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Anmerkung
Roter Webmaster:
Kommunisten-online
am 4. Januar 2012 – Wir
stellen den Text unten hiermit zur Diskussion. Das bedeutet aber
nicht, dass wir hinter dessen Inhalt stehen. Aber er enthält
Teile der Selbstkritik, die wir für wichtig halten und d er
beharrt nicht
unbedingt am Alleinvertretungsanspruch, wie ihn z.B. die
KPD (Ost) vertritt, die selbst ihre Parteitage ab 1918 zählt,
sich aber nicht scheut, einen stadtbekannten Nazi, der sich
sogar am Meuchelmord beteiligte, als Mitglied aufzunehmen,
ansonsten aber ideologisch verwirrt sind. Aus so was kann keine
KPD entstehen. Ähnlich bei den MOFFs, der sog. Kommunistischen
Initiative um die Zeitschrift Offen-siv (siehe).
Wie
weit diese Gruppe (KPD-Aufbaugruppe) aus ihren Fehlern gelernt
hat, werden wir sehen. Möge sie es beweisen. Ich sehe
jedenfalls in ihrem Text unten
einen ersten Schritt in die richtige Richtung – im
Gegensatz zu anderen Initiativen, deren erkennbares Ziel nur die
Selbstdarstellung der Initiatoren ist.
G.A, |
KPD-Aufbaugruppe
Politische Erklärung der
KPD
Auf Kommunisten-online
am 4. Januar 2012 –
Lage der Arbeiterbewegung in Deutschland
Wir müssen heute feststellen,
dass die Arbeiterbewegung in Deutschland schwach ist. Trotz der
schwersten Wirtschaftskrise seit 1929, trotz Kurzarbeit, Lohnsenkungen
und Entlassungen und obwohl der „Aufschwung“ des Kapitals bei den
Werktätigen nicht ankommt, bewegen sich die Kämpfe von Seiten der
Arbeiterklasse aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau, was sich u.a. in
der überaus geringen Zahl an Streiks und in den Ergebnissen der
Tarifverhandlungen der letzten Jahre äußert. Bis auf vereinzelte
Ausnahmen bewegen sich die Kämpfe der Beschäftigten zudem innerhalb
des engen Rahmens, der gemeinsam von Kapital, Staat und Gewerkschafts-
und „Mitbestimmungs“bürokratie gesetzt wird. Der Klassenkampf wird
heute in den meisten Betrieben von oben geführt. Auch das Bewusstsein
der Arbeiter wurde mit blindem Vertrauen in ihre „Arbeitnehmer“vertreter
vergiftet. Damit werden die auch heute immer wieder aufkeimenden Kämpfe
in „geordnete Bahnen“ gelenkt und damit letztlich erstickt. Über
die Bild-Zeitung und andere imperialistische Propaganda-Organe werden
Klassenpartnerschaft und nationaler Chauvinismus bei den Werktätigen
geschürt. Besonders bezeichnend ist die rassistische Hetze gegen die
„faulen Südeuropäer“, die davon ablenken soll, dass die Krise des
deutschen Kapitals über die Mechanismen des imperialistischen Projekts
EU gerade von den ArbeiterInnen und übrigen Werktätigen in
Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Irland und anderen europäischen
Ländern gezahlt worden ist und weiter gezahlt wird. Die
antikommunistische Hetze tut ihr Übriges, um die Werktätigen passiv zu
halten.
Wir sind überzeugt: Um eine erneute Offensive der Arbeiterbewegung
einzuleiten, ist es absolut notwendig, zu erreichen, dass sich Arbeiter
und Werktätige zusammentun, um gemeinsame Solidarität und politische
Arbeit im Kampf zu entwickeln, dabei müssen wir oft im kleinen
anfangen. Eine der wichtigsten Aufgaben der KommunistInnen in
Deutschland ist es, dort, wo sie leben und arbeiten, KollegInnen und
FreundInnen für betriebliche und andere Kämpfe gegen Kapital und Staat
zu aktivieren. Der Aufbau der Arbeiterbewegung und der Aufbau der
Kommunistischen Partei sind zwei Aufgaben, die heute im engen
Zusammenhang angepackt werden müssen.
Zersplitterung der
kommunistischen Bewegung
Die Situation der revolutionären und kommunistischen Bewegung ist heute
durch ihre Zersplitterung und Isolation von der Arbeiterklasse
gekennzeichnet. Es ist der Bourgeoisie in den letzten Jahrzehnten gleich
mehrfach gelungen, die kommunistische Partei beinahe völlig zu
vernichten. Einerseits durch direkte Zerschlagung ihrer Strukturen und
die physische Vernichtung ihrer Mitglieder wie 1933 durch die
Hitlerfaschisten, also der welthistorischen Niederlage der deutschen
Arbeiterbewegung. Andererseits durch Verbot und Verfolgung wie 1956
durch das Adenauer-Regime, durch den revisionistischen Verrat der SED in
der DDR und ihrer Gefolgsleute in der KPD im Westen oder durch
trotzkistische Zersetzung wie in den 80er Jahren durch die Koch-Leute in
der KPD/ML – also dadurch dass alle unermüdlich wieder aufkeimenden
Versuche der Reorganisation erstickt wurden. Die Schwächung der
kommunistischen Bewegung und die Schwächung der Arbeiterbewegung sind
zwei Seiten einer Medaille. Um beide vorwärtszubringen, ist es
notwendig, den Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten zu führen
und die Isolation der KommunistInnen von der Arbeiterklasse zu überwinden.
Zur Entwicklung und aktuellen
Lage unserer Organisation
Die Entwicklung der KPD (bis März 1980 KPD/ML) ist über viele Jahre
– über die schweren äußeren Hemmnisse durch Antikommunismus,
Arbeiteraristokratie, Sozialpartnerschaftsideologie und -politik der
Sozialdemokratie hinaus – von opportunistischen Fehlern und
Abweichungen in der politischen Linie gehemmt worden. Es ist kein
Geheimnis, dass unsere Organisation seit der Spaltung im Jahr 2002
erneut geschwächt wurde und um ihre Existenz ringen musste. Auch nach
der Spaltung zeigten sich rechtsopportunistische Abweichungen. Erst mit
dem 12. Parteitag im Jahr 2008 haben wir begonnen mit einigen der
opportunistischen Fehler aufzuräumen. In diesem Zusammenhang haben wir
öffentlich zum Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten aufgerufen
und diese Initiative zu unserer Hauptaufgabe erklärt. Diese
Aufgabenstellung war und ist richtig, wenn wir auch teilweise die
Schwerpunkte bei der Erfüllung dieser Aufgabe nicht richtig gesetzt
haben. Insgesamt konnten wir die hoch gesteckten Ziele des 12.
Parteitags in vielen Punkten nicht erfüllen, auch wenn wir an einigen
Stellen Fortschritte aufweisen können.
Wir müssen feststellen, dass unsere Arbeit qualitativ und quantitativ
schwach entwickelt ist und der Einfluss unserer Organisation regional
begrenzt ist. Wir können nicht ernsthaft den Anspruch erheben, eine
Kommunistische Partei zu sein, sondern stellen nur einen kleinen Keim
einer kommunistischen Aufbauorganisation dar. Mit unserem bisherigen
Namen erweckten wir aber nach außen hin all zu oft den Eindruck,
bereits eine halbwegs fertige Kommunistische Partei mit bundesweiter
Verankerung zu sein.
Blicken wir heute auf die vergangen Jahrzehnte zurück dann stellen wir
fest, dass zahlreiche und bedeutende Fehler in der politischen Praxis,
beim Aufbau der Organisation und bei der Entwicklung einer revolutionären
Theorie, gemacht worden sind.
Die Analyse dieser Fehler halten wir für eine bedeutende Aufgabe aller
KommunistInnen. Auch wenn unsere Kräfte sehr beschränkt sind, werden
wir versuchen, unseren Teil zu ihrer Erfüllung beizutragen.
Nach langer Diskussion haben wir uns deshalb entschieden, auch nach außen
hin ehrlich mit unserer Schwäche umzugehen und unseren Namen abzuändern.
In Zukunft wollen wir uns „Kommunistische Partei Deutschlands –
Aufbaugruppe“ (KPD-A) nennen. Es handelt sich bei diesem Schritt nicht
um die Liquidation der KPD, sondern um eine Anerkennung der Realität.
In den letzten drei Jahren ist unser Zentralorgan, der Rote Morgen,
nicht oder nicht regelmäßig erschienen. Wir müssen auch hier ehrlich
feststellen, dass die regelmäßige Herausgabe einer gedruckten Zeitung
unsere derzeitigen Kräfte übersteigt und werden den Roten Morgen daher
bis auf weiteres nur noch als Internetzeitung weiterführen.
Unsere Aufgaben
Die KPD-Aufbaugruppe wird sich, gemäß der Grundorientierung unseres
letzten Parteitags, weiterhin tatkräftig am Kampf um die Einheit der
Marxisten-Leninisten in Deutschland beteiligen.
Der
Aufbau der Kommunistischen Partei kann nur in den aufkeimenden Kämpfen
der Arbeiterklasse und der anderen werktätigen und lernenden Schichten
erfolgen. Die aktive Arbeit in diesen Kämpfen halten wir für die
wichtigste Pflicht jedes Kommunisten und jeder Kommunistin. Schwerpunkt
ist dabei die Arbeit in den Betrieben.
Die Isolation großer Teile der linken und revolutionären Bewegung von
der Basis der Arbeiter und übrigen Werktätigen und ihrer aufkeimenden
Kämpfe ist eines der wichtigsten Hindernisse für ihre Entwicklung. Der
Mangel an Initiative und die Eindimensionalität in der Taktik
kennzeichnen besonders die deutsche revolutionäre Bewegung. Daran müssen
wir arbeiten! Darüber müssen wir diskutieren!
Als wichtige Aufgabe bewerten wir außerdem unsere Bündnisarbeit mit
anderen revolutionären Kräften im „3a–Bündnis“.
Wir arbeiten weiterhin auf der Grundlage des Programms der KPD von 1993
mit den Änderungen von 2005, wobei wir die Diskussion über das
Programm, wie sie vom 12. Parteitag beschlossen worden ist, weiterführen.
Ohne Illusionen an die großen Aufgaben herantreten!
Für den Kommunismus!
Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands!
Dezember 2011
Kommunistische Partei Deutschlands - Aufbaugruppe
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