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Ein
bescheidener Anfang, aber ein Anfang
Anmerkung
„Roter Webmaster“
von
Günter Ackermann
Den
Text der KPD-B bringen wir, auch wenn wir einiges anders gesagt hätten,
weil wir mit ihnen in diesen punkten hier übereinstimmen. Im Vorfeld
der Wahlen bezeichneten wir die Oskar-Euphorie als Einheitsbesoffenheit.
Das würde ich auch noch heute so nennen.
Inzwischen
haben auch die bürgerlichen Medien begriffen – oder es wurde ihnen
begreiflich gemacht – dass die PDS-Linkspartei dem bürgerlichen Staat
nicht untergraben oder bekämpfen will, sondern eine wichtige Rolle zur
Stabilisierung des Systems zu leisten fähig ist,
Hat
man noch vor der vorletzten Wahl zum Bundestag, wenn die
Tagessschau/heute ect, die Proporz-Zitale
brachten (Ereignis, Meinung SPD, dann CDU, dann Grüne und dann FDP) die
PDS mit größter Regelmäßigkeit nicht brachten, hat sich das geändert.
Sie werden jetzt genau so erwähnt. Fortschritt? Ja, denn jetzt ist
klar, dass die PDS/Linkspartei eine ganz normale Partei des
kapitalistischen Staates ist.
Und
programmatisch hat sie ja auch nichts zu bieten. Ich diskutierte
letztens mit einem Mitglied der PDS an meinem Wohnort. Als ich ihm
sagte, die PDS wolle allen Arbeitslosen zu Hartz IV nichts zusätzlich
geben, als zwangsweise 1-Euro-Jobs, glaubte er mir das nicht.
Ich
legte ihm sein Wahlprogramm für 2005 hin. Das steht:
„Hartz IV kommt alle teuer zu stehen. Mit
Milliarden Euro wird der dauerhafte Ausschluss von Millionen Menschen
aus der Erwerbsarbeit finanziert – mit gelegentlichen Gastrollen am
Rande der Arbeitswelt in Gestalt von „Arbeitsgelegenheiten“ für
einen Euro die Stunde. Unser Alternativvorschlag ist einfach und
machbar. Als Alternative zur Arbeitslosigkeit und zu Ein-Euro-Jobs
schlagen wir die Schaffung regulärer, sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigung in öffentlich geförderten und gemeinnützigen Beschäftigungssektoren
vor. Finanziert würde ein existenzsichernder Lohn für bisher
Langzeitarbeitslose durch die Bündelung der gegenwärtig für das
Arbeitslosengeld II, die Kosten der Unterkunft und die so genannte
Mehraufwandsentschädigung für Ein-Euro-Jobs aufgebrachten Mittel.
Kombiniert mit bereits vorhandenen Förderfonds von Ländern, Bund und
Europäischer Union – zum Beispiel aus den europäischen Sozialfonds
– ohne Verschärfung der Zumutbarkeitsregelungen, ohne Zwänge und
ohne Demütigungen. Für die Ausstattung der Arbeitsplätze könnte
ferner ein Teil des durch ein gerechteres Steuersystem – etwa durch
Wiederbelebung der Vermögenssteuer – erzielbaren Steueraufkommens
eingesetzt werden.“
Wenn
von keine „Verschärfung der
Zumutbarkeitsregelungen, ohne Zwänge und ohne Demütigungen.“ schwafelt,
dann ist das Dekoration. Denn entweder bekommen die Langzeitarbeitslosen
diese Wunderjobs in Höhe von ALG. 2, plus Wohnung+1-Euro-Job oder man
macht es freiwillig, dann haben wir die jetzt meist praktizierte
Regelung. Da das aber "reguläre(r), sozialversicherungspflichtige(r) Beschäftigung" sein
soll, wäre das eine erhebliche Verschlechterung zu jetzt, denn jetzt zahlen
die Arbeitslosen weder Steuern, noch Sozialversicherungsbeiträge.
Die
"Links"-Partei verkauft also eine erhebliche Verschlechterung
zur unsozialen Hartz IV-Regelung als soziale Wohltat, sie belügt somit
ihre Anhänger.
Aber
die PDS hätte da reinschreiben können, was sie wollte, es ging darum,
den Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung mit den alten Parteien zu
kanalisieren. Das ist die Rolle der Linkspartei und nicht, links zu
sein.
Dass
die KPD (RF), MLPD, DKP, im Verein mit den Trotzkisten und den letzten
Gläubigen des John Maynard Keynes, der meinte, man könne den
Kapitalismus steuern und zähmen zu können, um Aufnahme ins warme
Bettchen der Linkspartei rangelten, also KPD (RF) und die Enkel und
Urenkel des Brandtschen Bundeswirtschaftsministers, NSDAP- und
SA-Mitglied Prof. Karl Schiller, entbehrt einerseits nicht einer
gewissen Komik, ist aber auch bezeichnend. Der prominenteste gegenwärtige
Keynes-Anhänger Oskar Lafontaine war ja bekanntlich eine der
Wahllokomotiven der PDS-Linkspartei.
Aber
niemand denkt daran, Keynes aus der Versenkung zu holen – noch nicht
einmal die Keynesianer. Es funktioniert einfach nicht, daran scheiderte
vor 30 Jahren bereits Karl Schiller und Willy Brandt.
Aber
die PDS-Linkspartei wird gebraucht. Nur, wenn eine Scheinopposition die
Politik der Merkels und Münterferings pseudokritisch flankiert, ist
diese Politik durchsetzbar.
Erinnern
wir an die Unruhen in Frankreich. Die jungen Menschen, die an diesen
Unruhen teilnehmen, sind die perspektivlosesten am Rande der
Gesellschaft in Frankreich. Keine der etablierten Parteien, auch nicht
die KPF. Kümmert sich um sie. Ergebnis: Rebellion, wenn auch ohne
erkennbares Ziel.
Wir
brauchen eine wirkliche kommunistische Partei, die die spontane
Unzufriedenheit weiter Teile der Bevölkerung in zielgerichtetes
revolutionäres Klassenbewusstsein verwandelt. Wenn die Jungendlichen in
Frankreich wüssten, dass nicht das Auto des nachbarn, das öffentliche
Gebäude usw. der Feind ist, sondern das kapitalistische System, wenn
sie wüssten, nicht der Menschen weißer oder sonstiger Hautfarbe ist
der Feind, sondern der Staat des Kapitals, dann wäre das Volk von
Frankreich wieder einmal, wie so oft seit 1789, seit dem Sturm auf die
Bastille, den anderen Völker Europas einen Schritt voraus. Aber die
Unruhen zeigen den Herrschenden die Notwendigkeit, einer Opposition, die
keine ist – bei uns also jetzt der PDS-Linkspartei.
Das
Volk, die Arbeiterklasse, braucht aber eine kommunistische Partei. Die
entsteht nicht von allein. Die Kommunisten muss aber zum gegenwärtigen
Zeitpunkt nicht allein den Kampf gegen Gruppeninteressen führen, sie müssen
auch entschieden gegen linken und rechten Opportunismus in den eigenen
reihen kämpfen.
Dass
KPD (RF) und DKP rechtsopportunistisch-revisionistische Parteien sind
und mit Macht in die Arme Gysis und Lafontaines drängten, ist verständlich.
Die sektiererisch-rechtopportunistische MLPD ebenfalls. Aber ein
Beispiel einer ultralinken Gruppe zeigt, wie nah sich rechter und linker
Opportunismus sind.
Eine
sonst sich ultralinke geebende Gruppe rief zur Bundestagswahl auf, die
Linkspartei zu wählen. In einem Text mit der Überschrift: „Gegen
die Amerikanisierung Deutschlands: Lafontaine wählen!“ schreibt
sie:
„Lafontaines
sozialpolitische Forderungen wären 1975 völlig systemintegrativ
gewesen, im Jahr 2005 entwickeln sie ein antagonistisches Moment.“
Der
Ex-SPD-Chef wird zum Antiimperialisten hochgejubelt. Man mag’s nicht
glauben!
Eine
marxistisch-leninistische Partei, die in den Massen verankert ist, könnte
diesen Unsinn abfangen. Den jungen Leute in dieser Gruppe – fast nur
aus bürgerlichem und kleinbürgerlichem Umfeld – fehlt das Korrektiv
dieser Partei, somit dienen sie denen, die sie eigentlich bekämpfen
wollen.
Die
gemeinsame Aktion von KPD (B) und KPD-ML ist ein bescheidener Anfang die
Grenzen der Gruppen zu überwinden. Aber noch zu bescheiden. Noch findet
es kaum Nachahmer.
Aber
auch wir, von Kommunisten-online, spüren das wachsende Interesse an
solchen Positionen des Überwindens der Spaltung der Kommunisten durch
den Kampf gegen den modernen Revisionismus und andere bourgeoise und
kleinbourgeoise Strömungen in der Arbeiterbewegung. Wir sehen das nicht
allein an den steigenden Zugriffszahlen (derzeit zwischen 15.000 und
18.000 pro Woche, auch an den Zuschriften und Anrufen und an den
Reaktionen.
So
reagierte selbst der DKP-Chef Stehr auf unsere Kritik an seiner
Irak-Position und beschwerte sich öffentlich bitterlich, indem er uns
zitierte – nannte aber nicht die Quelle. Das saß also!
Ebenso
die aufgeregte Haltung der MLPD im Spätsommer auf unsere Kritiken. Das
ging soweit, dass sie uns sogar mit der bürgerlichen Justiz drohten.
Aber
das alles ist noch viel zu wenig. Wir wissen aber auch um unsere
bescheidenen Kräfte. Wir sind nicht die Führung einer zukünftigen KPD
– und erheben auch keinen Anspruch darauf. Wir unterstützen aber das
Entstehen dieser Partei – unserer Partei.
Günter
Ackermann
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Welches
Bündnis braucht die Linke?
Quelle:
(TA)
Man
fragt sich gelegentlich, wenn von „Sozialisten und Kommunisten“ die
Rede ist, was die einen von den anderen unterscheidet. Andererseits hat
die Beurteilung des Ergebnisses der Bundestagswahl erneut deutlich
gemacht, wie groß die Differenzen zwischen linken Parteien und
Organisationen mitunter sind.
Genau
genommen hat man das natürlich schon vor dem 18. September gesehen.
Einige sich „kommunistisch“ nennende Parteien, Vereine oder Gruppen
wollten unbedingt mit ihren Kandidaten auf die Wahlliste der
Linkspartei, frohlockten schon Wochen vor der Wahl ob der
parlamentarischen Trümpfe, die man bald in Händen halten würde, und
träumten von aufmischenden roten Hechten im Teich der neoliberalen
schwarz-gelben Karpfen.
Das
Wählen von Kandidaten, die alte sozialdemokratische Positionen
vertreten, wurde als Offenbarung gepriesen, wie eine wundersame Fügung
des Schicksals, um die Einheit der Linken zu bewerkstelligen. Jene, die
mit opportunistischen Reformern nichts am Hut haben, wurden dabei gleich
mal als unflexible, linkssektiererische Aussätzige ohne dialektisches
Verständnis abqualifiziert. Und wer ist schon gerne Linkssektierer?
Schließlich hat sogar Lenin ein Buch über den „linken
Radikalismus“ geschrieben.
Man
nehme also eine kleinbürgerliche, reformistische linke Partei, deren Führungspersonal
sogar heute schon laut über eine Koalition mit der SPD im Jahre 2009
nachdenkt, das nachweislich nichts anderes will, als den Kapitalismus in
Deutschland ein bisschen besser zu verwalten, ernenne sie zum
Hoffnungsträger für die sozial Benachteiligten und beschimpfe jene
Kommunisten, die die Angelegenheit von ihrem marxistisch-leninistischen
Klassenstandpunkt aus kritisch betrachten als linksradikale Dummköpfe:
Fertig ist nicht nur eine trübe lauwarme Suppe aus intellektueller
Abgehobenheit, ausgewogenem Allerlei und Wunschdenken, gewürzt mit
einer Prise von Verrat, sondern auch das Tablett, auf dem sie beim
Bankett der Demokraten serviert werden kann.
Kürzlich
hat auf einer Mitgliederversammlung in Erfurt ein ZK-Mitglied der KPD
Linkssektierer als Leute gekennzeichnet, die mit „bloßem
Revoluzzertum“ Aktionseinheit verhindern (DRF 10/05, S.12). Klein
Fritzchen hätte es nicht besser sagen können. Dieser billige und
substantiell magere Seitenhieb von Leuten, die beständig links blinken
aber rechts beim Überholen sind, zielt natürlich auf uns, die KPD(B).
Er kann uns nicht treffen, weil wir dem Marxismus-Leninismus treu
geblieben sind. Wir haben nicht wie andere unter der Droge Linkspartei
die ideologische Orientierung verloren, jagen keinen Illusionen nach,
bauen keine Kartenhäuser, träumen keine Luftschlösser. Wir haben die
Fähigkeit zu sachlicher Kritik und Selbstkritik nicht verloren. Wir
unterstützen jene, die wirklich Arbeiterinteressen vertreten und
brandmarken alle, die Kreide gefressen haben und mit ihrem pseudolinken
Geschwafel zu Knechten der Bourgeoisie geworden sind. Wir haben unsere
sieben Sinne durchaus so weit beisammen, daß die Unterstellung, wir würden
„bloßem Revoluzzertum“ nachhängen, das Allerletzte ist, womit man
uns charakterisieren oder treffen kann. Nicht zuletzt meinen wir, daß
jene kleinen Organisationen und Gruppen, die weder Massenbasis noch Rückgrat
besitzen, die aber mit aller Macht in den Dunstkreis der Linkspartei
streben, wenn sie glauben, dabei ungeschoren davonzukommen, wenn schon
nicht mit dem Klammerbeutel, so doch mit einer gehörigen Portion von völligem
taktischen Unverständnis gepudert sind.
Selbstverständlich
würden wir gern eine starke kommunistische Fraktion im Bundestag sehen,
und die Arbeit in den Gewerkschaften betrachten wir als eine unserer
Hauptaufgaben. In konkreten Fällen sind wir nach Prüfung der Umstände
bereit, Kompromisse einzugehen, ohne dabei unsere ideologischen
Grundlagen preiszugeben. „Wichtig
ist, daß man es versteht, unter den praktischen Fragen der Politik
jedes einzelnen oder besonderen historischen Augenblicks diejenigen
herauszufinden, die den für die revolutionäre Klasse verhängnisvollen
Opportunismus verkörpern, und alle Kräfte auf die Bloßstellung dieser
Kompromisse, auf den Kampf gegen sie zu konzentrieren.“
„Im Kampf mit welchen Feinden innerhalb der
Arbeiterbewegung hat sich der Bolschewismus entwickelt, gekräftigt und
gestählt? Erstens und haupt- sächlich im Kampf gegen den Opportunismus
... . Das war natürlich der Hauptfeind des Bolschewismus innerhalb der
Arbeiterbewegung. ... Diesem Feind hat der Bolschewismus stets die größte
Aufmerksamkeit gewidmet und tut es auch heute.“
Aussagen, die von Lenin vor über 85 Jahren zu Papier gebracht worden
sind. Sie haben nichts von ihrer Bedeutsamkeit für uns verloren.
Die
Wahl ist gelaufen. Das Gezerre um Posten und „Inhalte“ hält die
Nation seit Wochen in Atem. Politikwissenschaftler, Parteienforscher,
Journalisten und Wirtschaftsweise gehen uns mit ihrer Kaffeesatzleserei
auf die Nerven. Gysi palavert derweilen im Fernsehen mit Gerhardt und
Kuhn über parlamentarische Regeln bei der Oppositionsarbeit.
Die
Bundeswehr gibt über eine Milliarde für vier supermoderne U-Boote aus,
die, wir ahnten es schon, besonders für die Terrorismusbekämpfung gut
sein sollen. Der Etat für die Rückführung und Beerdigung von im
Auslandeinsatz getöteten deutschen Soldaten wird weiter aufgestockt.
Kein Tag vergeht, ohne daß nicht ein Unternehmen die Entlassung
hunderter oder tausender Arbeiter ankündigt. Samsung, Reemtsma,
Mercedes, Siemens, Hamburger Aluminium Werk, Infineon München, BP,
Continental Hannover und wie sie alle heißen. Andere, auch immer wieder
VW, erpressen ihre Belegschaften und Betriebsräte in der Regel mit dem
Ergebnis, daß erhebliche Lohneinbußen hingenommen werden müssen. Und,
man glaubt es kaum angesichts des nur ansatzweise geschilderten Elends,
jene „Sozialisten und Kommunisten“, die schon vor dem 18. September
die Linkspartei als Wunderwaffe der um sie gescharten Linken ausgemacht
hatten, feiern jetzt deren Einzug in den Bundestag doch tatsächlich als
schwere Niederlage für die deutsche Bourgeoisie.
Da
Weihnachten vor der Tür steht, schreibt man auch gleich mal einen
Wunschzettel, auf dem solche Sachen stehen wie: bitte künftig nicht
kungeln, neue Wahlabsprachen treffen, gesellschaftliche Kräfte zu
Allianzen bündeln, gemeinsam mit der außerparlamentarischen Opposition
einen Politikwechsel durchsetzen. Angesichts der Erfahrungen, die die
Arbeiterklasse während der vergangenen 100 Jahre in ihrem politischen
Kampf gesammelt hat, scheinen solcherart Ansprüche an die Führung
einer sozialdemokratischen Partei eher naiv zu sein. Gott (oder wer auch
immer) bewahre eine außerparlamentarische Massenaktion davor, daß sich
die Linkspartei an ihre Spitze setzt. Was dabei herauskommt haben
beispielsweise die Demonstrationen gegen Hartz IV im Herbst 2004
gezeigt. Man wird wieder einmal die Erfahrung machen, daß das Gewissen
der meisten Abgeordneten einer reformistischen Partei ihren eigenen
Eitelkeiten und dem Wohl ihrer Wohltäter näher steht, als den Anliegen
und Interessen ihrer Wähler.
In
unserer Septemberausgabe haben wir eine gemeinsame Erklärung der KPD(B)
und der KPD(ML) abgedruckt, die die begründete Empfehlung enthielt, bei
der Bundestagswahl ungültig zu stimmen.
„Die KPD(B) setzt sich für eine klare Aktions-, Bündnis- und
Einheitspolitik ein, die dazu dient, die soziale Lage der Werktätigen
zu verbessern. Dabei gibt sie keine ihrer ideologischen Grundpositionen
auf. Kriterium für eine solche Zusammenarbeit ist das klare Eintreten für
die Interessen der Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen und die
Vermittlung einer sozialistischen Perspektive. Erfolge auf diesem Gebiet
sind Erfolge im Klassenkampf, sind Schulen des sozialistischen Bewußtseins
als Vorbedingung zur grundlegenden qualitativen Veränderung der
gesellschaftlichen Verhältnisse. Zugleich wendet sich die KPD(B) gegen
alle Illusionen, die soziale Frage ließe sich innerhalb der
kapitalistischen Gesellschaft lösen ... .“
Die
Zusammenarbeit mit der KPD(ML) beschränkte sich auf die Frage der
Wahlentscheidung. Sie war begünstigt davon, daß es zwischen beiden
Parteien in wesentlichen und entscheidenden programmatischen Aussagen
keine Unterschiede gibt. Wichtig war außerdem, insbesondere deshalb,
weil wir natürlich auch Meinungsverschiedenheiten haben, daß wir uns
gleichberechtigt, sozusagen auf Augenhöhe, begegnet sind.
Solche
Kooperation kann, in dem einen Fall mehr, in einem anderen, wie
beispielsweise dem der gemeinsamen Erklärung mit der KPD(ML), weniger,
die Form eines Kompromisses annehmen, der vertretbar erscheint oder auch
nicht. „Es kommt ... darauf an,
daß man es versteht, diese Taktik so anzuwenden, daß sie zur Hebung
und nicht zur Senkung des allgemeinen Niveaus des proletarischen
Klassenbewußtseins, des revolutionären Geistes, der Kampf- und Siegesfähigkeit
beiträgt.“
Selbst
Zugeständnisse an mögliche Bündnispartner sind denkbar dann, und nur
dann, „wenn ... sich (diese) dem
Proletariat zuwenden, und insoweit, wie sie sich dem Proletariat
zuwenden – gleichzeitig aber muß man den Kampf gegen diejenigen führen,
die zur Bourgeoisie abschwenken.“
Nachdem
wir und die KPD(ML) zu gleichen, marxistisch-leninistisch fundierten
Schlußfolgerungen über die Rolle der Linkspartei gelangt waren, haben
wir uns entschlossen, die gemeinsame Aktion durchzuführen. Wir sahen
darin auch eine Möglichkeit, und wir meinen, daß wir sie den Umständen
entsprechend erfolgreich genutzt haben, einem größeren
Interessentenkreis, als es uns allein möglich gewesen wäre, die verräterische
Rolle der Führung der Linkspartei vor Augen zu führen.
Welch
jämmerliche Ausmaße deren Agieren annehmen wird, kann man heute schon
erahnen, wenn man sieht, wie Bisky, nachdem er bei der Wahl zum
stellvertretenden Parlamentspräsidenten gescheitert war, gerade mit Schönbohm
einen Fürsprecher erhielt, der ihm bescheinigte, was er für ein guter
Demokrat ist, und mit welchem Eifer er doch im Potsdamer Landtag, frei
nach dem Motto „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch
Regeln der Parlamentsarbeit“, seine Aufgaben zur allseitigen
Zufriedenheit erfüllt hat.
Noch
peinlicher wurde die Geschichte, als Bisky in seiner Geilheit nach
diesem außerordentlich gut bezahlten, politisch aber ziemlich
unbedeutenden Posten, den Abgeordneten der anderen Parteien zu verstehen
gab, daß, wenn sie ihn beim nächsten Mal doch wählen würden, er sich
dann vorstellen könne, dafür auf den Posten des Vorsitzenden der
Linkspartei zu verzichten.
Die
Truppe um diesen „honorigen“ Reformer mag es geschafft haben, in die
„Parteienlandschaft“ einzubrechen, beim besten Willen aber nicht mit
dem Ziel, die Ursachen von Ausbeutung und Unterdrückung, von
Militarismus, Not und Unwissenheit zu bekämpfen.
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