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Von der UZ unterschlagene Kritik an DKP-Positionen:

Ein kritischer Leserbrief an die UZ 

Liebe GenossInnen,

hier ein Leserbrief zum aktuellen Bildungsthema „Die sozialistische Alternative im Programm der DKP- Geschichte und Perspektive[1] vom 11.04.2008  Seite 15

Ich habe diesen Artikel mittlerweile dreimal gelesen und bin jedes Mal entsetzter.

Da wird von Sozialismus gesprochen, ohne das im ganzen Artikel auch nur ein Mal der Begriff „Klassenkampf“ oder „Revolution“ (wenn Revolution dann nur im Zusammenhang vor 1990 aber nicht wenn es um Zukunft geht) vorkommt. Arbeiterklasse, als die entscheidende Kraft,  wird nur am Rande und in untergeordneten Zusammenhängen erwähnt, geschweige denn eine Charakterisierung dessen was Sozialismus sein muss. (Diktatur des Proletariats).

Wenn von der Vergangenheit gesprochen wird dann nur vom Niedergang. Zu einer Analyse gehört doch aber auch das, wenn es einen Niedergang geben hat, es vorher auch einen Aufschwung des Sozialismus gegeben haben muss.

Die Ursachen für beides, Aufstieg und Niedergang, die Hintergründe, die in einem dialektischen Zusammenhang gesehen werden müssen, fehlen fast vollständig.

Ebenso warum es einen Niedergang in der Produktivkraftentwicklung gegeben hat. (Verschiebung des Schwerpunkts in der Industrieplanung unter Chruschtschow) Immerhin war die Sowjetunion in vielen Breichen nach dem zweiten Weltkrieg in der Entwicklung führend. (Weltraum und Raketentechnik z. B.) Auch kein Wort darüber, was die Ursachen für das Übergewicht der KPdSU innerhalb der komm. Bewegung war. (fehlen einer Institution wie die Internationale).

Die Analyse von Lenin vom schwächsten Glied der Kette, basierend auf der ungleichmäßige Entwicklung des Imperialismus, ist ausgeblendet und damit die Möglichkeit eines neuen „Anlaufes“ in einem Land.  Richtiger Weise wird gesagt, das vom endgültigen Sieg des Sozialismus erst dann gesprochen werden kann, wenn die heutigen imperialistischen Hauptmächte, einen sozialistischen Weg eingeschlagen haben. Aber dass diese Zeitspanne von heftigsten Klassenkämpfen in den dann sozialistischen Ländern geprägt sein wird, ist „vergessen“ worden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass wir das aber mit Sicherheit sagen können.

Im Manifest heißt es „Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern“, nach dem gelesenen denke ich eher sie werden sich tot lachen, was vielleicht das gleiche Ergebnis bedeuten mag, aber so sicher nicht im „Sinne des Erfinders“ war.

Namen ist der Redaktion bekannt

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Kommentar Roter Webmaster/27. April 2008:

Die DKP ist nicht die marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse und kann es auch nicht werden

Stalin sagte bereits 1937:

„Es ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseite zu werfen, dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir Erfolge erzielen, immer zahmer werde. Im Gegenteil, je weiter wir vorwärts schreiten, je mehr Erfolge wir erzielen werden, um so größer wird die Wut der Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen werden, um so mehr Niederträchtigkeiten werden sie gegen den Sowjetstaat begehen, um so mehr werden sie zu den verzweifeltsten Kampfmitteln greifen, als den letzten Mitteln zum Untergang Verurteilter. Man muss im Auge behalten, dass die Reste der zerschlagenen Klassen in der UdSSR nicht alleine dastehen. Sie genießen die direkte Unterstützung unserer Feinde jenseits der Grenzen der UdSSR.”[2]

Chruschtschow und seine Nachfolger jedoch machten genau das Gegensätzliche: Der Klassenkampf war „beendet“, denn der Sozialismus ist aufgebaut und alles ist Friede-Freude-Eierkuchen. Aber, wie Hegel es mal formulierte, es setzte sich die List der Vernunft durch.

Es ist eben unmöglich, die gesellschaftliche Realität zu leugnen und etwas zu machen, was dieser widerspricht. Die kapitalistischen Elemente, die sehr wohl in der UdSSR noch vorhanden waren, wurden nicht mehr bekämpf, sie breiteten sich aus und übernahmen langsam aber sicher die Macht. Das sozialistische Lager weichte erst auf und ging dann an Haupt und Gliedern in Fäulnis über, der Widerstand, gegen die Wiedereinführung kapitalistischer Zustände, erlahmte. 

Mit dem Agenten des Imperialismus Gorbatschow erreichte dieser Prozess seinen Höhepunkt, die einst unter Lenin geschaffene Sowjetmacht, unter Stalin zur mächtigen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken aufgestiegen, stagnierte seit Chruschtschow und verlor zusehends an politischer Kraft und Einfluss. Ihr einst starker und unzerstörbarere moralische Kredit bei den Völkern und fortschrittlichen Kräften aller Länder, war 1990 dahin – im Inneren des sozialistischen Lagers und außerhalb.

In diese Situation haben die modernen Revisionisten die UdSSR und das sozialistische Lager gebracht. 1990 war es ein Scherbenhaufen.

Für uns Kommunisten heute bedeutet das, dass wir uns nicht in Nostalgie flüchten dürfen, dass wir das auch nicht beschönigen oder leugnen, sondern vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus wissenschaftlich anzugehen haben und hieraus die nächsten Schritte für einen Neuaufbau einer Kommunistischen Partei entwickeln müssen.

Eine kommunistische Partei, wie wir sie heute brauchen, muss drei Kriterien erfüllen:

- Sie muss auf dem Boden des Marxismus-Leninismus, also auf den Lehren von Marx, Engels. Lenin und Stalin, stehen.

- Sie muss in den revolutionären Traditionen der UdSSR und der sozialistischen Länder stehen – für uns deutsche Kommunisten v.a. auch der DDR. Sie muss anerkennen, dass die Gründung und Schaffung der DDR die höchste Leistung war, die die deutsche Arbeiterklasse geschaffen hat.

- Die Partei muss anerkennen, dass der moderne Revisionismus die Basis für die Konterrevolution in der UdSSR und der anderen sozialistischen Länder war, sie muss den entschiednen Kampf gegen den modernen Revisionismus als eine Agentur des Imperialismus führen.

Das ist die Grundlage für die Schaffung einer starken und in den Massen des Proletariats verankerten KPD.

Die DKP ist nicht diese Partei und kann es auch nicht mehr werden. Die kommunistischen Kräfte in ihr jedoch, gehören in die zu schaffende Kommunistische Partei Deutschlands.

Nur so können wir hier in Deutschland – analog auch in den anderen Ländern Europas und der Welt – die Niederlage von 1990 überwinden und neu erstarken.

Der Rote Webmaster


[2]  J.W. Stalin, Werke Band 14: ÜBER DIE MANGEL DER PARTEIARBEIT UND DIE MASSNAHMEN ZUR LIQUIDIERUNG DER TROTZKISTISCHEN UND SONSTIGEN DOPPELZÜNGLER, Referat und Schlusswort auf dem Plenum des ZK der KPdSU(B) 3. und 5. März 1937

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