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Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. (Karl Marx. Thesen über Feuerbach, 11. These)

Hinter erlauchten Namen verstecken sich Konterrevolutionäre

Anmerkungen zu einem antikommunistischen Text

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 25. April 2009 – Der Text, „Die Legende von der revisionistischen Wende“ (Marxistisches Forum, Heft 56), geschrieben von Philosophen, einem Staatstheoretiker und Verfassungsrechtler, einem Wirtschaftsjuristen und einem Rechtstheoretiker. Die Namen lesen sich sehr Respekt erheischend, wissenschaftlich und unfehlbar. Sie alle sind im „Marxistischen Forum“ der Partei die Linke oder in er DKP organisiert, geben sich als Marxisten aus und zeichneten sich in der Vergangenheit dadurch aus, dass sie den Schweinereien der Parteiführung, also von Gysi und Konsorten und deren Anbiederungen ans imperialistische System der BRD,  eine pseudolinke professorale Ausrede lieferten.

Dieser Kreis der Unfehlbaren Denker der Linken, denkt eindeutig in dem Kapitalismus genehmen Bahnen, in antikommunistischen Kategorien. So handeln sie denn auch konterrevolutionär

Einer jener Unfehlbaren, der Herr Professor Dr. Ekkehard Ekkehard Lieberam aus Leipzig, liefert uns gleich in seiner Einführung das, was bei ihnen im Hinterkopf steckt: Der Sozialismus taugte nichts, er war dem Kapitalismus ökonomisch und politisch unterlegen, weil er die Arbeitshetze wie im Westen nicht betrieb,

Aber, so Lieberam, Schuld war die Oktoberrevolution und die Führung der Bolschewiki, denn sie führten keine bürgerliche Demokratie, sondern die Diktatur des Proletariats ein und die marxistisch-leninistische Avantgarde-Partei. Schuld an der Katastrophe der Niederlage es Sozialismus waren nicht Chruschtschow, seine Nachfolger und Gorbatschow, sondern Lenin und Stalin.

Er schreibt im schönsten Stil eines Herrn Professor:

„Die Niederlage hat uns zuvörderst klar gemacht, dass wir ökonomisch (und dann auch politisch) unterlagen, weil wir hinsichtlich der Arbeitsproduktivität nicht nur im Systemwettbewerb keine Überlegenheit erlangten, sondern regelrecht gegenüber den kapitalistischen Industrieländern zurückfielen. Entsprechende Bemühungen, so in der DDR der sechziger Jahre, ein taugliches ökonomisches System des Sozialismus zu entwickeln, sind gescheitert. Die Niederlage hat uns auch gelehrt, dass die aus bestimmten historischen Zwängen in der Sowjetunion des Jahres 1918 vorgenommene Ersetzung des Marxschen Prinzips der Selbstregierung des werktätigen Volkes durch die Herrschaft der marxistisch-leninistischen Partei (dann seit Stalin: ihres engsten Führungszirkels) politisch-strategisch zur Katastrophe führen musste. Vertan wurde die Chance, einen der bürgerlichen Demokratie wirklich überlegenen Demokratietyp zu entwickeln. Die Erfahrungen der sozialistischen Länder haben ebenfalls deutlich gemacht, dass sozialistische Gesellschaftsgestaltung ein Suchpfad ist, in dessen Verlauf immer wieder grundlegend neue theoretische Erkenntnisse gewonnen wurden, die weder Marx und Engels noch Lenin so voraussehen konnten: wie z. B. der Charakter des Sozialismus als historisch lang andauernde Entwicklungsphase, als relativ selbständige Gesellschaft mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.“

Was soll man dazu sagen? Der Mann ist Staatstheoretiker und Verfassungsrechtler, trägt einen Professorentitel und einen als Dr. phil. Wenn der Unfehlbar ist … Die Titel stammen alle aus der DDR.

Unfehlbar im Sinne des kapitalistischen Systems vielleicht. Dabei spielt er sich immer als der linke Vordenker der Partei Die Linke auf, aber immer haarscharf am Wesentlichen vorbei.

Während unter Lenin und Stalin Sowjetrussland/die Sowjetunion selbst die größten Schwierigkeiten meisterte, sie die Weißgardisten und die ausländische Interventionstruppen fast aller europäischen Staaten und Japans aus dem Land jagte, die Industrie aufbaute, die Hungersnot besiegte, die Basis der Versorgung mit elektrischer Energie durch riesige Wasserkraftwerke schuf, die sie gegen eine Welt von Feinden behauptete und schließlich auch noch den deutschen Faschismus besiegte – das alles in nicht einmal vierzig Jahren, musste die UdSSR unter Stalins Nachfolger Niederlage auf Niederlage einstecken. Nur die Errungenschaften der Stalinzeit gaben der Sowjetunion eine gewisse politische, militärische und ökonomische Stärke. Schon unter der Herrschaft der Gerontokraten zu Beginn der 1980er Jahre, zeichnete sich das Ende ab und Gorbatschow vollendete alles.

Das alles ist auf Lenins und Stalins falsche Politik zurück zu führen? Das meint der Herr Professor Lieberam wirklich.

Kernstück der Broschüre „Die Legende von der revisionistischen Wende“ ist jedoch das Elaborat des Chefideologen der DKP, Robert Steigerwald (auch ein Philosoph) Über „Revisionismus“ und „Revisionismus-Kritik“. Der Text erschien im Dezember 2007 in der Jungen Welt.

Steigerwald hatte Kommunisten-online vorab bereits den Text zukommen lassen – warum auch immer – allerdings mit dem Sperrvermerk, nichts zu bringen, bevor sein Text in der jW erschienen ist. Natürlich hielten wir uns daran.

Das trotz des wahrlich schlimmen antikommunistischen Inhalts.  Unsere Kritik an Steigerwald erschien dann ein paar Wochen nach dessen Erstveröffentlichung. Darin entlarvten wir dieses Pamphlet als das, was es ist: eine Geschichtsfälschung, gegen den Sozialismus gerichtet und Stalin verunglimpft, aber gleichzeitig die wahren Schuldigen an 1990 verschweigt. Der Titel unserer Widerlegung Steigerwalds: Haltet den Dieb oder Wie Robert Steigerwald Stalin und den Aufbau des Sozialismus verunglimpft und die Geschichte fälscht“[1]

 Steigerwald reagierte als beleidigte Leberwurst und brach die Beziehungen zu uns ab. Nun, wir haben es überlebt.

G.A.

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