| „Nun
haben es solche „a priori „ Bekundungen, Aufrufe
etc. so an sich, dass sie nicht selten einen bloßen Voluntarismus
bedienen, hoffend der so herbeigesehnte imaginierte „Hefeteig“ möge
durch bloße Absicht aufgehen.“ |
Leserbrief
von P.H. vom 29. April 2009:
(dieser
Leserbrief spiegelt die Ansichten des Verfassers wider. Seine Veröffentlichung
bedeutet nicht, dass die Redaktion die hier geäußerten Ansichten
teilweise oder in Gänze teilt)
Um
Veröffentlichung des folgenden Leserbriefes wird gebeten:
Die
kommunistische Initiative von 15 bewegten Leuten initiiert, von einigen
Wenigen danach sekundiert, offensichtlich den 7 Schwaben ähnelnd,
durch Gossweiler als Zugpferd gestützt und so zur höheren Weihe
angehoben, ist nichts desto trotz noch nicht mal eine Früh,-,
wohl aber eine Fehlgeburt, ersonnen an einem offensichtlich runden u.o.
grünemTisch, also nicht aus dem ganz konkreten Leben schöpfend.
Nun
haben es solche „a priori „ Bekundungen, Aufrufe etc. so an sich,
dass sie nicht selten einen bloßen Voluntarismus bedienen, hoffend der
so herbeigesehnte imaginierte „Hefeteig“ möge durch bloße Absicht
aufgehen. Es ist jedoch so, dass der Gründung einer erfolgreichen
Kommunistischen Partei fast immer ein gravierendes Ereignis vorausgeht
an das angeknüpft werden kann, so dass ein solides Fundament da ist,
auf das aufgebaut werden kann. Verlustreiche u./o. verlorene Kriege, mächtige
Klassenkämpfe, blutig verlaufende Großdemonstrationen, dass – erst
– ist der Nährboden, der eine K. Partei dann erfolgreich
gedeihen lassen kann. All das ist jedoch auch bei der Kommunistischen
Initiative nicht erkennbar, so dass man geneigt ist, mit einem müden Gähnen
festzustellen, dass nun zum wiederholten Male erneut ein K-Grüppchen
unterwegs ist, so als wenn die existierende zersplitternde Vielfalt
nicht schon genug sei, wird also noch was drauf, bzw. dazu gesattelt.
Hier
ein dsbzgl. Trüppchen, da ein Grüppchen, getauft mit dem Weihwasser
des Sektierertums, dabei einem Konventikelgeist huldigend.
Diesen
Mumpitz können wir uns allerdings nicht mehr leisten, schon weil eine
Wirtschaftskrise schlimmsten Ausmaßes im Anrollen ist. was übrigens
im Aufruf der K.I. mit keiner Silbe erwähnt wird, so als wenn dies nur
eine marginale Sache sei! Ein angebliches revolutionäres Erbe in
der DDR wird hingegen herausgewittert, recht „merkwürdig“ das.
Im
selben Atemzug wird allerorten fehlender Leninismus beklagt, wobei man
sich schon mal fragt, was denn eigentlich an der K.I. so ausgeprägt
leniinistisch denn eigentlich ist.
Die
bloße Erwähnung des Begriffes Imperialismus sowie die verbale
Anlehnung an die Kommunistische Partei Griechenlands ist jedenfalls
nicht ausreichend, so vereinnahmend aufzutreten. Vielmehr besteht der
Verdacht einer gelungenen Phrasendrescherei, so wie sie bekanntermaßen
bei vielen K-Gruppen ohnehin an der Tagesordnung , überhaupt Sektentum
so wesenseigen ist.
Um
es gleich vorweg zu nehmen, die numerische Größe einer Organisation
oder Partei sagt nichts dartüber aus, ob Sekte oder nicht, wie es das bürgerliche
Lager suggeriert!
Es
ist vielmehr das Selbstverständnis und Gebahren einer Organisation, ob
dem so ist oder nicht. Sektiererisch ist es, wenn kein oder gar zu
geringer Zugang zu den Massen, insbesondere dem Proletariat werktätig
oder prekarisiert, besteht. Hinzu kommen noch Attribute wie
Verschrobenheit, sorgsames Abschotten, Verlieren in Nebensächlichkeiten,
Steckenpferdreiterei, ideologische Bekundungen jenseits von Zusammenhängen
und Notwendigkeiten in Form von Proselytenmacherei (=aufdringliches
Werben, Trotzkisten z.B.) ohne Ende, oder aber Verkrümeln ins
„Hinterstübchen“ usw.
Doch
zurück zum Aufruf der K.I. Da wird an die Kommunistische Partei
Griechenlands angeknüpft, allerdings vergessend, das diese was
Gewachsenes ist, hervorgegangen und gestärkt durch Kriege,
Beifreiungskampf und Klassenkämpfe, also eine ganz andere
Ausgangslage daher kennt, als hierzulande die politische Landschaft, wo
wirklich fast bei Null angefangen werden muß.
Auf
die österreichische Initiative zu verweisen, ist gleichfalls zu kurz
gegriffen, da dort noch keine längeren Erfahrungen vorliegen,
mithin Überstürztheit und Epigonentum waltet.
Es
hat also keinen Zweck in irgendwelche Basteleien zu verfallen, da diese
bekanntlich eine recht kurze Halbwertzeit nur haben, oder lediglich vor
sich hindümpeln.
Ich
empfehle zunächt einmal eine tiefergehende theoretische Bestandaufnahme
des Weltgeschehens, sowie insbesondere eine hiesige Bewertung der
gesellschaftlichen Verhältnisse, inkl. Reflexionen über die Historie.
Dabei muß der Ökonomie, Herzstück aller linken Theorie und Praxis,
bevorzugt ins Blickfeld gerückt werden, auch wenn dies vielen Linken
offensichtlich recht schwer fällt. Eine materialistische Gesinnung
erheischt dies allerdings, andernfalls ist ein Abgleiten in
idealistische Positionen, nicht selten im pseudoreligiösen Gewande,
unausweichlich.
Die
Gründung einer Kommunistischen Partei ist allerdings dringend
erforderlich, jedoch erst später und anders.
P.H.
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„Jemand,
der anderen vorwirft, bourgeoisen
Quatsch nachzuplappern, sollte nicht selbst bourgeoisen Quatsch
ausplaudern. Dann wird es nämlich peinlich. Das „Prekariat“
wurde von den Sozialdemokraten erfunden, zusammen mit den
Christdemokraten. Geschaffen haben es aber die Sozialdemokraten
allein, unter Schröder. Und wie erstaunt waren sie, dass so
etwas überhaupt existieren konnte. Und P.H. staunt mit. Aber
anderen vorwerfen, sie wären nicht mit ihm verbunden.“ |
Antwort
von Werner auf den Leserbrief von P.H. (29. April 2009) vom 8. Mai 2009
Lieber
Günter,
den
Leserbrief von P. H. habe ich mir heute nochmals auf der Zunge zergehen
lassen. Man kann zur Kommunistischen Initiative stehen, wie man will,
eine objektive Aufarbeitung hat sie allemal verdient. Deine
Stellungnahme dazu sowie die von Jens-Torsten bieten zumindest eine
Grundlage, auf Grund derer eine Diskussion möglich ist. Was P.H.
hingegen bietet, ist eine Persiflage (Verspottung) und hat mit
politischer Meinungsbildung nicht viel zu tun.
Seine
(ihre) Argumentation wird durch Einstreuen nicht erklärter Fremdwörter
nicht richtiger. Dann frage ich mich, was prekarisiertes Proletariat
ist. Jemand, der anderen vorwirft, bourgeoisen Quatsch nachzuplappern,
sollte nicht selbst bourgeoisen Quatsch ausplaudern. Dann wird es nämlich
peinlich. Das „Prekariat“ wurde von den Sozialdemokraten erfunden,
zusammen mit den Christdemokraten. Geschaffen haben es aber die
Sozialdemokraten allein, unter Schröder. Und wie erstaunt waren sie,
dass so etwas überhaupt existieren konnte. Und P.H. staunt mit. Aber
anderen vorwerfen, sie wären nicht mit ihm verbunden.
Dass
P.H. auch gleich noch die Österreicher mit in den Hades wirft, ist
eigentlich nur logisch. Was haben die Ösis denn auch bis jetzt zuwege
gebracht. Wenn jemand derartig arrogant gegenüber Kommunisten (oder
solchen, die meinen, sie seien welche [KI Deutschland]) auftritt,
handelt es sich meist um Leute, die mit der kommunistischen Idee nicht
viel am Hut haben. Und dafür liefert eigentlich der letzte Satz den
Beweis: „Die Gründung einer Kommunistischen Partei ist allerdings dringend
erforderlich, jedoch erst später und anders. Dringend
erforderlich am Sankt-Nimmerleinstag.
Und
anders? Wie, anders? Erklärst Du mir das, P.H.? Aber bitte in Deutsch!
Rot
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Werner
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