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Die Kommunistische Partei – die Vorhut der Arbeiterklasse – ein Produkt   der Oktoberrevolution!

Von Redaktion Tribüne für die Wahrheit, Zeitung für Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus (Wien) 9. November 2008

Die Bolschewiki mit Lenin an der Spitze haben eine Partei geschaffen, deren Typus Vorbild für alle anderen kommunistischen und Arbeiterparteien in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution wurde.

Um die kapitalistische Ausbeuterordnung zu stürzen und die wahrhaft menschliche kommunistische Gesellschaft aufzubauen und zu verwirklichen, braucht die Arbeiter- Innenklasse eine organisierende, bewusste politische Vorhut, eine revolutionären Partei, mit der sie diese historische Aufgabe realisieren kann. Das bedeutet, dass die objektiven Voraussetzungen für die Erfüllung der historischen Mission der ArbeiterInnenklasse nicht automatisch zur tatsächlichen Umsetzung dieser Aufgabe führen.

Sozialdemokratische Parteien, deren rechte FührerInnen in vielen Ländern bis heute Regierungsfunktionen ausüben, haben nirgendwo die kapitalistischen Verhältnisse  grundlegend verändert. Die ArbeiterInnenklasse, ausgebeutet, niedergehalten, getäuscht sowie politisch und sozial unterdrückt, kann den Kapitalismus nur besiegen, wenn an ihrer Spitze eine Organisation steht, die über eine wissenschaftliche Theorie von den Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung im allgemeinen, des Kapitalismus und des proletarischen Klassenkampfes im besonderen verfügt.

Marx und Engels haben nachgewiesen, dass sich zunächst nur ein kleiner Teil der ArbeiterInnenklasse die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Sozialismus aneignen kann und aufgrund ihrer theoretischen Einsichten und seiner Organisiertheit in der Partei die Pflicht und das Recht hat, der gesamten Klasse voranzugehen, sie mit proletarischem Klassenbewusstsein zu erfüllen und in den Klassenauseinandersetzungen zu führen. Von diesen Überlegungen ging Lenin aus, als er die in sich geschlossene Lehre von der Partei neuen Typs schuf.

Den Feinden des Sozialismus ist spätestens seit der Oktoberrevolution die zentrale Bedeutung einer revolutionären Partei für die Verwirklichung der historischen Mission des Proletariats bekannt. Schon der Bund der Kommunisten wurde durch die Polizei verfolgt und mit Verbotsprozessen belegt. Man versuchte, die revolutionäre Arbeiterpartei mittels des Kölner Kommunistenprozesses von 1852 und mit dem Bismarckschen Sozialistengesetz zu verleumden und zu vernichten.

Neben diesen offenen Maßnahmen spielte die ideologische Diversion eine große Rolle. Dazu gehörten Bemühungen, den Klassencharakter der Partei zu liquidieren, die Partei als überflüssig oder geradezu schädlich für die sozialistische Bewegung hinzustellen. Marx und Engels haben damals in ihrem berühmten Zirkularbrief von 1879 die Versuche opportunistischer Kräfte zurückgewiesen, die proletarische Klassenpartei in Deutschland durch Umwandlung in eine kleinbürgerliche Reformpartei zu liquidieren. Zu Beginn der Zwanziger Jahre gab die Konterrevolution die auf den Sturz der jungen Sowjetmacht gerichtete demagogische Losung „Sowjets ohne Kommunisten“ aus.

Marx und Engels haben ihre wissenschaftliche Lehre stets als Anleitung für die Praxis aufgefasst. Ihr enger persönlicher Kontakt mit den Führern der deutschen und internationalen Arbeiterklasse, ihre Teilnahme an allen revolutionären Kämpfen ist bekannt. Insbesondere aus dem Verlauf der Kämpfe der Pariser Kommune. Sie haben ihre Vorstellungen stets an den Erfahrungen des Klassenkampfes überprüft, die Erfolge wie auch die Niederlagen der Arbeiterbewegung ausgewertet und die Theorie entsprechend weiterentwickelt, konkretisiert und notfalls auch korrigiert. Die Entstehung und Entwicklung der Auffassungen von Marx und Engels über die Partei muss deshalb in engstem Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung der Arbeiterbewegung und der proletarischen Partei selbst betrachtet werden. Eine neue Qualität erlangte die marxistische Theorie über die proletarische Partei in der Epoche des Imperialismus und zwar durch die in sich geschlossene Lehre Lenins von der Partei neuen Typs.

Aus den neuen, komplizierten Bedingungen für den revolutionären Kampf in der Periode der Ablösung des Kapitalismus der freien Konkurrenz durch den Imperialismus ergab sich die Notwendigkeit einer qualitativen Umgestaltung der Avantgarde des Proletariats.

Das politische Herrschaftssystem der Bourgeoisie hatte sich, gestützt auf die Monopole, konsolidiert und vervollkommnet. Die revolutionäre Arbeiterbewegung standnun einem stärkeren, besser organisierten Gegner gegenüber, der seine Herrschaftsmittel (Repressionsapparat,  Polizeiwillkür – bis zum Faschismus) konzentrierte. Diese Situation stellte qualitativ höhere Anforderungen an die Führung der Partei im proletarischen Klassenkampf. Gleichzeitig verstärkte sich in der Epoche des Imperialismus die ideologische Beeinflussung der Arbeiterklasse durch die bürgerliche Ideologie, die in korrumpierten Schichten der Arbeiterklasse einen besonderen  Nährboden fand und sich in einer opportunistischen Politik äußerte. Der Opportunismus wurde zu einer wichtigen Bedingung für die Aufrechterhaltung der imperialistischen Herrschaft.

Mit seiner Hilfe gelang es der Bourgeoisie,die Arbeiterbewegung zu spalten und zu schwächen, so dass schließlich die Parteien der II. Internationale den revolutionären Weg verließen.

Die Weiterentwicklung der Parteitheorie von Marx und Engels und die daraus folgende Schaffung einer qualitativ neuen Partei war unter diesen Bedingungen eine objektive Notwendigkeit. Entgegen der mechanistischen Theorie von einem automatischen  Zusammenbruch des Kapitalismus arbeitete Lenin die große Bedeutung des subjektiven Faktors  für die Verwirklichung des gesellschaftlichen Fortschritts heraus. Er wies nach, dass es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Bewegung geben kann und dass die Rolle des  Organisators und Führers im proletarischen Klassenkampf nur eine Partei übernehmen kann, die von einer revolutionären Theorie geleitet wird – eine Partei, die sich konsequent mit der Theorie und Politik des Opportunismus auseinandersetzt, deren Organisationssystem auf die unmittelbare Vorbereitung und Durchführung der Revolution ausgerichtet ist und die  demzufolge von ihren Mitgliedern strenge Parteidisziplin und aktive Mitarbeit in ihren Grundorganisationen fordert. Folgerichtig wurde auch das Prinzip des demokratischen Zentralismus eingeführt. Mit der Durchsetzung dieser Prinzipien in der Partei der Bolschewiki  hat Lenin gleichzeitig den Grundtypus einer proletarischen Partei geschaffen, der in seinen  allgemeinen Zügen Vorbild für alle anderen kommunistischen und Arbeiterparteien in der Epoche  des Imperialismus und der proletarischen Revolution wurde. Allerdings ist es dem Imperialismus immer wieder gelungen, Führungskräfte kommunistischer Parteien zu korrumpieren.

Auch die heutigen Revisionisten reden von einem „parteifreien“ Sozialismus, ganz im Sinne  ihrer kapitalistischen Gönner. Durch scheinmarxistische Argumente hofft man, KommunistInnen  eher beeinflussen zu können als durch offen antimarxistisches Vorgehen. Solche „marxistischen Argumente“ werden überwiegend von jenen geliefert, die sich berufsmäßig mit Marx-Engels- und Lenin-Verfälschungen beschäftigen. Verschiedene Marxologen bemühen sich im Zusammenhang  mit der Parteiproblematik, „marxistische Argumente“ gegen die LeninschePartei neuen Typs zu fabrizieren.

Es werden zwei Angriffslinien erkennbar:

1. Die Kontinuität der Parteiauffassung von Marx und Engels bis zu Lenin wird geleugnet, um ideologische Widersprüche zwischen ihren Auffassungen konstruieren zu können.

2. Dem Marxismus wird Vieldeutigkeit unterstellt, damit wurde und wird die Einheit und Geschlossenheit der proletarischen Weltanschauung unterminiert und die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse ideologisch entwaffnet.

Beide Angriffslinien richten sich gegen die Leninsche Partei neuen Typs, da diese die folgerichtige Weiterentwicklung der Parteiauffassung von Marx und Engels unter den Bedingungen des Imperialismus und der proletarischen Revolution darstellt.

Wer sich mit Lenins Lehren beschäftigt hat, der weiß, dass dieser sowohl bei der Weiterentwicklung des Marxismus insgesamt, als auch bei der Weiterentwicklung der Parteitheorie in allen entscheidenden Punkten von Marx und Engels ausgegangen ist.  Er hat ihre Erkenntnisse über die proletarische Partei gegenüber bürgerlichen und kleinbürgerlichen Theorien verteidigt.

Eine Partei neuen Typs ist unverzichtbar

Die Redaktion

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