Schritt.
Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre.
Die Gewalt versichert: So, wie es ist, bleibt es.
Keine Stimme ertönt außer der Stimme der Herrschenden
Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut: Jetzt beginne ich erst.
Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was wir wollen, geht niemals.
Wer noch lebt, sage nicht: Niemals!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Wenn die Herrschenden gesprochen haben
Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen: niemals?
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.
An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird? Ebenfalls an uns.
Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich!
Wer verloren ist, kämpfe!
Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen
Und aus Niemals wird: Heute noch!
Rotfront
Günter
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