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Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands |
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Ist
die PDS noch zu retten? Aus dem geistigen Küchenkabinett
der PDS (von Professor Anton Latzo) Auf dem Geraer Parteitag
wurde die Situation der PDS sehr plastisch durch die Aussage charakterisiert:
"Es geht um den Unterschied: wollen wir die PDS als sozialistische Partei
oder als zweite sozialdemokratische Partei profilieren?"(Gabi Zimmer).
Diese Situationsbeschreibung hat leider ihre Gültigkeit behalten. Nur Gabi
Zimmer hat bedauerlicherweise ihre Position gewechselt. Die "Reformer",
die in Gera die "gelbe Karte" erhielten, haben - mit direkter Hilfe
bzw. Duldung führender Vorstandsmitglieder - eine konstruktive Diskussion und
Arbeit verhindert. Es wurde systematisch eine Demontage des neu gewählten
Vorstandes und einzelner seiner Mitglieder betrieben. Die Geraer Beschlüsse
wurden bewußt ignoriert. Es wurde die "Wachbuch"-Affäre geschaffen
und hochgespielt, die Vorsitzende wurde unter Druck gesetzt, sie hat ihre
Position von Gera aufgegeben. Verantwortungsvolle Vorstandsmitglieder wurden als
Scharlatane beschimpft. Und schließlich wurde eine neue "Affäre" ins
Leben gerufen. Mitglieder des Parteivorstandes, die im Sinne der Geraer Beschlüsse
handeln wollen, versucht man als Demokratie-Verhinderer und als störende
Elemente zu verleumden. um die eigene Täterschaft zu verdecken. Es sollte schon darüber
nachgedacht werden, dass in diesem zerstörerischen Unternehmen immer wieder
derselbe Personenkreis auftritt. Die Besetzungsliste reicht von Gregor Gysi, der
allerdings nur nach Bedarf in den Vordergrund tritt, über Andre Brie, Dieter
Klein bis zu Michael Brie und Anhänger. Sekundiert werden sie immer wieder von
Personen wie Ralf Christoffers, Stefan Liebich, Helmut Holter, Rosemarie Hein,
die die Forderungen der Strategen zuzuspitzen haben, aber dabei auch eigenständige
Interessen verfolgen. Es stellt sich die Frage:
Ist das alles ein Vorgang, der auf politische Naivität zurückzuführen ist,
oder liegt dem ein politisches Ziel und ein dazugehöriges Konzept zugrunde?
Wenn ja, welches? Und warum? Gregor Gysi hat in seinem
Buch "Ein Blick zurück, ein Schritt nach vorn" deutlich formuliert:
"Für die Fortsetzung des Erneuerungsprozesses in der PDS gibt es nur eine
Chance, nämlich, dass die Mehrheit der Mitglieder diese Fortsezung will und
deshalb diejenigen marginalisiert,
die zu dogmatisch-ideologischen Denk- und Verhaltensstrukturen zurückkehren
wollen" (S.292/293). Das Problem für
ihn und seine Anhänger besteht u.a. darin, dass es für die Moderne-Konzeption
in der PDS noch nie eine Mehrheit gegeben hat. Deshalb greift man zu
Verleumdungen und Entstellungen, um die "Mehrheit der Mitglieder" zu
schaffen, die dann die unbequemen Personen, die sich ehrlich und offen zu einer
linken, sozialistischen Partei bekennen, "marginalisieren".
Da es aber weiter unsicher ist, ob die "Mehrheit" so zu gewinnen ist,
greift man schon selbst zum ideologischen Hammer der
"dogmatisch-ideologischen Denk- und Verhaltensstrukturen", um sowohl
die Mitglieder als auch die "Ungeliebten" weichzuklopfen. Das Ziel formuliert G.
Gysi in der gleichen Arbeit auf Seite 334 wie folgt:"Im Grunde genommen wäre
die PDS in der gegenwärtigen Zeit im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der SPD
das sozialdemokratische Korrektiv zur SPD". Der
Geraer Parteitag hat gezeigt, dass die Mehrheit der Mitglieder der PDS eine
andere Vorstellung von der Funktion einer sozialistischen Partei in dieser
Gesellschaft hat. Diese Funktion auf ein "Korrektiv zur SPD" zu
reduzieren, bedeutet, diese Partei zur Wirkungslosigkeit zu verurteilen, sie überflüssig
machen zu wollen. Der letzte Bundestags-Wahlkampf hat das deutlich in der Praxis
bewiesen. Wenn man das Ziel aber trotzdem noch verfolgt, so heißt das,
absichtlich in den Abgrund zu rudern. Um ihre Ziele zu
erreichen, habe - so Gysi - die PDS zu wenig "Zugang zu den heutigen Eliten
der Gesellschaft, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass die PDS
die Interessen der 'abgewickelten' ostdeutschen
Eliten vertreten hat". Diese hätten die PDS in den ersten Jahren
zwar gestärkt, "Aber ehemalige Eliten sind irgendwann auch
intellektuell keine mehr", sagt Gysi. Ein Glück, dass die
"Vordenker" verschont blieben! Um Zugang zu den heutigen
Eliten zu haben, muß offensichtlich auch die programmatische Grundlage der
Partei verändert und jeder Politikansatz, der antikapitalistisch ausgerichtet
sein könnte, getilgt werden. Denn was "die intellektuelle Stärke der PDS
begründete, kann Schritt für Schritt zu ihrer intellektuellen Schwäche
werden. Auch deshalb sind für die PDS Regierungsbeteiligungen in den neuen
Bundesländern von großer Bedeutung. Sie erleichtern ihr den Kontakt mit den
heutigen Eliten und verhindern damit intellektuellen Stillstand"
(S.147/148). Damit wird eigentlich gesagt, warum man tatsächlich die Substanz
der PDS und auch ihre programmatische Grundlage verändern will. Die PDS soll zu
einer Partei geformt werden, die zwar nicht den Kapitalismus
dafür aber Marx und die sozialistische Idee überwindet. Erst unter dieser Prämisse
entstehen strategische Differenzen und grundsätzliche Widersprüche zwischen
der Gruppe der "Vordenker" und "Reformer" und ihren Anhängern
einerseits und der übergroßen Mehrheit der Parteimitglieder andererseits. Die
Ursachen dafür entstehen aus den Zielen und Handlungen der
"Vordenker" und "Reformer". Diese Differenzen und
Widersprüche schlagen sich dann in einer unterschiedlichen Einschätzung der
realen Lage, in sich gegenseitig ausschließenden Auffassungen bezüglich des
Verständnisses von Politik, bezüglich des Verhältnisses zur SPD usw. nieder.
Vor allem wächst auf diese Weise die Unfähigkeit der PDS, die Probleme der
Gesellschaft adäquat zu erkennen und eine Strategie und Taktik zu erarbeiten,
die den Interessen der Menschen entspricht, die die tatsächlichen Werte der
Gesellschaft schaffen. Daraus resultiert der Stillstand und die Krise in der
PDS, die leider zu beklagen sind. Zugleich gilt es festzuhalten: Die Probleme
der PDS sind nicht objektiv, sondern subjektiv und idealistisch bedingt. Das wird auch in den
Positionen deutlich, die die verschiedenen "führenden Köpfe" der
"Reformer" zum Kapitalismus, seinen Entwicklungsmöglichkeiten und zu
anderen theoretischen Grundfragen einnehmen, mit denen sie einerseits um Verständnis
für ihre Standpunkte werben und
andererseits die Köpfe gutwilliger Menschen vernebeln wollen. In einer Präsentation
ihrer Standpunkte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 28. August 2001
versicherten Andre Brie, Dieter Klein und Michael Brie: "Wir gehören nicht
zu den orthodoxen Marxisten der II. und anderer Internationalen, die Enteignung
und Sozialisierung als Heilsweg zu Freiheit
und Gleichheit ansahen". Als Autoren des damaligen Programmentwurfs, der
bekanntlich von Gabi Zimmer vorgelegt wurde, versicherten sie, dass dieser
"ganz im Sinne der Philosophie einer offenen Gesellschaft, wie sie von Karl
Popper formuliert wurde" erarbeitet wurde. Laut Popper,
Begründer des "kritischen Rationalismus" und ein Inspirator
des "Programms 2000" der SPD, waren Platon, Hegel und Marx die
"Philosophen der Horde". Im Spiegel vom 23.o3.1992 erklärte er z.B.:
"Der kommunistische Wahnsinn besteht im wesentlichen darin, und das findet
sich schon in Marx, dass die sogenannte kapitalistische Welt als teuflisch
angesehen wird. Das , was Marx Kapitalismus genannt hat, hat es nie auf der Welt
gegeben, auch nicht etwas ähnliches". Jeder sucht sich die
geistigen Quellen, die zu ihm passen! Die selben Autoren waren
maßgeblich auch an der Formulierung des jetzt vorliegenden Entwurfs beteiligt.
Sie haben in der Zwischenzeit auch andere "Dokumente" und
"Papiere" erarbeitet, die alle von den gleichen konzeptionellen
Vorstellungen getragen werden. Davon ist z.B. auch die
Aussage von Andre Brie über "Sozialismus als Tagesaufgabe" geprägt,
die er bei der Vorstellung des jetzigen Programmentwurfs in
Anlehnung an einen bekannten deutschen Antikommunisten der Nachkriegszeit wie
folgt formulierte: "Dieser Entwurf ist das Angebot, um ein provokatives
Wort provokativ aufzugreifen, Sozialismus als Tagesaufgabe zu begreifen. Wir
fragen nicht, ob Sozialismus in dieser
Gesellschaft notwendig und möglich ist, sondern wie viel Sozialismus
notwendig und möglich ist (Hervorhebg.-A.L.)" (Pressedienst 11/2003).
Damit diskreditiert er nicht nur die sozialistische Idee, sondern offenbart
auch, was in diesen Kreisen unter Sozialismus verstanden wird, was für ein
Sozialismus mit dem neuen Parteiprogramm angestrebt werden soll. Soll die PDS
auf diese Bahnen gelenkt werden? Andererseits ist das eine
Konsequenz aus den Standpunkten, die in diesen Kreisen zum Wesen des
Kapitalismus vertreten werden. Er selbst sagte aus gleichem Anlaß:" In
unserem (heute) vorgelegten neuen Entwurf ...befassen (wir) uns intensiv mit
einer weiterführenden Frage, nämlich jener, warum der moderne Kapitalismus
ganz im Gegensatz zum Realsozialismus so entwicklungs- und durchsetzungsfähig
war und ist". Der Sozialismus "war" und "ist" also - nach A.Brie - nicht entwicklungs- und
durchsetzungsfähig! Und das als Leitlinie für eine sozialistische Partei, die
Sozialismus anstrebt!? Wieviel Demagogie ist eigentlich erträglich? Für wie
dumm hält man die Menschen, um ihnen so etwas anzubieten? Und bei der Begründung
solcher Standpunkte beruft man sich auch noch auf Marx! Wie weit man dabei zu
gehen bereit ist, zeigt eine Äußerung von M. Brie im "Freitag" vom
28.03.2003, wo er Marx und seine Leistungen regelrecht besudelt. "Während
Marx vor 160 Jahren die historische
Mission des Proletariats erfand, wird heute die Ideologie der welthistorischen
Mission der USA vertreten. Wo Marx in der Arbeiterklasse einen sozialen Akteur
gefunden zu haben glaubte, der durch die eigene Befreiung
zugleich 'alle unmenschlichen Lebensbedingungen der heutigen Gesellschaft'
aufheben würde, so sieht der Amerikanismus
in den USA einen globalen Akteur, der gerade durch
seine Herrschaft zur Befreiung
aller anderen von den schlimmsten Übeln der Welt beitragen würde. Anstelle des
Stoßes der Gerechtigkeit von unten (Ernst Bloch) wird die Durchsetzung der
Gerechtigkeit von oben erwartet. Dies sollte nun jede und jeden mit mindestens
genauso viel mißtrauen erfüllen wie die suggestive Losung von der historischen
Mission der Arbeiterklasse." Es fällt schwer, eine solche Position
sachlich zu kommentieren. Sie ist aber exemplarisch für das Weltbild und den
geistigen Standort von maßgeblichen Autoren des Programmentwurfs, die auch die
konzeptionelle Formulierung der Politik der PDS kontrollieren. In dieses Weltbild paßt
aber auch die Vorstellung von Dieter Klein über das Verschwinden des
Kapitalismus: "Es ist wie beim rieselnden Sand, der einen Kegel bildet. Während
sich scheinbar nichts verändert, wachsen zwischen den Körnchen
die Spannungen. Irgendwann rutschen dann die Planken weg, und der Kegel ist kein
Kegel mehr. Das ist der gute Umschlag in eine neue Qualität".(Sächsische
Zeitung vom 25/26.11.2000). Nur schade, dass der Kapitalismus kein Sand und die
kapitalistische Gesellschaft kein Sandkegel ist! Aber es klingt schön, richtig
märchenhaft! Offensichtlich wollen diese "Vordenker" der PDS eine
sozialistische Partei, die Willens und in der Lage ist, zu "warten".
Sie braucht nichts zu tun gegen den Kapitalismus, nur zu warten, bis die Planken
wegrutschen. Daraus entsteht die neue Qualität, der Sozialismus, wenn überhaupt
noch eine neue Qualität notwendig ist. Wozu dann noch diesen lästigen
Antikapitalismus, mit dem man sich nur bei den verschiedenen Eliten unbeliebt
macht!? Wesentlich
für die "Vordenker" ist die Schlußfolgerung, die die
Mitglieder der Partei ziehen sollen: Wenn der Kapitalismus
sowieso zusammenbricht, braucht man keinen Antikapitalismus,. braucht man
keine antikapitalistische Ausrichtung von
Programm, Politik und Aktion einer sozialistischen Partei.
Kapitalismus-"Kritik" und "Transformation" des Kapitalismus
tun es doch auch. Und weil das so einfach ist, braucht man auch keine Analyse
der sozial-ökonomischen Verhältnisse, der objektiven Interessenlage der
sozialen Klassen usw., um die Ziele, die Programmatik und Politik, um Möglichkeiten
und Grenzen für das Handeln der sozialistischen Partei zu erarbeiten. Die Beschlüsse von Gera
und Münster stehen einer solchen Richtung entgegen. Sie drohen zum Hindernis für
die Verwirklichung der Vorstellungen dieser Gruppe zu werden, deshalb tun sie
alles, um sie zu revidieren. Wenn es sein muß, ist man auch bereit, den
gesamtdeutschen Charakter der PDS zu opfern, um seine Ziele zu erreichen. Die
einseitige Zusammenarbeit der Vorsitzenden des Bundesvorstandes mit den ostdeutschen Landesvorsitzenden in der Zeit nach Gera
beinhaltet diese Richtung. Offensichtlich will man
aber nicht dabei stehen bleiben. Die ständigen Störfeuer gegen eine
sozialistische Ausrichtung der PDS, der Sonderparteitag mit der Wahl eines neuen
Vorstandes, der den Anliegen der "Vordenker" folgt und nicht zuletzt
mit dem Chemnitzer Parteitag will man die Voraussetzungen schaffen, um die PDS
doch noch nach ihrem Bilde zu erschaffen. Grundrichtungen für die künftige
inhaltliche Ausrichtung der PDS und
für die Gestaltung ihres Schicksals wurden u.a. auch mit den Papieren, die
bisher zur "Strategiedebatte" (siehe:PDS Online Politik Aktuell vom
7.01.2003) erarbeitet wurden, vorgezeichnet. Es ist schon die Tatsache
bemerkenswert, dass einer Partei in der Phase der Programmerarbeitung, in der
alle Kräfte sich auf diese Fragen konzentrieren müßten, eine parallele
Strategiedebatte auferlegt wird. Müßte nicht erst das Programm erarbeitet
sein, bevor man daran geht, auf seiner Grundlage die politischen Schritte für
die mittel- und kurzfristige Perspektive zu erarbeiten? Oder geht es den
Initiatoren darum, jetzt schon den Rahmen zu schaffen, um das, was nicht in der
Programmdebatte durchgesetzt werden kann, in der "Strategiedebatte"
abzusichern und gleichzeitig die Kräfte der Partei zu zersplittern? In diesem Sinne wird in
dem Papier "PDS-Strategie 2006" postuliert, dass "demokratischer
Sozialismus als ein transformatorischer Prozeß" des Kapitalismus
aufzufassen ist, was heißen soll: Nicht Sozialismus, nicht Errichtung einer
anderen Gesellschaft, sondern nur noch reformierter Kapitalismus soll es geben!? An anderer Stelle wird
festgestellt: "Der Wahltag hat gezeigt, dass die PDS - so, wie sie vor
allem konzeptionell und strategisch aufgestellt war - offensichtlich nicht
gebraucht wird". Damit wird die Schlußfolgerung nahe gelegt, dass die
"Vordenker" und "Reformer" aller Couleur die PDS ganz
einfach retten müssen. Sie verschweigen dabei, dass die PDS im
Bundestagswahlkampf gerade auf
Reformen, auf Regierungsbeteiligung als verselbständigtes Anliegen usw.
eingestellt war. Gerade das wurde von den Wählern nicht akzeptiert. Die
Verfasser der Strategie-Papiere finden nicht die Kraft und haben nicht den
Willen, auszusprechen, dass z.B.
die Erfahrungen aus Berlin, aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt usw. ein
wichtiger Grund für die Wähler war, die PDS nicht zu wählen. Sie bleiben bei
ihrer Methode, die Tatsachen so zu interpretieren, dass sie ihrem Anliegen
dienlich gemacht werden können, auch wenn man sie ins Gegenteil verkehrt. Stattdessen formulieren
die Autoren der Strategie-Papiere ihre Schlußfolgerung wie folgt: "Der
(Geraer) Parteitag hat die PDS weiter auf eine schiefe Ebene gebracht".
Noch mehr Tatsachenverdrehung kann es nicht geben. Deutlich wird aber die
Richtung in die man auch mit der Strategiedebatte gehen will: die Option von
Gera rückgängig zu machen. Dabei, so heißt es weiter, "wird eine Verständigung
über die einzelnen Richtungen und über neue 'Lagerbildungen' unvermeidlich
sein". Ist wirklich alles schon geplant? Gleichzeitig mit dem
"Strategiepapier 2006" wurde noch ein "Diskussionsangebot"
vorgelegt, das vom gleichen Autorenkreis (Gabi Zimmer, Michael Chrapa, Judith
Dellheim, Bernd Ihme und Dieter Klein) erarbeitet wurde. Es wurde betont, dass das Diskussionsangebot nicht konträr zum erstgenannten
Papier steht und "einige weitere Überlegungen zur Diskussion stellt". Bezeichnend ist schon die
Überschrift dieser Diskussionsthesen: "Die andere Partei, die andere
Politik macht und die anders Politik macht". "Die andere Partei"-
ist das eine sozialistische Partei? Warum sagt man es nicht? "Die andere
Politik" - welche Politik? Stattdessen wird unter den Zielen, die die PDS
"in den nächsten ca. 5 Jahren erreichen
muß" u.a. formuliert: "Neubestimmung des Profils und damit Gewinn an
Erkennbarkeit als demokratisch-sozialistische Oppositions- und
Reformkraft". Das kulminiert u.a. in der Forderung, wonach die PDS
"das Markenzeichen einer 'Partei der politischen Gesellschaft' sein"
muß - was immer das für die PDS auch bedeuten mag! Deutlicher wurde M. Chrapa
in einem dritten Papier, das zusammen mit Strategie und Thesen vorgelegt wurde.
Hier spricht er - auch schon in der Überschrift - von "Aufgaben und
Probleme der PDS bei der Ausprägung ihres Profils als linksdemokratische
Partei". Damit ist die Katze aus dem Sack. Die PDS als linksdemokratische
Partei? Soll das ihre Perspektive sein? Man sollte M. Chrapa nicht unterstellen,
er wüßte nicht, dass es eine starke Italienische Kommunistische Partei gab,
die auch zur Linksdemokratischen Partei transformiert wurde, und dass dies der
sichere Weg in den Abgrund war! Oder gehen er und die anderen Autoren bewußt
von diesen Erfahrungen aus? Sind die jetzigen Auseinandersetzungen, die von den
"Vordenkern" und "Reformern" in inhaltlichen und personellen
Fragen inszeniert werden, ein Zwischenspiel auf diesem Weg? Mit Anton Latzo kann über
ALatzo@t-online.de Kontakt aufgenommen
werden. |
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