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Statement 2004-42
Über
einen verleumderischen Angriff auf Mao Zedong und die gesamte chinesische
Revolution auf Kommunisten-online.de
Auf
der Internetzeitung „Kommunisten-Online“ unter der Redaktion von Günter
Ackermann wurde ein Sudelangriff gegen Mao Zedong und die chinesische
Revolution in ihrer Gesamtheit gestartet, der sich schon in seinen grundsätzlichen
Urteilen als ein erbärmlicher Idealismus und
abwegige Negierung geschichtlicher Tatsachen erweist. Dieser
Beitrag liegt weit außerhalb dessen, was auf kommunistischen Foren als
einfacher Diskussionsbeitrag genommen werden kann. Wer behauptet, daß die
chinesische Revolution, die zusammen mit der sowjetischen Revolution das
größte Ereignis des 20. Jahrhunderts und die vom Umfang her größte
Revolution der Menschheitsgeschichte war, von einem Menschen geführt
worden sein soll, der durch und durch ein Antimarxist war, der redet schon
grundsätzlich ein verkommenes Zeug, das in keiner Weise zur Erklärung
einer solchen bedeutenden Revolution geeignet ist.
Der
Angriff stellt eine zweite Auflage der infamen Hetze der Partei der Arbeit
Albaniens dar. Er verfolgt bestimmte Absichten, die gerade jetzt in der
laufenden Diskussion um die Partei bestimmte spalterische und verhetzende
Auswirkungen haben sollen. Die Partei der Arbeit Albaniens hat diese
Agitation von 1977 an betrieben, nachdem sie zuvor sich in überschlagenden
Lobgesängen ergangen und dann einen Schwenk um 180 Grad vollzogen hatte.
Ihre eigene Entwicklung endete mit ihrer gänzlichen Auflösung um 1990.
Unter
dem Titel „Die Mao Tsetung-Legende – Mao lobt Tito und entschuldigt
sich sogar“ wird ein Generalangriff unter Benutzung von Dokumenten
betrieben, die zumindest noch zu überprüfen sind oder sogar einer augenfällig
zweifelhaften Quelle entstammen. Es fällt auf, daß der abgedruckte
Kommentar Zitate von Henry A. Kissinger benutzt, um angebliche Beweise zu
führen. Was aber Henry A. Kissinger, der sich mit Intrigen gegen die
kommunistische Bewegung befaßt hat, in seinen Memoiren geschrieben hat,
muß noch lange nicht den Tatsachen entsprechen und muß keine
authentische Wiedergabe von bestimmten Äußerungen darstellen. Diese Äußerungen
werden hier aber ganz unkritisch und unkommentiert für bare Münze
genommen.
Der
Angriff beruft sich auf ein Protokoll eines Gesprächs, das Mao Zedong mit
einer Delegation des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens in Beijing
(Peking) im September 1956 führte. Dies wurde den Angaben von “The
Central Press of Historical Documents“ zufolge 1993 in China
herausgegeben. 1993 herrschten in China lange schon die chinesischen
Revisionisten, die seinerzeit in den 70er Jahren verlangten, daß alle
Dokumente von Mao Zedong bei ihnen zentralisiert würden, damit sie die
Gesammelten Werke von Mao Zedong herausgeben könnten, dann aber haben sie
diese Dokumente unter Verschluß gehalten. Über 25 Jahre nach dem Tode
von Mao Zedong gibt es keine akzeptierbare Ausgabe der Mao Zedongschen
Werke aus der Zeit nach 1949, was vor allem darin seinen Grund hat, daß
es für die heutige chinesische Führung unverträglich ist, die Kritik
Mao Zedongs an ihnen selbst zu veröffentlichen. Wenn nun einzelne Gesprächsaufzeichnungen
herausgegeben worden sind, so ist von daher eine gewisse Vorsicht
angebracht und eine kritische Auswertung solcher Quellen angemessen, auch
bezüglich der Übersetzung und Auswahl der Ausdrücke; manchmal werden in
solchen Ausgaben die Akzente falsch gesetzt. Es handelt sich um die
Aufzeichnung eines Gesprächs, das von Mao Zedong mit bestimmten
Vertretern des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens 1956 in einer
bestimmten Situation geführt worden ist. Vorbehaltlich der genannten
Einschränkungen lohnt sich dieses Dokument dennoch auszuwerten und in
einer Reihe von Einzelheiten zu studieren.
Etwas
ganz Anderes stellen die Äußerungen im Anhang dieses Dokumentes auf der
Kommunisten-online-Zeitung dar. Es ist unklar, welcher Herkunft die
„Anmerkung des Übersetzers“ und das „Schlußwort des Übersetzers“
sind. Dieser Übersetzer und Kommentator bleibt unbekannt. Es handelt sich
um antikommunistische, extrem rechte Redereien, die vermutlich von einer
Organisation mit dem anmaßendem Namen „Kommunistische Partei
Deutschlands“, in Wirklichkeit eine Nachfolgegruppe des „Roter
Morgen“, aus Frankfurt stammen. Darin werden neben Kissinger auch solche
Schriften wie „Chruschtschow erinnert sich“ zitiert, die 1971
von dem antikommunistischen Rowohlt-Verlag, Reinbek b. Hamburg,
herausgegeben worden sind. Was
diese daraus zitierten Äußerungen angeht, so kann man sie als schmutzige
Sudeleien abtun, die im Grunde keiner näheren
Behandlung wert sind. Wichtig ist hier nur, daß Günter Ackermann
diese schmutzigen „Dokumente“ ausgräbt und auf der Zeitung
„Kommunisten-online“ als sog. Entlarvung von Mao Zedong präsentiert.
Hier
wird offensichtlich mit dem
Vorsatz der Spaltung gehandelt. Die Frage der Geschichte der
kommunistischen Bewegung wie der sozialistischen Länder und des in ihnen
betriebenen Umsturzes bedarf der genauesten Diskussion, bei der auch sehr
konträre Positionen diskutiert werden müssen. Derartige Publikationen
laufen diesen Bemühungen unbedingt zuwider. Schon seit längerem läßt
sich beobachten, daß bestimmte Kreise aus der früheren revisionistischen
Parteien versuchen, diese Bemühungen durch provokatorische Angriffe zu
unterlaufen. Seit es zu einigen heftigen Diskussionen vor etwa einem
halben Jahr gekommen ist, und sie sich immer wieder mit der Frage
konfrontiert sahen, welche Stellung sie zur kommunistischen Partei Chinas
einnehmen, laufen im Hintergrund einige Beratungen ab, wie man sich dieser
Frage entledigen könne. Dieser jetzige Angriff dürfte gerade aus diesen
Bemühungen resultieren.
Es
zeigt sich hier von Seiten der Politik Günter Ackermanns genau die
gleiche Methodik, mit der auch schon früher der „Roter Morgen“
provokativ gearbeitet hat. Wann immer sich eine notwendige ausführliche
Diskussion über bestimmte Fragen ergibt, fallen sie in der vulgärsten
Form über die Bewegung her, versuchen, durch vulgärstes Geschreibsel die
Diskussion auf ein falsches Gleis zu lenken. Die Zeitung „Roter
Morgen“ war ab 1970 liquidatorisch und zeichnete sich sehr lange durch
einen vollkommen vulgären, provokativen Stil aus, der gewissermaßen die
pseudolinke rechte Ergänzung des DKP-Revisionismus darstellte.
Was
die Politik der Sowjetunion betrifft, so ist es in der Tat notwendig,
insbesondere die sozialchauvinistischen Entgleisungen zu behandeln, was in
der theoretischen Programmatik unserer Organisation bereits berührt wurde
und in umfangreicheren Beiträgen in unmittelbarer Vorbereitung steht.
Nach der Diskussion, die unsere Organisation zu Beginn des Jahres u.a. mit
einzelnen Vertretern der DKP hatte, steht es für uns an, die
komplizierten, aber auch herausfordernden historischen Fragen in aller Gründlichkeit
und Konsequenz zu behandeln.
Hier
wird damit operiert, daß Mao Zedong im Jahre 1956 Vertreter des Bund der
Kommunisten Jugoslawiens empfangen hat und mit diesen einige historische
Erörterungen machte. Später hat die KPCh gerade auch den offen zutage
getretenen pro-US-imperialistischen Kurs von Tito, der in seinem Leben
mehrfach hin und her geschwenkt war, kritisiert.
Wenn Mao Zedong und die KPCh als Ganzes mit dem Bund der
Kommunisten Jugoslawiens im Jahre 1956 eine freundschaftliche
Wiederaufnahme der Beziehungen betrieben, so entsprach das dem
gemeinschaftlichen Willen aller kommunistischen Parteien zu der damaligen
Zeit einschl. der Partei der Arbeit Albaniens. Dies hatte seine Ursachen
u.a. darin, daß die Auseinandersetzung, die die Sowjetunion und das
Kominform im Jahre 1948 gegenüber dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens
unter Tito führten, selbst nicht frei von Sozialchauvinismus in der
Sowjetunion war und in dieser Auseinandersetzung erhebliche Fehler von
seiten des Kominform gemacht worden sind. Es hat sich allerdings gezeigt,
daß trotz des Versuches, den Bund der Kommunisten Jugoslawiens wieder auf
den richtigen Weg zu führen, dieser an den grundsätzlichen Fehlern
festhielt und deswegen auch zurecht verurteilt worden ist. Einen Vorwurf
kann man Mao Zedong daraus grundsätzlich
nicht konstruieren. Die Möglichkeit, durch Zusammenschluß mit einer
Partei bestimmte Kräfte auf den richtigen Weg zu bringen, ist die
richtige Methode und wird die richtige Methode auch bleiben.
Es
ist ferner falsch, wenn auch heute noch, z.B. in den Büchern von Kurt
Gossweiler, der Tito-Revisionismus zum zentralen Kettenglied des modernen
Revisionismus erklärt wird, als wenn der moderne Revisionismus von Tito
und dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens ausginge. Dies ist zur Gänze
falsch. Der moderne Revisionismus hat sein Zentrum im sowjetischen
Revisionismus gehabt, er begann bekanntlich mit dem Browderismus, d.h. vor
dem Tito-Revisionismus, und mit einer falschen Interpretation der
Verbindung der Sowjetunion mit den USA während des Zweiten Weltkrieges,
die den USA-Imperialismus faktisch zur entscheidenden und umfassend
progressiven Macht erklärte. In der Sowjetunion tauchte der moderne
Revisionismus Mitte der fünfziger Jahre
wieder auf und knüpfte dabei an bestimmten historischen Fehlern
der Kommunistischen Partei der Sowjetunion von vor 1953 an. Allerdings
verleugnen wir nicht, daß mit dem XX. und XXII. Parteitag ein
wesentlicher Bruch in der Entwicklung vollzogen worden ist.
Die
Verletzung des proletarischen Internationalismus durch die Politik J.W.
Stalins, die von ihm praktizierten Fehler, die sich verheerend ausgewirkt
haben auf bestimmte Parteien, sind nun einmal Fakt. Ob J.W. Stalin zur Gänze
verantwortlich ist für die Fehler gegenüber der chinesischen Revolution,
oder welchen Anteil Wang Ming gehabt hat, kann man diskutieren, auf jeden
Fall trägt Stalin eine erhebliche Verantwortung und hat die Politik der
Komintern wesentlich beeinflußt. Diese Politik der Komintern aber hat
auch bezüglich der KPD und der schlimmen Niederlage gegenüber dem
Faschismus erhebliche Auswirkungen gehabt. Die Eingriffe der Komintern
unter maßgeblichem Miteinfluß von J.W. Stalin und W. Molotow, die sich
faktisch zugunsten des Nazifaschismus auswirkten, sind ein trübes
Kapitel, das auch bei uns der Behandlung bedarf. Die Einschätzung hat auf
Grund der Erfahrungen sehr gegensätzliche Seiten.
Wenn
Mao Zedong sich gegen die Intervention durch die Kommunistische Partei der
Sowjetunion wehrte, die faktisch zugunsten des Henkers und Schlächters
Tschiang Kai-schek erfolgte, hat er nur rechtens getan. Ob er in anderen
Punkten auch Fehler begangen hat, ist eine ganz andere Frage, in dieser
Frage hat er vollkommen recht. Nur dadurch, daß die KPCh ihre Selbständigkeit
wahrte, ist sie imstande gewesen, Fehler, die von der Sowjetunion gemacht
worden sind, aufzuheben und eine eigenständige Revolution zu vollziehen.
Es entspricht der Hetze des ganzen Agentensumpfes auf der Welt, vom CIA
bis zum BND und bis zu den schmutzigen Renegaten des sowjetischen
Revisionismus, daß sie über diese Politik herziehen.Und nunmehr hat sich
Kommunisten-Online mit der exponierten Herausstellung dieses Beitrages
selbst in die Nähe dieser schmutzigen Kräfte gestellt.
Redaktion
Neue Einheit
27. Juli 2004 |