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Sahra
Wagenknecht mal ohne Hummer - mit dummen
Sprüchen
Leserbrief
von Bernd Fischer vom 21. April 2010
Mein
Kommentar dazu:
Dieses
Interview ist ein Brechmittel
...sehr glitschig und sehr falsch, diese gestylte Hummerfresserin! Alles
was mit dem Begriff des „Kommunismus“ zusammenhängt, bezeichnet sie
als Utopie, ja schlimmer noch – sie malt ein Bild von „Sack und
Asche“. Man hat den Eindruck, als hätte sie niemals etwas von Marx
gelesen. Ganz zu schweigen von Engels, Lenin oder - horrible dictu! –
gar von Stalin. Von Ernst Thälmann hat sie wohl nie etwas gehört, oder
von Klara Zetkin! Und Rosa Luxemburg scheint für sie nicht mehr zu
sein, als eine Art weiblicher Old Shatterhand.
Die
Vergangenheit ist für sie kein Thema. Und die DDR? – Fehlanzeige. Ein
Unrechtsregime?? – Was da kam, war eine mehr als halbherzige Aussage
zu einem Staat, den sie wohl nur von Knabe's Lügengeschichten her
kennt. Weiter nichts – gerade mal eine Distanzierung vom
„Nationalsozialismus“. (Schon diese Wortwahl stinkt!) Allen
konkreten Fragen weicht sie aus und verkündet stattdessen ebenso
utopische, wie populistische Forderungen (Besteuerung der Reichen, mehr
öffentliche Beschäftigung, mehr „marktwirtschaftliche“
Orientierung - und alles über eine Million wird verstaatlicht, daß ich
nicht lache. Haha!) – Mit Kommunismus hat das nichts, aber auch gar
nichts zu tun! Es ist eine Beleidigung für alle ehrlichen Kommunisten
und eine Frechheit von ihr, sich als „Kommunistin“ zu bezeichnen.
Diese neunmalkluge Dame sollte sich vielleicht einmal der Mühe
unterziehen und das Manifest lesen!!! So blöd kann man gar nicht tun,
wie die quatscht! Nein - sie ist keine Kommunistin, diese gestylte Dame!
Anbei
der Brecht - der ist klar (und überdies in Hexametern)...
Bernd
Fischer
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Bertolt
Brecht:
Das
Manifest
Eisernen
Trittes zerstampfte die Bourgeoisie all die alten
Patriarchalischen stillen Idylle,
Duldend kein Band zwischen Menschen als nacktes Int’resse
Und die gefühllose Barzahlung. Persönliche Würde verramscht sie
Grob in den Tauschwert und setzt an die Stelle der vielen verbrieften
Wohlerworbenen Freiheiten nur die Freiheit des Handels.
Kurz, an die Stelle natürlicher Ausbeutung, inniger, frommer
Ausbeutung setzt sie nunmehr die offene, schamlose, dürre.
Priester und Richter und Arzt und Dichter und Forscher, mit frommer
Scheu doch betrachtet dereinst, macht sie grinsend zu ihren bezahlten
Lohnarbeitern; beherrschend die Körper, beherrscht sie die Geister.
Kaltblütig führt sie den leidenden Menschen dem Arzt vor als Kunden,
Den er für Geld repariert, und der Priester verkauft seinen Zuspruch.
Was
sind Pyramiden uns noch und Roms Aquädukte,
Kölns Kathedrale, die Völkerwanderung, was ist ein Kreuzzug
Uns, die wir Bauten gesehen und Züge, gigantisch wie diese
Alles umstürzende Klasse vollführte, die immer und überall
Atemlos umwälzt, was selbst sie geschaffen? Sie lebt nur durch Umsturz.
Umsturz der Maschinerie und der Weise, in der produziert wird,
Also des Baus der Gesellschaft, all ihrer lebendigen Teile.
Fürchtend nichts als den Rost und das Moos, vergewaltigt sie täglich
Jede Gewalt der Verhältnisse, alle gefestigte Sitte.
Alles Ständische fällt sie und alles Geweihte entweiht sie.
Und es stehen die Menschen entsichert auf rollendem Boden.
Aber dies alles geschieht nicht in einem Land oder zweien,
Denn der unstillbare Drang nach dem Absatz der schwellenden Waren
Jagt unsre Bourgeoisie ohne Unterlaß über die ganze
Erdkugel hin wie im Taumel. Überall muß sie sich anbaun,
Überall einnisten, überall knüpfen die klebrigen Fäden.
Kosmopolitisch so macht sie Verbrauch und Herstellung der Güter.
Einheimisch altes Gewerbe zerstört sie und holt sich den Rohstoff
Aus den entlegensten Ländern. Allseitig abhängig werden die Völker.
Maschinerie
und Besitz und Bevölkerung, vordem zersplittert,
schließen zu großen Gebilden sich: pausenlos häuft sich das Werkzeug,
Sammelt das Eigentum sich in einigen wenigen Händen,
Ballt die Bevölkerung sich zu großen erzeugenden Zentren.
Niemals zuvor ward entfesselt ein solcher Rausch der Erzeugung.
Lange
schon ist die Geschichte der Großindustrie und des Handels
Nur die Geschichte des Aufruhrs der Güter erzeugenden Kräfte.
Riesige Krisen, in zyklischer Wiederkehr, gleichend enormen
Sichtlos tappenden Händen, greifen und drosseln den Handel,
Schüttelnd in schweigender Wut Produktionsstätte, Märkte und Heime.
Hunger von alters plagte die Welt, wenn die Kornkammer leer war,
Jetzt aber, keiner versteht es, hungern wir, wenn sie zu voll ist.
Nichts in der Speise mehr finden die Mütter, die Mäulchen zu füllen,
Und hinter Mauern, in turmhohen Speichern gehäuft, fault das Korn weg.
Irgendwo türmt sich in Ballen das Tuch, aber frierend durchzieht die
Lumpenverhüllte Familie die Wohnviertel ohne Bewohner.
Ach, der so rastlos gearbeitet, fluchend der Ausbeutung, findet
Heute schon keinen mehr, der ihn noch ausbeutet; rastlos durchquert er
Suchend nach Arbeit die Stadt. Der gigantische Bau der Gesellschaft
Teuer, mit so vieler Mühe errichtet, von vielen Geschlechtern,
Sinkt in barbarische Vorzeit zurück. Und es ist nicht der Mangel,
Der da die Schuld trägt, Überfluß ist’s, das Zuviel macht ihn
wanken.
Nicht
zum Wohnen bestimmt ist das Haus, das Tuch nicht zum Kleiden,
Noch ist das Brot nur zum Essen bestimmt; Gewinn soll es tragen.
Freilich der Gott des Profits ist mit Blindheit geschlagen. Die Opfer
Sieht er nicht. Er ist unwissend. Beratend die Gläubigen, murmelt
Unverständliches er. Das Gesetz der Wirtschaft enthüllt sich
Wie der Schwerkraft Gesetz, wenn über den Köpfen das Haus uns
Krachend zusammenfällt. In Panik zerhackt unsre Bourgeoisie so
Unübersehbare Haufen von Gütern und rast mit den Resten verzweifelt
Über die Erdkugel hin nach neuen, gewaltigern Märkten,
Gleichend dem Mann, der, die Pest fliehend, diese nur mitnimmt und so
den
Zufluchtsort auch noch verpestet: in neuen gewaltigern Krisen
Kommt sie entgeistert zu sich. Den Millionen der Arbeiter aber,
Die sie befehligt als riesige Heere und planlos herumtreibt,
Jetzt in Schwitzbuden verpackt und dann aus den Schwitzbuden wieder
Barsch auf die eisigen Straßen wirft, dämmert die Wahrheit, sie raunen
Staunend sich’s zu, daß der Bourgeoiswelt Tage gezählt sind.
Das
Fragment ”Das Manifest”, aus dem hier Ausschnitte zusammengestellt
sind,
schrieb Brecht 1945 in enger Anlehnung an das einhundert Jahre zuvor
entstandene
„Manifest der kommunistischen Partei“ von
Karl Marx und Friedrich Engels. |