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Präambel
Die größte Barriere für den weltweiten
gesellschaftlichen Fortschritt stellt die ökonomische, politische und
ideologische Macht des Monopolkapitalismus dar. Die dem Imperialismus eigene
Tendenz zur Barbarei verstärkt sich seit der Niederlage des Sozialismus in
Europa zunehmend. Doch es gibt am Beginn des 21.Jahrhunderts nicht nur die
Dominanz des Imperialismus, sondern auch eine Vielfalt von Gegenkräften in der
Welt, die unterschiedlich wirksam werden. Der epochale Übergang vom
Kapitalismus zum Sozialismus geht weiter. Es gehört zur Offenheit der
Geschichte, dass sich mit der Formierung eines geschichtsmächtigen Subjekts in
längeren historischen Fristen zugleich die Chance für einen neuen
sozialistischen Anlauf ergibt. Die Alternative Sozialismus oder Barbarei
enthält ein historisch noch vorhandenes Zeitfenster, um die unheilbaren
Grundgebrechen der kapitalistischen Gesellschaftsformation aus der Welt zu
schaffen. Der Sozialismus ist und bleibt daher unser programmatisches Ziel.
I. Der entfesselte Kapitalismus in unserer
Zeit
Seit jeher ist der Kapitalismus durch die
Herrschaft des kapitalistischen Eigentums an den Produktionsmitteln, den
Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital, d.h. gesellschaftliche Produktion und
kapitalistische Aneignung des produzierten Mehrwerts durch die
Kapitaleigentümer geprägt. Das bestimmt das Wesen dieser Produktionsweise auch
heute und ist die entscheidende Triebkraft ihrer Entwicklung und Veränderung.
Den Beginn des dritten Jahrtausends erleben wir inmitten einer neuen Etappe der
Entwicklung und globalen Dominanz des kapitalistischen Systems. Worin bestehen
die wichtigsten qualitativen Veränderungen des Kapitalismus unserer Zeit?
Der Kapitalismus unserer Zeit wird
charakterisiert durch eine sich ständig beschleunigende Entwicklung der
gesellschaftlichen Produktivkräfte, deren Kern vor allem drei eng miteinander
verbundene Prozesse bilden:
-
die umfassende Entwicklung und
Anwendung der auf der Mikroelektronik beruhenden Informations-,
Kommunikations- und Steuerungsprozesse in der materiellen und geistigen
Produktion und in den anderen Bereichen gesellschaftlicher Tätigkeit und
Beziehungen.
-
die Entwicklung und Anwendung der
Molekularbiologie, insbesondere der Biogenetik, die es gestattet, auf bisher
nicht gekannte Weise in den Naturprozess, darunter die biologische Existenz
und Entwicklung des Menschen selbst einzugreifen;
-
eine qualitativ neue Stufe des
gesellschaftlichen Verkehrs, der prinzipiell grenzenlos, global geworden ist
und die globale Vernetzung, Kombination und Wechselwirkung der
gesellschaftlichen Arbeit und aller ökonomischen , sozialen und
geistig-kulturellen Prozesse ermöglicht.
Der tiefgreifende Wandel der
Produktivkräfte eröffnet unermessliche Möglichkeiten für den
Menschheitsfortschritt, wird jedoch heute den Verwertungsinteressen des Kapitals
unterworfen.
Infolge der Entwicklung der
Produktivkräfte unterliegen die Wirtschaftsstrukturen und Arbeitsverhältnisse
in der kapitalistischen Welt qualitativen Veränderungen. Sowohl in der
materiellen Produktion als auch in anderen Bereichen gesellschaftlicher
Tätigkeit wird die unmittelbare menschliche Arbeit zunehmend durch die
Anwendung von Wissenschaft und Technik ersetzt. Der wirkliche Reichtum wird
immer weniger abhängig von der Menge der unmittelbar angewendeten Arbeit,
sondern von der Entwicklung und allgemeinen Beherrschung der Wissenschaft und
Technik. Die Steigerung der Produktivität überflügelt das Wachstum der
Produktion und Dienstleistungen. Immer mehr Menschen werden für die
Kapitalverwertung überflüssig. Das "Freisetzen" von Arbeitskräften
ist zu einem entscheidenden Mittel der Profitmaximierung geworden.
Massenarbeitslosigkeit ist fundamentaler, struktureller Bestandteil der
ökonomischen und sozialen Situation der Gesellschaft. An die Stelle eines
primär im nationalstaatlichen Rahmen organisierten Kapitals tritt ein
transnationaler Kapitalismus, gekennzeichnet durch eine neue Stufe der
Konzentration und Zentralisation des Kapitals, in dem das große Kapital
Produktion, Handel, Finanzen und Verkehr entsprechend seinen Profitinteressen
international positioniert, verflechtet und steuert und multinationale Konzerne,
die sich weitgehend nationalstaatlicher Kontrolle entzogen haben, die
Weltwirtschaft bestimmen. Typisch für die neue Entwicklungsstufe des
Kapitalismus sind Megafusionen, die Herausbildung einer Spitzengruppe
transnationaler Konzerne und Stärkung der Wirtschaftsblöcke USA, EU und
Japan/asiatisch-pazifischer Raum.
Das Finanzkapital und die Finanzmärkte
sind zum beherrschenden Faktor des Wirtschaftsgeschehens in den einzelnen
Ländern und in der Weltwirtschaft geworden, wobei sich deren Entwicklung
zunehmend von den realen wirtschaftlichen Prozessen gelöst hat, ihrerseits aber
deren Bewegung bestimmt. Zum Maßstab der Ökonomie wird allein der
shareholder-value, die Rendite der Großaktionäre und der Börsenwert der
Unternehmen auf den internationalen Finanzmärkten. Unproduktives Kapital
flüchtet um die Welt, sichert den Eigentümern riesenhafte Profite und
eröffnet die Möglichkeit, mit privatem fremden Kapital nationale
Volkswirtschaften zu destabilisieren.
Die Polarisierung von Reichtum und Armut
zwischen den kapitalistischen Metropolen und der übrigen Welt verschärft sich
extrem. Die kapitalistischen Metropolen nutzen ihre beherrschende Stellung in
der Weltwirtschaft, ihre industrielle und wissenschaftlich-technische
Überlegenheit zur Ausbeutung der menschlichen und natürlichen Ressourcen der
weniger entwickelten und armen Länder. Sie diktieren diesen niedrige Preise
für Rohstoffe und Produkte und fordern andererseits hohe Preise für eigene
Exportgüter aller Art. Zu Niedrigstlöhnen und -kosten werden durch das Kapital
arbeitsintensive, gesundheitsschädliche und ökologisch gefährliche
Produktionen in den ärmeren Ländern genutzt und/oder in diese verlagert. Die
kapitalistischen Metropolen nehmen die ärmeren Länder in Zinsknechtschaft und
erzwingen maximale Verwertungsbedingungen des transnationalen Kapitals. Die
imperialistische Globalisierung erweist sich als eine neue Form des
Kolonialismus.
Die Orientierung des transnationalen
Kapitals auf maximalen Profit führt zu einem immer gravierenderen Raubbau an
den natürlichen Ressourcen, zur Zerstörung der Umwelt und der natürlichen
Lebensgrundlagen der Menschen, die zunehmend unumkehrbar wird und auf Dauer die
Existenz der Menschen selbst gefährdet. Bereits heute leidet ein großer Teil
der Menschheit an Hunger, verfügt über keine hinreichenden
Trinkwasserressourcen, ist ohnmächtig den durch Klimaveränderungen bedingten
Naturkatastrophen ausgeliefert und wird durch Umweltvergiftungen, Krankheiten
und Seuchen bedroht. Auch in den kapitalistischen Metropolen gefährdet die
kapitalistische Profitwirtschaft auf vielfältige Weise durch Einsatz von
Chemikalien, Pestiziden und Antibiotika, gentechnische Veränderungen bei
Pflanzen und Tieren mit unkontrollierbaren Folgen sowie immer häufiger werdende
Fälle der kriminellen Verseuchung von Lebensmitteln die Gesundheit der Menschen
unmittelbar.
Während in den reichen Ländern der Welt
eine verschwenderische Konsumtion materieller Güter und Ressourcen stattfindet,
die niemals zum Maßstab der Existenz der Menschheit werden kann, ist in den
ärmsten Ländern der Welt bereits heute das bloße physische Überleben der
Völker in akuter Gefahr.
Die Kapitalverwertung durchdringt die
gesamte Lebensweise. Es erfolgt eine rigorose soziale Deregulierung.. Die
sozialen Menschenrechte werden immer gröber verletzt. Immer größere Teile der
Bevölkerung der kapitalistischen Länder werden in sozial ungesicherte
Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne und geringfügige Beschäftigung abgedrängt
oder völlig ihrer sozialen Existenzbedingungen beraubt. Bildung, Kultur,
Gesundheitswesen, Alterssicherung usw. werden abgebaut, privatisiert und den
Prinzipien der Kapitalverwertung unterworfen Die Klassenspaltung der
Gesellschaft in Kapitaleigentümer und lohnabhängige Arbeiter und Angestellte
ist so extrem wie nie zuvor. Zugleich wird die Gesellschaft immer stärker
sozial differenziert, zersplittert und individualisiert. Die zunehmende
Unsicherheit der Arbeitsplätze und die soziale Demontage treffen alle
Lohnabhängigen und Kleineigentümer. Einerseits entsteht auch unter den
Lohnabhängigen eine relativ wohlsituierte Oberschicht, andererseits
vergrößert sich die Schicht dauerhaft sozial Ausgegrenzter, in Armut lebender
Menschen. Soziale Bindungen und solidarisches Verhalten gehen zunehmend
verloren.. Soziale Verunsicherung und Zukunftsangst sind zu einem Grundgefühl
breiter Teile der Bevölkerung geworden.
Der heutige Kapitalismus ist durch eine
weitere Ausprägung der Herrschaft des Großkapitals, der Verknüpfung seiner
auf dem Eigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln beruhenden Dominanz in
der Wirtschaft und der Macht des Staates charakterisiert. Damit einher geht eine
umfassende politische und ideologische Manipulation der Bevölkerung. Diese ist
nur scheinbar in Gestalt der bürgerlichen Parteiendemokratie an der
Entscheidung ihrer Lebensfragen beteiligt, während die wirkliche Macht direkt
oder indirekt durch das große Kapital, Banken und Konzerne und die von ihnen
abhängigen politischen Institutionen und Parteien ausgeübt wird. Das geistige
Leben der Gesellschaft unterliegt umfassend der Beeinflussung durch die
Massenmedien, die vom Kapital und seinen Vertretern beherrscht werden. Mit der
Herausbildung immer mächtigerer privater Medienkonzerne werden heute die
wichtigsten Mittel der öffentlichen Meinungsbildung in der Einheit von
Kapitalverwertung und Ideologieproduktion, gesteuert. Nach wie vor ist der
Antikommunismus wesentlicher Bestandteil des herrschenden Zeitgeistes und
dient vor allem der Diskreditierung aller alternativen sozialistischen
Gesellschaftsvorstellungen. Gestützt durch soziale Verhältnisse, die Politik
und Ideologie der herrschenden Klasse gewinnen Nationalismus und Chauvinismus,
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Neofaschismus an Boden.
Der Sicherung der Herrschaftsverhältnisse
des Kapitals und der Gewährleistung optimaler Bedingungen für die
Kapitalverwertung im internationalen Maßstab dienen supranationale
institutionelle Strukturen, wie das imperialistische Militärbündnis Nato, die
Europäische Union, die Weltbank, der Internationale Währungsfond, die World
Trade Organisation und andere Institutionen und Regularien, die weitestgehend
demokratischer Kontrolle entzogen sind. Die hochentwickelten kapitalistischen
Länder bauen forciert ihr militärisches Machtpotential aus, entwickeln die
Mittel der Massenvernichtung weiter und setzen ihre militärische Macht, falls
die politischen und wirtschaftlichen Druckmittel nicht hinreichen, rigoros zur
Durchsetzung der Interessen des großen Kapitals international unter Bruch des
Völkerrechts ein. Die USA sind zur stärksten Militärmacht der Welt geworden
und beanspruchen – gestützt auf die NATO – unumwunden das Recht der
militärischen Intervention gegen alle Staaten, die sich ihrem
Weltherrschaftsanspruch und ihren Profitinteressen widersetzen. Der
Imperialismus hat seine Erscheinungsformen verändert aber nicht sein Wesen. Die
ihm eigenen Tendenzen zur "Reaktion auf der ganzen Linie" (W.I Lenin)
haben sich verstärkt. Deutschland ist als eines der reichsten kapitalistischen
Länder, als ökonomisch stärkste Macht der Europäischen Union, in die
Prozesse der Entwicklung des transnationalen Kapitalismus fest integriert Das
durch den Anschluss der DDR größer gewordene kapitalistische Deutschland ist
wieder bestrebt, mit seiner ökonomischen und politischen Macht Dominanz
gegenüber anderen Staaten und Völkern auszuüben. In und mittels der
Europäischen Union sollen die Interessen des deutschen Kapitals durchgesetzt
werden. Die alte Strategie der Ostexpansion wird mit neuen Mitteln
revitalisiert. Die Bundesrepublik Deutschlands hat sich mit ihrer Beteiligung
an dem Aggressionskrieg gegen Jugoslawien in die von den USA dominierte
imperialistische Kriegspolitik eingeordnet. Dem dienen die neue, auf die
Sicherung globaler Optionen abzielende Militärdoktrin und der forcierte Aufbau
von Interventionsstreitkräften.
Die "Zwänge der Globalisierung"
werden als Druckmittel genutzt, um unter dem Vorwand der
"Standortsicherung", durch Sozialabbau auf Kosten der Bevölkerung die
Bedingungen der Kapitalverwertung zu maximieren. Nach Wegfall des
Systemgegensatzes sollen die in Jahrzehnten im Klassenkampf errungenen sozialen
und politischen Rechte und Positionen der Arbeiter und Angestellten systematisch
zugunsten des großen Kapitals eliminiert werden. Dabei dient Ostdeutschland,
das im Ergebnis der kapitalistischen Restauration und der Deindustrialisierung
zu einem der ärmsten Gebiete der Europäischen Union geworden und zu
selbsttragender wirtschaftlicher Entwicklung nicht fähig ist, als
Experimentierfeld für die soziale Deregulation im Interesse maximaler
Kapitalverwertung in ganz Deutschland. Infolge der Schwäche der Gewerkschaften
und überhaupt der Gegenkräfte sowie dem Wegfall der sozialistischen
Alternative ist die Situation in Deutschland von einer außerordentlichen
politischen Hegemonie des Kapitals geprägt. Der sozialstaatliche
Klassenkompromiss der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre ist
aufgekündigt. Der Staat zeigt sich deutlicher als je zuvor als Machtinstrument
des Großkapitals zur Sicherung der Verwertungsbedingungen des großen Kapitals
und seiner Herrschaft.
Der Kapitalismus ist auch heute weder
sozial noch friedfertig. Im Gegenteil. Unausweichlich bringt er ständig neue
Krisen hervor: ökonomische, soziale, ökologische, kulturelle und politische
Systemkrisen. Die Grundgebrechen der kapitalistischen Gesellschaftsformation
sind unheilbar. Den Kapitalismus aus der Welt zu schaffen "ist heute
überhaupt die einzige Rettung für den Bestand der Menschheit." (Rosa
Luxemburg)
II. Der Sozialismus ist unser
programmatisches Fernziel
Wir sind in einer sich verändernden Welt
für ein sozialistisches Deutschland in einem neuen Europa. Wir wissen, dass ein
sozialistischer Anlauf in Deutschland und den anderen kapitalistischen
Metropolen noch nicht in Sicht ist. Sozialismus als historisch-gesellschaftliche
Alternative zum realen Kapitalismus ist nur im Zusammenhang mit Veränderungen
des Kräfteverhältnisses in der Welt und in internationalen Dimensionen
denkbar. Und: Ohne geschichtsmächtige Subjekte gibt es keine sozialistische
Alternative. Von ihrer Formierung und ihrem Handeln für den gesellschaftlichen
Fortschritt hängt der Fortgang des epochalen Übergangs vom Kapitalismus zum
Sozialismus ab. Grundlegende Veränderungen der Gesellschaft, die über den
Kapitalismus hinaus führen, um ihn zu beseitigen, müssen sich auf breite
Zustimmung stützen. Im Wege praktischer Erfolge im Kampf gegen die dem
Kapitalismus eigenen systemimmanenten Schranken für Freiheit, soziale
Gerechtigkeit und Gleichheit, Solidarität und Brüderlichkeit, für die
Aufhebung patriarchalischer Verhältnisse und die Gleichstellung der
Geschlechter, für die Verwirklichung der Menschenrechte, für die Erhaltung der
Natur und des Friedens können sich die progressiven sozialen Kräfte durch
eigene Erfahrungen davon überzeugen, dass Systemreparaturen nicht genügen,
sondern die Aufhebung dieses Systems selbst, der Bruch mit den kapitalistischen
Macht- und Eigentumsverhältnissen und die Errichtung einer sozialistischen
Gesellschaftsordnung notwendig sind. Dabei sind die zivilisatorischen
Errungenschaften der Menschheitsgeschichte zu bewahren und fortzuführen. Über
die Wege und Formen des Sozialismus werden jene sozialen und politischen Kräfte
selbst entscheiden, die hierfür kämpfen.
Der Sozialismus ist kein Ideal, keine
Utopie und auch keine Vision. Er ist vielmehr mit dem Fortschreiten "von
der Utopie zur Wissenschaft" (F. Engels) mit dem marxistischen Anspruch auf
wissenschaftliche Zukunftserhellung verbunden - der kein Anspruch auf absolute
Wahrheit ist. Der wissenschaftliche Sozialismus unserer Zeit leitet die
Unvermeidlichkeit der Umwandlung der kapitalistischen Gesellschaft in die
sozialistische aus den dem Imperialismus eigenen Widersprüchen und ihrer
Lösung ab. Mit einer neuen Produktionsweise auf der Basis der modernen
Produktivkräfte und dem damit verbundenen rasanten Wachsen der
Vergesellschaftung der Produktion und der Arbeit bilden sich im Schoße des
modernen Kapitalismus mit ständig zunehmender Geschwindigkeit wesentliche
Elemente einer sozialistischen Zukunft heraus. Die "sozialistische
Welt" existiert bereits in "alter kapitalistischer Form" als eine
gewaltige, nur bisher ungenutzte Potenz. Auch deshalb kann der europäische
"reale Sozialismus", der als Frühsozialismus einerseits die
kapitalistische Ausbeutung und dadurch bedingte Grundgebrechen des Kapitalismus
beseitigte, andererseits aber wesentliche Grundanliegen sozialistischer
Gesellschaftsentwicklung nicht lösen konnte, nicht als Matrize eines künftigen
Sozialismus gelten. Obwohl er als positives wie negatives
"Erfahrungsobjekt" für eine sozialistische Neuorganisation der
Gesellschaft fungieren wird, ist ein künftiger moderner Sozialismus weder
logisch noch historisch seine Fortsetzung. Ein geschlossenes,
allgemeinverbindliches Modell des Sozialismus wird es nicht geben. Die künftige
sozialistische Gesellschaft wird ein offenes und variantenreiches Projekt sein.
In Zukunft wird es verschiedene "Sozialismen" geben, die universell
ein menschengemäßes Leben aller Menschen sowie die Versöhnung der Menschheit
mit der Natur und mit sich selber ermöglichen. Der Sozialismus ist nicht das
Paradies auf Erden. Es bleiben gesellschaftliche Widersprüche und persönliche
Konflikte. Aber er befreit die Menschheit von den Geißeln der
Ausbeutervergangenheit: er überwindet alle Verhältnisse, in denen der Mensch
ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes Wesen ist; er befreit die
Menschen von Ausbeutung, von Unterdrückung und Armut, von Krisen, von
Umweltzerstörung und von Kriegen und so von der Gefahr des Untergangs der
menschlichen Zivilisation. Sozialistische Gesellschaftsgestaltung ist nicht auf
die Lösung des Klassenwiderspruchs zwischen Kapital und Arbeit beschränkt; sie
muss zugleich die gesamten von der Ausbeuterzivilisation hervorgebrachten
antagonistischen Widersprüche lösen.
Die historische Funktion des Sozialismus
ist es, die Übereinstimmung von Mensch und Natur ein und für alle mal
herzustellen und damit den Weg der Selbstvernichtung der Menschheit zu beenden.
Die Emanzipation des Menschen ist das Ziel des Sozialismus. Denn erst hier
erhält er die Chance, mit dem zu beginnen, was das Ziel des Lebens ist:
wirkliche Freiheit. Der Sozialismus ist eine Bedingung dieser menschlichen
Freiheit. Der Sieg über die Armut ist hierfür Grundvoraussetzung - aber
zugleich verlangt dies die eindeutige Absage an eine maximale Produktion und
Konsumtion als oberste Ziele der Gesellschaft.
Demokratie und Menschenrechte sind
objektive Existenzbedingungen des Sozialismus. Das Recht auf Beschäftigung
(Arbeit), das Recht auf Eigentum, das Recht auf Selbstverwaltung, auf
Gesetzlichkeit und Rechtssicherheit , das Recht auf Schutz des Lebens sowie
seine Entfaltung nach den Prinzipien des Humanismus und der sozialen Gleichheit,
zu denen auch die Selbstbestimmung der Frau und Gleichstellung der Geschlechter
gehören, und viele andere soziale Menschenrechte werden sozialistische
Realität. Das grundlegende sozialistische Menschenrecht ist das Recht auf
Selbstverwirklichung, da es der Persönlichkeit ein wirklich menschliches Leben
ermöglicht. Die sozialistische Demokratie ist ein neuer Demokratietyp, der als
Demokratie für das Volk zugleich dessen Herrschaft durch den sozialistischen
Staat realisiert. Dieser Sozialismus wird als Erbe die zivilisatorischen
Errungenschaften bisheriger Menschheitsentwicklung auf politischem, staatlichem
und rechtlichem Gebiet auf höherer humanistischer Stufe fortsetzen. Er wird
alles Progressive und Vernünftige der Zivilisation und Kultur fortführen, das
mithilft, in welthistorischer Perspektive der Menschheit den Weg zu neuen
kommunistischen Ufern zu bahnen.
Die Aufhebung des kapitalistischen
Eigentums an den Produktionsmitteln ist die entscheidende Grundvoraussetzung, um
den Sozialismus aufzubauen. Es muss nicht bloß in Verfügungs- sondern auch in
Eigentumsverhältnisse eingegriffen werden, um die ökonomischen Gesetze des
Kapitals außer Kraft zu setzen.
Der Sozialismus ist durch eine solche
Vergemeinschaftlichung großer Produktionsmittel gekennzeichnet, bei der
Eigentum und Verfügung in den Händen der assoziierten Produzenten liegen.
Dadurch wird es möglich, die Produktion real zu vergesellschaften, die
gesellschaftlichen Grundbereiche zu planen, langfristig die Produktionsweise bei
Dominanz des gesellschaftlichen Eigentums an den entscheidenden
Produktionsmitteln und Existenz von Genossenschaften und anderen Eigentumsformen
zu gestalten sowie die kapitalistische Warenproduktion in eine sozialistische
Produktion umzuwandeln. Es ist der Weg, wonach an "die Stelle der alten
bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen... eine
Assoziation (tritt), worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für
die freie Entfaltung aller ist." (K. Marx/ F. Engels) Das Individuum wird
im Sozialismus nicht verwaltet, sondern ist selbst aktiv gestaltendes Glied des
Ganzen. Als Werk von Generationen findet dies seine volle Ausformung im
kommunistischen Gesellschaftszustand - als der künftigen Existenzform der
menschlichen Gesellschaft, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung
des Menschen ist. In unserer Situation zeigt sich der schwierige Weg in eine
nichtkapitalistische Gesellschaft zunächst als Bewegung für den Sozialismus -
als eine Kampfansage an das große kapitalistische Eigentum. Sie verlangt
radikaldemokratische Reformen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, die
historisch langfristig an den Übergang zum Sozialismus heranführen und ihn
einleiten.
Ihre Eckpunkte sind: die grundlegende
Demokratisierung der Gesellschaft; ein Optimum an ökologischer Nachhaltigkeit;
eine bestmögliche Menschenrechtsverwirklichung; Eingriffe in das
monopolkapitalistische Eigentum und auf dieser Grundlage die Umformung der
kapitalistischen Produktionsweise. Im Maße des Voranschreitens solcher
radikaldemokratischer Reformen werden soziale Gerechtigkeit und Gleichheit
gefördert, die als sozialistische Werte auf eine nichtkapitalistische Zukunft
verweisen. Dabei werden auch Momente eines künftigen Sozialismus offengelegt.
In dieses Herangehen, das nicht bezweckt, den Kapitalismus reformistisch zu
"gestalten", sondern ihn zu überwinden, ordnen sich gemäß den
heutigen konkreten Umständen historisch mittelfristig Wege und Ziele eines
antikapitalistischen Reformkampfes ein. Dabei ist es als Lebenselixier linker
Reformpolitik unabdingbar, das im Grundgesetz proklamierte Sozialstaatsprinzip,
die der herrschenden Klasse abgerungenen sozialen Rechte zu verteidigen und um
soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Nur so können breite Volksschichten für
konsequente demokratische Reformen im Kapitalismus und für den Weg zum
Sozialismus gewonnen werden.
III. Unsere Forderungen
Ausgehend von den heute in der Welt, in
Europa und der BRD gegebenen gesellschaftlichen Verhältnissen kämpfen wir
gemeinsam mit allen dazu bereiten Kräften zur Wahrnehmung der unmittelbaren und
Zukunftsinteressen aller arbeitenden Menschen, aller Bürger für alternative
Entwicklungswege. Für den Schutz der Rechte der Arbeiter und Angestellten und
demokratische Mitbestimmung.
-
Senkung der Arbeitszeit auf 32
Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. Gesetzliche Begrenzung der
Möglichkeit von Überstunden. Einführung eines breiten öffentlichen
Beschäftigungssektors.
-
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, für
Männer und Frauen, in Ost und West. Tarifbindung und gesetzliche
Festschreibung von Mindestlöhnen für alle Unternehmen in allen
Wirtschaftsbranchen.
-
Gesetzliche Ausbildungspflicht für
alle Unternehmen und Einführung einer Zwangsabgabe bei Nichtbefolgung in
Höhe der Ausbildungskosten. Bezahlte berufliche Weiterbildung der
Beschäftigten durch die Unternehmen.
-
Sicherung der Tarifautonomie der
Gewerkschaften und ihres Öffentlichkeitsanspruchs gegenüber sogenannten
Geschäftsgeheimnissen der Unternehmen. Verteidigung der
Flächentarifverträge. Uneingeschränktes Streikrecht für alle abhängig
Beschäftigten. Verbot der Aussperrung.
-
Ausweitung der paritätischen
Mitbestimmung der Beschäftigten auf alle Fragen der Unternehmensführung.
Sicherung umfassender Kontrollrechte der Betriebs- und Personalräte sowie
der Gewerkschaften. Gesetzliche Pflicht zur Bildung von Betriebsräten in
allen Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten und zur Schaffung von
Gesamtbetriebsräten in allen nationalen und transnationalen Konzernen.
Für mehr soziale Gerechtigkeit
-
Wiedereinführung des früheren
Spitzensteuersatzes für Unternehmensgewinne und Privateinkommen sowie der
Vermögenssteuer. Einheitliche und strikte Begrenzung möglicher
Steuerabschreibungen. Stopp der weiteren Umverteilung von unten nach oben, der
Erosion der Steuereinnahmen des Staates und der damit verbundenen
Finanzierbarkeit staatlicher Ausgaben auf sozialem und kulturellen Gebiet.
Senkung der Mehrwertsteuer auf alle Güter des notwendigen Lebensunterhalts,
auf Dienstleistungen von Handwerk und Kleingewerbe und Einführung einer
erhöhten Mehrwertsteuer für Luxusgüter.
-
Einbeziehung aller sozialen Gruppen und
Einkommensarten in das System der solidarischen gesetzlichen Renten- und
Krankenversicherung bei gleichzeitiger Begrenzung der Höchstbezüge.
Paritätische Beteiligung der Unternehmen an den Sozialversicherungen gemessen
an ihrem Gewinn.
-
Abschaffung der zusätzlichen
Rentenkürzungen bei Rentenbeginn mit 60 Lebensjahren. Aufhebung der
rentenrechtlichen Benachteiligung der Frauen, insbesondere bei
Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug. Abschaffung der Rentenungleichheit
zwischen Ost- und Westdeutschland und jeglicher Strafberentung.
-
Gewährleistung einer nicht durch
kommerzielle Interessen eingeschränkten Gesundheitsversorgung als
öffentlicher Dienst, auf den jeder Bürger in gleicher Weise Anspruch hat.
-
Gesetzliche, am gesellschaftlichen
Durchschnittseinkommen orientierte soziale Grundsicherung einschließlich
Wohnung für alle Bürger. Begrenzung möglicher jährlicher Mieterhöhungen
auf die allgemeine Inflationsrate. Sanierung statt Abriss des vorhandenen
Wohnungsbestandes.
-
Umverteilung der staatlichen
Steuereinnahmen zugunsten der Kommunen zur Finanzierung infrastruktureller,
sozialer und kultureller Aufgaben und zumutbarer Tarife für kommunale
Dienstleistungen. Befreiung der Kommunen von finanziellen Lasten, die als
allgemeine Kosten der Gesellschaft vom Bund getragen werden müssen.
Entlastung der ostdeutschen Kommunen von sogenannten Altschulden.
-
Schaffung eines Schulsystems, das allen
Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen zum Wissenserwerb garantiert
Unentgeltliche Schulbildung einschließlich der Versorgung mit den
erforderlichen Unterrichtsmaterialien. Keine Studiengebühren an
Universitäten und Hochschulen. Freier unentgeltlicher Zugang aller Schüler,
Studenten und Auszubildenden zu wissenschaftlichen Erkenntnissen mittels
modernster Kommunikationsmittel.
-
Erhöhung des Kindergeldes auf ein
existenzsicherndes Niveau. Gewährleistung einer unentgeltlichen
gesellschaftlichen Betreuung der Kinder in Kinderkrippen, Kindergärten,
Ganztagsschulen und Schulhorten.
-
Staatliche Finanzierung hinreichender
Möglichkeiten der kulturellen Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen
sowie ihrer sportlichen Betätigung.
-
Ausbau der kulturellen Infrastruktur.
Verhinderung des weiteren Abbaus kultureller Einrichtungen. Sicherung
erschwinglicher Preise, die allen Bevölkerungsschichten den Zugang zu
Kultureinrichtungen und Kulturschätzen ermöglichen.
Für die Einschränkung der Macht der
Konzerne und Großbanken
-
Überführung des Vermögens der
Rüstungskonzerne in Gemeineigentum. Anwendung der Artikel 14 und 15 des
Grundgesetzes und analoger Bestimmungen der Landesverfassungen
-
Aufhebung der kommerziellen
Privatisierung auf den Gebieten: Bahn, öffentlicher Nahverkehr, Post,
Telekommunikation, Energie- und Wärmeversorgung, Wasser- und
Abwasserwirtschaft, Kranken- Alten- und Kinderbetreuung. Generelle
Überführung in öffentliches und gemeinnütziges Eigentum.
-
Entflechtung der profitorientierten
Konzerne von Presse, Rundfunk, Fernsehen und Film. Abkoppelung der
Medienunternehmen vom Profitstreben. Gesetzlich abgesichertes Mitbestimmungs-
und Kontrollrecht von Organisationen der Interessenvertretung der Bürger in
den Aufsichtsorganen der öffentlich-rechtlichen, gemeinnützigen und privaten
Medienunternehmen.
-
Präzisierung der Steuergesetzgebung und
Durchsetzung einer effektiven Steuerfahndung, um die Gewinnverschleierung und
Steuerminimierung durch Großbanken, Konzerne und Versicherungen zu
verhindern. Progressive Besteuerung der Gewinne von Unternehmen und aller
Gewinne aus Aktienbesitz. Schutz des Kleinaktienbesitzes vor
Börsenspekulanten. Staatliche Kontrolle der Finanzmärkte und Besteuerung des
Kapitalexports .
-
Umwandlung staatlicher Subventionen für
Großunternehmen zur Schaffung bzw. Erhaltung von Arbeitsplätzen und zur.
Förderung wissenschaftlich-technischer Forschung und Entwicklung in
Beteiligungen der öffentlichen Hand an den Unternehmen.
-
Planung staatlicher Investitionen auf
Bundes-, Landes und kommunaler Ebene unter Kontrolle der Öffentlichkeit.
Besondere Förderung von Wissenschaft und Forschung und Sicherung ihrer
Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber den Profitinteressen des großen
Kapitals.
-
Regionale Strukturpolitik zur Förderung
regionaler Wirtschaftskreisläufe, besonders im Osten Deutschlands, auf der
Grundlage öffentlicher, kleiner und mittlerer Unternehmen. Staatliche
Förderung der vom Profitinteresse freien genossenschaftlichen
Zusammenschlüsse in Stadt und Land. Verteidigung der Ergebnisse der
demokratischen Bodenreform in Ostdeutschland.
Für den Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen und der Gesundheit der Menschen
-
Einführung einer strengen Gesetzgebung
zur Vermeidung von Umweltschäden. Verbot aller die Gesundheit der Menschen
und die Umwelt bedrohenden Produktionen und Erzeugnisse. Vollständige Haftung
der Verursacher für alle Folgeschäden. Ergänzung der staatlichen Kontrolle
durch gesicherte Kontroll- und Einspruchsrechte von Interessenvertretungen der
Bürger, der Gewerkschaften, Umweltorganisationen und
Verbraucherschutzverbände.
-
Strenge staatliche Kontrolle der
Entwicklung und Anwendung der Biogenetik. Verbot aller Anwendungen, die die
Tier- und Pflanzenwelt, die Gesundheit der Menschen sowie den
Persönlichkeitsschutz der Bürger gefährden.
-
Planmäßige Förderung des ökologischen
Umbaus in Industrie und Landwirtschaft Beschleunigung des Ausstiegs aus der
Kernenergie und der Umstellung der Energiewirtschaft auf regenerative
Energiequellen. E
-
inschränkung des Güterfernverkehrs auf
der Strasse und dessen Verlagerung auf die Schiene. Ausbau des regionalen und
interregionalen Personenverkehrs mit der Bundesbahn.. Ausweitung der Nutzung
des öffentlichen Personennahverkehrs durch dem dienende Tarife. Beschränkung
des Binnenflugverkehrs für Personen auf absolut erforderliche
Anschlussverbindungen
Für den Schutz der Bürgerrechte
-
Verhinderung aller Bestrebungen, die im
Grundgesetz verankerten Rechte der Bürger einzuschränken und abzubauen.
Ausbau der verfassungsmäßigen sozialen Grundrechte. Aufhebung der
Notstandsgesetzgebung, der Legalisierung von Lauschangriffen und aller anderen
die Persönlichkeitsrechte der Bürger einschränkenden Praktiken. Auflösung
aller Geheimdienste und der Gauck-Behörde.
-
Entschiedener Kampf gegen alle
Erscheinungsformen und die sozialen, politischen und ideologischen Ursachen
von Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.
Verbot aller faschistischen Parteien und Organisationen, ihrer medialen
Einrichtungen und Erzeugnisse sowie ihrer öffentlichen Auftritte.
Verschärfung der entsprechenden Strafgesetze und deren Umsetzung in jedem
Fall ohne zeitliche Verzögerung.
-
Gewährleistung humanistischer,
antimilitaristischer und antifaschistischer Erziehungs- und Bildungsinhalte an
allen staatlichen Bildungseinrichtungen, die der Jugend von Anbeginn die
Überzeugung von der unantastbaren Würde jedes Menschen, von der Freiheit
jedes Menschen in solidarischer Gemeinschaft aller vermitteln.
-
Maximale Förderung behinderter Menschen
und ihre umfassende Integration in allen Bereichen des gesellschaftlichen
Lebens.
-
Wiederherstellung des vollen Asylrechts.
Aufhebung des Arbeitsverbots und der Sachversorgung für Asylbewerber.
Abschaffung der Abschiebehaft. Abschaffung des Ausländergesetzes und daraus
abgeleiteter Verordnungen. Aufhebung jeglicher ethnisch begründeter
Regelungen des Staatsbürgerschaftsrechts.
-
Schaffung eines
Anti-Diskriminierungsgesetzes, das allen in Deutschland lebenden Menschen,
unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Identität, ihrer ethnischen
Herkunft und anderer Unterschiede die gleichen politischen und sozialen
Grundrechte gewährleistet.
Für die Demokratisierung des politischen
Systems
-
Einführung von praktikablen Formen der
Volksgesetzgebung (Volksinitiative,Volksbegehren, Volksentscheid) auf Bundes-,
Landes- und kommunaler Ebene
-
Direkte Wahl der Richter auf allen Ebenen
unmittelbar durch die Bevölkerung. Herstellung gleicher Rechtsverhältnisse
für Bürger der alten und neuen Bundesländer.
-
Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre und
des Alters der Wählbarkeit auf 18 Jahre. Abschaffung der
Fünfprozent-Sperrklausel sowie des anonymen Listenwahlrechts für Parteien
und Gewährleistung des Verhältniswahlrechts entsprechend den durch die
Kandidaten bei direkter Wahl erzielten Wählerstimmen.
-
Begrenzung der Wählbarkeit in allen
Volksvertretungen und der Ämter von Ministern und Staatssekretären auf zwei
Legislaturperioden.
-
Öffentlich kontrollierte Festlegung der
Diäten der Bundestags- und Landtagsabgeordneten in Relation zu den tariflich
fixierten Einkommen qualifizierter abhängig Beschäftigter und ihre
jährliche Steigerung gemäß der Erhöhung der Sozialfürsorgesätze.
Gesetzliche Begrenzung und unbedingte Offenlegung aller Nebentätigkeiten von
Abgeordneten sowie dadurch erzielter Einkünfte. Beseitigung der
privilegierten Übergangsgelder und Pensionsansprüche und Gestaltung der
letzteren gemäß den allgemeinen Regeln der gesetzlichen Rentenversicherung.
-
Abschaffung der gegenwärtigen Form der
staatlichen Parteienfinanzierung aus Steuermitteln einschließlich der
Finanzierung parteinaher Stiftungen. Verbot der Spendenfinanzierung von
Parteien durch Wirtschaftsunternehmen jeglicher Art. Beschränkung der
Spendenhöhe von Privatpersonen an Parteien auf 1000,- DM jährlich.
-
Unterbindung jeglicher Einflussnahme der
Konzerne und Großbanken auf Staatsapparat und Parlamente. Strenge
strafrechtliche Verfolgung aller Formen direkter und indirekter Korruption,
einschließlich des Kaufs politischer Macht seitens der Konzerne und
Großbanken.
-
Konsequente Trennung von Staat und Kirche
und anderen religiösen Gemeinschaften. Abschaffung der staatlich
einzuziehenden Kirchensteuer und der Subventionierung kirchlicher Apparate und
Institutionen aus dem Staatshaushalt, soweit letztere nicht ausschließlich
karitativen Zwecken dienen..
-
Ausarbeitung einer Verfassung, die die
politischen und sozialen Grundrechte erweitert und dem ganzen Volk zur
Diskussion und Abstimmung vorgelegt wird.
Für die Sicherung des Friedens
-
Vollständiges Verbot der Entwicklung,
Produktion und Lagerung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen.
Entwicklungs- und Produktionsstop für neue Waffensysteme. Generelles Verbot
von Rüstungsexporten.
-
Reduzierung der Streitkräfte und
Abrüstung. Abschaffung der Krisenreaktionsstreitkräfte. Aufhebung der
Wehrpflicht und aller anderen Zwangsdienste in Vorbereitung der schließlichen
Auflösung der Bundeswehr. Keine Bewaffnung des Staates durch eine
Berufsarmee.
-
Verbot des Einsatzes der Bundeswehr
außerhalb der Grenzen der BRD und bei inneren Konflikten. Keine
Unterstützung von UN-Militäreinsätzen.
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Keine Osterweiterung, sondern Auflösung
des imperialistischen Militärbündnisses Nato. Verhinderung der
Militarisierung der Europäischen Union und des Aufbaus eigenständiger
Interventionsstreitkräfte. Schaffung eines kollektiven Europäischen
Sicherheitssystems auf der Grundlage der OSZE.
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Auflösung der Militärstützpunkte der
USA in Europa. Abschaffung aller Atomwaffen in Europa.
Für ein demokratisches Europa und
eine gerechte Weltwirtschaftsordnung
-
Beseitigung der undemokratischen
Verfasstheit der Europäischen Union, Aufhebung der entsprechenden Strukturen
und Beschlüsse von Maastricht und Amsterdam. - Volle Rechenschaftspflicht
aller Exekutivorgane und Institutionen der Europäischen Union gegenüber
einem demokratisch gewählten Europaparlament. Stärkung der
Entscheidungsmöglichkeiten der nationalen Parlamente, der regionalen und
kommunalen Volksvertretungen.
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Öffnung der Europäischen Union für
alle Völker Europas. Aufnahme einer Charta der persönlichen, politischen und
sozialen Grundrechte der Bürger auf der Grundlage der Vorschläge der
Interessenvertretungen der Bürger in die Verträge der Europäischen Union
bei Rechtsverbindlichkeit für alle Mitgliedsstaaten. Durchführung eines
europaweiten Beschäftigungsprogramms. Verbindliche Regelung der sozialen
Mindeststandards auf dem Niveau der Gesetzgebung der fortgeschrittensten
Länder.
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Genereller Schuldenerlass zugunsten der
armen Länder. Europäische Vereinbarung zu wirksamer Entwicklungshilfe.
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Generelles Verbot der Realisierung oder
der Beteiligung von deutschen Unternehmen an industriellen oder sonstigen
Projekten in anderen Ländern, die die Gesundheit der Bevölkerung und die
natürliche Umwelt gefährden.
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Unterstützung der Forderungen des Forums
von Sao Paulo. Beseitigung aller Wirtschaftsblockaden und -restriktionen und
Beendigung der Diktatpolitik von IWF und Weltbank.
IV. Grundsätze unseres Wirkens als
Sozialisten
Humanismus als oberstes Prinzip unseres
Kampfes
Engagement für den Sozialismus und damit
für eine humanistische Weltordnung erfordert angesichts der Übermacht des
transnationalen Monopolkapitals und der Krise des subjektiven Faktors einen
langen Atem. Indes, Sozialisten sind kämpferischem Humanismus verpflichtet.
Eintreten im eigenen Land und international für Menschenwürde und
Menschenrechte, für Frieden und Völkerverständigung ist stets oberster
Grundsatz ihres Wirkens. Darum: Nicht Anpassung an die bestehende Ordnung und
Integration in das kapitalistische System, sondern Auseinandersetzung mit diesem
System und entschiedene Opposition zum Kurs der Herrschenden, Formierung von
Widerstand in der BRD, in der Europäischen Union und weltweit, Aufbau von
Gegenmacht gegen das große Kapital und seinen Staat sind geboten. Das ist
zugleich auf lange Sicht der Weg aus der Defensive der sozialistischen Bewegung.
Verbindung der Tages- und
Zukunftsinteressen
Sozialisten setzen sich entschieden für
die elementaren Tagesforderungen der Arbeiterklasse, aller Lohnabhängigen und
anderen Werktätigen ein, der Arbeiter und Angestellten, Techniker, Ingenieure,
Lehrer, Wissenschaftler, Kulturschaffenden, der Bauern, Handwerker und
Gewerbetreibenden, der um ihre Zukunft besorgten jungen Generation, der um ihre
Gleichberechtigung kämpfenden Frauen, der Rentner, der Arbeitslosen,
Sozialhilfeempfänger, der sozial Ausgegrenzten. Breiteste Interessenvertretung
im Alltag, verbunden mit konsequenter Kapitalismuskritik, mit dem Aufdecken
systembedingter Ursachen der Gebrechen der Gesellschaft gehören zum
Wichtigsten. Sozialisten sind konsequente Verfechter von Antifaschismus und
Antimilitarismus.
Sozialistische Politik verknüpft ihr
Eintreten für unmittelbare und künftige soziale Interessen der Werktätigen
mit der Verteidigung der demokratischen und sozialen Prinzipien des
Grundgesetzes, dem Widerstand gegen die Rechtsentwicklung und neofaschistischen
Gefahren, gegen die vom Imperialismus ausgehende Bedrohung des Friedens und der
natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit. Sie verbindet den Kampf um
elementare Tagesforderungen mit dem Ringen um radikale, gegen das große Kapital
gerichtete Reformen und für den Sozialismus.
Stärkung und Unterstützung der
Gewerkschaften und anderer Interessenvertretungen
Besonderes Gewicht haben die Stärkung der
Gewerkschaften als größter Klassenorganisation der Werktätigen, die
Unterstützung klassenkämpferischer Positionen statt sogenannter
Sozialpartnerschaft. Veränderungen können nur bewirkt werden, wenn das Volk
seine Interessenvertretung in die eigenen Hände nimmt, die Betroffenen sich
selbst wehren und sich in die notwendigen Auseinandersetzungen einbringen..
Sozialisten unterstützen daher die Betriebs- und Personalräte der Arbeiter und
Angestellten, die Initiativen der Arbeitslosen, der Ausgegrenzten und Armen, der
Verbraucher und Mieter, kleinen Pächter sowie Genossenschaften in Stadt und
Land, die demokratischen Frauen-, Jugend- und Kulturorganisationen, die
antifaschistischen und antimilitaristischen Zusammenschlüsse, die Bewegungen
für den Frieden, für den Schutz der Bürger- und Menschenwürde, für die
Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, für die Linderung der Not der
Menschen in der Dritten Welt.
Verbindung des außerparlamentarischen und
parlamentarischen Kampfes
Sozialisten setzen auf Kraftentfaltung,
den Erfahrungs- und Erkenntniszuwachs der Werktätigen im
außerparlamentarischen Kampf, erblicken in deren Mobilisierung den Hauptweg der
Entwicklung von Widerstand und Gegenmacht, initiieren und unterstützen soziale
und ökologische, antimilitaristische und antifaschistische, demokratische
politische Aktionen. Sie gehen davon aus, dass entscheidend für die
Veränderung des Kräfteverhältnisses und die Verwirklichung sozialistischer
Programmatik das Zustandekommen einer starken progressiven
außerparlamentarischen Bewegung und deren Voranschreiten sind. Sie kämpfen
zugleich für starke parlamentarische Vertretungen von Linken auf allen Ebenen,
die eng mit den Wählern verbunden sind, ihre Hauptstützen in der
außerparlamentarischen Bewegung haben und alle parlamentarischen Möglichkeiten
ausschöpfen, um diese voranzubringen. Das kann unter bestimmten Umständen,
gestützt auf starke Positionen außerhalb des Parlaments und günstige
parlamentarische Konstellationen, unterstützt von einer breiten Massenbewegung
und auf der Grundlage klarer, kontrollierbarer Bedingungen auch zur
Regierungsbeteiligung auf Landesebene führen, wenn diese im Interesse der
Werktätigen als Position im Klassenkampf genutzt werden kann und reale
Möglichkeiten für die Verwirklichung progressiver Forderungen eröffnet.
Hauptstoßrichtung: Kampf gegen die Macht
des Großkapitals
Sozialistische Politik führt den
Hauptstoß gegen die Macht der Konzerne und Großbanken und damit gegen die
Eckpfeiler des herrschenden Systems. Mit dieser Ausrichtung sind alle zentralen
Felder gesellschaftspolitischer Auseinandersetzung in Gegenwart und Zukunft
berührt, gleichzeitig aber auch ein dialektisches Verständnis des Kampfes für
das Programm-Maximum und das Programm-Minimum sozialistischer Bewegung, ihres
Eintretens für Tagesinteressen und weiterführende antikapitalistische
Reformen, für Teil- und Übergangsforderungen, für Etappenziele und das
sozialistische Fernziel gefordert.
Sozialisten erachten die Einschränkung
und Brechung von Machtpositionen des großen Kapitals als unabdingbar, um den
Weg für eine demokratische Wende, für sozialen Fortschritt und
Friedenssicherung freizumachen. Sie erblicken in Formen demokratischer
Investitionskontrolle und der Überführung des Eigentums von Konzernen und
Großbanken in Gemeineigentum eine zentrale demokratische Forderung und zugleich
einen Kulminationspunkt sozialistischer Politik. Das wäre nicht mit der
Überwindung des kapitalistischen Systems, mit Sozialismus, identisch, aber
zusammen mit anderen Maßnahmen ein Schritt in diese Richtung, zu grundlegender
demokratischer Gesellschaftsveränderung, die an die Grenze des Systems stößt
und über dieses hinausweist.
Konsequenter Internationalismus
Sozialisten sind Internationalisten,
verknüpfen ihr Wirken im nationalstaatlichen Rahmen und in der Europäischen
Union mit dem internationalen Kampf gegen den Imperialismus. Sozialistische
Politik hat aktiv zur Ausweitung der globalen Protestaktionen gegen die Politik
von IWF, WTO und Weltbank und zur Entfaltung einer breiten internationalen
Bewegung gegen die vom Weltherrschaftsstreben des Imperialismus ausgehende
Gefahr eines Wettrüstens in neuen Dimensionen beizutragen. Sie nimmt die
Auseinandersetzung um eine uni- oder multipolare Welt als neue Herausforderung
für Linke auf und betrachtet als ihr wichtigstes Anliegen, den Kampf für den
Frieden und für eine demokratische und soziale Weltordnung zu fördern.
Sozialisten verteidigen das sozialistische
Kuba, die Souveränität der Volksrepublik China, Vietnams und anderer Länder
mit alternativen, antiimperialistischen Entwicklungswegen. Sie sind solidarisch
mit allen Fortschrittskräften der Welt, die gleichfalls für einen anderen
Entwicklungsweg einstehen. Ihr Handeln folgt einem Verständnis von
Internationalismus, das die Gemeinsamkeiten hervorkehrt und für Toleranz und
Respekt im Umgang mit politischen, ideologischen und weltanschaulichen
Unterschieden eintritt.
Aktionseinheit aller antiimperialistischen
Kräfte
Sozialisten engagieren sich für
umfassende Koordinierung der antiimperialistischen und prosozialistischen
Kräfte auf der Basis von Freiwilligkeit, Übereinstimmung und
Gleichberechtigung, ohne in eurozentrische Auffassungen abzugleiten. Sie stellen
sich der EU als reales Kampffeld und. wirken für ein Netzwerk der linken
Parteien und Organisationen Europas, das niemanden ausgrenzt. Sie treten für
den Bruch mit der Logik der Verträge von Maastricht und Amsterdam und für ein
gemeinsames Europakonzept ein, das als Alternative zum Europa der Monopole und
Großbanken elementare Gegenwartsforderungen der Werktätigen und
radikaldemokratische Reformen im nationalstaatlichen Rahmen sowie in der EU zu
einem geschlossenen Programm für einen demokratischen Integrationsprozess
zusammenführt, der für alle Länder des Kontinents offen ist und neue Wege zum
Sozialismus eröffnen kann.
Gegen die Zersplitterung der
sozialistischen Bewegung, für gemeinsames Handeln
Wir sind entschieden gegen jegliche
weitere organisatorische Zersplitterung der sozialistischen Bewegung. Wir setzen
uns mit ganzer Kraft für ein enges partei- und organisationsübergreifendes
Zusammenwirken der marxistischen Kräfte, von organisierten und parteilosen
Marxisten / Sozialisten / Kommunisten, für ihre Formierung und ihr Erstarken
auf allen Gebieten ein. Vor allem im entschlossenen und gemeinsamen Widerstand
gegen die antisoziale, umweltzerstörerische und großmachtorientierte Politik
der Regierenden sowie im Kampf um grundlegende politische und soziale
Verbesserungen müssen sie zusammenfinden und ihre Positionen in einer
gemeinsamen politischen Praxis überprüfen und abstimmen. Als Marxisten leisten
wir unseren Beitrag zum Zusammengehen der sozialistischen und linken
Organisationen und Bewegungen auf allen Ebenen und in allen Bereichen. Wir
treten für die Aktionseinheit von Linken ohne Unterschied der
Organisationszugehörigkeit und weltanschaulicher Bindung ein und wirken für
ein weit darüber hinausgehendes gemeinsames Vorgehen von Menschen aller Klassen
und Schichten für Frieden und sozialen Fortschritt.
Bewahrung der Erfahrungen und Traditionen
des revolutionären Kampfes
Sozialistisches Engagement speist sich aus
vielen Quellen. Pluralität ist ein Zugewinn für die sozialistische Bewegung,
wenn sie für deren Ziele wirksam gemacht werden kann. Als Marxisten sind wir
besonders dem Erbe der Klassiker des wissenschaftlichen Sozialismus, dem
Vermächtnis anderer marxistischer Denker und Revolutionäre der deutschen und
internationalen Arbeiterbewegung, den revolutionären Traditionen des Kampfes
der Arbeiterklasse, des antiimperialistischen und antifaschistischen
Befreiungskampfes der Völker verbunden. Der Einsatz von Millionen Menschen in
Ost und West nach der Befreiung vom Faschismus für eine Systemalternative ist
uns ein Kraftquell für den Kampf um einen neuen Sozialismus. Wir befragen die
Geschichte der Systemauseinandersetzung auf deutschem Boden, der Errichtung
einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung im Osten Deutschlands, des
Entstehens und der Entwicklung der DDR nach Bewahrenswerten und Defiziten und
den Ursachen ihres Untergangs, nach weiterführenden Erfahrungen und
Erkenntnissen und zugleich nach den Erfahrungen und Erkenntnissen aus der
Geschichte des imperialistischen Deutschland, des Klassenkampfes gegen die
Herrschaft der Großbanken und Konzerne.
Entwicklung der wissenschaftlichen
Grundlagen der sozialistischen Bewegung
Wir lassen uns davon leiten, dass
sozialistische Bewegung einer auf dem Marxismus fußenden sozialistischen
Theorie bedarf, einer wissenschaftlich begründeten Grundorientierung und
Programmatik, um den Kampf für eine antikapitalistische, sozialistische
Alternative erfolgreich führen zu können. Bewahren und Weitertragen des
wissenschaftlichen Sozialismus, seine Verbindung mit den sozialen, ökologischen
und politischen Bewegungen, den Klassenkämpfen der Gegenwart und Zukunft, die
Verbreitung sozialistischer Ideologie wider den vorherrschenden Zeitgeist sind
entscheidende Grunderfordernisse und Ansprüche an unser Wirken.
Wir wissen, dass der Marxismus kein Dogma
ist und die Vielfalt schöpferischen marxistischen Denkens für den Kampf um die
revolutionäre Erneuerung der gesellschaftlichen Verhältnisse nutzbar gemacht
werden muss. In Theorie und Praxis neu zu beantwortende Fragen, produktives
weiteres Nachdenken über sozialistische Programmatik und Politik erfordern
nicht nur nicht dem Zeitgeist folgend vom Marxismus Abschied zu nehmen, sondern
ihn entsprechend den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen
weiterzuentwickeln.
Wir halten es trotz aller Widrigkeiten der
Zeit mit Bertold Brechts "Lob der Dialektik":
"Und
auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut: Jetzt
beginne
ich erst.
Aber
von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was
wir wollen geht niemals.
Wer
noch lebt, sage nicht: niemals!
Das
Sichere ist nicht sicher.
So,
wie es ist, bleibt es nicht."
Handeln
wir also gemeinsam, dass es nicht so bleibt, wie es ist!"
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