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Einheitssbesoffenheit:
Anschleimen
an den Reformismus - KPD (Ost) will mit Liebesnest von PDS und WASG
Von
Gerd Höhne/02. Juli 2005
Nach
der MLPD will nun auch die KPD (Ost) mit PDS und WASG ins Bettchen gehen
um gemeinsam mit Gysi, Lafontaine und Konsorten das Volk zu betrügen.
Das
MLPD-Liebeswerben zu PDS-WASG wurde von den Umworbenen verschmäht, also
tritt die MLPD nun solo an.
Auch
die KPD (Ost) wird dieses Schicksal erleiden müssen. Es ist kaum
vorstellbar, dass Lafontaine/Gysi/Bisky dem Liebeswerben der kaum
200-Mitglieder zählen Partei im Osten nachgeben werden. Warum auch? Sie
sind Antikommunisten und wollen sich nicht kompromittieren.
Unter
dem Titel: „Für ein starkes
Linksbündnis gegen sozialreaktionäre und antidemokratische Politik“
veröffentlicht die KPD einen Text, der als „Wahlforderungen
der KPD für die
bevorstehenden Bundestagswahlen 2005“
betitelt ist. Darin schreibt die KPD (Ost) u.a.: „Die
Alternative für die bevorstehenden Bundestagswahlen 2005 kann unserer
Auffassung nach nur eine neue Wahlpartei bzw. ein starkes Linksbündnis
mit offener Liste sein. Ihr sollten angehören: Die PDS, die WASG
(Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit), die DKP, die KPD
sowie Sozialisten, Gewerkschafter, Demokraten und Humanisten, die sich
gegen Kriegspolitik und Sozialabbau einsetzen.“
Schon
vorher hatte der Vorsitzende der KPD (Ost) Werner Schleese Briefe an die
Chefs der PDS, DKP und WASG („Lieber Genosse Heinz Stehr“;
„Lieber Genosse Professor Lothar Bisky“, „Werte Frau
Sabine Lang, Herr Klaus Ernst, Herr Thomas Händel“)
geschrieben, in denen er sich als artig als Juniorpartner anbietet.
Da
dem Genossen Schleese offenbar selbst die Möglichkeit in diesen
erlauchten Kreis der scheinlinken Wahlbetrüger und Populisten
reinzukommen, gering erscheint, macht er Druck und zieht eine
Trumpfkarte aus dem Ärmel: Sie stellt bereits jetzt, wo offiziell überhaupt
noch nicht gewählt wird, bereits einen Direktkandidaten auf: „Vorerst
ist unser Direktkandidat der parteilose MR. Doz. Dr. sc. med. Erhard
Thomas, 12683 Berlin.“
Hierzu
eine bescheidene Frage an Werner Schleese: „Muss man als einfacher Wähler,
z.B. als Stahlarbeiter im Ruhrgebiet, den Herrn „MR.
Doz. Dr. sc. med. Erhard Thomas, 12683 Berlin“ kennen? Ich kannte
ihn bis heute nicht, Im Internet fand ich allerdings folgenden markanten
Satz des KPD (Ost) Bundestagskandidaten:
„Wir
Ärzte sind es leid, ständig wie „Zirkusgäule“ und
„Kutschpferde“ behandelt zu werden, auf denen jeder (KV,
Krankenkassen, Ärztekammern, Medien, Juristen, das
Gesundheitsministerium und neuerdings auch aufgewiegelte Patienten) nach
Belieben auf uns draufschlagen und ihre Nöte und Probleme bei uns
abladen können. Wir sind weder die Kostenverursacher noch die
Kostentreiber der Nation, wir sind eine
(gemeint ist offensichtlich „keine“)
„Betrüger“, „Abzocker“, „Medizinpfuscher“ oder Ähnliches.
Ich bin glücklich, dass wir Kollegen in Ost und West in dieser
Bewertung gottlob einig sind. Wir sind nicht bereit, uns noch länger
erniedrigen und für alle Mängel und Versäumnisse in der
Gesundheitspolitik verantwortlich machen zu lassen, wofür andere
Institutionen beziehungsweise Amts- und Mandatsträger verantwortlich
sind. Das Credo der Ärzte lautete früher, und das gilt auch heute noch
uneingeschränkt: Wir sind freiwillig, ohne Druck von irgendeiner Seite,
jederzeit bereit, höchste medizinische Versorgungsleistungen zu
erbringen und erfolgreich am und für den Patienten zu arbeiten. Es wäre
wünschenswert, wenn das ganze Brimborium um die Krankenkassendiskussion
und die widerwärtigen Geldmachenschaften mit einem machtvollen Satz des
Bundeskanzlers beendet werden würde: So wird’s nicht weiter gemacht!
Basta!“
Moment,
mit Verlaub lieber Genosse, Kollege, Herr (?) MR.
Doz. Dr. sc. med. Erhard Thomas, sollte man von Ihnen/Dir als
Kandidat einer kommunistischen Partei nicht wenigstens eine kritische
Anmerkung zum Gesundheitssystem erwarten? Die Opfer
aller bisherigen „Gesundheitsreformen“ waren doch vor allem
in der Arbeiterklasse zu suchen. Die zahlten mehr Beiträge, mehr
Zuzahlungen, sie bekamen schlechtere Leistungen, wenn sie kein Geld
hatten und sie sind die Opfer der jüngsten Reform von Schröder und
Konsorten.
Und
noch eine private Anmerkung: Natürlich sind die Ärzte allgemein keine
Abzocker usw. und die meisten leisten gute Arbeit. Andererseits sind die
Berufsvereinigungen der niedergelassenen Ärzte peinlichst darauf
verpicht, den Besitzstand zu wahren und die Ärzte sind kaum von den
Sparmaßnahmen der Frau Ulla Schmidt betroffen. Der Großteil der
niedergelassenen Ärzte kann sich immer noch eine nettes Häusle im Grünen,
mehrmals Urlaub im Jahr und zumindest einmal jährlich einen
bescheidenen Mercedes oder BMW leisten. Der Arbeitslose und Rentner,
aber auch der Normalverdiener, kann das nicht.
Also
bleib mal auf dem Teppich, Genosse MR.
Doz. Dr. sc. med. Erhard Thomas. Das sei dem Direktkandidaten der
KPD (Ost) mal ins Stammbuch geschrieben.
Prinzipienlose
Illusionsmacherei von Einheit bei der KPD (Ost)
Schon
vor ein paar Jahren tat sich diese Partei hervor durch einen Aufruf „Konferenz
zu Aufgaben der Aktionseinheit gegen Neofaschismus, für Frieden und
soziale Sicherheit -
Miteinander reden - und gemeinsam Handeln!“
Anfangs
interessierten wir uns hierfür, nahmen jedoch von der Unterstützung
Abstand, als wir den Aufruf bekamen. Damals schrieben wir dazu u.a.: „Ihr
propagiert hier faktisch ein so breites Bündnis (von den Kommunisten über
Kardinal Lehmann, die IG-Metall, die IG-Chemie, Ver.di ebenso wie
IG-BAU, die Junge Union, die Jusos, euer KJVD, die Jungdemokraten,
Falken, die AWO, Caritas, das Diakonische Werk usw.), dass es den
Anschein erweckt, Ihr propagiert eine Art Volksfront. Ihr macht dabei
einen Rundumschlag von der Friedenserhaltung über Neofaschismus bis zur
sozialen Sicherheit.“
Sie
haben natürlich diese angestrebte Aktionseinheit nicht zustande
gebracht – wie denn auch? Aber gelernt aus den Fehlern haben sie auch
nicht.
Wieder
einmal biedert sich die Ost-Version einer KPD an andere an. Diesmal
nicht an Kirche und Caritas zum Zwecke einer umfassenden Volksfront,
sondern an WASG und PDS um ein „starkes Linksbündnis gegen
sozialreaktionäre und antidemokratische Politik“
– unter Beteiligung der Ost-KPD – zu erreichen.
Es
ist zwar illusorisch, dass Gysi und Lafontaine auf des Liebeswerben des
großen Vorsitzenden und selbsternannten Nachfolgers von Ernst Thälmann
eingehen werden. Selbst die DKP, die nach den Vorstellungen von Werner
Schleese auch mit ins Bettchen soll, ist noch nicht einmal auf den Brief
aus Berlin eingegangen.
Im
Gegensatz zur KPD (Ost) ist diesmal Heinz Stehr von der DKP fast schon
linksradikal. Erschreibt nämlich zur PDS/WASG:
„Um
etwas zu verändern, muss es aus unserer Sicht zuallererst um die
Entwicklung des außerparlamentarischen Widerstandes in den Betrieben,
über die sozialen und anderen Protestbewegungen gehen. Eine linke
Opposition im Bundestag, die diese Tribüne konsequent nutzt, kann gestützt
und gedrängt von einer starken außerparlamentarischen Opposition, den
Mut zum Widerstand und zur Veränderung wecken. Sie kann zugleich
weitere Impulse für die außerparlamentarische Bewegung geben. Alle
Beteiligten haben eine große Verantwortung, um die Veränderung des Kräfteverhältnisses
und damit Voraussetzungen zum Politikwechsel zu erreichen.“
Das
ist im Prinzip richtig – vorausgesetzt PDS/WASG sind diese „linke
Opposition im Bundestag“ was ich entschieden bezweifle.
Die
nach eigener Einschätzung „bolschewisierte“ Ost KPD dagegen
beherrscht nicht einmal das kleine 1x1 der kommunistischen Strategie und
Taktik.
Während
– folgt man der DKP – sich hier ein linkes Potential verbirgt, das
angestoßen werden muss um zur Geltung zu kommen, will Schleese gleich
eine linke Wahlpartei in PDS/WASG
erkennen.
Auf
was er diese Erkenntnis stützt – außer auf die Propaganda der bürgerlichen
Presse – steht in den Sternen. Sehr viel einleuchtender für mich ist,
dass der Vorsitzende der OST-KPD sich an Gysi und Lafontaine anschleimen
will. Er will an die Fleischtöpfe im Bundestag um jeden Preis.
Aber
er hat den Boden der Realität verloren. PDS/WASG werden den Teufel tun
aber nicht diese Gruppe ins warme Bettchen holen. Sie brauchen kein Häuflein
sich zur Partei Ernst Thälmanns, Rosa Luxemburgs, Karl Liebknechts und
Leo Jogiches ernannten Rentnertruppe ohne ideologische
marxistisch-leninistische Klarheit.
Mit
Kommunisten – wirklichen oder vermeintlichen – wird sich PDS/WASG
nicht abgeben. Eine Sahra Wagenknecht im EU-Parlament reicht ihnen. Das
wäre zuviel des linken Aussehens und würde sie kompromittieren.
Das
Anbiedern der KPD (OST) und der MLPD, aber auch die falschen Hoffnungen,
die die DKP von dieser Gruppierung vermittelt, reichen aus um der
Gysi-Lafontaine-Truppe ihr linkes Image zu stärken – der Zweck ist ja
erreicht: MLPD (West) und KPD (Ost) scharwenzelten um die Halblinken rum
und gaben ihnen die Weihen eine linke Partei zu sein. Die bürgerliche
Presse tut ein Übriges.
Die
Kuriosität auf die Spitze getrieben ist dann, dass Genosse Schleese
seinen Parteileibarzt dem Bündnis als Kandidaten vorschlägt (siehe
oben).
Die
Funktion der PDS/WASG
Kommunisten
sind keine Traumtänzer aber auch keine, die jedem und allen hinterher
laufen und ins große Einheitsgeschrei einstimmen. Einheit des
Proletariats ja, aber nicht Einheit mit den Parteien des Paktieren der
Arbeiterklasse mit dem Imperialismus.
„Worin
besteht die grundlegende strategische Regel des Leninismus? Sie besteht
in der Erkenntnis:
1.
dass die gefährlichste soziale Stütze der Feinde der Revolution in der
Periode der herannahenden revolutionären Entscheidung die
Paktiererparteien sind;
2.
dass es ohne Isolierung dieser Parteien unmöglich ist, den Feind (den
Zarismus oder die Bourgeoisie) zu stürzen;
3.
dass infolgedessen in der Periode der Vorbereitung der Revolution die
Hauptschläge darauf gerichtet sein müssen, diese Parteien zu isolieren
und die breiten werktätigen Massen von ihnen loszulösen.“
Natürlich
sind wir in keiner revolutionären Situation. Aber ein Verwischen von
Kommunistischer Partei und revisionistischen und reformistischen Strömungen,
erweckt unter den Massen die falsche Einsicht, man könne innerhalb des
kapitalistischen Systems Alternativen finden. Das Gerede von sozialer
Gerechtigkeit bei PDS und WASG zeigt, was diese Parteien wollen: Das Schüren
von Illusionen über den wahren Charakter des
Kapitalismus.
Die
SPD setzte in den letzten Jahren die Kapitalinteressen gegen das Volk
durch. Sie hat stark an Kredit bei der Arbeiterklasse verloren. Wenn wir
Kommunisten in der Lage wären, in dieses Vakuum einzudringen und
wirkliche Alternativen zu entwickeln, dann würde die Arbeiterklasse
dauerhaft dem Einfluss des Klassenfeindes entzogen. Aber unsere Schwäche,
die sich auch in den ideologischen Unklarheiten á la KPD (Ost)
dokumentiert, verhindert das. Um aber die Gewissheit zu haben, dass das
Proletariat sich nicht trotzdem von der SPD abwendet oder zukünftig
abwenden könnte, benötigt das kapitalistische System eben jene „Links“partei
PDS/WASG.
Hier
werden die enttäuschten Anhänger der SPD „geparkt“ indem die
Illusion erweckt wird, es handele sich um eine Partei, die alternativ
zur SPD wählbar sei. Es wird von der Gysi-Lafontaine-Truppe leeres
Stroh gedroschen, heiße Reden gehalten, in denen die soziale
Gerechtigkeit beschworen (jetzt will die PDS das durch Erhöhung des
Spitzensteuersatzes erreichen), wenn es aber zur Nagelprobe kommt,
stellt sich heraus, dass alles Lug und Trug ist.
Und
genau das zu enthüllen, müsste die Aufgabe der Kommunisten sein und
kein Liebesgeflüster an Lafontaine und Gysi.
Die
Aufgabe der Kommunisten
Wenn
wir unserem eigenen Anspruch gerecht werden wollen, nämlich der
bewussteste und konsequenteste Teil der Arbeiterbewegung zu sein, wenn
wir nicht nur vermeintlich, sondern auch tatsächlich die Avantgarde des
Proletariats sein wollen, gilt es sich nach den revolutionären
Traditionen des kommunistischen Bewegung zu orientieren.
Natürlich
dürfen wir nicht in Sektierertum verfallen. Aber schon immer wurde von
den Revisionisten in der kommunistischen Bewegung gegen konsequente
Verfechter der revolutionären Linie der Sektiererknüppel geschwungen.
Ein Bündnis mit Revisionisten und Reformisten mag punktuell in der
Kommunalpolitik oder in den Betrieben, vielleicht auch in sozialen Kämpfen
sinnvoll sein. Aber auch hier ist zu beachten, dass diese Bewegungen
nicht in die Hände dieser Kräfte geraten. Es ist geradezu ein
rechtsopportunistischer Fehler – wenn nicht gar noch mehr – wenn
sich Kommunisten unter das Kommando von Leuten begeben, von denen klar
ist, dass sie die Geschäfte der Bourgeoisie besorgen. Lafontaine und
Gysi haben gezeigt, dass sie nicht einmal Reformisten sind, sonder Lügner
und Marionetten des Kapitals.
Von
denen zu behaupten, sie repräsentierten ein „Linksbündnis“ zeugt
entweder von bewusster Verfälschung oder ideologischer Unklarheit.
Wenn
Werner Schleese und seine KPD (Ost) dies vertreten, ist sie nicht in der
Nachfolge der Revolutionäre Liebknecht, Luxemburg und Jogiches, schon
gar nicht des Marxisten-Leninisten Ernst Thälmann. Wenn überhaupt
seine Berufung auf die KPD zutrifft, so höchstens auf die
Rechtsabweichler Heinrich Brandler und August Thalheimer.
J.W. Stalin, Werke Band 6, DIE OKTOBERREVOLUTION
UND DIE TAKTIK DER RUSSISCHEN KOMMUNISTEN
III
ÜBER EINIGE BESONDERHEITEN DER TAKTIK DER
BOLSCHEWIKI IN DER PERIODE DER VORBEREITUNG
DES OKTOBER, siehe
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