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Genosse Dr. Hans Schröter ist im Frühjahr 2005 verstorben. Es ging ein Genosse von uns.

Hohe Zeit sich aufs revolutionäre Erbe zu besinnen und zu handeln.

(Eine Betrachtung zur aktuellen Debatte nach der Wahlniederlage der PDS)

von Dr. Hans Schröter, Kelbra

Die Wahlniederlage der PDS vom 22.9.02 hat eine positive Seite: wie kaum jemals zu vor wurde in der PDS und in ihrem Umfeld viele Debatten um das Warum und Weshalb aber auch ums Wie weiter ausgelöst. Dabei werden akribisch viele, sehr viele Faktoren aufgezählt, dargestellt und diskutiert die zweifelsohne in der letzten Zeit für die Wahlniederlage mit beigetragen haben. Allerdings: die Diskussionen oder auch Stellungnahmen leiden an einer erschreckenden Oberflächlichkeit. Auch der Bundeskoordinierungsrat der KPF nimmt sich davon nicht aus. Was anderen, z.B. M. Brie, A. Brie, M. Chrapa noch zugestanden werden kann dem BKR der KPF, der für sich in Anspruch nimmt kommunistisch zu sein nicht keineswegs zugebilligt werden. Diesem Gremium fällt überhaupt kein Gedanke daran ein, daß er ein gerüttelt Mitschuld am Wahldesaster der PDS hat in dem die Krise der PDS sich offenbart, wie das mit jedem Tag in den Stellungnahmen und Verlautbarungen von Personen und Institutionen immer deutlicher wird,. Jawohl es handelt sich keineswegs nur um eine Wahlniederlage, sondern um eine, an dieser Niederlage sich offenbarenden Krise (nicht eine Krise) der PDS . Deshalb ist es auch egal wie diese Krise zunächst innerparteilich behandelt wird, geheilt kann sie nicht werden, es sei denn etwas Unwahrscheinliches würde geschehen, nämlich man besänne sich und kehrt zu den Grundlagen einer revolutionären sozialistischen Partei, d.h. zu einer Partei neuen Typus zurück, die man 1989/90 mit Unterstützung der Konterrevolution und als ein Teil dieses Prozesses, liquidiert hatte.

Anders: für die gegenwärtige, akute Krise der PDS wurde in Zeiten der Konterrevolution, die Voraussetzungen geschaffen. Diese Voraussetzungen waren z.B. die Liquidierung der Partei neuen Typus, die Absage an den Marxismus-Leninismus, der Verzicht auf ein revolutionäres Programm, die Verherrlichung des "dritten Weges", des Reformismus und Revisionismus, die Dämonisierung der KPdSU und insbesondere J.W. Stalins, der Antikommunismus und die Verleugnung der DDR als der größten Errungenschaft der deutschen Arbeiterklasse und der SED. Im Ergebnis dessen wurde die PDS einem fortschreitenden Prozeß der Sozialdemokratisierung und Verbürgerlichung unterworfen. Voraussetzungen waren dafür auch in der Erodierung sozialistischen Bewußtseins in den letzten Jahrzehnten in der DDR und in der Verbreitung kleinbürgerlichen Einstellungen und Denkens gegeben – ideologische

Faktoren, die die Entwicklung und den Sieg der Konterrevolution mit ermöglichten. Es darf niemals vergessen werden, daß im Apparat des ZK, in seinen unmittelbaren Institutionen, wie dem Gesellschaftswissenschaftlichen Institut, der Humboldt Universität, der Akademie für Gesellschaftswissenschaft sich konterrevolutionäre Kräfte plazieren und organisieren konnten. Das ist nicht die Folge einer unglücklichen Kaderpolitik sondern eines ungenügend geführten ideologischen Klassenkampfes. Aber diese Kräfte hatten und haben auch heute noch Schlüsselfunktionen in der PDS inne. Daher ist eine grundlegende Hinwendung zum revolutionären theoretischen Erbe, zu den Erfolgen und Lehren der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung, insbesondere denen der Gestaltung der DDR nicht zu erwarten.

Mögen die heutigen kritischen Stimmen und Stellungnahmen zum Wahldesaster auch richtig wesentliche, zeitgenössischen Details des PDS – Versagens beschreiben am Charakter der PDS als eine neosozialdemokratische oder kleinbürgerlich - sozialistische Partei ändert das nicht das Geringste. Im Gegenteil. Die neuerliche Austrittswelle wird dieses kleinbürgerlich-sozialistische Profil noch stärker hervortreten lassen.

Indes, so schnell wie die Wirtschaft der DDR zerstört, das Volksvermögen verschleudert, die Menschen entehrt und gedemütigt wurden, so schnell läßt sich die DDR nicht aus dem Bewußtsein auslöschen. Wie aus einer repräsentativen Langzeituntersuchung von DDR-Bürgern hervor geht erhoffen 88% !! , davon 50% entschieden, das daß jetzige Gesellschafts-system nicht für immer erhalten bleibt.(Junge Welt, Nr.231,S.11) Hier offenbaren sich gewaltige latente gesellschaftliche Potentiale. Eine revolutionäre Partei muß sich dem zuwenden, zumal die Bereitschaft bei diesen Opponenten selbst aktiv zu werden, verschwindend gering entwickelt ist. Bei dieser Population handelt es sich um junge Frauen und Männer, also um diejenige , die am ehesten berufen sind Verändungen und Wandel dieses Systems zu erstreiten. Das sich die PDS in der Vergangenheit nicht auf solche Bevölkerungsteile orientierte trug mit zu ihrem Verfall bei.

Schröter, Hans Kelbra, den 7.10.02

 

Hohe Zeit sich aufs revolutionäre Erbe zu besinnen und zu handeln.

(Eine Betrachtung zur aktuellen Debatte nach der Wahlniederlage der PDS)

Die Wahlniederlage der PDS vom 22.9.02 hat eine positive Seite: wie kaum jemals zu vor wurde in der PDS und in ihrem Umfeld viele Debatten um das Warum und Weshalb aber auch ums Wie weiter ausgelöst. Dabei werden akribisch viele, sehr viele Faktoren aufgezählt, dargestellt und diskutiert die zweifelsohne in der letzten Zeit für die Wahlniederlage mit beigetragen haben. Allerdings: die Diskussionen oder auch Stellungnahmen leiden an einer erschreckenden Oberflächlichkeit. Auch der Bundeskoordinierungsrat der KPF nimmt sich davon nicht aus. Was anderen, z.B. M.Brie, A. Brie, M. Chrapa noch zugestanden werden kann dem BKR der KPF, der für sich in Anspruch nimmt kommunistisch zu sein nicht keineswegs zugebilligt werden. Diesem Gremium fällt überhaupt kein Gedanke daran ein, daß er ein gerüttelt Mitschuld am Wahldesaster der PDS hat in dem die Krise der PDS sich offenbart, wie das mit jedem Tag in den Stellungnahmen und Verlautbarungen von Personen und Institutionen immer deutlicher wird,. Jawohl es handelt sich keineswegs nur um eine Wahlniederlage, sondern um eine, an dieser Niederlage sich offenbarenden Krise (nicht eine Krise) der PDS . Deshalb ist es auch egal wie diese Krise zunächst innerparteilich behandelt wird, geheilt kann sie nicht werden, es sei denn etwas Unwahrscheinliches würde geschehen, nämlich man besänne sich und kehrt zu den Grundlagen einer revolutionären sozialistischen Partei, d.h. zu einer Partei neuen Typus zurück, die man 1989/90 mit Unterstützung der Konterrevolution und als ein Teil dieses Prozesses, liquidiert hatte.

Anders: für die gegenwärtige, akute Krise der PDS wurde in Zeiten der Konterrevolution, die Voraussetzungen geschaffen. Diese Voraussetzungen waren z.B. die Liquidierung der Partei neuen Typus, die Absage an den Marxismus-Leninismus, der Verzicht auf ein revolutionäres Programm, die Verherrlichung des "dritten Weges", des Reformismus und Revisionismus, die Dämonisierung der KPdSU und insbesondere J.W. Stalins, der Antikommunismus und die Verleugnung der DDR als der größten Errungenschaft der deutschen Arbeiterklasse und der SED. Im Ergebnis dessen wurde die PDS einem fortschreitenden Prozeß der Sozialdemokratisierung und Verbürgerlichung unterworfen. Voraussetzungen waren dafür auch in der Erodierung sozialistischen Bewußtseins in den letzten Jahrzehnten in der DDR und in der Verbreitung kleinbürgerlichen Einstellungen und Denkens gegeben – ideologische

Faktoren, die die Entwicklung und den Sieg der Konterrevolution mit ermöglichten. Es darf niemals vergessen werden, daß im Apparat des ZK, in seinen unmittelbaren Institutionen, wie dem Gesellschaftswissenschaftlichen Institut, der Humboldt Universität, der Akademie für Gesellschaftswissenschaft sich konterrevolutionäre Kräfte plazieren und organisieren konnten. Das ist nicht die Folge einer unglücklichen Kaderpolitik sondern eines ungenügend geführten ideologischen Klassenkampfes. Aber diese Kräfte hatten und haben auch heute noch Schlüsselfunktionen in der PDS inne. Daher ist eine grundlegende Hinwendung zum revolutionären theoretischen Erbe, zu den Erfolgen und Lehren der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung, insbesondere denen der Gestaltung der DDR nicht zu erwarten.

Mögen die heutigen kritischen Stimmen und Stellungnahmen zum Wahldesaster auch richtig wesentliche, zeitgenössischen Details des PDS – Versagens beschreiben am Charakter der PDS als eine neosozialdemokratische oder kleinbürgerlich - sozialistische Partei ändert das nicht das Geringste. Im Gegenteil. Die neuerliche Austrittswelle wird dieses kleinbürgerlich-sozialistische Profil noch stärker hervortreten lassen.

Indes, so schnell wie die Wirtschaft der DDR zerstört, das Volksvermögen verschleudert, die Menschen entehrt und gedemütigt wurden, so schnell läßt sich die DDR nicht aus dem Bewußtsein auslöschen. Wie aus einer repräsentativen Langzeituntersuchung von DDR-Bürgern hervor geht erhoffen 88% !! , davon 50% entschieden, das daß jetzige Gesellschafts-system nicht für immer erhalten bleibt.(Junge Welt, Nr.231,S.11) Hier offenbaren sich gewaltige latente gesellschaftliche Potentiale. Eine revolutionäre Partei muß sich dem zuwenden, zumal die Bereitschaft bei diesen Opponenten selbst aktiv zu werden, verschwindend gering entwickelt ist. Bei dieser Population handelt es sich um junge Frauen und Männer, also um diejenige , die am ehesten berufen sind Verändungen und Wandel dieses Systems zu erstreiten. Das sich die PDS in der Vergangenheit nicht auf solche Bevölkerungsteile orientierte trug mit zu ihrem Verfall bei.

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