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So langsam sollten sich die Schwätzer einig werden, was sie über Kommunisten schwatzen!

von O.W.

Auf Kommunisten-online am 18. Januar 2012 - 

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Leser von Kommunisten-online,

anläßlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz der „Junge Welt“ und der  Demo zum Gedenken an die Ermordung  Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs, sowie zum Treffen einer Gruppe von Kommunisten welche zum Ziel hat, unterschiedliche Standpunkte von sich kommunistisch nennenden Organisationen zusammenzuführen, weilte ich in Berlin. Hier nun ein kurzer Bericht zu Eindrücken und Erlebnissen:

Rosa Luxemburg Konferenz in der Berliner Urania

Zur ausverkauften Veranstaltung sprachen:

            Agostinho Lopes - Mitglied des ZK und der Ökonomischen Kommission der KP Portugals            

Sami Ben Ghazi - Mitglied der Direktion der Union de la jeunesse communiste de Tunisie (Union der Kommunistischen Jugend Tunesiens)

Johanna Fernandez - Historikerin und Sprecherin des Verteidigungsteams von Mumia Abu-Jamal, USA

        Geraldo Gasparin - Mitglied der Bundesdirektion der Landlosenbewegung „Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra“ (MST) in Brasilien, Beiratsmitglied der Bundesschule „Escola Nacional Florestan Fernandes“

        Pedro Noel Carrillo Alfonso - Mitglied des Ressorts Internationale Beziehungen im ZK der KP Kubas

Moderation: Dr . Seltsam

Herausragend war die flammende Rede des jungen Genossen Sami Ben Ghazi, in der er über den Kampf der Kommunisten Tunesiens gegen erneute Unterdrückung und Ausbeutung durch Neokolonialisten, sowie inländischen Problemen zur Gestaltung der Zukunft sprach. Unzureichende Bildung und lancierte Falschinformation der Medien zur Bevölkerung seien für die schwierige Situation der Kommunisten Tunesiens verantwortlich. Gerührt nahm er den tosen Beifall entgegen und bedankte sich für die Solidarität der von ihm bezeichneten „deutschen Revolutionäre“. Wüsste der junge Genosse wie es mit denen im Detail bestellt ist, wäre ihm sicher eine treffendere Bezeichnung eingefallen. Aber so konnten wir deutschen Genossen uns wenigstens geschmeichelt fühlen, was sicher gut tut! In anschließender „Fragerunde“ kam es zu Unsicherheiten in seinen Ausführungen zur Bedeutung der Rolle Russlands und Chinas, sowie der Bewertung der Situation in Syrien. Neben teils richtiger Einschätzung zur kapitalistischen Produktion und deren Auswirkung auf die Bevölkerungen, gelang es ihm nicht ganz im imperialistischen Charakter zu differenzieren. Die Begründung mit einer zeitlich kurzen Entwicklung der Neuetablierung kapitalistischer Produktion in Russland halte ich für zu schwach.

Zusätzlich gab es ein breit gefächertes Kulturprogramm sowie diverse Info-und Verkaufsstände fast aller linken und kommunistischen Organisationen, wobei „Die Linke“ ihren Protest gegen die „Junge Welt“ erneuerte und nicht in Erscheinung trat. Die genauen Umstände des Fehlens sind mir leider nicht bekannt, für mich jedoch auch ziemlich uninteressant. Interessanter war da mein Gespräch mit dem linken Buchverleger Wiljo Heinen an seinem gut sortierten Bücherstand, wo ich  meine Meinung über diesen Artikel erneuerte:       http://www.neues-deutschland.de/artikel/215357.unredlich-und-hanebuechen.htmlDie Rezension bezieht sich auf Punkte, die der Autor evtl. gern in der Betrachtung über Ernst Thälmanns gelesen hätte, jedoch nur am Rand in Zusammenhang zu bringen sind. Selbst wenn von der Seite Czichon, Marohn, Jürgensen recht eigenwillige Interpretationen zu erwarten wären (von B.Jürgensen kenne ich einige) darf der „Schmierfink“ nicht erwarten, dass zum Wohlgefallen der Antikommunisten geschrieben wird. Das ist kein Buch über die  Kritik Clara Zetkins an Ernst Thälmann, selbst wenn diese berechtigt gewesen ist. Teddy war kein M/L-Analytiker im höheren Sinne, sondern Arbeiterführer! Wer erdreistet sich da ihm postmortem die Leviten lesen zu wollen? Außerdem frage ich mich was damalige Geschehnisse im Moskauer Hotel Lux mit Ernst Thälmann zu tun haben sollen? Da wird einem ja übel, so etwas im ND lesen zu müssen!

Genosse Wiljo Heinen ergänzte hierzu, dass in seinem Verlag eine Buchreihe zu Ernst Thälmann angeboten wird, in der unter anderer Thematisierung historisch korrekt Bezug genommen wurde, ohne zu verreißen.

LL-Demo und Ehrung an der Gedenkstätte der Sozialisten

 Sonntag um 10.15 Uhr startete vom Frankfurter Tor aus die Demo an der sich über 10.000 Linke und Kommunisten sowie einfache Bürger beteiligten. Die internationale Anteilnahme war äußerst beachtlich, besonders freute ich mich zusammen mit anderen Genossinnen und Genossen aus der Gruppe in der ich marschierte, dass Freunde aus Belgien und der Tschechei (KSCM) ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten, das Gespräch suchten und die Solidarität aus ihrer Heimat versicherten. Trotz der übrigen Vielfalt an Parteien, Gruppen, Meinungen die  auf Transparenten, Fahnen, Handzetteln nachzulesen waren, kam es zu keinerlei Zwischenfällen, was sich bedauerlicher Weise am Ziel der Demo ändern sollte. An der Gedenkstätte versammelten sich noch bedeutend mehr Teilnehmer als zur Demo, von etwa 15.000 darf wohl ausgegangen werden. Eine bekannte Berliner Tageszeitung schreibt  am Montag: „Am Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus dann die Eskalation: Unter lauten „Stalin!“-Rufen umzingelte eine Gruppe Jugendlicher das Mahnmal, trat auf Kränze und Stein ein, bespuckte sie. Als andere Demonstranten einschritten, kam es zur Schlägerei, bei der auch zwei Fotografen angegriffen wurden.“

http://www.bz-berlin.de/

Meine Meinung zu dieser Provokation:

Ich halte diesen „Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus“ am Ort der Gedenkstätte der Sozialisten für eine Provokation. Gemeinsam mit vielen anderen Kommunisten bin ich der Meinung, dieses anstößige, geschichtsverfälschende „Mahnmal“ ist zu entfernen, da es eine Verhöhnung der an unweiter Stelle begrabenen Kämpfer für Frieden und Sozialismus darstellt. Von Seiten von Kommunisten und Sozialisten wurde nicht darum gebeten, mit einem solchen Stein an eine offensichtlich unzulängliche Aufarbeitung mit einseitiger Betrachtung zu erinnern. Dies alles rechtfertigt nicht, in unmittelbarer Nähe der Gräber Rosa Luxemburgs, Karl Liebknechts und weiterer Revolutionäre auszuspucken, niederzutreten und eine Prügelei anzuzetteln! Bei solchen Aktionen gehe ich davon aus, dass diese bewusst gefördert wurden, um das vor der Öffentlichkeit „gewünschte Bild“ von Kommunisten zu liefern, die da angeblich im Sinne Stalins handeln würden und wie zum Beweis laut seinen Namen rufen und wie Pöbel über friedliche, im stillen Gedenken um Karl, Rosa und um weitere Revolutionäre Trauernde herzufallen. Diese vom Klassenfeind bezahlten Subjekte von Organisatoren und Veranstalter der gezielt vorbereiteten Aktion gehören zur Rechenschaft gezogen und aus unseren Reihen ausgeschlossen, denn es sind weder Linke noch Kommunisten sondern gedungene, bezahlte Büttel der Bourgeoisie mit klaren Auftrag als Agent-Provocateur zu handeln! Früher oder später werden wir sie ja doch enttarnen, denn sie riechen meilenweit gegen den Wind! Mit Flegeln und geistigen Brandstiftern, so auch Aufstellern unerwünschter Steine sollten sich Kommunisten nicht vergleichen, schon gar nicht in einen Topf geworfen werden! Abschließend hierzu: Sollte sich ein Verehrer des Genossen Stalin als Kommunist mit dem Gedanken tragen, einen von Antikommunisten gesetzten Stein zu beseitigen, dann gewiss nicht vor den Augen von Polizei und Presse. Er würde dann so „verschwunden“ sein, wie über die Vorgehensweise angeblicher „Stalinisten“ immer von den Begründern dieses Kampfbegriffs gegen Kommunisten behauptet wird, nämlich still und leise „klammheimlich“.  So langsam sollten sich die Schwätzer einig werden, was sie über Kommunisten schwatzen.

Rot Front

O.W.  

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