|
Über den Bruch
in der internationalen kommunistischen Bewegung
Quelle: Komunistyczna
Partia Polski
Übersetzung:
NN
Auf Kommunisten-online am
29. September 2010 – Die internationale
kommunistische Bewegung erfuhr infolge des Chruschtschowschen
Revisionismus der 60er Jahre einen ernsthaften Bruch und unterlag einer
Schwächung. Um diesen Bruch zu überwinden, müssen wir dessen Ursachen
ergründen. Worin bestehen nun die strittigen Punkte, die zu diesem
Mißklang führten. Die Hauptprobleme, die zur Krise führten, und
welche die weltweite kommunistische Bewegung überwinden muß, um sich
faktisch wieder als revolutionäre Arbeiterbewegung zu vereinigen, sind
folgende:
Die
Revision der ökonomischen Theorie des Marxismus
DASS
die revisionistische ChrusCHtschow-Clique und ihre Epigonen der
sozialistischen Sowjetwirtschaft Elemente der bürgerlichen Ökonomie
(den sog. Marktsozialismus) hinzufügten, wovor auch Stalin 1952 in
seiner Arbeit „Die Ökonomischen Probleme des Sozialismus in der
UdSSR“ gewarnt hatte, nämlich, DASS der Kernpunkt der proletarischen
Revolution die Befreiung der Menschheit von vernichtenden Krisen ist,
welche ihre Ursache haben in der zerstörerischen Wirkung des
kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten, insbesondere im Wertgesetz, führte
letztendlich zur Zerstörung der Sowjetunion. Mit Einführung des
Wertgesetzes in die sozialistische Gesellschaft und der daraus folgenden
verminderten Bedeutung der zentralen Planung, wird es keine Methode zur
Entwicklung des Sozialismus geben, was auch immer die Revisionisten darüber
sagen mögen. Die Abweichung von den marxistischen Grundlagen in dieser
Frage beschleunigte den Zerfall der kommunistischen Bewegung und die
Schwächung der Diktatur des Proletariats in der UdSSR und den
volksdemokratischen Ländern.
„Der
friedliche Übergang zum Sozialismus“
Auf
dem XX. Parteitag der KPdSU führte Chruschtschow die Frage des
„friedlichen Übergangs zum Sozialismus“ mit der Vorrede dazu ein,
DASS die internationale Situation „einer radikalen Veränderung“
unterworfen sei. Er behauptete, DASS aufgrund der veränderten
Bedingungen, die seit der Oktoberrevolution eingetreten waren, die Möglichkeit
bestünde, den Sozialismus
auf „parlamentarischem Weg“ zu erreichen. Dabei handelte es sich um
eine krasse Revision und eine völlige Verleugnung der
marxistisch-leninistischen Wissenschaft über den Staat und die
Revolution. Entgegen der Leninschen Auffassung zu der Frage der Zweckmäßigkeit
der Teilnahme an bürgerlichen Wahlen; behauptete er:
„Die
Partei des revolutionären Proletariats muß sich am bürgerlichen
Parlamentarismus beteiligen, um die Massen aufzurütteln, was durch
Wahlen und zwischenparteilich Kämpfe im Parlament möglich ist.
Entweder man begrenzt den Klassenkampf auf den parlamentarischen, oder
man hält ihn für die wichtigste und entscheidende Form, der alle übrigen
Arten untergeordnet sind – was in Wirklichkeit bedeutet, auf die Seite
der Bourgeoisie gegen das Proletariat überzugehen.“
Die
Verwerfung des Leninismus in dieser Frage führte nicht nur zu Mißstimmungen
in der kommunistischen Weltbewegung, sondern auch zur Spaltung vieler
kommunistischen Parteien in gewöhnliche sozialdemokratische
Gruppierungen, die sich der kämpfenden Arbeiterklasse als einzige
Alternative anbot – eine, die auf den Rahmen des Kapitalismus begrenzt
blieb.
Staat
und Partei des ganzen Volkes
Nach
Meinung der Revisionisten würden die Klassenunterschiede in der UdSSR
bald verschwinden (das sei eine Schlußfolgerung aus der Tatsache, DASS
es schon niemanden mehr gäbe, der die
Arbeit anderer ausbeutet). Stattdessen sei der Staat ein Instrument der
herrschenden Arbeiterklasse geworden und ein „Volksstaat“ und die
Partei habe aufgehört, die Führerin des Proletariats im harten
Klassenkampf zu sein, und sie sei nun die „Partei des ganzen
Volkes“.
Auch
hier verwarfen die Revisionisten die wesentlichsten Grundlagen des
Marxismus-Leninismus, DASS die Arbeiterklasse ihren Staat braucht –
den Staat der Diktatur des Proletariats – „über eine ganze
historische Epoche vom Kapitalismus und bis hin zur klassenlosen
Gesellschaft, dem Kommunismus“. Die Diktatur des Proletariats ist
unerläßlich um die „Expropriation der Expropriateure“ zu ermöglichen,
um den unvermeidlichen Widerstand und jeglichen Versuch der
Umkehr der bestehenden Ordnung durch die ehemals ausbeutende Klasse
zunichte zu machen und um den wirtschaftlichen Umbau der Gesellschaft
einzuleiten – mit einem Wort: um die
materiellen und kulturellen Bedingungen für den Übergang von einer
niederen zu einer höheren Phase des Kommunismus vorzubereiten.
Da
die Klassen und der Kampf zwischen ihnen auch lange nach dem Sturz der
Bourgeoisie fortbestehen – eine ganze geschichtliche Epoche lang, ist
für deren Zeitdauer die Diktatur des Proletariats erforderlich. Gemäß
Lenins Worten ist „derjenige ein Marxist, der aus der Anerkennung des
Klassenkampfes die Anerkennung der Diktatur des Proletariats
schlussfolgert...“ Die Partei ist also dazu berufen, die
Arbeiterklasse in diesem harten und beschwerlichen Kampf zu führen.
Die
Anhänger Chruschtschows wiederholten, DASS allein dann, wenn die
Diktatur des Proletariats durch den „Volksstaat“ ersetzt würde,
eine Vertiefung der Demokratie soweit möglich sei, DASS sie eine
„wahre Demokratie des ganzen Volkes“ werden würde. Jeder der auch
nur eine Spur von Verstand in dieser Frage hat, weiß, DASS die
Demokratie eine Staatsform ist, und als solche eine Klassendemokratie.
Es gibt keine klassenlose Demokratie und auch keine „Demokratie des
ganzen Volkes“.
Wie
Lenin sagte: „Die Demokratie für die riesige Masse des Volkes und die
Erstickung der Gewalt, d.h. die Beendigung der Demokratie der Ausbeuter,
der Unterdrücker des Volkes – das ist die Veränderung der Demokratie
im Verlaufe des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus.“ (Lenin,
Dzieła Wybrane T. II, Warszawa 1949, str. 222)
Mit
anderen Worten, ohne die Diktatur des Proletariates über die
ausbeutenden Klassen bleibt die wahre Demokratie für das arbeitende
Volk unerreichbar. Die
Demokratie des Proletariats ist mit der bürgerlichen Demokratie
unvereinbar.
Die
Fälschung der Frage der friedlichen Koexistenz
Chruschtschow
entstellte abscheulich die Leninsche Friedenspolitik des Zusammenlebens
von kapitalistischen und sozialistischen Ländern und verwandelte sie in
eine Politik der Klassenzusammenarbeit sozialistischer mit
kapitalistischen Ländern – oder auch, wie eine andere Erklärung
besagt: in eine Politik der Kapitulation vor dem Diktat des
Imperialismus.
Die
Leninsche Politik des friedlichen Zusammenlebens war gegen die
imperialistische Politik des Krieges und der Aggression gerichtet, sie
stand auf den Positionen des internationalen Kampfes des Proletariats
und der historischen Mission der Arbeiterklasse, welche beinhaltet, DASS
die sozialistischen Staaten, indem sie eine Politik der friedlichen
Koexistenz verwirklichen, den revolutionären Kampf der unterdrückten Völker
und die revolutionäre Arbeiterbewegung unterstützen.
Das
Recht auf Leben von Angesicht zu Angesicht mit dem Imperialismus – das
Recht auf friedliche Koexistenz – haben die sozialistischen Staaten
ausschließlich auf dem Weg des Kampfes und der bewaffneten eigenen
Verteidigung vor den zermalmenden Schlägen des Imperialismus selbst
erreicht. Die von Chruschtschow lancierte bürgerlich-pazifistische
Konzeption des friedlichen Zusammenlebens dient einerseits dem
Imperialismus und hetzt ihn auf zu einer Politik der Kriege und
Aggressionen, andererseits ersetzt er die proletarische Weltrevolution
durch Pazifismus und völlige Vernachlässigung des proletarischen
Internationalismus. Die Politik Chruschtschows ist eine Politik der
Klassenkapitulation.
Verneint
man Lenins Thesen, die zuverlässig durch die historische Praxis bestätigt
wurden, DASS es mit den
Kriegen keine Ende nimmt, solange der Imperialismus nicht überwunden
ist, so führt der Chruschtschowsche Revisionismus an, DASS man jedem
Krieg noch vor dem Fall des Imperialismus durch Friedensverhandlungen
mit ihm widerstehen könne. Die Anhänger Chruschtschows verleiten so
die unterdrückten Völker, sich von den revolutionären Ideen
loszusagen und von den gerechten Kriegen sowie von den Kriegen der
Volksbefreiung Abstand zu nehmen. Sie argumentieren damit, DASS diese
Kriege im Ergebnis einer nuklearen Katastrophe mit der völligen
Vernichtung der Menschheit enden könnten.
Nach
dem Verständnis Chruschtschows bleibt dem sozialistischen Staat nichts
anders übrig, als
der
Drohung und der nuklearen Erpressung seitens des Imperialismus
nachzugeben und ihm beim Streben nach der Weltherrschaft behilflich zu
sein.
Aus
Gründen ebendieser Verbeugung vor dem nuklearen Inferno bleiben die
Widersprüche zwischen der Arbeiterklasse und der Bourgeoisie sowie
zwischen den unterdrückten Ländern und den Unterdrückern
unentschieden. Obwohl sie durch die unveränderten Eigenschaften des
Kapitalismus angespornt sind, immer mehr verarmen und um so zahlreicher
werden, sprechen die Revisionisten ihnen das Recht auf Kampf gegen das
Ausbeutersystem ab.
Der
bürgerliche Pazifismus, der ganz und gar nichts Gemeinsames mit dem
Marxismus hat, führt unvermeidlich zum Bruch mit der kommunistischen
Bewegung und zu ihrer Schwächung als revolutionärer Kraft.
Zusammenfassend:
Das
sind die eigentlichen Probleme, mit denen sich die internationale
kommunistische Bewegung auseinandersetzen muß, und über die sie sich
erneut einigen muß, um die ausgebeuteten und unterdrückten Massen in
den Kampf um den Sozialismus zu führen. Wir sind eingedenk der
furchtbaren Erfahrungen, die sich mit katastrophalen Folgen aus der
revisionistischen Abkehr vom Marxismus ergeben. Die Zeit ist gekommen,
DASS die Parteien ihre Programme und Praktiken vom revisionistischen
Ballast befreien, der für sie nur ein Klotz am Bein ist. Nur auf diese
Weise werden sie zu Parteien, die darauf vorbereitet sind, die
proletarischen Massen zur Befreiung zu führen. Nur dann werden sie im
Kampf um seine Befreiung an der Spitze des Proletariats stehen.
Rede
von Elli Rule, KP Großbritannien (Marxisten-Leninisten). Veröffentlicht
zur Prager theoretisch-politischen Konferenz im November 2009.
zurück |