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Lieber
Genosse
Ihre
Polemik gegen den Brief von Genosse Stefan Engel an Lafontaine,
Bisky und Troost ist doch absolut lächerlich!“ Das, lieber
Dominik B.,
ist reine Ansichtssache.
Die
MLPD will nicht ihre revolutionären Ziele zurückstellen“
Stefan
Engel schreibt selbst: „Zwischen
den Parteien gibt es selbstverständlich auch wesentliche strategische
Unterschiede, die allerdings in der jetzigen Situation zur Schaffung
einer neuen linken Opposition zurückgestellt werden müssten.“
Redet
der nur so daher oder meint er, was er sagt? Man muss doch, wenn man mit
diesen halblinken Leuten zusammengeht, nicht nur das revolutionäre Ziel
der proletarischen Revolution aufgeben, sondern auch Positionen weit
davor. So z.B. dass nur de Massenkampf und Massenwiderstand dem Angriff
des Kapitals auf die politischen und sozialen Rechte der Arbeiterklasse
Einhalt gebieten kann.
Diese
Leute streben genau das nicht nur nicht an, wirklicher Massenkampf und
–widerstand fürchten sie wie der Teufel das Weihwasser. Weiß das
euer Vorsitzender nicht?
3.
Dein Zitat aus dem Programm hat mich auflachen lassen. Diese
„Zusammenschlüsse“ wie Courage, SI, AUF usw. sind doch nur schlecht
getarnte Formen der Arbeit der MLPD.
Wenn
Stefan Engel glaubt, er könne Oskar Lafontaine, die PDS und WASG oder
gar die DKP zu sowas machen, dann jagt ihn zum Teufel, dann hat er nämlich
nicht alle Tassen im Schrank.
Wenn
ihr überhaupt in Lafontaines Verein mitmischen dürft – ich glaubs
nichtmal – dann höchstens als Plakatkleber und Flugblattverteiler,
aber nicht „ganz oben“. Aber wie gesagt, die werden Engels Brief in
den Papierkorb werfen.
Was
mich aber dazu brachte, die Polemik zu schreiben, war die leichtfertige
Bereitschaft Engels und der MLPD revolutionäre Prinzipien zu opfern. Zu
opfern noch nicht einmal für ein Linsengericht, sondern fürs
Ignorieren.
Wer
aber sowas macht, hat schon lange die Prinzipien aufgegeben und verdient
es nicht anders, als ignoriert zu werden.
Ich
bin Marxist-Leninist der ersten Stunde. Unsere Ausgangsposition war,
dass wir den Verrat der modernen Revisionisten kritisierten und uns
deshalb organisierten. Die MLPD aber kriecht sehr viel schlimmerer Typen
in den Arsch, wie Chruschtschow es war, und bettelt um Akzeptanz.
Sektierertum
ist es nicht, wenn man sich von Reformisten und Revisionisten
distanziert. Der Knüppel des Sektierertums erhob man gegen uns von der
ersten Ausgabe „Roter Morgen“ durch Ernst Aust. Sektierertum ist,
wenn man alles allein machen will und sich in ultralinke Abenteuer stürzt.
Die Folgen sind oft verheerend.
Aber
gegen rechtsopportunistische Politik aufzutreten ist nicht
sektiererisch, sondern unbedingte Notwendigkeit für Kommunisten.
Rotfront
Der
Rote Webmaster
Günter
Ackermann
zurück
|
An
Günter Ackermann,
Ihre
Polemik gegen den Brief von Genosse Stefan Engel an Lafontaine,
Bisky und Troost ist doch absolut lächerlich!
Die
MLPD will nicht ihre revolutionären Ziele zurückstellen, sondern sie
will gemeinsam mit anderen linken Kräften eine fortschrittliche
Tagespolitik machen - dabei stehen natürlich die Gemeinsamkeiten im
Vordergrund - alles andere wäre Sektierertum, denn das was Genosse
Stefan Engel angeboten hat, das bietet er ja nur unter bestimmten
Voraussetzungen an. Gegen eine Einheit auf Grundlage der Prinzipien der
Gleichberechtigung und der Demokratie ist vom Standpunkt des
Marxismus-Leninismus überhaupt gar nichts einzuwenden!
Dass
mit den Reformisten keine Revolution zu machen ist, ist uns schon klar -
nur leben wir auch nicht in einer revolutionären Situation
Hier
ein kleiner Auszug aus dem Programm der MLPD:
Abschnitt
über "die Politik des gemeinsamen Kampfs, Formen und
Prinzipien" Gemeinsame Organisationsformen zur Verwirklichung
konkreter, zeitlich begrenzter Kampfaufgaben (Wahlbündnisse,
Pfingstjugendtreffen, 1. Mai, Internationaler Frauentag usw.) Diese
Zusammenschlüsse werden in der Regel durch eine gemeinsame Plattform
und Prinzipien der Zusammenarbeit bestimmt. In diesem Sinne versteht die
MLPD auch ihre Beteiligung an Wahlen als Beitrag zum eigenständigen
Zusammenschluss der Massen." (S. 82)
Und
wenn Sie schon auf die Klassiker des Marxismus-Leninismus verweisen,
dann sollten Sie sich auch mit ihnen auskennen!
Die
dritte Klasse endlich besteht aus demokratischen Sozialisten, welche auf
demselben Wege wie die Kommunisten einen Teil der in Frage (18)
angegebenen Maßregeln wollen, aber nicht als Übergangsmittel zum
Kommunismus, sondern als Maßregeln, welche hinreichend sind, um das
Elend aufzuheben und die Übel der jetzigen Gesellschaft verschwinden zu
machen. Diese demokratischen Sozialisten sind entweder Proletarier, die
über die Bedingungen der Befreiung ihrer Klasse noch nicht hinreichend
aufgeklärt sind, oder sie sind Repräsentanten der Kleinbürger, einer
Klasse, welche bis zur Erringung der Demokratie und der aus ihr
hervorgehenden sozialistischen Maßregeln in vieler Beziehung dasselbe
Interesse haben wie die Proletarier. Die
Kommunisten werden deshalb in den Momenten der Handlung sich mit diesen
demokratischen Sozialisten zu verständigen und überhaupt mit ihnen für
den Augenblick möglichst gemeinsame Politik zu befolgen haben, sofern
diese Sozialisten nicht in den Dienst der herrschenden Bourgeoisie
treten und die Kommunisten angreifen. Daß diese gemeinsame
Handlungsweise die Diskussion der Differenzen mit ihnen nicht ausschließt,
ist klar.
(Friedrich
Engels: Grundsätze des Kommunismus)
Wenn
diese Voraussetzungen gegeben sind - und genau diese hat auch Genosse
Stefan Engel in seinem Brief (wenn auch mit anderen Worten) benannt -
dann kann man sehr wohl mit PDS, WASG, DKP, aber auch Trotzkisten,
Antifaschisten, Feministen, Ökologisten etc. zusammenarbeiten - eben
um ein bestimmtes Ziel zu erreichen - das heißt nicht, dass man nicht
auch ohne diese Kräfter weiter zur sozialistischen Revolution
maschiert!
Ich
lade Sie herzlich ein an der Diskussion um die Wahlbeteiligung der MLPD
in ihrem neuen Forum alleinig zu diesem Thema teilzunehmen.
Mit
sozialistischen Grüßen:
D.
|
|
Lieber
Genosse Dominik B.,
Vorweg:
Ich bat dich, die Hieroglyphen, die anstelle der deutschen Sonderzeichen
in den Text kamen, zu beseitigen. Das geschah leider nicht. Da ich nicht
die Zeit habe, den Text zu korrigieren, bleiben sie drin.
1.
Polemik
Du
schreibst:
„Ich
habe dich bewusst nicht mit "Genosse" angeschrieben, da ich
deine Polemik gegen den Genossen Stefan Engel für einen Kommunisten unwürdig
und nicht vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus geführt befunden
habe. Du hast den Genossen Stefan verhöhnt, anstatt ihn konstruktiv zu
kritisieren und dich auf eine weitere fundiert-wissenschaftliche
Diskussion einzulassen.“
Ob
die Polemik „für einen
Kommunisten unwürdig“ ist, ist reine Ansichtssache. Ich kenne
eine sehr giftige Polemik, die, was den Angegriffenen betrifft, ihn „verhöhnt, anstatt ihn konstruktiv zu kritisieren“ Sie endete mit
dem politischen Tod des Angegriffenen.
Lese
sie mal, sie ist schon vom Sprachlichen her eine Meisterleistung einer
bitterbösen Polemik, Ihr Titel: „Herrn Eugen Dührings Umwälzung
der Wissenschaft“
und stammt von Friedrich Engels. Was von Herrn Dühring übrig blieb,
war null. Allein die Tatsache, dass Engels seine Polemik gegen ihn
verfasste, bewahrt das Andenken. Erst das Neue Deutschland der PDS holte
in den 90er Jahren Dühring aus der Mottenkiste und stilisierte ihn hoch.
Also
bitte, komme mir nicht mit dem Bannstrahl, ich polemisiere. Auch Lenins
Was tun? und „Der „linke Radikalismus“ und andere Schriften sind
sehr polemisch. Mit diesem Stilmittel führt man sicher den
Angegriffenen vor und macht ihn lächerlich, aber was soll man mit einen
machen, der sich als „Führer“ eine „Partei der Arbeiterklasse“
solch eine Blöße gibt, wie hier Stefan Engel?
2.
Verwischung von Klassengegensätzen im Programm der MLPD
Offen
gesagt, es ist mir eigentlich schnuppe, die politische Praxis der Partei
ist wichtiger. Das Programm aber hat, legt man mal die Nagelprobe an,
stark revisionistische Fehler – trotz des revolutionären Getöses.
So
z.B.: „Die proletarische Einheitsfront wird zustande kommen, wenn in der Wechselbeziehung
von Partei und kämpferischer Frauenbewegung, aktivem Volkswiderstand
und Rebellion der Jugend gleichberechtigte und gemeinsame Kampf- und
Organisationsformen geschaffen werden.“
Wie
bitte? Frauen und Jugend stehen einfach als Teil einer Wechselbeziehung
da? Ich habe aus dem Marxismus-Leninismus gelernt, dass allein das
Proletariat das revolutionäre Subjekt ist, dass proletarische Jugend
und proletarische Frauen ein Teil dieser Bewegung sind.
Klara
Zetkin schreibt:
„Wir
erkennen gar keine besondere Frauenfrage an - wir erkennen keine
besondere Arbeiterinnenfrage an!“
Und
„Die
Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird
ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein.
Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die
Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.“
Das
steht nichts von dieser ominösen „Wechselbeziehung
von Partei und kämpferischer Frauenbewegung“
Es
gibt keine „Einheitsfront“ von Jugend- und Frauenbewegung, beide
sind ein integraler Bestandteil der Kommunistischen Partei und decken
dabei je einen Teilbereich ab. Der Kampf der proletarischen Frau und der
proletarischen Jugend ist ein Teil des Kampfes des Proletariats.
Ist
das nur eine krumme Formulierung? Das MLPD-Programm ist voll davon.
Allein an dieser Stelle habt ihr den Marxismus-Leninismus revidiert. Und
sage nicht, das sei unwichtig. Das, genau das, unterscheidet die
proletarische Frauenbewegung von der bürgerlichen, das unterscheidet
die revolutionäre proletarische Jugendbewegung von den Wandervögeln
und anderen bürgerlichen und kleinbürgerlichen Strömungen in der
Jugendbewegung.
Erich
Weinert, Kommunist und Dichter, spottete über die Wandervögel in seinem
|
GESANG
DER EDELLATSCHER:
Der
Frühling braust; wir ziehen fürbaß
und
zupfen unsere Geigen.
Wir
hüpfen froh ins nasse Gras
und
tanzen unsre Reigen.
Die
Klampfe klirrt im Schritt und Tritt.
Die
Kochgeschirre klirren mit.
Der
Wald ist voll Akustik.
Wir
sind so schrecklich lustig.
Und
sitzen wir am Waldesrand,
dann
schweigen unsre Klampfen,
dann
lassen wir durchs stille Land
die
Hafergrütze dampfen.
Die
Maggisuppe duftet weit
in
Wald und Bergeseinsamkeit.
Wie
lustig schmort die Soße
in
der Konservendose!
Und
ist die Grütze aufgekaut,
dann
wird in blau und rosa,
das
Seelenleben aufgebaut,
teils
lyrisch, teils in Prosa.
Hoch
in den Wolken flieht der Blick.
Wir
ziehen uns aus der Welt zurück
Wir
fühlen uns nicht bürgerlich
und
auch nicht proletarisch.
Wir
wandeln auf dem Himmelsstrich
und
leben literarisch.
Die
schnöde Welt, wir hassen sie.
Nur
abgeklärte Poesie
ist
unsre Seelenspeise.
Wir
sind so schrecklich weise.
Pfui
Klassenkampf! Wie ordinär!
Wir
kennen nicht Tarife.
Der
Reichtum kommt von innen her
aus
unsrer Seelentiefe.
Wer
sich von innen her beschaut
und
Nietzsche liest und Rüben kaut,
was
kümmern den die andern?
Juchhu!
Wir müssen wandern!
|
Die
„Rebellion“ der Wandervögel gegen den Kapitalismus bestand eben in
Betrachtungen von Reichtum in der Seelentiefe und Rüben kauen. Das war
vorgestern, aber denke mal an die Grünen: Biogemüse fressen,
„alternativer“ Anbau, „alternativ“ leben, Körnerfressen, sehr
linksradikal usw. Oder die Veganer, die schon wieder was Faschistisches
an sich haben, Da hast du es wieder. Was draus geworden ist, setze ich
als bekannt voraus.
Oder
die „Rebellion der Jugend“ bei den Punks ist: grüne, blaue und
gelbe Haare, saufen und Drogen. Tolle Rebellion, allerdings keine
proletarische, noch nicht einmal fortschrittlich, sondern kleinbürgerliche
Verweigerung.
Damit
wollt ihr „gleichberechtigte
und gemeinsame Kampf- und Organisationsformen“ bilden?
Gleichberechtigung von proletarischer Bewegung und bürgerlicher/kleinbürgerlicher
in der KP, eine „Partei des ganzen Volkes“ etwa? Es lebe der XX.
Parteitag!
Da
hast du die revisionistischen Pferdefüße im MLPD-Programm. Hier wurde klar der
Klassenstandpunkt verlassen und die Klassenunterschiede im Sinne einer
Klassenversöhnung, zumindest eine Verwischung, postuliert. Du musst nur
alles mal zu Ende denken.
Was
dabei herauskommt, lieber Genosse Dominik B., ist klar: Die
MLPD!
3.
Euer Konstrukt „Selbstorganisation“
Ich
las einen Text der MLPD im Internet. Das steht: „Die
Stunde der Flut ist die Stunde der Selbstorganisation der Massen! Lange
bevor noch irgendein offizieller Vertreter aus Berlin zur Stippvisite an
die Elbe kam, handelten die Massen im Vertrauen auf die eigene Kraft.“
A
ja. Zu was dann noch die Kommunistische Partei? Wenn die
„Selbstorganisationen“ so perfekt funktionieren, wird es sicher
dadurch eine friedliche Überwindung des Kapitalismus geben. Eduard
Bernstein lässt grüßen: „Die Bewegung ist alles, das Ziel
nichts!“
Ich
halte mich da lieber an Lenin:
„Die
Geschichte aller Länder zeugt davon, daß die Arbeiterklasse ausschließlich
aus eigener Kraft. nur ein trade-unionistisches Bewußtsein
hervorzubringen vermag, d.h. die Überzeugung von der Notwendigkeit,
sich in Verbänden zusammenzuschließen, einen Kampf gegen die
Unternehmer zu führen, der Regierung diese oder jene für die Arbeitet
notwendigen Gesetze abzutrotzen u.a.m. Die Lehre des Sozialismus ist
hingegen aus den philosophischen, historischen und ökonomischen
Theorien hervorgegangen, die von den gebildeten Vertretern der
besitzenden Klassen, der Intelligenz, ausgearbeitet wurden.“
Liest
sich das nicht marxistisch-leninistischer, als euer ganzes Bejubeln der
Selbstorganisation, dieses Konstrukt aus Anbetung der Spontaneität,
kleinbürgerlicher Nachbarschaftshilfe und – mit Verlaub – hinterwäldlerischer,
teils faschistoider Elemente. Jedenfalls die „Selbstorganisation
der Massen“ während der Überschwemmungen im Osten. Und prompt
bejubelte man die Bundeswehr, Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias
Platzeck usw. Wollt ihr da nicht auch mitmachen?
Ist
das euer Rezept? Dann allerdings wird mir einiges klar am Brief von
Stefan Engel an den lieben Oskar von der Saar.
4.
Linksbündnis
Du
schreibst:
„In
der PDS und der WASG gibt es durchaus engagierte KollgenInnen mit denen
man gleichberechtigt, solidarisch und konstruktiv zusammenarbeiten kann
- ich weis das von den Montagsdemonstrationen.“
WASG
kenne ich nicht von innen, die PDS umso mehr, war ich doch einige Jahre
Kreisvorsitzender des erfolgreichsten Kreisverbands der PDS im Westen.
Es mag diese „engagierten
KollgenInnen“ in der PDS noch geben, m.E. haben die meisten aber
die Partei längst verlassen. Es blieb - wenn überhaupt - nur ein Bodensatz
davon übrig.
Aber
das ist auch nicht die Frage. Ich bin dafür, bestimmte Aktionen
auf eine sehr breite Basis zu stellen. Ich bezweifle allerdings, ob aus
einer Vermischung von PDS, WASG, Attac, DKP und womöglich MLPD unter
Oskar Lafontaines Führung was Linkes entstehen kann.
Auf dem Altar der
Duldung durch Oskar Lafontaine, Bisky, Gysi und Klaus Ernst die
grundlegenden Widersprüche zu vergessen und zu sagen, „die
allerdings in der jetzigen Situation zur Schaffung einer neuen linken
Opposition zurückgestellt werden müssten.“ halte
ich für einen tiefen rechtsopportunistischen Sündenfall.
Vor
diesem Zusammenschluss auch noch von einer „neuen linken
Opposition“ zu reden, zeugt nicht nur von Dummheit, sondern nährt
Illusionen über das Wesen dieses Zusammenschlusses.
Das
Gebilde aus Lafontaine, PDS und WASG hat wichtige Aufgaben für die
Politik des Kapitals.
Die SPD ist durch das willige Vollstrecken der
Forderungen des Kapitals nach Beseitigung der sozialen Rechte der
Arbeiterklasse, bei dieser schwer in Misskredit geraten. Die SPD kann
ihre Aufgabe im kapitalistischen Staat als Paktiererpartei für das
Kapital nur sehr geschwächt erfüllen.
Es ist ein Vakuum entstanden,
das aufgefüllt werden muss.
Eigentlich wäre es unsere Aufgabe hier
reinzustoßen und den Unmut der Klasse gegen ihre soziale Entrechtung in
Klassenkampf gegen den Kapitalismus zu verwandeln.
Damit
aber das nicht passiert, wird das Vakuum mit einer scheinlinken Partei
aufgefüllt. Die hat nicht die Absicht die Massen für den Kampf gegen
die jetzigen und zukünftigen antisozialen Maßnahmen zu mobilisieren,
sondern die Unzufriedenen zu binden und sie von Aktionen abzuhalten. Vor
allem aber, um sie vor dem Schritt nach links zu bewahren.
Wenn
sich dann in einigen Jahren die SPD erholt hat, kann man alles wieder
auflösen und die SPD nimmt diese Stelle wieder ein.
Engel
aber findet das gar nicht so und nennt das ganze eine neue linke
Opposition. Wenn das kein Revisionismus ist, dann weiß ich nicht, was
dann.
Es
ist absolut unerheblich, dass wir keine revolutionäre Situation haben.
Es kommt darauf an, dass wir Kommunisten in diese Richtung arbeiten und
nicht Illusionen über Paktiererparteien schüren, wie es der Genosse
Engel macht.
5.
Schlussbetrachtung
Eine
Anmerkung über die Richtigkeit der KABD/MLPD-Analyse des
Chruschtschowschen Revisionismus erlasse ich mir. Dazu kannte ich euren
Säulenheiligen aus Solingen zu gut, auch seine Rolle in der KPD/ML und
seine inhaltlichen Positionen. Und ich kenne die Linie der KPD/ML
noch besser, habe ich sie doch bis 1972 in führender Funktion
mitgestaltet. Ich sehe keinen Sinn, mich hier und heute darüber zu äußern.
Bei passender Gelegenheit werde ich mich mal über diese Fragen
auslassen.
Ich
meine, die MLPD ist eine Partei, die sich marxistisch-leninistisch gibt,
tatsächlich aber bereits von wesendlichen Positionen des
Marxismus-Leninismus abgeschworen hat. Ihre praktische Politik ist
rechtsopportunistisch und, wie ich an einigen Beispielen aufgezeigt
habe, ihre Programmatik hat den Marxismus-Leninismus in wichtigen Fragen
revidiert.
Mit
kommunistischen Grüßen
Rotfront
Günter
Ackermann
CLARA ZETKIN: Für
die Befreiung der Frau! Rede auf dem Internationalen Arbeiterkongress zu
Paris (19. Juli 1889)
W.I. Lenin: Was tun? Brennende Fragen unserer
Bewegung, (1902) II Spontaneität der Massen und Bewußtheit der
Sozialdemokratie
|
Lieber
Genosse Günter,
Ich
habe dich bewusst nicht mit "Genosse" angeschrieben, da ich
deine Polemik gegen den Genossen Stefan Engel für einen Kommunisten unwürdig
und nicht vom Standpunkt des Marxismus-Leninismus geführt befunden
habe. Du hast den Genossen Stefan verhöhnt, anstatt ihn konstruktiv zu
kritisieren und dich auf eine weitere fundiert-wissenschaftliche
Diskussion einzulassen. Deine Schlüsse halte ich für undialektisch.
Redet
der nur so daher oder meint er, was er sagt? Man muss doch, wenn man mit
diesen halblinken Leuten zusammengeht, nicht nur das revolutionäre Ziel
der proletarischen Revolution aufgeben, sondern auch Positionen weit
davor. So z.B. dass nur de Massenkampf und Massenwiderstand dem Angriff
des Kapitals auf die politischen und sozialen Rechte der Arbeiterklasse
Einhalt gebieten könn.
Der
Genosse Stefan spricht doch explizit von "strategischen
Differenzen" - was bedeutet das? Das bedeutet, dass die MLPD die
Strategie der sozialistischen Revolution verfolgt, w䨲end
die PDS und die WASG, als so genannte "demokratische
Sozialisten", den reformistischen Weg gehen. Da wir momentan aber
keine revolutionäre Situation haben, kämpfen auch die Kommunisten mit
den Massen um Reformen. Das ist doch die Praxis des Tageskampfes wie sie
von allen Revolutionären seit jeher angewendet wurde. Die MLPD
verbreitet doch keinesfalls die Illusion, diese Reformen bzw. Zugeständnisse
in den Arbeitskämpfen seien eine Selbstverständlichkeit für das
Kapital - ganz im Gegenteil ruft sie doch die KollegenInnen dazu auf
sich betrieblich, überbetrieblich, ja konzernweit über die Grenzen der
Nationen hinweg zusammenzuschließen und den Kapitalisten die Stirn zu
bieten - das ist noch nicht gleichbedeutet mit Revolution, sondern eben
'nur' der Tageskampf in Form von Streiks, Demonstrationen etc. Das ist
die korrekte marxistisch-leninistische Position, wie sie sich als roter
Faden durch die Theorie und Praxis der MLPD und zuvor des KABD zieht!
Aus
dem Programm der MLPD:
Kapitel
F
Der
Weg der Befreiung der Arbeiterklasse
in
Deutschland (Auszge)
1.Die
Eroberung der politischen Macht ist das strategische Ziel des
Klassenkampfs der Arbeiterklasse. Die
MLPD hat die Aufgabe, die entscheidende Mehrheit der Arbeiterklasse für
den Sozialismus zu gewinnen und ihre K䭰fe zu einem umfassenden, gegen das Monopolkapital und seinen Staat als
politisches Herrschaftsinstrument gerichteten Kampf hzuentwickeln.
Dazu macht die Partei eine systematische
und beharrliche Kleinarbeit mit dem Ziel, die Arbeiterklasse ber die
Aktionseinheit in kleinen Fragen zur Einheitsfront in allen wesentlichen
Fragen zusammenzuschlieߥn.
2.Es
ist Pflicht eines jeden Marxisten-Leninisten, in Betrieb und
Gewerkschaft aktiv fr die Vorbereitung und Entfaltung der K䭰fe der Arbeiterklasse um Tagesforderungen zu wirken und sich fr ihre
Weiterentwicklung zum Klassenkampf einzusetzen.
3.Der
Kern der revolution䲥n
Taktik der MLPD besteht darin, den
wirtschaftlichen mit dem politischen Kampf zu verbinden bzw. den
wirtschaftlichen in den politischen Kampf umzuwandeln und den
Klassenkampf auf das sozialistische Ziel hin auszurichten. Dazu
muss die Arbeiterklasse den Weg der Arbeiteroffensive gehen.
4.
Mit der Schaffung der proletarischen
Einheitsfront als Kern organisiert die MLPD den Kampf zum Schutz der natrlichen Umwelt, um die Befreiung der Frau, um die
Verteidigung und Erweiterung der sozialen Errungenschaften, der
brgerlich-demokratischen Rechte und Freiheiten, gegen die Faschisierung
des Staatsapparats und gegen die Militarisierung von Staat und
Gesellschaft. Ebenso muss sie im Kampf breiter Schichten des
Volkes gegen Faschismus, imperialistischen Krieg und Kriegsgefahr die
Fhrung durch die Arbeiterklasse verwirklichen. Die proletarische
Einheitsfront wird zustandekommen, wenn in der Wechselbeziehung
von Partei und k䭰ferischer
Frauenbewegung, aktivem Volkswiderstand und Rebellion der Jugend
gleichberechtigte und gemeinsame Kampf- und Organisationsformen
geschaffen werden.
5.Die
MLPD fhrt einen entschiedenen Kampf gegen Reformismus und Revisionismus
und erzieht die Arbeiterklasse und die anderen werkt䴩gen
Schichten im Geist des wissenschaftlichen Sozialismus.
Insbesondere muss die Partei die Massen systematisch begleiten, damit
sie in jeder wirtschaftlichen und politischen Situation, bei jeder
konkreten Wendung des Klassenkampfs und in allen Lebensfragen mit den
verschiedenen Formen der kleinbrgerlichen Denkweise fertig werden. Nur
so kann die MLPD die Gefahr des ultralinken Sektierertums oder des
Opportunismus in ihrer Kleinarbeit bannen. Die
Hentwicklung
des proletarischen Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse bis zum
sozialistischen Bewusstsein ist das Ergebnis der bewussten Organisierung
der ܢerlegenheit
der proletarischen Denkweise im Kampf gegen die kleinbrgerliche
Denkweise.
In
Kapitel Kapitel H: Kampfprogramm und Prinzipien der Kleinarbeit der MLPD
findest du die Methoden und Losungen der Tageskampfpolitik der MLPD -
nachfolgend nur die Losungen einer positiven Gewerkschaftsarbeit:
Fr
die Gewerkschaften als Kampforganisationen zur Verteidigung und
Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen! Fr eine starke
Einheitsgewerkschaft! Fr die Arbeitereinheit in Ost und West, für
die Einheit von deutschen und ausl䮤ischen
Arbeitern! Fr eine gewerkschaftliche Jugendarbeit zur Frung
der Einheit von Jung und Alt! Fr die Frung
der käferischen Frauenbewegung gegen alle Formen der besonderen
Ausbeutung und Unterdrckung von Frauen! Fr die ܢerparteilichkeit
der Gewerkschaften, fr demokratische, selbst organisierte Strukturen!
Weg mit den Unvereinbarkeitsbeschlssen gegen Antifaschisten und
Marxisten-Leninisten in den Gewerkschaften! Fr die Verbindung
gewerkschaftlicher und selbst䮤iger
K䭰fe!
Fr die Erweiterung der gewerkschaftlichen und politischen Rechte und
Freiheiten! Fr internationale Arbeitersolidarit䴠und
die Einheit der internationalen Gewerkschaftsbewegung! Fr die
Perspektive des Sozialismus als fester Bestandteil der Gewerkschaften!
Ich
kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, inwieweit dies dem
Marxismus-Leninismus zuwiderlaufen soll.
Diese
Leute streben genau das nicht nur nicht an, wirklicher Massenkampf und
widerstand fürchten sie wie der Teufel das Weihwasser. Weiß das euer
Vorsitzender nicht?
In
der PDS und der WASG gibt es durchaus engagierte KollgenInnen mit denen
man gleichberechtig, solidarisch und konstruktiv zusammenarbeiten kann -
ich weis das von den Montagsdemonstrationen. Was die Fhrungen dieser
beiden reformistischen Parteien (die wir auch stets als solche entlarvt
und kritisiert haben - siehe zuletzt die Frage der Wahlempfehlung für
beide in der Roten Fahne vor der Landtagswahl in NRW) angeht, so hat die
MLPD sicher keine Illusionen gehabt. Nur musste man diesen Damen und
Herren, die immer so "links" daherreden, die Chance geben,
ihren Worten Taten folgen zu lassen - dazu h䴴e
es natlich auch des Druckes der jeweiligen Basis bedurft. Ich me
es mit folgenden Sachverhalt vergleichen: Die DKP veranstaltet ja alle 2
Jahre oder so ihr UZ-Pressefest. Dort drfen Parteien und Gruppen wie
etwa der Rote Morgen ihre St䮤e
aufbauen - nur der MLPD wird das seit jeher versagt. Also schreibt die
MLPD-Fhrung einen Brief an die DKP-Fhrung und fordert sie auf, sich mit
uns wissenschaftlich zu streiten, anstatt uns lediglich zu verleumden
bzw. zu zensieren. Dies wurde um das ein oder andere Mal von
DKP-Genossen, die sich ebenfalls fr eine solidarische, wissenschaftliche
Streitkultur einsetzen und die Auseinandersetzung mit der MLPD nicht
scheuen, untersttzt. Sollte die MLPD auf diese Untersttzung verzichten,
nur weil die Genossen Revisionisten sind? Weil sie theoretische und
praktische Fehler haben? Wie sollten sie sich denn jemals zu wirklichen
Kommunisten umerziehen, wenn wir ihnen unsere Hilfe dazu verwehren? Mit
jemanden diskutieren heiߴ
ja gerade alles andere, als seine eigenen Positionen aufgeben und
deswegen ist es die korrekte marxistisch-leninistische Linie immer und
berall prinzipielle Auseinandersetzungen zu fhren - diese hat es auch
schon immer mit der DKP, der PDS, den Trotzkisten, den Anarchisten und
den Sozialdemokraten gegeben - nur darf man nicht jeden, der anders
denkt gleich als Feind behandeln - und so arbeite ich auch mit
Sozialdemokraten, DKPlern, PDSlern, Trotzkisten und Anarchisten im
Tageskampf (Beispiel: Montagsdemos oder antifaschistische K䭰fe)
zusammen - und sage natrlich wie ich die Sache sehe und kann dadurch
unter den Massen fr den M.L. werben - das ist doch Sinn und Zweck der
Sache, neben der Erringung praktischer Ergebnisse im gemeinsamen Kampf
natrlich. Nun haben wir Herrn Bisky die Mchkeit
einger䵭t
endlich konsequent Partei fr die Opfer von Hartz IV zu ergreifen und er
hat sie ausgeschlagen - ist das schlecht? nein, ich finde das ist gar
nicht schlecht, weil es ihn entlarvt - gerade auch vor der PDS-Basis, wo
es aktive Montagsdemonstranten gibt.
Dein
Zitat aus dem Programm hat mich auflachen lassen. Diese Zusammenschlsse
wie Courage, SI, AUF usw. sind doch nur schlecht getarnte Formen der
Arbeit der MLPD.
Dass
du diesen altbackenen antikommunistischen Vorwurf der brgerlichen Medien
aufgreifst, entt䵳cht
mich sehr - es zeigt dein Unverst䮤nis
der Taktik selbstst䮤iger,
berparteilicher Bndnisse und Organisationen als Selbstorganisationen der
Massen, in denen Genossinnen und Genossen gleichberechtigt mitarbeiten
und die sozialistische Perspektive ausziegen, ohne sie den
Bndnispartnern aufzuzeigen - das ist Erziehung zum Klassenbewusstsein
und damit vollkommen konform mit dem M.L.
Wenn
Stefan Engel glaubt, er kann Oskar Lafontaine, die PDS und WASG oder gar
die DKP zu sowas machen, dann jagt ihn zum Teufel, dann hat er
nicht alle Tassen im Schrank
Die
PDS als Selbstorganisation der Massen? - das ist doch absurd - solche
Aussagen sind an den Haaren herbeigezogen. Der Genosse Stefan Engel ist
nur kein Sektierer, das macht ihn nicht gleich zu einem Opportunisten -
als "Marxist-Leninist der ersten Stunde" solltest du das
wissen ;)
Unsere
Ausgangsposition war, dass wir den Verrat der modernen Revisionisten
kritisierten und uns deshalb organisierten. Die MLPD aber kriecht sehr
viel schlimmerer Typen in den Arsch, wie Chruschtschow es war, und
bettelt um Akzeptanz.
Ich
kenne die Linien von KPD/ML (ZK sowie ZB), KPD/AO, KBW und wie sie alle
hieߥn -
ich glaube, niemand hat den Chruschtschow-Revisionismus so tiefgehend
und richtig analysiert und kritisiert wie der KABD bzw. die MLPD! Und
ich sehe nicht, wo wir Lafontaine und Co. in den Arsch kriechen - wir
haben ihm angeboten, uns an einem Linksbndnis zu beteiligen - zu unseren
Konditionen sozusagen. Dazu geh
die geforderte Konsequenz in der HartzIV-Frage und die Aufgabe der
antikommunistischen Hetze gegen die MLPD - das nenn ich prinzipienfeste
Einheit - eine Einheit von Gegens䴺en,
die ohnehin nur taktischer und nicht strategischer Natur gewesen w䲥,
aber da unterscheidest du ja nicht.
Rotfront!
Mit
sozialistischen Grüßen:
Dominik
B. |