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Totalitarismusdoktrin
und EU-Antikommunismus
(Hansjörg
Schupp)
Quelle:
Trotz Allerdem,
Monatszeitung der KPD (B)
Unglaublich,
daß tagtäglich Medienerfolge erzielt werden mit den ‚neoliberalen’
Irrlehren, wonach Wochen- oder Lebensarbeits- zeitverlängerung einen Rückgang
der Massenerwerbslosigkeit bringe, die Anhebung der Mehrwertsteuer (für
Arm und Reich gleich) den sogenannten Wirtschaftsaufschwung fördere,
ein betriebswirtschaftlicher Umgang mit Erziehung und Bildung der
Zukunft der Jugend nütze und die gefährliche, lebensfeindliche
Atomenergie Energie- und globale Klimaprobleme löse. Verblüfft könnte
man zunächst meinen, es seien Verrückte, die solches über die Medien
verbreiten.
Doch
bald wird die dahinterstehende Absicht klar. Lug und Trug werden als:
Kampfmittel aktueller gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen zur
Massenverdummung benutzt. TINA (= there is no alternative) soll der Name
des neoliberalen Systems des imperialistischen Kapitalismus (des Endes
der Geschichte) sein. Ein Stop für alle alternativen und sozialen
Bewegungen ist allenthalben angesagt für sozialistische und
insbesondere kommunistische Lösungswege und Ziele auf der Grundlage der
marxistisch-leninistischen Ideologie. Sie sollen verhindert, verbaut und
delegitimiert werden - so wollen es jetzt vor allem konservative und
liberale Abgeordnete in einem Beschlußentwurf der parlamentarischen
Versammlung des Europarates.
Danach
soll in allen EU-Ländern die Totalitarismustheorie zur Staatsdoktrin
erhoben werden. Kommunisten, antifaschistische Opfer und Kämpfer sollen
mit Nazifaschisten auf eine Stufe gestellt werden. Kommissionen zur
Untersuchung der „Verbrechen des Kommunismus“ sollen eingesetzt
werden, um Fakten zusammenzutragen und konkrete Maßnahmen
vorzuschlagen. Das öffentliche Bewußtsein für die von den
kommunistischen Regimen angeblich begangenen Verbrechen ist für diese
Europa-Abgeordneten unterentwickelt.
Für
diese Herrschaften gibt es noch immer legale und in einigen Ländern
aktive kommunistische Parteien, die sich nicht genug „von ihrer
Vergangenheit absetzen“ und ihrer marxistisch-leninistischen Überzeugung
nicht abschwören. Darum sollen noch vorhandene öffentliche Symbole der
kommunistischen Geschichte und Elemente kommunistischer Ideologie –
die Bestände gedanklicher Überlieferung – verschwinden. In der EU
wird ein umfassender Feldzug zur Kriminalisierung des
Sozialismus-Kommunismus insgesamt angestrebt. Der griechische Komponist
und Widerstandskämpfer Teodorakis fragt, ob in der EU nun die
Kommunisten verfolgt werden sollen, die noch keinen Widerruf geleistet
haben, wie ihn einst schon die deutsche Gestapo und die NS-Verbrecher
abverlangt hatten. |