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Eine kurze Kritik am Programm der Partei „Die Linke“

Von Werner Schmidt

Kommunisten-online am 24. Januar 2012 – Am 08.02.2009 hatte ich in einem Beitrag „Offener Brief an die „Kommunistische Plattform“ der Partei „Die Linke““ festgestellt, dass sich die Partei zwar hehre Ziele setzt, aber kaum gangbare  Wege zu ihrer Erreichung aufzeigt. Diese Feststellung kann ich nach dem Studium ihres Programms, das  sie auf ihrem zweiten Parteitag in Erfurt annahm, nur nochmals wiederholen.

Des Weiteren hat der Parteitag bzw. die  Vorbereitungskommission eine z.T. hervorragende Analysearbeit geleistet. „Die Linke“ analysiert die Lage der arbeitenden Massen in der gegenwärtigen Gesellschaft fast immer genauestens, kann aber nicht über ihren Schatten springen, wenn es um die Verwirklichung ihrer Ziele oder die genaue Einschätzung der Rolle  des bürgerlichen Staates geht. Da „Die Linke“ selbst in diesem Staat eine Rolle spielen will, muss sie ihn natürlich über die Gesellschaft stellen, ansonsten würde sie ihren eigenen Politikansatz ad absurdum führen.

Aber gehen wir in medias res: „Die herrschende Politik hat sich den Interessen der Konzernchefs und Vermögensbesitzer untergeordnet.“ [1] Wenn ich oben die Analysefähigkeit „Der Linken“ lobte, muss ich gleich hier, noch in der Präambel, den ersten Abstrich an meiner Aussage machen. Denn dieser Spruch ist schlicht falsch. Das hat aber seinen Grund darin, dass „Die Linke“ nicht  gewillt ist, die Rolle des Staates als politisches  Herrschaftsinstrument der ökonomisch herrschenden Klasse anzuerkennen.

Konzernchefs sind in der Regel die Vermögensbesitzer, weil die Vermögenseigentümer meist fremde Leute für sich arbeiten lassen. Sie sind genauso Vermögensbesitzer, wie die Arbeiter Besitzer der Produktionsmittel sind, mit deren Hilfe sie einige Stunden am Tag den Mehrwert für den EIGENTÜMER an Produktionsmitteln und damit am Vermögen erarbeiten. Aber bei schlampiger Begriffsbestimmung (zur Verschleierung eigener Interessen [dazu später mehr] ist halt keine andere  Aussage  drin.

Und dann öffnet sich „Die Linke“ dem Guttenbergismus, sie schreibt unverfroren ab. „Wir wollen eine Gesellschaft, in der die wechselseitige Anerkennung der Freiheit und Gleichheit jeder und jedes Einzelnen zur Bedingung der solidarischen Entwicklung aller wird.“ [2]

„An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist.“ [3] MARX und ENGELS haben es nicht nur kürzer, sondern auch  weniger verklausuliert ausgedrückt. „Die Linke“ konnte es nur noch verwässern. Allerdings zeigen MARX und ENGELS auch gleich noch den Weg dahin auf, die proletarische Revolution, von der „Die Linke“ gleich gar nichts wissen will.

Das Programm enthält nach Meinung „Der Linken“ drei Grundideen:

„-Individuelle Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit für jede und jeden durch sozial gleiche Teilhabe an den Bedingungen eines selbstbestimmten Lebens und Solidarität - …

-Unterordnung der Wirtschaft unter die solidarische  Entwicklung und den Erhalt  der Natur - …

-Die Verwirklichung dieser beiden Dimensionen ist ein längerer emanzipatorischer Prozess, in dem die Vorherrschaft des Kapitals  durch demokratische, soziale und ökologische Kräfte überwunden wird und die Gesellschaft des demokratischen Sozialismus entsteht.“ [4]

Das müssen wir uns mal genauer anschauen. Aber erst mal zu den Begriffen, mit denen uns  „Die Linke“ im Dunkeln sitzen lässt. Es wird weder erklärt, was ein „selbstbestimmtes Leben“ ist, noch was wir unter „solidarischer Entwicklung“ zu verstehen haben. Ja selbst, ich darf kurz vorgreifen, ihre oft erwähnte „Daseinsvorsorge“ erklärt uns „Die Linke“ nicht.  Offensichtlich darf sich jeder darunter vorstellen, was ihm gerade so einfällt (natürlich auch  „jede“). Und da wird schon das erste große Dilemma dieses  Programms offensichtlich. Es ist wie bei Tucholskys „Ein älterer, aber leicht besoffener Herr“: „Was wir brauchen ist eine Soffjetrepublik mit einem unumschränkten Offsier anner Spitze!“ So ähnlich wie der erwähnte Herr gebärdet sich „Die Linke“.

Die Unterordnung der Wirtschaft, ja, ja, leider verrät uns „Die Linke“ nicht, WIE sie das machen will. Offensichtlich kommen dann die Quandts, Schaefflers, Albrechts, Springers, usw., usf. angekrochen, um „untergeordnet“ zu werden. Wie sagt Faust: „Die Botschaft hört´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Nun geht es nicht darum, dass ich nicht GLAUBE, dass Genannte nicht angekrochen kommen, ich WEISS es. Und  das scheint der große Unterschied  zwischen „Der Linken“ und mir (und vielen anderen, die „Die Linke“ als dumm verkaufen will) zu sein.

Nun sind das nicht etwa unbewiesene Behauptungen „Der Linken“, nein, es sind „Dimensionen“!  Kleiner kann und will „Die Linke“ nicht. Deshalb wird´s aber auch nicht wahrer.

Nun, und diese „Verwirklichung dieser beiden Dimensionen“ wird in einem „emanzipatorischen Prozess“ den „demokratischen Sozialismus entsteh(t)en“ lassen. Das ist wie Masern, Du wirst angesteckt und schon kommen sie.  Genauso kommt  nach den Vorstellungen „Der Linken“ der „demokratische Sozialismus“. Man braucht also gar nichts  tun (außer „Die Linke“ wählen natürlich), sondern nur „Die Linke“ machen lassen. Wie sprach Faust?

„Die bürgerlichen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts erstrebten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegen religiöse Dogmen und Privilegien des Adels. Humanismus und Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie waren bestimmend für die Arbeiterbewegung und die Frauenbewegung. Doch erst die Befreiung aus der Herrschaft des  Kapitals und aus patriarchalen Verhältnissen verwirklicht die sozialistische Perspektive der Freiheit und Gleichheit für alle Menschen.  Dies haben insbesondere Marx, Engels und Luxemburg gezeigt.“ [5]

Irgendwo habe ich den Verdacht, dass die Verfasser dieses Programms in Geschichte permanent gefehlt  haben. Wie kann sonst eine Partei, die ernst genommen  werden will, solch einen Schmonzes von sich geben? Oder ist das Ganze System? Geschichtsklitterung? Das will ich „Der Linken“ denn doch (noch) nicht unterstellen.

Die bürgerlichen Revolutionen haben sich sehr wohl „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ auf die Fahnen geschrieben, aber für die Bourgeoisie, nicht etwa für das Proletariat oder die Bauern. Freiheit für Proletarier und Bauern schon, aber doch nur als doppelt freie Lohnarbeiter bitteschön. Was macht „Die Linke“ daraus? Freiheit für alle! Schön wär´s gewesen. Leider waren damals „Die Linken“ noch nicht soweit, dass sie die Freiheit für Letztgenannte hätten herbei reden können.

Weiß „Die Linke“ nicht, dass nach der Machtergreifung der Bourgeoisie eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte begann? Hat sie den Kapitalismus der freien Konkurrenz mit seinen Auswüchsen (inklusive der Kinderarbeit) bereits vergessen? Aber was will der Leser erwarten, wenn nicht die objektiven Eigentumsverhältnisse sondern die subjektiven Abhängigkeitsverhältnisse als Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung gesehen werden. Und das haben MARX, ENGELS  und LUXEMBURG keineswegs gezeigt. Genossin Rosa muss im Grabe rotieren, ob  solcher Lügen, die über sie verbreitet werden. Und das von einer Partei, die behauptet, in ihrer Tradition zu stehen. Nun muss ich doch „Die Linke“ der Geschichtsklitterung bezichtigen.

MARX  und ENGELS haben gezeigt, dass die Bourgeoisie eine äußerst progressive Rolle  spielte, als sie die Adelsherrschaft beseitigte  und ihre  eigene politische Herrschaft errichtete:

„Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt.

Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose "bare Zahlung". Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt. Sie hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt. Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.

Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt.“ [6]

Hat keiner der Programmautoren  „Der Linken“ diese Passage  gelesen? Schade. Dann hätte sich „Die Linke“ oben angeführten Quatsch erspart. Aber so ist es halt, wenn man sich auf  Personen beruft, deren Erkenntnisse eigentlich gar nicht gebraucht werden, weil sie der eigenen  Marschrichtung widersprechen. Da muss dann gebogen und gedreht werden,  was aber von Zeit zu Zeit auffällt. Wenn  MARX und ENGELS nachweisen, dass  die patriarchalischen Verhältnisse durch die Bourgeoisie beseitigt wurden, ist das noch lange kein Grund für „Die Linke“, dies auch zu konstatieren, zumal ja MARX/ENGELS von „patriarchalischen“ und „Die Linke“ von „patriarchalen“ Verhältnissen sprechen. Welch´ Unterschied! Da hätten sich  MARX/ENGELS was abgucken können, ob solcher Sprachgewalt!

Weiter heißt es: „Gegen die Sowjetunion wurde ein  Vernichtungskrieg geführt. Sie  erbrachte bei der Zerschlagung des Faschismus die größten Opfer.“ Alles klar. Einen Satz weiter dann plötzlich dies: „Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung und muss  jeder Art von Antisemitismus, Rassismus, Unterdrückung und Krieg entgegentreten.“ [7]

So viel mir bekannt ist, haben Deutsche während der Zeit der faschistischen Herrschaft der deutschen Monopolbourgeoisie sehr engagierten Widerstand geleistet. Allen voran  waren es  Kommunisten, die sich dem Faschismus entgegen warfen. An ihrer Seite kämpften aber auch Sozialdemokraten (Rudolf  Breitscheid), bürgerliche Schichten (Harnack, Schulze-Boysen), Christen (Pastor Niemöller), Adlige (von Stauffenberg) und auch Juden, die sich nicht in ihr Schicksal ergaben, sondern aktiv Widerstand leisteten. Weiß auch davon „Die Linke“ nichts? Dann weiß „Die Linke“ ganz schön wenig. Oder sie  weiß es, verschweigt es aber. Falls dies der Fall sein sollte, muss ich „Die Linke“ leider schon wieder der  Geschichtsklitterung bezichtigen.

Es müssen sich also nicht die DEUTSCHEN schämen, sondern DIE Deutschen, die den faschistischen Terror bestellten, um ihre eigenen Profite in märchenhafte Höhen zu treiben. Schämen müsse sie sich aber nicht nur wegen der Verbrechen an den Anhängern des jüdischen Glaubens, die Verbrechen an die an Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Rumänen, Deutschen, Niederländern, Franzosen, Briten, und, und, und verübt wurden waren nicht weniger schrecklich. Oben bekannte sich „Die Linke“ zum Anteil der UdSSR an der Zerschlagung des Faschismus. Warum hat dann Deutschland keine besondere Verantwortung gegenüber der UdSSR bzw. deren Nachfolgestaaten? Fragen über Fragen. Und keine Antwort von „Der Linken“.

Die Linke analysiert m.E. perfekt die gesellschaftliche Entwicklung in der BRD und der DDR. Und wieder steht ihr dann der eigene  Schatten im Wege. Während in der BRD „…  die Erfüllung der Ansprüche der Demokratiebewegung auf halber Strecke stehen“ [8] blieb, sah  das in der DDR so aus: „Auf der anderen Seite standen Erfahrungen staatlicher Willkür und eingeschränkter Freiheiten, wie der Aufbau eines staatlichen Überwachungsapparates gegen die eigene Bevölkerung. Wichtige Reformansätze wurden nach kurzer Zeit immer wieder autoritär abgewürgt.“ [9] Also nur in der DDR! Wogegen stand dann die 68-er Bewegung auf? Ja, die wollten nur freien Sex!

Nochmal „Die  Linke“ will in den Staat, sie will in ihm Verantwortung übernehmen. Nun ist dieser Staat ein bürgerlicher Staat. Damit der Kuhhandel „Der Linken“ nicht zu offensichtlich wird, muss der bürgerliche  Staat über die Klassen  gestellt werden, praktisch als unfehlbare Autorität. Christen bezeichnen so was als Gott. Also bleiben in der BRD die „Erfüllung der Ansprüche“ stehen, während in der DDR „staatliche Willkür“  herrscht. Und dann ruft  „Die  Linke“ im  Brustton der Überzeugung: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als  System.“ Nur wird wieder „vergessen“, zu erklären, was ist denn das eigentlich, der „Stalinismus“? Die Antwort wird uns „Die Linke“ auch fürderhin schuldig bleiben. Dieser Chruschtschow´sche Kampfbegriff wurde in all den Jahren nicht definiert. Wir dürfen mit Fug und  Recht annehmen, dass auch in Zukunft nichts kommen wird, von  Verleumdungen, üblen Nachreden, dicken Lügen und vagen Vermutungen einmal abgesehen. Und „Die Linke“  wird dazu ihren Beitrag leisten.

Mittlerweile ist Jeder (und Jede), der (die) gegen den bourgeoisen Staat aufmüpfig werden will, ein Stalinist. Damit können z.Zt. alle Bestrebungen gegen Maximalprofit und für mehr Demokratie (bürgerliche, versteht sich) abgebügelt und verunglimpft werden. Und „Die Linke“, die ihre Wurzeln angeblich bei MARX, ENGELS und LUXEMBURG sieht, ist aber nicht genötigt, etwas gegen diesen Begriffsmissbrauch zu unternehmen. Nein, sie tutet fröhlich mit in dieses Horn. Und damit zeigt sie, wo ihre Wurzeln wirklich liegen, bei Chruschtschow, Gorbatschow, Schumacher und Wehner. Nix da von MARX, ENGELS und LUXEMBURG, gar nix, es sei denn, man nennt Wortblasen Argumente.

Zur „Wiedervereinigung“ weiß „Die Linke“ zu berichten: „Auf der einen Seite gab  es  einen Zugewinn an demokratischen Rechten, individueller Freiheit, rechtsstaatlicher Sicherheit und internationaler Öffnung, …“ [10] Zugewinn an demokratischen Rechten? Welche hat denn „Die Linke“ da im Sinn? „Die  Würde des  Menschen ist  unantastbar.“? [11] Ich würde „Der Linken“ empfehlen, dies mal einem Obdachlosen ins Gesicht zu sagen. Oder: „Die Freiheit  der Person ist  unverletzlich.“? [12] Ich möchte mal den „deutschen Taliban“ fragen, der mit Hilfe deutscher Staatsorgane in Guantanamo eingesperrt war und die „Freiheit der Person“ erleben durfte. Ich könnte weitermachen, will es  aber dabei bewenden lassen. Weiter schreibt „Die Linke“ im gleichen Satz: „… auf  der anderen Seite einen wirtschaftlichen und sozialen Niedergang vieler ostdeutscher Regionen …“ Das hört sich  gut an, der „Niedergang“, nichts davon, dass sie niedergegangen  wurden. Hier zeigt sich, wes Geistes  Kind „Die Linke“ ist, jedenfalls  nicht das von MARX, ENGELS und LUXEMBURG, auch, wenn  sich „Die Linke“ gern auf Genossin Rosa  beruft. Genossin Rosa sagte  auf dem Gründungparteitag der KPD  1919: „… wir  sind wieder bei MARX …“. Davon ist „Die Linke“ Lichtjahre entfernt.

Das hält sie aber nicht davon ab, den Guttenbergismus voll in ihr Programm zu integrieren und bei MARX und ENGELS fröhlich abzuschreiben. Natürlich schreibt man  nicht  wörtlich  ab, das würden ja die Menschen verstehen, es wird ins Politische übersetzt.

„Der Kapitalismus von heute ist räumlich und zeitlich entgrenzt, er hat sich die ganze Welt untertan gemacht. Das Verhältnis zur Natur und fast alle menschlichen Beziehungen werden zu Warenbeziehungen. Pflanzliche, tierische und menschliche Gene werden patentiert, damit der Allgemeinheit  entzogen, Saatgut ist nicht mehr frei verfügbar, von dörflichen Brunnen bis zu den Metropolen wird Wasser privatisiert, Mutterschaft wird zur  Handelsware, Landraub zerstört ganze Gemeinschaften.“ (Hervorhebungen von mir)[13]

„Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose "bare Zahlung".“ [14] „Die Linke“ schreibt nicht nur ab, sie fälscht auch noch. Und  sie fälscht äußerst plump. Wenn sie selbst nicht in der Lage ist, der CIA könnte da gut helfen, vielleicht wäre das aber auch den Herren in Pullach bei München möglich. Ach ich vergaß, hier wie dort häufen sich die Pannen.

„Unter den entfesselten kapitalistischen Bedingungen schlagen Produktivkräfte immer rascher und weitreichender in Destruktivkräfte um.“ [15]

MARX und ENGELS schrieben: „Die bürgerlichen Produktions- und Verkehrsverhältnisse, die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor. Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur {12} die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die Eigentumsverhältnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind.“ [16]

MARX und ENGELS sind „Der Linken“ immer um eine Nasenlänge voraus. Sie sind immer die Nasenlänge voraus, die den Standpunkt ausmacht. So schlagen die Produktivkräfte halt um, kein Wort dazu, warum das so ist.

Und:  „Auch  Kriege  werden geführt, wenn auf diese Weise Profite gesteigert und gesichert werden können.“ [15]

„"Kapital", sagt der Quarterly Reviewer, "flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel." (.J. Dunning, l.c.p. 35, 36.)“ [17]

Kriege werden halt geführt. J.P. DUNNING hingegen wusste schon den Grund und nannte ihn, warum sie geführt werden, „Die Linke“ hat davon noch nichts vernommen. Oder will sie davon nichts vernehmen? Würde sie dabei vielleicht den Schleier ihres eigenen Standpunktes lichten? Wird deshalb immer und immer wieder die Verdunkelung herunter gelassen?

Zum Schluss dieses  Abschnittes  heißt es: „Sie  (die  Monopole  d.A.) konnten die Politik „ins Schlepptau“ nehmen, und die hat es mit sich geschehen lassen.“ [18] „Die Linke“ hat  also nichts von der Gesetzgebung der Adenauer, Ehrhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder mitbekommen? Sind die Scheuklappen, die sie trägt, tatsächlich schon so groß? Da würde ich aber jedem, der sich auch nur Kommunist nennt, empfehlen, sofort eine größtmögliche Distanz zwischen sich und dieser Partei zu bekommen. Und das ist das, was ich oben bereits nannte: die Verschleierung eigener Interessen.

Die SPD hat sich von der Funktion des „Arztes am Krankenbett des Kapitalismus“ getrennt. Eine neue Partei musste her, die diese Funktion übernimmt (sie ist notwendig, um die Arbeiterklasse zu desorientieren). Und siehe da, schon war sie da. Dass sie aus den Überresten der revisionistisch zerfressenen SED entstand, ist dann nur noch ein Treppenwitz der Geschichte.

Aber sie erfüllt ihre Funktion. Erstens wird sie gewählt. Sie ist also im Parlament und kann ihre Streubömbchen legen. Zweitens kommt sie nicht in die Bundesregierung, weil sie anderen Parteien (vor allem CDU/CSU) als Prügelknabe dient. Drittens freut sich der Wähler, dass seine Vertreter so vehement in Funk und Fernsehen auftreten und seine Interessen verteidigen. Und viertens bekommt hoffentlich niemand mit, dass „Die Linke“, überall dort, wo sie in einer Länderregierung vertreten ist, die Positionen der Bourgeoisie vertritt.

In  der Beurteilung der ersten und zweiten Arbeitsteilung hat „Die Linke“ auch  so ihre  Schwierigkeiten.  „Dabei wurden Männer in Produktionen tätig, in denen der technische Fortschritt vorangetrieben wurde, die zunehmend außerhäuslich in  eigenen Produktionsstätten erfolgten und Einkommen ermöglichten, während  Frauen die Arbeiten rund ums Haus und die Verantwortung für die Sorge und die Pflege aller Familienangehörigen zugewiesen wurden, also Arbeiten ohne Einkommen.“ [19]

Wo „Die Linke“ diese Weisheiten her hat, entzieht sich meiner Kenntnis  und stellt alle geschichtlichen  Erkenntnisse  auf den Kopf. Aber „Die Linke“ stellt mehr auf den Kopf, wie wir gleich sehen werden.

Zunächst einmal teilte sich der Mensch in Jäger und Sammler. Das war die  erste gesellschaftliche  Arbeitsteilung. Dabei fiel den Frauen naturgemäß (und von der Natur hält „Die Linke“ bekanntermaßen viel) die Rolle  der Bewahrerinnen der Familie (Sippe, Horde) zu. Sie waren für die Kindererziehung, für die Pflege der Alten und Schwachen (lauter Arbeiten, die „Die Linke“ sehr gering zu schätzen scheint) zuständig. Demzufolge hatten auch die Frauen in den Familien und Sippen das Sagen. Sie kannten die Probleme, die gelöst werden mussten, sie waren da. Die Männer hingegen trieben sich draußen herum, versuchten Fleisch  zu erbeuten und wurden oftmals selbst Beute. Die Männer hatten also einen äußerst undankbaren Job. Und da ihr Ausfallrisiko sehr hoch war, konnte es sich keine Familie (Sippe) leisten, ihre Leitung einem Mann zu überlassen. Das änderte sich erst mit der zweiten Arbeitsteilung und der damit nachfolgend beginnenden Herausbildung von privatem Eigentum am wichtigsten Produktionsmittel, dem Grund und Boden. Wir sehen also, die Produktionsverhältnisse, speziell die  Eigentumsverhältnisse bilden die Grundlage der gesellschaftlichen Verhältnisse, genauso, wie es MARX und ENGELS, LIEBKNECHT und LUXEMBURG nachwiesen, deren Namen „Die Linke“ so gern im Munde führt, von deren Erkenntnissen sie jedoch nichts wissen will.

„Bis  heute  sind die Eigentums- und  Klassenverhältnisse eng mit  der patriarchalen Familie verwoben.“ [20] „Die Linke“ stellt  damit die  gesellschaftlichen Verhältnisse  von den Füßen auf  den Kopf. Und dann kommt ein Schmankerl:  „In der Phase der Industrialisierung wurde  die Arbeitskraft der Frauen so massiv ausgenutzt, dass schließlich sogar die Reproduktion der nächsten Generation gefährdet war.“ [20] Größeren Quatsch habe ich selten gelesen.

„Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse.“ [21] Diesen Schwachsinn macht „Die Linke“ aus „Je weniger die Handarbeit Geschicklichkeit und Kraftäußerung erheischt, d.h. je mehr die moderne Industrie sich entwickelt, desto mehr wird die Arbeit der Männer durch die der Weiber {21} verdrängt. Geschlechts- und Altersunterschiede haben keine gesellschaftliche Geltung mehr für die Arbeiterklasse. Es gibt nur noch Arbeitsinstrumente, die je nach Alter und Geschlecht verschiedene Kosten machen.“ [22] Mehr  dazu zu sagen erübrigt sich.

Im Abschnitt  „Geschlechterverhältnisse im Umbruch“ überrascht uns „Die Linke“ mit folgender Aussage: „Die  traditionelle Kleinfamilie … wird  zunehmend in Frage  gestellt, da die  Herausbildung neuer Produktionsweisen neue flexible Lebensweisen der Menschen mit sich bringt.“ [23] Hab´ ich was verpasst? Die Produktionsweise ist die Beziehung zwischen den Produktionsverhältnissen und den Produktionsmitteln, wobei die PV die entscheidenden Verhältnisse sind. Und innerhalb der PV spielen wiederum die Eigentumsverhältnisse eine übergeordnete Rolle (nachzulesen bei Karl MARX „Das Kapital“). Welche neuen Eigentumsverhältnisse kann uns „Die Linke“ denn hier offerieren? Offensichtlich keine, denn „Die Linke“ hält sich bedeckt, sehr  bedeckt. Sie hat es lieber mit den patriarchalen Verhältnissen. Die sind ihr wirklich ans Herz gewachsen.

In „Deutschland – eine Klassengesellschaft“ heißt es: „Auch wenn die Arbeitsverhältnisse und Tätigkeiten sehr differenziert sind, so ergibt sich doch die gemeinsame Klassenlage aus dem allgemeinen Charakter der Lohnarbeit mit ihrer Abhängigkeit vom Kapital.“ [24] Wer wollte daran zweifeln.

Weiter heißt es: „Die Lohnabhängigen haben das gemeinsame Interesse, ihre Einkommen, Arbeitsbedingungen und ihre soziale Absicherung durch betriebliche, tarifliche und gesetzliche Regelungen zu verbessern und so die kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung zu beschränken.“ [24]

Und schon fängt sich „Die Linke“ in ihrem eigenen Netz. Durch betriebliche, tarifliche und gesetzliche Regelungen lassen sich kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung beschränken? Wo hat „Die Linke“ diesen Kaffeesatz gefunden? Ich habe oben schon nachgewiesen, dass „Die Linke“ die Namen von MARX, ENGELS, LUXEMBURG sehr gerne im Munde führt, von ihrem Wissen aber nicht partizipieren will. Denn dann müsste sich „Die Linke“ positionieren, sie müsste sich auf der Seite des Proletariats positionieren und könnte dann nicht mehr in die Fleischtöpfe der Regierung greifen. Eine proletarische Partei muss ins Parlament, um diese Bühne für ihre Propaganda zu nutzen, sie darf aber nie in die Regierung, denn dort müsste sie antiproletarische Politik mitverantworten. Aber das interessiert „Die Linke“ nicht, da sie keine proletarische sondern eine bürgerliche, eine bourgeoise Partei ist. Sie gebärdet sich lediglich proletarisch.

Im Abschnitt „Die neoliberale Wende – Umverteilung und Spekulation“ steht: „Die neoliberale Wende seit den 70er Jahren diente vor allem dem Ziel, die Profitrate der großen Konzerne nach oben zu treiben. … Die herrschende Klasse versucht, sich den mit technologischen Umwälzungen weiter wachsenden gesellschaftlichen Reichtum als Zuwachs ihres privaten Vermögens und ihrer Macht anzueignen.“ [25]

Hier ist nun „Die Linke“ wahrscheinlich ihrer eigenen Argumentation aufgesessen. Erstens wies bereits MARX nach, dass die Profitrate im Sinken begriffen ist. Das hat mit dem Verhältnis zwischen konstantem und variablem Kapital zu tun, nachzulesen bei Karl MARX „Das Kapital“.  Das heißt aber nicht, dass trotz sinkender Profitrate der Profit nicht absolut gesteigert werden könnte. Das ist machbar und wird gemacht. Und dann trifft wieder die Einschätzung von J.P.DUNNING, wir erinnern uns (siehe [17]). Zweitens versucht das die herrschende Klasse nicht, sie tut es; sie tut es unverschämt und öffentlich.

„Im Ergebnis haben die Nationalstaaten die Bildung wichtiger Preise auf den Weltmärkten, wie Wechselkurse und Zinsen, aus der Hand gegeben und der Spekulation von Banken und Devisenhändlern überlassen.“ [25] Haben sie das tatsächlich getan? Oder waren Wechselkurse und Zinsen stets Marktschwankungen unterworfen? Wer sich etwas tiefgründiger mit der Materie beschäftigt, wird feststellen, dass Staaten immer nur eingriffen, um negative Auswirkungen des Marktes von der nationalen Bourgeoisie fern zu halten. Da wurden auch schon mal kleine Sparer (und Sparerinnen) in den Ruin gestürzt, nur um Profite zu erhalten. Aber was will man von einer Partei erwarten, die den bourgeoisen Staat schützen muss, da sie sich ja an ihm beteiligen will.

„Die tiefe Wirtschaftskrise, die im Jahr 2008 begann, ist die Krise einer Wirtschaftsordnung, die allein für den Profit produziert und für die Bedarf nur dann existiert, wenn er sich als zahlungskräftige Nachfrage geltend macht.“ [26] Wie sollte sich nach Meinung „Der Linken“ der Profit denn realisieren, wenn nicht über „zahlungskräftige Nachfrage“? Profit realisiert sich erst im Verkauf der Waren, nicht früher und nicht später. Und dabei ist es egal, ob die „Nachfrage“ „zahlungskräftig“ ist oder nicht. Der Kapitalist nimmt auch gerne die Brosamen, die im Ergebnis der Reproduktion der Arbeitskraft anfallen, also Waren, die als Essen, Trinken, Kleiden und Wohnen bekannt sind.

Übrigens, die Krisen des Kapitalismus sind was sie sind, kapitalistische Krisen und keine Krisen der Zivilisation. Sie können sich aber, wenn die Menschheit nicht aufpasst, tatsächlich zu zivilisatorischen Krisen entwickeln. Der Kapitalismus ist die erste und einzige Gesellschaftsordnung, die in der Lage ist, die Menschheit vom Antlitz der Erde zu tilgen. Und mit den Menschen würden eine ganze Menge anderer Arten mit untergehen, wenn nicht die gesamte Erde aus dem Weltall gesprengt würde.

Gegen den Krieg nimmt „Die Linke“ eine entschiedene Position ein, sie lehnt ihn ab. Nun ist das zunächst ein Lippenbekenntnis, denn bisher musste sie sich nicht wirklich der Alternative Krieg – Frieden stellen. Bisher nahmen andere Parteien „Der Linken“ die Entscheidung ab, so dass sie ihre Gegnerschaft gegen den Krieg stets heraus streichen konnte. Man möge mich hauen, aber ich nehme „Der Linken“ diese Position ab.

Komischerweise hast sie dann aber ihre alten Probleme, wenn es um die Einschätzung von Kriegen, speziell imperialistischen Kriegen (im Sprachgebrauch „Der Linken“ „imperiale Kriege“) geht: „Imperiale Kriege erwachsen aus Kämpfen um geopolitische Macht, um ökonomische, politische und kulturelle Vorherrschaft, um Profite, Märkte und Rohstoffe. Kriege entspringen darüber hinaus aus Armut und Unterdrückung, aus Klimawandel, aus Verknappung und ungerechter Aneignung von Naturressourcen.“ [27]

Es geht also um … richtig, Profit, viel Profit und ausschließlich um Profit. „Die Linke“ unterscheidet komischerweise auch nicht zwischen gerechten und ungerechten Kriegen. Der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung ist genauso zu ächten, wie der Kampf um Profit, meint „Die Linke“. Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn Linke-Politiker gegen Palästinenser Front machen, wenn der Kampf gegen somalische „Piraten“ den Beifall „Der Linken“ findet. Und Revolutionen sind unter diesem Gesichtspunkt wohl von vorn herein abzulehnen, denn es könnte ja ein revolutionärer Krieg „erwachsen“.

Nein, ihr „Linken“, Kriege werden gemacht. Sie werden gemacht, um noch mehr Profit einzufahren, weil dann billige Rohstoffe anstehen, weil die Arbeitskraft zwangsverpflichtet werden kann, und weil man den eigenen bourgeoisen Staat mit Rüstungsgütern sehr schön bescheißen kann (Verzeihung, aber jedes andere Wort wäre Schönfärberei).

Den Krieg gegen die Macht der Bourgeoisie muss „Die Linke“ natürlich auch dazu rechnen, wenn sie früher oder später mal an den Futtertrögen sitzen will. Wenn man der Bourgeoisie schon den Extraprofit durch Krieg verhagelt, muss man sie wenigstens vor der Expropriation durch das Proletariat schützen.

Im III. Kapitel „Demokratischer Sozialismus im 21. Jahrhundert“ geht die Eierei „Der Linken“ ungeschminkt weiter. “Die Überwindung der Dominanz  kapitalistischen Eigentums in der Wirtschaft und ein sozialer Rechtsstaat sind dafür die wichtigsten Grundlagen. Alle Menschen sollen am Reichtum teilhaben können. … Wir wollen eine andere Art von wirtschaftlicher Entwicklung und wissenschaftlich-technischem Fortschritt, …“ [28]

Das ist alles gut und recht und schön. Was aber bitte ist für „Die Linke“ „Dominanz kapitalistischen Eigentums“, „Rechtsstaat“ und „andere Art“? Darüber lässt „Die Linke“ den geneigten Leser ihres Programms wieder im Dunkeln sitzen. Nicht ein Wort dazu. Will „Die Linke“, dass der Staat über die Wirtschaft dominiert? Was ist für „Die Linke“ eigentlich ein Rechtsstaat? Der bürgerliche oder der sozialistische Staat? Welche Art der wirtschaftlichen Entwicklung, usw., usf. will „Die Linke“? Kein Wort dazu im Programm, bis dahin. Später wird „Die Linke“ deutlicher, aber nur wenig, und Genossen, freut Euch nicht zu früh, es wird nicht besser.

„DIE LINKE beobachtet mit großem Interesse das Modell der ALBA-Staaten, die eine solidarische ökonomische Zusammenarbeit vereinbart haben. Die Kompliziertheit der Probleme und Ausgangsbedingungen verbietet jeden Anspruch auf eine führende Rolle des einen oder anderen Landes, dieser oder jener Bewegung oder einer einzelnen Partei.“ [29]

Das ist alles richtig. Die Frage lautet jedoch: „Wie lange noch?“ Im Moment sind die ALBA-Staaten in der Schwebe. Läuft der Prozess in Richtung sozialistische Revolution oder kapitalistischer Restaurierung.  Wie labil die dortige Entwicklung ist, zeigt Honduras. Auch Venezuela und Bolivien sind noch nicht über die Runden. Die Entwicklung wird zeigen, wie es dort weiter geht. Wenn aber „Die Linke“ glaubt, der Sozialismus käme in Südamerika per Edikt des Präsidenten, dann hat sie sich getäuscht. Entweder die Großbourgeoisie wird ökonomisch entmachtet, oder sie ist jederzeit in der Lage, den Speer umzudrehen. Chile zeigte, wie schnell das geht. Es geht also um die Macht, und da gibt es nur die Alternative, Macht der Bourgeoisie oder Macht des Proletariats im Bündnis mit allen arbeitenden Klassen und Schichten. Alles andere ist Augenwischerei, oder, um es etwas härter zu sagen, Revisionismus und Opportunismus.

„Es greift Marx´ Vision im Kommunistischen Manifest auf: „An Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“ Diese Vision setzt die Abschaffung von Kriegen, den Stopp der Zerstörung unserer Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen ebenso voraus wie die Beseitigung von Ausbeutung und Unterdrückung, von Diskriminierung, von Hunger, Armut und Unterentwicklung. Sie wird nur über den Weg einer umfassenden Demokratisierung aller Lebensbereiche möglich. Sie ist Utopie und Realismus zugleich. Unser Ziel eines demokratischen Sozialismus im 21. Jahrhundert ist eine herrschaftsfrei Gesellschaft, in der alle Menschen menschenwürdig leben können.“ [29]

Das ist der Kommunismus, und zwar der entwickelte Kommunismus, in dem es keine Klassen und demzufolge auch keinen Staat mehr gibt. Da will „Die Linke“ also hin? Aber WIE will sie dahin? Kommt der Kommunismus so eben mal vorbei? Oder muss er erkämpft werden? Kein Wort dazu. Machtfragen interessieren „Die Linke“ offensichtlich nicht. Wen aber Machtfragen nicht interessieren, der will bestehende Machtverhältnisse nicht ändern, der will Veränderungen herbei reden.

„Demokratischer Sozialismus fördert die Entfaltung der zivilisatorischen Entwicklungspotenziale der Gesellschaft und zielt auf grundlegende Veränderungen der herrschenden Eigentums-, Verfügungs- und Machtverhältnisse. Er verbindet Protest und Widerstand, den Einsatz für soziale Verbesserungen und linke Reformprojekte unter den gegebenen Verhältnissen und die Überschreitung der Grenzen des Kapitalismus zu einem großen Prozess gesellschaftlicher Umgestaltung, der das 21. Jahrhundert bestimmen wird. Er knüpft an ökonomische Entwicklungen an, die bereits heute über kapitalistische Produktionsformen hinausweisen.

DIE LINKE kämpft in einem großen transformatorischen Prozess gesellschaftlicher Umgestaltung für den demokratischen Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Dieser Prozess wird von vielen kleinen und großen Reformschritten, von Brüchen und Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe gekennzeichnet sein.“[30]

Ja, nee, schon klar. Wie ist das nun? Ist der „demokratische Sozialismus“ schon vorher da und „fördert“, oder kommt er erst hinterher, nach den „kleinen und großen Reformschritten“ und den „Brüchen … mit revolutionärer Tiefe“? Welche grundlegenden  Veränderungen in den Eigentums- und Machtverhältnissen will eigentlich „Die Linke“? Und was zum Teufel sind „Verfügungsverhältnisse“? Darf mir mein Nachbar im Sozialismus, Verzeihung, demokratischen Sozialismus, nichts mehr leihen? Welche ökonomischen Entwicklungen hat „Die Linke“ entdeckt, „die bereits heute über kapitalistische Produktionsformen hinausweisen“? Und was zum Kuckuck sind diese „Produktionsformen“ schon wieder? Fragen über Fragen und keine Antwort von „Der Linken“. Doch eine schon, es wird ein „transformatorischer Prozess“ werden. Was immer man sich darunter vorstellen mag. Denn „Die Linke“ quetscht sich auch nicht darüber aus, wie dieser „transformatorische Prozess“ aussehen soll. Und was wird eigentlich mit dem Eigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln? Doch halt, darüber verspricht das nächste Kapitel Aufklärung zu geben.

„Eine entscheidende Frage gesellschaftlicher Veränderung ist und bleibt die Eigentumsfrage. Wirtschaftliche Macht bedeutet auch politische Macht.“ [31] Da könnte man „Der Linken“ doch mal direkt zustimmen. Nur, was meinen sie mit „Eigentum“? Eigentum allgemein? Eigentum an Produktionsmitteln insgesamt? Oder meinen sie Eigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln. Zu diesen Fragen verweigert uns „Die Linke“ allerdings jede Antwort.

„DIE LINKE kämpft für die Veränderung der Eigentumsverhältnisse. Wir wollen eine radikale Erneuerung der Demokratie, die sich auch auf wirtschaftliche Entscheidungen erstreckt und sämtliche Eigentumsformen emanzipatorischen, sozialen und ökologischen Maßstäben unterwirft.“ [31] Ja, welche „Veränderung der Eigentumsverhältnisse“ hätte denn „Die Linke“ gern? Darüber schweigt sie sich genüsslich aus. Die „Veränderung der Demokratie“ heißt dann wohl, dass der Staat (der Staat der Bourgeoisie wohlgemerkt) die Bourgeoisie in die Schranken weisen soll. Oder anders ausgedrückt, nach dem Willen „Der Linken“ soll der bourgeoise Staat die Bourgeoise stürzen und die Herrschaft der Partei „Die Linke“ errichten.

Verzeihung, aber selten so gelacht. Da ist „Der Linken“ echt eine Spitzenpointe gelungen.

„Demokratische Steuerung der Wirtschaftsentwicklung setzt voraus, die Finanzmärkte zu bändigen und auf ihre eigentliche dienende Funktion für die Realwirtschaft zurückzuführen.“ [32] Jo, man! Sind die Finanzmärkte keine „Realwirtschaft“? Wird in ihnen kein Profit geschaffen? Wohl doch. Damit dürfte feststehen, dass „Die Linke“ etliche Meter neben ihrer Kappe geht. So etwas nennt der Normalbürger Realitätsverlust.

Obwohl „Die Linke“ sich vorher bereit erklärte zu „Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe“, scheint sie jetzt von dieser Maßnahme zurückzuschrecken: „Unsere Reformvorschläge entwickeln wir mit der Perspektive einer gerechteren Gesellschaft.“ [32]

„Wir wollen mehr öffentliches Eigentum in verschiedenen Formen. Strukturbestimmende Großbetriebe der Wirtschaft wollen wir in demokratische gesellschaftliche Eigentumsformen überführen und kapitalistisches Eigentum überwinden. Auf welche Bereiche, … sich die demokratische Vergesellschaftung erstrecken … soll, muss im demokratischen Prozess entscheiden werden.“ [33] WIE stellt sich „Die Linke“ das denn vor? Stimmen die Bundesbürger in einem Volksentscheid darüber ab, SIEMENS zu enteignen? Und was wird, wenn die Eigentümer von SIEMENS was dagegen haben, enteignet zu werden?  Geht dann „Die Linke“ in einem „demokratischen Prozess“ gegen sie vor? Stelle ich mir spannend vor! Ist sicher ´ne saugeile Angelegenheit!

„Denn renditeorientierte Unternehmen richten ihr Angebot nicht am Bedarf der Menschen aus, sondern ausschließlich an der zahlungskräftigen Nachfrage.“ [33] Sorry, „Die Linke“, aber die Nachfrage interessiert nicht, es interessiert nur der Profit. Allerdings wird der Profit über Angebot und Nachfrage realisiert. Hättet Ihr MARX, ENGELS und LUXEMBURG nur mal so überflogen, wäre Euch das sicher auch irgendwie aufgegangen. Aber da Ihr sie nur im Munde führt, ohne ihre Worte tatsächlich verstanden zu haben, ist das kein Wunder. Schande über Euch!

„Befinden sich solche Monopole in privater Hand (Strom, Gas, Wasser, Verkehr, Kommunikation u.a. [d. A.]), ist Preiswucher die nahezu unvermeidliche Folge.“ [34] Ja, ja, und was ist, wenn sie in „öffentlicher Hand“ sind? Ist dann der Preistreiberei ein Ende? Was eigentlich will uns „Die Linke“ hier unterjubeln? Mit ihr wird alles besser? Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.

Alle Beiträge steigen. Wird weniger verbraucht, steigen die Beiträge. Wird mehr verbraucht, steigen sie auch. Der Normalbürger kann machen, was er will, die Beiträge steigen. Und „Die Linke“ will uns weismachen, wenn sie am Ruder ist, ist alles gut. Bloß, da kam ihr Berlin dazwischen.

„Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum überführt werden. … Alle Staatsgewalt soll vom Volke ausgehen und in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt werden.“  [35] Das, meine liebe „Die Linke“ wird jetzt schon gemacht. Immer, wo Profitinteressen vorgehen, wird enteignet, ob „Grund und Boden“, „Naturschätze“ oder „Produktionsmittel“ ist völlig nebensächlich. Wichtig ist nur der Profit. Was also wollt Ihr tatsächlich ändern? Leider kein Wort dazu. Die „Staatsgewalt“ soll in „Wahlen und Abstimmungen“ stattfinden? Macht sie doch jetzt schon! Wir wählen und stimmen ab, wie die Blöden. Hat sich schon was geändert? NEIN! Was ändert sich, wenn „Die Linke“ wählen und abstimmen lässt? Der Kandidat, der diese Frage richtig beantwortet, erhält tausend Punkte, einzulösen nach dem Wahlsieg der Partei „Die Linke“.

„DIE LINKE ist der Überzeugung, dass ein krisenfreier, sozialer, ökologischer und friedlicher Kapitalismus nicht möglich ist. Aber im Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Kämpfe und veränderter Kräfteverhältnisse ist es möglich, eine andere Entwicklungsrichtung durchzusetzen und so auch Ausgangsbedingungen für weitergehende demokratisch-sozialistische Umgestaltungen zu schaffen.“ [36] Nochmal, „Die Linke“ hält für „nicht möglich“, sagt aber gleichzeitig nicht, WIE etwas anderes, neues geschaffen werden kann. Sie benennt keine Kampfformen, sie kennt keine Taktik. Das Einzige, was ihr einfällt: „Reformen“. Aber mit Reformen wurde noch nie Kapitalismus überwunden. Und er wird mit Reformen auch nicht überwunden werden können. Deshalb nennt man diese Spielart der Politik und Philosophie auch Reformismus.

Ein Schmäckerchen gelingt „Der Linken“ mit folgender Aussage: „Zwang zur Erwerbsarbeit lehnen wir ab.“ [37] Ja, schon klar, sonst wäre man nicht Bundestagsabgeordneter geworden. Irgendwie muss es sich schon lohnen, aus der Masse herausgehoben zu sein. Aber meine lieben „Linken“, stellt Euch mal vor, die Masse der Bundesbürger lehnt den „Zwang zur Erwerbsarbeit“ ab! Gebt Ihr etwas von Euren Diäten für die Armen ab? Ja? Das ist aber nett!

„Eine gemeinnützige Wohnungswirtschaft soll Träger des Wohnens als Daseinsvorsorge sein und zur ausgewogenen Entwicklung des Wohnungsmarktes beitragen.“ [38] Was will „Die Linke“ eigentlich? Will sie das „Grundrecht auf Wohnen“, das sie ins Grundgesetz aufnehmen will (warum eigentlich nicht in eine neue Verfassung?), oder will sie den „Wohnungsmarkt“? Beides zugleich geht nicht, das dürften selbst eingefleischte Opportunisten in der Zwischenzeit begriffen haben. Es geht nur das Eine ODER das Andere. „Die Linke“ müsste sich da schon entscheiden. Oder sie muss halt zufrieden sein, wenn man sie ins das Lager der Bourgeoisie einordnet, wo sie objektiv auch hingehört. Bloß, dann sollte sie halt nicht so tun, als sei sie für die Arbeiter. Dann soll sie halt sagen, wir sind dafür, die Lage der Unterdrückten zu verbessern, um die Macht der Bourgeoisie länger zu erhalten.

Im weiteren Verlauf ihres Programms wiederholt „Die Linke“ eigentlich nur noch einige Male ihre Positionen. Sie bietet aber noch einige Bonmots. Einige möchte ich noch anführen. Nur kann ich mir wahrscheinlich nicht verkneifen, zu dem Einen oder Anderen noch was hinzu zu fügen. Man verzeihe mir.

„Deshalb setzen wir uns für die Erweiterung der paritätischen Mitbestimmung und für die Durchsetzung des Vetorechts der Belegschaften gegen die Schließung von Betrieben ein, die nicht von Insolvenz bedroht sind.“ [39]

„Deshalb fordern wir, dass Wirtschaftsverbände und Unternehmen nicht an Parteien spenden dürfen … . … um die Demokratie vor dem Einfluss des großen Geldes zu schützen.“ [39]Witzig, nicht?

„Nur eine repräsentative Zusammensetzung der Justiz bietet Gewähr, dass tatsächlich im Namen des Volkes Recht gesprochen wird.“ [40] Welche Gewähr?

„… die Stärkung einer breiten Gegenöffentlichkeit …“ [41] Was bitte ist das nun wieder? Was Öffentlichkeit ist, weiß ich, ist Gegenöffentlichkeit das Gegenteil davon?

„Dort (im Internet d.A.) findet mehr und mehr öffentliche Meinungsbildung statt.“ [42] Wessen Meinung?

„Wir setzen uns ein für ein verstärktes Angebot und die Nutzung von Open Data, … . Die Welt als ein mediales Dorf benötigt Schutzmechanismen, …“ [42] Einerseits will „Die Linke“ den Menschen von allen Zwängen befreien, andererseits erlegt sie ihm Zwänge auf. So ist es, wenn man nicht weiß, was man will. „Die Linke“ weiß nur eines, sie will der Bourgeoisie nicht wehtun, aber ihren Anteil an der Beute haben. Da muss man schon etwas lavieren.

„Der Zugang zur Wissensproduktion, die Entscheidungsmacht über Auswahl und Einsatz von Informationen bestimmen darüber, von wem und wie die Netzwerke digitaler Kommunikation künftig beherrscht werden.“ [43]Oh nein, liebe „Die Linke“, es entscheidet alleine das Eigentum. Deshalb bestimmen auch Springer und Burda, Bertelsmann und Co., wer in diesem Lande was zu denken hat. Nur bei „Der Linken“ ist das noch nicht angekommen. Hiermit verrate ich euch das Geheimnis. Aber, psst! Nicht weitersagen!

„… setzen wir … auf eine unabhängige demokratische Kontrolle der staatlichen Sicherheitsorgane.“ [44] Gibt es die nicht? Die Sicherheitsorgane werden doch vom unabhängigen Parlament kontrolliert, oder etwa nicht? Ach ja, das steht ja wegen der Parteispenden unter der Fuchtel der Bertelsmann, Quandt und Co.

„Wir wollen die Geheimdienste abschaffen.“ [44] Löblich, nur, wer macht dann für Euch die Drecksarbeit? Wollt Ihr die selber machen?

„Heterosexualität und die Vorstellung, dass es ausschließlich zwei Geschlechter gibt, gilt stillschweigend als Maßstab politischer und gesellschaftlicher Norm. Diese Norm grenzt aus.“ [45] Wen denn? Habe ich in Biologie was verpasst? Gibt es doch mehr Geschlechter als nur zwei? Will „Die Linke“ wenigstens die Biologie revolutionieren, wenn sie sich schon nicht an die kapitalistische Gesellschaft traut?

Im Kapitel V trumpft „Die Linke“ nochmal richtig auf, was sie denn alles erreichen will. Es liest sich auch alles recht gut. „Parlamentarische Opposition wie auch das Wirken in Regierungen sind für DIE LINKE Mittel politischen Handelns und gesellschaftlicher Gestaltung. ... DIE LINKE strebt dann eine Regierungsbeteiligung an, wenn wir damit eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen erreichen können." [46]“Wie in Berlin etwa? Muss sich der Normalbürger so das Wirken „Der Linken“ vorstellen?  

Das Programm der Partei „Die Linke“ enthält viele Forderungen, die der Arbeiterklasse in Deutschland zum Vorteil gereichen würden, so zum Beispiel die Forderung, den politischen Generalstreik zuzulassen. Ebenfalls ihre sozialen Forderungen sind notwenige Bestandteile einer Verbesserung der Lage der arbeitenden Menschen in Deutschland. Auf diese Programmbestandteile bin ich hier nicht eingegangen, z.T. weil ich mit ihnen identifizieren kann, z.T. weil ich mit ihnen leben kann. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die Funktion der Partei „Die Linke“, die SPD als Arzt am Krankenbett des Kapitalismus abzulösen. Die Arbeiterklasse muss desorientiert werden

Insgesamt gesehen könnte ein Wahlsieg der Partei „Die Linke“ die politische, ökonomische und soziale Lage der arbeitenden Klassen und Schichten wohl wesentlich verbessern. Das sieht die Bourgeoisie offensichtlich genauso, denn sie unternimmt alles Mögliche, um das zu verhindern. Denn ein Wahlsieg „Der Linken“ würde ihre Profite beschneiden. Und ich denke durchaus, dass der Großteil „Der Linken“ dieses Programm unterstützt, so dass die Bourgeoisie nicht unbegründet besorgt ist.

Die Bourgeoisie unternimmt deshalb zurzeit alles Mögliche, um so etwas zu verhindern. Da kann man „Die Linke“ auch schon mal in die Nähe des verhassten Kommunismus rücken. Das ist aber wiederum etwas, was mit „Der Linken“ auf keinen Fall kommen wird, der Kommunismus. Da kann sich „Die Linke“ noch so sehr ins Zeug legen und sich auf Genossin Rosa berufen.

Das neue Programm der Partei „Die Linke“ ist ein Programm, das sich an den Bedürfnissen von arbeitenden Menschen im Kapitalismus ausrichtet, nicht mehr aber auch nicht weniger. Keineswegs ist es ein Programm, mit dessen Hilfe sich der Kapitalismus überwinden ließe. Und das ist auch nicht gewollt. Dass es nicht gewollt ist, macht „Die Linke“ an mehreren Stellen dem Leser deutlich. Wer also mit „Der Linken“ geht, der geht für eine Verbesserung der materiellen Lage der arbeitenden Menschen aber nicht für ihre Befreiung von Unterdrückung und Ausbeutung. Das ist mit „Der Linken“ nicht zu haben. Und damit hat sich „Die Linke“ als wirklicher Interessenvertreter erledigt. Deutlich wird das erst werden, wenn es gelingen sollte, eine funktionierende Kommunistische Partei zu schaffen, die die wirklichen Interessen des Proletariats sowie aller anderen werktätigen Klassen und Schichten auf ihren Fahnen stehen hat, so wie das derzeit bei der KKE der Fall ist. Dann erst wird sich „Die Linke“ als Hort des Revisionismus und Opportunismus entpuppen.

Dann erst wird sie ihre Maske fallen lassen. Aber sie wird ein wichtiger Bündnispartner der Arbeiterklasse im Kampf um ihre Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung sein, da „Die Linke“ ein Sammelbecken für Verbündete der Arbeiterklasse aus der niederen Bourgeoisie, der Bauernschaft und der Intelligenz werden kann. Die Arbeiterschaft wird früher oder später eine KP schaffen müssen, sonst ist ihre historische Mission nicht zu erfüllen.

Rot Front

Werner Schmidt

 

[1]       Programm der Partei DIE LINKE vorliegend als Download (pdf-Datei) S.4

[2]       Ebenda S.5

[3]       Karl MARX / Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen Partei“ Kap. II „Proletarier und Kommunisten“ London 1848

[4]       Programm der Partei DIE LINKE S.5

[5]       Ebenda S.8

[6]       Karl MARX / Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen Partei“ Kap. I „Bourgeois und Proletarier“ London 1848

[7]       Programm der Partei DIE LINKE S.9

[8]       Ebenda S.11

[9]       Ebenda S.11

[10]     Ebenda S.12

[11]     Grundgesetz der BRD Artikel 1(1)

[12]     Ebenda Art. 2(2)

[13]     Programm der Partei DIE LINKE S.13

[14]     Karl MARX / Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen Partei“ Kap. I „Bourgeois und Proletarier“ London 1848

[15]     Programm der Partei DIE LINKE S.13

[16]     Karl MARX / Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen Partei“ Kap. I „Bourgeois und Proletarier“ London 1848

[17]     J.P. DUNNING zitiert nach: Karl MARX „Das Kapital“ Bd.1, Dietz Verlag Berlin 1962, 24. Kapitel, 6. Genesis des industriellen Kapitalisten, Fußnote 250

[18]     Programm der Partei DIE LINKE S.14

[19]     Ebenda S.14/15

[20]     Ebenda S.15

[21]     Ebenda S.16

[22]     Karl MARX /Friedrich ENGELS „Manifest der Kommunistischen Partei“ Kap. I „Bourgeois und Proletarier“ London 1848

[23]     Programm der Partei DIE LINKE S.17

[24]     Ebenda S.18

[25]     Ebenda S.19

[26]     Ebenda S.21

[27]     Ebenda S.25

[28]     Ebenda S.26

[29]     Ebenda S.27

[30]     Ebenda S.28

[31]     Ebenda S.28

[32]     Ebenda S.29

[33]     Ebenda S.30

[34]     Ebenda S.31

[35]     Ebenda S.33

[36]     Ebenda S.34

[37]     Ebenda S.35

[38]     Ebenda S.42

[39]     Ebenda S.45

[40]     Ebenda S.47

[41]     Ebenda S.47

[42]     Ebenda S.48

[43]     Ebenda S.49

[44]     Ebenda S.49

[45]     Ebenda S.51

[46]     Ebenda S.75/76  

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Die Linke hätte das Potential, tatsächlich mit dem bürgerlichen Staat aufzuräumen.

Leserbrief von M.W.

Auf Kommunisten-online vom 25. Januar 2012 –

Lieber roter Webmaster,

ich verfolge nun seit einigen Jahren eure Internetzeitung, besonders eure Berichte über die internationalen Geschehnisse(Philippinen, Griechenland usw.) finde höchst interessant.

Im Folgenden möchte ich allerdings gerade nicht darauf, sondern auf ein Problem Deutschlands eingehen. Der Artikel zum Programm der „Linken“ hat mich dazu animiert.

In weiten Teilen finde ich die Analyse als recht treffend. Grob zusammengefasst kann man sagen: „Die Linke“ kommt nicht auf den Punkt, Gedanken werden angedeutet aber nicht zu Ende ausformuliert. Warum ist das so?

Einerseits ist „Die Linke“ natürlich keine leninsche Partei, es gibt unterschiedlichste Flügel und Dispute, welche die Geschlossenheit der Partei stark beeinträchtigen. Die Folge ist eine Verwässerung fortschrittlicher Ideen, wie sie sich im Programm zeigt. Z.B. „Brüche mit revolutionärer Tiefe“ KANN man als proletarische Revolution interpretieren, MUSS man aber nicht. Ich persönlich stehe dieser Partei so positiv gegenüber, daß ich sage, Vertreter der KPF werden es wohl sogar auf die eine (erste) Weise sehen, Vertreter des „Forum demokratischer Sozialismus“ hingegen meinen damit wohl... was auch immer. Bourgeoisie nett fragen oder Ähnliches.

Ich meine jedoch, daß man der „Linken“ nicht jede Fortschrittlichkeit absprechen sollte und sich durchaus konsequente Mitglieder finden lassen.

Und damit komme ich zum „Andererseits“:

Die Lage der Arbeiterbewegung in Deutschland ist fatal. Man muss zugeben, dass es keine bewussten, organisierten Kräfte in dieser Arbeiterbewegung heute gibt. Diese Erbärmlichkeit zeigt sich schon allein darin, was für lange Artikel auf kommunisten-online zu so einem Rentnerstammtisch wie der „KPD-Ost“ zu lesen sind. Nicht nur diese Gruppierung, sondern auch DKP, MLPD und PSG sind für die Arbeiterbewegung vollkommen bedeutungslos. Ja, sie mögen auch inkonsequent sein (wie ihr in einigen Artikeln gezeigt habt), aber sie sind auch einfach völlig egal.

Dann ist da „Die Linke“. Die Arbeiterbewegung hat 1990 einen Krieg der Begriffe verloren. Der Marxismus-Leninismus ist zuvor in den „real-sozialistischen Staaten“ zum Dogma verkommen, was einen Widerspruch in sich darstellt. Denn wie wir wissen, ist eine der Grundlagen Marx', herrschende Verhältnisse stets und ständig zu hinterfragen. Leider hat es das in der DDR nicht gegeben, wodurch man zwar sehr gute, analytische Schriften über die Missstände des kapitalistischen Westens lesen kann, aber keine ehrlichen Beschreibungen der eigenen Probleme und Lösungsansätze dazu.

Was meine ich mit dem Krieg der Begriffe?

Durch den genannten Dogmatismus sind marxistische Begriffe wie Klassenkampf, Bourgeoisie, Kommunismus usw. im Real-Sozialismus zu Worthülsen verkommen. Die bürgerliche Presse konnte sie dadurch mit eigenen, abwertenden Inhalten füllen. „Stalinismus“ ist so ein Kampfbegriff, der zusätzlich noch erfunden wurde zur Denunzierung.

Was hat das mit der Partei „Die Linke“ und dem Programm zu tun?

Werner hat ganz recht, wenn Marx nur angeschnitten, nur unzureichend zitiert wird, das Problem ist jedoch, daß dies im heutigen, bürgerlichen, herrschenden Diskurs nicht anders möglich scheint, wenn man Arbeiter mobilisieren will. In der Weimarer Republik waren marxistische Begriffe so vorherrschend, daß sogar Rechte wie Müller van den Bruck sie nutzen (und neu besetzen) mussten, um gehört zu werden. Liebknecht, Luxemburg und Thälmann konnten sich also genau so äußern, da marxistische Begriffe auch in den bürgerlichen Medien gängig waren.

Unter diesem Gesichtspunkt muss man meiner Meinung nach auch Äußerungen der „Linken“ betrachten. Die bürgerliche Presse hat es geschafft, dass auch Arbeiter mit Begriffen wie Klassenkampf negatives verbinden und mit Bourgeiosie oder bürgerlich als einer Klassenbezeichnung wenig anfangen können. Die „Linke“ versucht daher, bürgerliche Begriffe zu nutzen, um ihre Ziele darzulegen.

Ich sage erneut: es gibt in der Linke fortschrittliche, kommunistische Kräfte, aber dazu darf diese Partei sich nicht bekennen, wenn sie von den Massen gehört werden will. Lenin und Luxemburg setzten sich beide dafür ein, daß ihre Parteien auch an bürgerlichen Parlamenten teilnehmen müssen, um sich Gehör zu verschaffen und zu kritisieren (und sie letztlich von innen heraus zu zerstören). Wer aber heute auf marxistischen Begriffen beharrt, endet wie die DKP - 0,2% Wähler. Die Taktik einer Partei muss an die aktuellen Bedingungen angepasst sein. Und aktuell sind eben Themen wie Gleichstellung der Frau und Ökologie, auch wenn diese eigentlich nur Nebenwidersprüche darstellen und nicht einen solch umfangreichen Fokus erfordern, wie es im Parteiprogramm geschieht. Man mag sich darüber beschweren, dass Eigentumsverhältnisse nur ungenügend einer Analyse und Änderungsvorschlägen unterworfen werden, ich kann sagen, parteiintern erscheint mir die Lage etwas besser (ich bin aber kein Parteimitglied, aber ich bekomme als Angehöriger einer Jugendgruppe der „Linken“ Diskussionen mit).

Ich möchte nun langsam schließen, da ich als Student leider nicht genug Zeit für noch mehr Worte aufbringen kann.

Es ist vollkommen richtig, daß die „Linke“ in den Landesregierungen bürgerlichen Mist fabriziert hat, es ist richtig, dass in Spitzenpositionen der Linken Rechtsabweichler sitzen (am krassesten wohl Ramelow und Bartsch), die die Partei niemals in solche Ämter wählen durfte, dennoch sage ich: „Die Linke“ ist zwar nicht gut, aber sie ist traurigerweise das beste, was wir in Deutschland zur Zeit haben. Es gibt hier keine KKE, eine kommunistische Partei gründet sich nicht, nur weil es in jedem Artikel von kommunisten-online steht. Ich denke, die Linke ist zur Zeit die einzige Partei in Deutschland, die das Potential hätte, tatsächlich mit dem bürgerlichen Staat aufzuräumen. Schriebe sie das aber in ihr Parteiprogramm, würde sie verboten werden und/oder von der Bildfläche verschwinden.

Dies ist meine Meinung, verkürzt dargelegt, wir können darüber gern diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

M.W.

Antwort Werner Schmidt

Die Linke hat weder den Willen noch das Potential mit dem bürgerlichen System aufzuräumen – das drückt sie in ihrem Programm selbst am Besten aus.

Auf Kommunisten-online vom 25.Januar 2012 –

Hallo Gen. M.W.,

leider kenne ich nur Deine Initialen, so dass mir eine andere Anrede nicht möglich ist.

Du schreibst: „Einerseits ist „Die Linke“ natürlich keine leninsche Partei, es gibt unterschiedlichste Flügel und Dispute, welche die Geschlossenheit der Partei beeinträchtigen.“ Das ist richtig. Eben weil es unterschiedlichste Richtungen gibt, kann es keine Partei im LENINschen Sinne sein. Demzufolge fehlt ihr auch die Einheit und Geschlossenheit, die eine solche Partei auszeichnet. Die „unterschiedlichsten Flügel und Dispute“ machen „Die Linke“ zu dem, was sie ist, zu einem Debattierclub. Und dieser Debattierclub wird nichts, aber auch gar nichts in Richtung proletarischer Revolution verändern.

„Man muss zugeben, dass es keine bewussten, organisierten Kräfte in dieser Arbeiterbewegung heute gibt.“ Doch die gibt es, die gibt es in der DKP, in „Der Linken“, in der KPD, in der KI Gera, und, und, und. Nur sind sie dort in der Minderzahl. Sie sind verdeckt von dem großen revisionistischen und opportunistischen Haufen, der auf ihnen liegt. Es sind mehr als Du denkst. Die Zeit ist heran, wo diese zersplitterten Häuflein endlich geeint werden müssen.

„Die Arbeiterbewegung hat 19190 einen Krieg der Begriffe verloren.“ Wo hast Du denn diese „Weisheit“ her? Die Arbeiterbewegung hat 1990 die Revolution verloren. Sie wurde in ihrer Entwicklung um Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte zurück geworfen. Den „Kampf um die Begriffe“ hat sie wesentlich früher verloren, als sie sich nicht gegen diesen unsäglichen Begriff des „Stalinismus“ wehrte.

„Werner hat ganz recht, wenn Marx nur angeschnitten, nur unzureichend zitiert wird.“ Unzureichende Zitate (aus dem Zusammenhang gerissen) sind schlimm. Aber „Die Linke“ hat MARX gefälscht. Und das hat mit zitieren nichts mehr zu tun.

„“Die Linke“ versucht daher, bürgerliche Begriffe zu nutzen, um ihre Ziele darzulegen.“ Lieber Gen. M.W., wie willst Du einem Arbeiter die sozialistische Revolution mit „bürgerlichen Begriffen“ schmackhaft machen? Könntest Du mir das mal vorführen? Du wirst gleich merken: ES GEHT NICHT!

„Ich sage erneut: es gibt in der Linke fortschrittliche, kommunistische Kräfte, aber dazu darf diese Partei sich nicht bekennen, wenn sie von den Massen gehört werden will.“ Angst vor dem Proletariat? Wie will die Partei dann an das Proletariat heran kommen? Kennst Du den Arbeiteranteil in „Der Linken“?

„Die Taktik einer Partei muss an die aktuellen Bedingungen angepasst sein.“ Das ist zweifellos richtig. Muss aber das Programm ebenfalls so sein? Wir nannten das früher „das Mäntelchen in den Wind hängen“.

„“Die Linke“ ist zwar nicht gut, aber sie ist traurigerweise das beste, was wir in Deutschland zur Zeit haben.“ Da stimme ich Dir mal zu, obwohl …

„… ,die das Potential hätte, tatsächlich mit dem bürgerlichen Staat aufzuräumen.“ Dies hinwiederum ist ein Wunschtraum von Dir. Sie hat weder den Willen noch das Potential. Und das drückt sie in ihrem Programm selbst am Besten aus.

Rot  Front

Werner

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Das ideologische Begriffsarsenal der Arbeiterklasse findet sich im Marxismus-Leninismus und umfaßt den wissenschaftlichen Sozialismus, den dialektischen und historischen Materialismus sowie die marxistisch-leninistische Philosophie.

Zur Diskussion um Programmatik/Charakter der Linkspartei

WER BITTE IST KOMMUNIST IN DER LINKSPARTEI?

von Jens-Torsten Bohlke

Kommunisten-online am 26. Januar 2012 – 

Was bitte ist „links“, was bitte ist „kommunistisch“ an der sich Linkspartei nennenden bürgerlichen Karrieristenpartei in Deutschland heute?

An der Spitze der Linkspartei stehen Vertreter einer pragmatischen Beliebigkeitspolitik, welche bestens auch von Vertretern der CDU/CSU, FDP, den Grünen und der SPD verfochten werden könnte. Diesen karrieristischen Kleinbürgern und Arbeiteraristokraten in der Linkspartei geht es bei solchen liberalen politischen Großtaten wie dem kräftigen Mitverschleudern von kommunalem Wohneigentum und Privatisieren von kommunalen Wasserwerken, crossborder-leasing-Machenschaften und Aushebeln von Tarifverträgen im öffentlichen Dienst ganz allein darum, sich die eigenen Taschen im bürgerlichen Politikgeschäft zu füllen und beim Finanzkapital ganz persönlich anzubiedern. Schauen wir uns solche Gallionsfiguren dieser Linkspartei wie den Trotzkisten Winfried Wolf, den Opportunisten Oscar Lafontaine oder den erzreaktionären André Brie mal in ihren persönlichen und familiären Verhältnissen näher an, so werden wir feststellen, daß ganze Familienclans mit Vettern und Günstlingen in diesem vetternwirtschaftlich geführten Partei-Unternehmen namens Linkspartei mit Versorgungspöstchen bestens untergekommen sind. Diese Speichellecker des Kapitals sitzen wie alle sonstigen Schmarotzer des korrupten bürgerlichen Parteienstaats an ihren Freßnäpfen und füllen sich die Taschen aus den Steuern, welche fast ausschließlich von den Lohnarbeitern gezahlt werden.

Von Gregor Gysi, Lothar Bisky, André Brie, Bodo Ramelow, Helmut Holter, Dietmar Bartsch, Gesine Lötzsch, Gabi Zimmer usw. bis hin zu Sahra Wagenknecht gibt es niemanden unter den PDS-Funktionsträgern, welcher ein namhafter Kommunist wäre. Ulla Jelpke kommt aus der GAL Hamburg und ist immer eingefleischte Antikommunistin gewesen. Das Marxistische Forum wird von Trotzkisten wie Ekkehard Lieberam beherrscht. Die Kommunistische Plattform hatte wohl anfangs unter ihren 6000 Mitgliedern in der Gründungsphase der PDS noch einige Kommunisten in ihren Reihen, aber unter den heutigen Mitgliedern dieses Feigenblatts gibt es keinen nennenswerten Kommunisten, wohl aber einige als zwielichtig geltende Gestalten. Die Kommunisten, die es in der einstigen PDS in rasch abnehmender Zahl gegeben hatte, wurden entweder aus der Partei „rausgemobbt“ (siehe Schicksal des einst kommunistischen Vorstands des PDS-Kreisverbands Duisburg, siehe Schicksal der einstigen „Bundesarbeitsgemeinschaft Linke Opposition in und bei der PDS“ oder des Berliner PDS-Bezirksverbandes Wilmersdorf-Charlottenburg 2000-2005, usw.) oder sie verließen die PDS hochgradig frustriert, eben weil in dieser Partei kein Platz für Kommunisten ist.

Mit den SPD-PDS-Koalitionen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wurde dem letzten Kommunisten klar, daß die PDS alias Linkspartei als Verräter und Roßtäuscher gegenüber dem Volk bekämpft und nicht geduldet oder gar noch gehätschelt gehört. Die Linkspartei ist ein besonders verkommener Teil des Sumpfes, von welchem einst Lenin sprach, und in welchen sich kein Kommunist reinziehen läßt. Kommunisten haben nicht Tomaten auf den Augen, sondern sie erkennen das Wesen auch einer sich Linkspartei nennenden Partei und Kommunistische Plattform sich nennenden Feigenblatt-Kleingruppe, was Kommunisten von manipulierten Menschen nun mal unterscheidet. Kommunisten haben der Masse auch der Arbeiter die Einsicht in die gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge voraus. Ist dies nicht der Fall, sollte sich der betreffende Zeitgenosse bitte nicht Kommunist nennen! (Bier der Marke „Roter Oktober“ zu trinken, macht keinen Kommunisten.)

Die Phantom-Diskussion des M.W. um die Linkspartei

M.W. ist offenbar kein Kommunist, denn er findet es „natürlich“, daß in einer sich Linkspartei nennenden Partei „die unterschiedlichsten Flügel und Dispute“ vertreten sind. Diese Linkspartei ist somit vom Wesen her nichts weiter als eine bürgerliche und opportunistische Beliebigkeitspartei, Teil des „Sumpfes“ (Lenin).

Was heißt da, „fortschrittliche Ideen“ würden „verwässert“ werden? Auch die NSDAP bediente sich widerwärtigerweise rhetorisch durchaus in der Arbeiterbewegung populärer Schlagworte. Die Linkspartei übernimmt das Karl-Liebknecht-Haus und ist ein Aasgeier am Erbe der Kommunisten in Deutschland. Sie nennt ihre Stiftung Rosa-Luxemburg-Stiftung, was ebenfalls ein schmutziger Etikettenschwindel und nichts weiter ist, wie ein Blick in die Ergebnisse der Tätigkeit dieser antikommunistischen Stiftung zeigt. Die PDS bzw. Linkspartei täuscht gerne damit, insbesondere die Interessen der „Ostdeutschen“ und einstigen DDR-Bürger zu vertreten. Als Koalitionspartner der SPD, und nichts ist sie lieber als genau das, verrät sie jedoch die Interessen der Arbeiterklasse und des Volkes auf schäbigste Art und Weise. Sie bricht Wahlversprechen wie jede beliebige bürgerliche und opportunistische Partei.

M.W. meint allen Ernstes, man solle der Linkspartei „nicht die Fortschrittlichkeit absprechen“. Wenn dies stimmen würde, dann wären CDU/CSU, FDP, Grüne und SPD ebenfalls Parteien, denen man „nicht die Fortschrittlichkeit absprechen“ sollte.

Wir Kommunisten haben nicht so eine lasche und schwammige Vorstellung von gesellschaftlichem Fortschritt wie M.W., denn wir definieren klar die derzeitige Epoche als Zeitalter des revolutionären weltweiten Übergangs der Gesellschaft vom Kapitalismus zum Sozialismus/Kommunismus. Gesellschaftlich fortschrittlich kann also nur eine politische Kraft sein, die den Kapitalismus revolutionär überwinden und den Sozialismus-Kommunismus aufbauen will. Demgegenüber kann eine bürgerliche oder opportunistische Partei niemals gesellschaftlich fortschrittlich in diesem Zeitalter sein. Nur wenn es zum Rückschritt und Rückfall in eine Periode der Herrschaft einer faschistischen Diktatur kommen sollte, bedeutet deren Sturz und die Wiederherstellung bürgerlich-demokratischer Verhältnisse einen Schritt im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts und würde sich eine kommunistische Partei dafür auf der Grundlage der Erkenntnisse des Marxismus-Leninismus und der Dimitroffschen Lehren zeitweilig mit allen bürgerlich-demokratischen Kräften zur antifaschistischen Volksfront verbünden. Derzeit kann trotz autoritärer Tendenzen nicht davon gesprochen werden, daß in Deutschland eine faschistische Diktatur herrscht.

M.W. will weismachen, es gäbe „keine bewußten organisierten Kräfte in der Arbeiterbewegung heute“. Die Arbeiterklasse organisiert sich in der Gewerkschaftsbewegung. Und auch wenn der Zustand des DGB desolat ist, so gibt es unter der Jugend der IG Metall und in etlichen Industriegewerkschaften sehr wohl aktive Interessenvertreter und mutige Vertrauensleute von Belegschaften. „Erbärmlich“, wie M.W. es nennt, sind nicht die nach seiner Meinung fehlenden „bewußten organisierten Kräfte in der Arbeiterbewegung heute“. Erbärmlich ist es, daß wir Kommunisten unsere Thälmannsche KPD trotz Illegalisierung nicht retteten und nun vor einem Scherbenhaufen seit Jahrzehnten stehen, anstatt endlich diese KPD gegen das bürgerliche Parteiengesetz und gegen den bürgerlichen Staat Flagge zeigen zu lassen. Dies ist genau unsere eigene Erbärmlichkeit!

Daß sich kommunistisch nennende oder sich mit kommunistischem Anstrich versehende Splitterparteien „egal“ sind, wie M.W. behauptet, stimmt ebenfalls nicht. Auch diese Parteien haben im bürgerlichen Parteiensystem ihre Funktion und ihren Platz. Sie helfen sehr, Menschen darüber zu täuschen, was eine kommunistische Partei überhaupt ist. Damit sind sie letztlich nicht bedeutungslos für die Arbeiterbewegung, sondern Teil der Mittel des Klassengegners im Kampf gegen die Arbeiterbewegung.

Auch ist die Auffassung von M.W. schlicht falsch, in der DDR seien die gesellschaftlichen Verhältnisse „nicht hinterfragt“ worden. Nirgendwo gab es jemals in den letzten Jahrhunderten auf dem Territorium des heutigen Deutschlands mehr Hinterfragen gesellschaftlicher Zusammenhänge als in der DDR von 1949 bis 1989! Empfohlen sei dazu Literatur wie „Dialog mit meinem Urenkel“ (J. Kuczynski).

Der Marxismus-Leninismus „verkam“ nicht zum „Dogma“ in der DDR! Niemand betete ihn dort an wie einen Glaubensgrundsatz, und ein Dogma ist nun mal ein Glaubensgrundsatz und nichts weiter. Mit dieser Ansicht gibt M.W. ein ständig ganz bewußt reproziertes typisch westliches Klischee aus den bürgerlich-reaktionären Konzernmedien über die DDR und über den Marxismus-Leninismus wieder.

Der Marxismus-Leninismus ist eine wissenschaftliche Weltanschauung, kein Dogma. Verkommen können Menschen, nicht aber eine wissenschaftliche Weltanschauung. Grundsätze dieser wissenschaftlichen Weltanschauung können verletzt werden und wurden verletzt, insbesondere nach Tod von J. W. Stalin. Damit ist aber nicht der Marxismus-Leninismus verrottet und verkommen, sondern es wurde durch die Abkehr von ihm der Niedergang der sozialistischen Länder unter Führung der UDSSR eingeleitet. Dies geschah bewußt und vorsätzlich durch erstarkende revisionistische (bürgerliche) Kräfte innerhalb der regierenden kommunistischen Parteien, was möglich war, weil die revolutionäre Wachsamkeit den Nomenklaturkadern gegenüber grob vernachlässigt wurde, so daß hier der Klassengegner mit seinen geheimdienstlichen Mitteln nach Stalins Tod rasch ein Einfallstor fand und natürlich so wirksam wie möglich nutzte.

M.W. spricht vom „Krieg der Begriffe“, welchen es nicht gibt. Es gibt den Klassenkampf zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie. Es gibt diesen Klassenkampf auch auf ideologischem Gebiet. Wir Kommunisten sprechen von Lohnarbeitern und Kapitaleigentümern, vom antagonistischen Klassenwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit. Das ideologische Begriffsarsenal des heute herrschenden Finanzkapitals in dieser imperialistischen Gesellschaft umfaßt solche Begriffe wie „Zivilgesellschaft“ (=bürgerliche Ordnung mit entwaffneter Arbeiterklasse), „Demokratie“ (=bürgerliche Ordnung mit Diktat der Monopolbourgeoisie), „Meinungsfreiheit“ (=Meinungsoberhoheit für die Monopolbourgeoisie und ihre reaktionären Konzermedien), „Menschenrechte“ (=Recht der Monopolbourgeoisie auf Profitmaximierung), „humanitäre Einsätze“ (=imperialistische Raubkriege um Märkte), „Arbeitnehmer“ (=Arbeiter, der „dem Arbeitslosen den Job wegnimmt“), „Arbeitgeber“ (=Boss, der Arbeitskräfte gnädig heuert und in Ungnade gefallene feuert) usw. Das ideologische Begriffsarsenal der Arbeiterklasse findet sich im Marxismus-Leninismus und umfaßt den wissenschaftlichen Sozialismus, den dialektischen und historischen Materialismus sowie die marxistisch-leninistische Philosophie. Ausgangspunkt für den Marxismus-Leninismus bildet der feste Klassenstandpunkt der Arbeiterklasse, ihre Stellung in der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion als einzige Klasse der Besitzlosigkeit an Produktionsmitteln und somit einzige Klasse, die nichts weiter zu verlieren hat als ihre Fesseln, ihre Unterdrückung und ihre Ausbeutung. Was allein sie zur führenden Rolle beim revolutionären Sturz des Kapitalismus und Aufbau des Sozialismus/Kommunismus befähigt.

Die Krone setzt M.W. am Ende seiner Zeilen damit auf, daß er allen Ernstes zu meinen scheint, die Linkspartei wolle „Arbeiter mobilisieren“. Angeblich sollen in der Weimarer Republik „marxistische Begriffe vorherrschend“ gewesen sein. Wie bitte? Schon mal in damaligen Lehrbüchern des Fachs Bürgerkunde nachgelesen? Kommunistenhetze übelster Art war in der Weimarer Republik vorherrschend. Die KPD auch in der Zeit des Thälmannschen ZK kam nicht durch das Vewenden von marxistischen Begriffen zum Masseneinfluß im Proletariat. Sie gewann die Herzen eines Großteils der Arbeitermassen, weil sie die Sprache des einfachen Arbeiters sprach, wie es Ernst Thälmann bestens beherrschte. Ernst Thälmann war Sohn seiner Klasse und zugleich Führer seiner Klasse, mit ihm identifizierten sich die Arbeiter bis weit hinein in die Reihen der mitgliederstarken SPD. Nicht marxistisch-leninistische Begriffe mobilisierten die Arbeiterklasse, sondern der damals alltägliche Klassenkampf mit vielen teils auch recht blutigen Streiks und Demonstrationen um das tägliche Brot in den hungernden Arbeiterfamilien der für die Bourgeoisie ach so „goldenen 20er Jahre“ und für die Arbeiter elendiglichen Inflationszeit trieb die Arbeiter immer wieder massiv protestierend auf die Straßen. Die KPD erwies sich damals als die Partei, die den Arbeitern half, von der „Klasse an sich“ zur „Klasse für sich“ zu finden, Klassenbewußtsein zu entwickeln, den eigenen Klassenstandpunkt zu festigen, den wahren Klassengegner zu erkennen und zu bekämpfen.

Ich meine erneut im schroffen Gegensatz zu M.W., daß es in der Linkspartei keine Kommunisten und keine fortschrittlichen Kräfte gibt, sondern diese Linkspartei Teil des opportunistischen Sumpfes ist. Zu Zeiten von Lenin und Luxemburg meisterten es die Sozialdemokraten und die sich immer eigenständiger formierenden Kommunisten, ihre Parteien auch unter den Bedingungen von Krieg und Illegalität aufzubauen, zu erhalten und zu stärken. Dies ging bei Lenin so weit, daß die vom Zarenreich verfolgten Kommunisten Rußlands die staatstragende Partei Sowjetrußlands bildeten. Wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht endeten, wissen wir. Und wie es das bürgerliche Parlament der BRD mit der KPD hielt, wissen wir auch. M.W. spart dies in seinen geäußerten Ansichten geflissentlich aus.

Von der KKE lernen wir, daß eine kommunistische Partei niemals integraler Bestandteil des bürgerlichen Parlamentarismus werden darf, auch wenn sie nach Möglichkeit das Parlament nutzt. Auch die Portugiesische KP fragte nicht im Parlament erst um Erlaubnis und Legalisierung, sondern beim Sturz der faschistischen Salazar-Diktatur war sie für jederman sichtbar in den Klassenkämpfen auf allen Barrikaden mit dabei. M.W. meint uns weismachen zu müssen, daß wir bloß nicht Begriffe wie „Diktatur des Proletariats“, „Sturz der bürgerlichen Gesellschaftsordnung“, „proletarische Revolution“ usw. verwenden sollen, damit wir von Gnaden der herrschenden Kreise des Finanzkapitals und im von ihnen vorgegebenen Rahmen gehorsamst und untertänigst am bürgerlichen Parlamentstheater teilnehmen dürfen ... wie das endet, macht diese verrottende opportunistische Linkspartei uns vor ... und so ein Ende gönnen wir ihr von Herzen, werden uns als Kommunisten jedoch niemals in diesen Sumpf reinziehen lassen!

Die Äußerungen von M.W. klingen recht abenteuerlich nach „Querfront“! Ist er D.N.? D.N. versuchte wiederholt, unter falschem Namen K-Online zu täuschen ..

J.T.B.. .

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„Wenn wir im Moment keine Zustimmung bekommen, heisst das nur, dass es dringend nötig war, der verhangenen Wahrheit mal wenigstens wieder ihren beleuchteten Platz zugeben.“

von Ulrich aus Nikaragua

auf Kommunisten-online am 26. Januar 2012 

Werte Genossen, Werter  Genosse Werner, Werte Genosse M.W.!

Es ist gut, um die richtige Linie zu kämpfen und gerade wenn im Klassenkampf (von unten) Flaute ist, soll die Zeit um so mehr genutzt werden, um sich die nötige Klarheit zu schaffen .

Die Diskussion um wann und wie man welche Begriffe in den Massen verwenden „darf” ist uralt und spiegelt nur die Ängstlichkeit einiger Genossen wieder – wie Werner dazu ganz richtig meint. Eine meiner starken Seiten ist die Agitation und ich habe ziemlich viel Erfahrung in zwei Kulturbereichen gesammelt, die als solche ziemlich verschieden sind. (Deutschland und Nikaragua)

1.

Es hat überhaupt keinen Sinn vor der Diskriminierung der Begriffe, wie sie der Klassenfeind betreibt, zurückzustecken. Aller Erfahrung nach schüttet man da nur noch mehr Benzin aufs Feuer und bei aller  politischen gegenwärtigen Rückschrittlichkeit des deutschen Proletariats (und anderer Proletariate), merken die Kollegen sofort, wenn es wichiwaschi wird und folgern daraus ganz richtig die Unsicherheit und Schwäche des Agitators. Sie wenden sich folglich von ihm ab. Aus Proletarier, wurde Arbeiter, daraus Arbeitnehmer …. Dann: „Mitarbeiter”. („Gott hab´mich seelig”!). Wieweit will man denn also noch zurückweichen? Wie wäre es denn mit „Produktionsteilnehmer” … z.B. (Ich dachte ja nur)

2.

Es ist überhaupt kein Beinbruch durch klare und wissenschaftliche Begriffen in Konflikt mit  verseuchten Hirnen zu geraten. Das wird aller Meistens der Fall sein. Wenn wir im Moment keine Zustimmung bekommen, heisst das nur, dass es dringend nötig war, der verhangenen Wahrheit mal wenigstens wieder ihren beleuchteten Platz zugeben. (Wir hätten gefehlt, wenn wir es nicht getan hätten.) Das tut natürlich in der Regel immer irgendjemandem weh, was revolutionärer Alltag ist.  Niemand gewinnt eine Diskussion. Die selbe kapitalistische Wirklichkeit lässt diesen gepflanzten Samen dann eh spriessen, wenn der Boden auch nur Klasseninstinkt hat und er ausserdem von uns weiter beackert wird. Aber der Samen muss gesetzt werden. Deswegen braucht der Kommunist Standvermögen, auch dann wenn es kalt und ruppig  hergeht – und das tut es häufig wohl sehr. Er ist Avantgard nur durch seine revolutionäre Qualität und Fähigkeit und weiss was er tut . Wenn er aber den Kopf verliert (und nicht weiss,was er tut) und es unterlässt die Dinge richtig darzustellen und dabei auch mal Reibereien in Kauf zu nehmen, macht er Alles nur noch schlimmer. Übung macht den Meister. Ich persönlich habe überhaupt keine Befangenheit mehr auch mal Unbequemes und Verfemtes ganz bewusst und bockelhart an den Mann zu bringen. (Schockschwere Not!) Das gilt auch für wissenschaftliche und intellektuelle Begriffe. Die soll man seinen Klassengenossen eben nicht vorenthalten. Dafür sind wir doch da, um die Klarheit zu bringen, die die Bourgeoisie so verzweifelt und fieberhaft vernebeln und versumpfen will. Wenn man aber Angst davor in der Praxis hat, bekommt man auch keine Erfahrung die einen klug macht. Also immer schön ran Genosse M.W.. Keine Angst vor grossen Tieren und vor den Kleinen schon gleich gar nicht! Ich hab mir mal vor Kurzem einen Film über Karl Liebknecht angekuckt und da hat mich ganz besonders sein sagengafter Mut total beeindruckt. Der stand ja nun wirklich mutterseelen allein da. Und troztem hat er „Nein” gesagt, als alle anderen in besoffenem Dilirium ums goldene Kalb tanzten und histerisch den Moloch des imperialistischen Krieges vergötzten (Einschliesslich Parteigenossen). ER dient mir heute als Ansporn und erhellendes Beispiel. Wer diente aber ihm aber als Ansporn? Er hatte niemamd, der ihm das vorgemacht hat. Seiner Frau wollte sogar niemand mehr die fällige Kriegsration Milch verkaufen und das Wort „Klassensolidarität” war ein verfemtes Verbrechen. Und? : Wir wissen was dann kam. Er wankte nicht und es kam die Revolution: „Trotz Alledem!”

3.

Gerade die Ungenauigkeit, die trügerische Schwammigkeit, das Unvollendete – mal abgesehen con der offenen Fälschung – ist eines der aller wichtigsten und geradezu lebensnotwendigsten Requisiten aller Oportunisten, um dem Schiffchen peu a peu einen anderen Kurs – nach rechts - zu geben. Sie hassen die Genauigkeit geradezu. Und das sieht man ja an diesem Programm. Wie will man denn das Schiff auf Kurs halten oder es wieder dahin bringen, wenn man der Versudelung revolutionärer „Nautik” und der Verhunzung des Kompasses auch noch nachgibt. Nautik ist exakt – aus gutem Grund. Ohne richtige Seekarte und einen funktionierenden Kompass, finden wir den Hafen nicht.

Ich finde immer wieder Parallelen zwiaschen meinem Beruf als Maschinen- und Stahlbauer einerseits und der Revoltionären Praxis und Theorie andererseits: Eine Maschine kann einen Haufen guter Sachen haben. Das nützt aber alles nichts, wenn sie nicht durch die Bank gut ist. Die technologische Masse kann groessten Teils richtig sein, wenn ich aber auch nur auf einen Treibriemen verzichte oder auch nur ein Regel- oder steuerlement falsch ist oder fehlt – dann nützt die ganze Maschine nichts. Wenn wir also den Massen Ungegorenes und Wischiwaschi vorsetzen werden wir genau das wieder kriegen – und aller Höchstens auch nur im günstigsten Fall. Zum Schluss hat dazu der Genosse Brecht noch ein Wort zu sagen –treffsicher wie immer. Der letzte Satz ist das , was ich meine.

 

Lob des revolutionärs

von bertolt brecht

 

manche sind zuviel

wenn sie fort sind, ist es besser

doch wenn er nicht da ist, fehlt er

er organisiert seinen kampf

um den lohngroschen, um das teewasser

und um die macht im staat

er fragt das eigentum:

woher kommst du?

er fragt die ansichten:

wem nützt ihr?

wo immer geschwiegen wird

dort wird er sprechen

und wo unterdrückung herrscht und von

schicksal die Rede ist

wird er die namen nennen.

wo er sich zu tisch setzt

setzt sich die unzufriedenheit zu tisch

das essen wird schlecht

und als eng wird erkannt die kammer.

wohin sie ihn jagen, dorthin

geht der aufruhr, und wo er verjagt ist

bleibt die unruhe doch

 

NUR DAS IST „REVOLUTIONÄRES  POTENTIAL”

Mit kommunistischem Gruss aus Nikaragua

Ulrich Schliz

 

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