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Keine Illusionsmacherei mehr:

Die PDS ist eine sozialdemokratische Parteit!

Antwort an Genossen Anton Latzo

von Günter Ackermann

Lieber Genosse Latzo,

nein, Gabi Zimmer hat ihre Position nicht gewechselt. Bereits vor Gera schrieb sie, die PDS wolle die Positionen einnehmen, die die SPD seit Schröder verlassen habe: "Mit dem Übergang bedeutender Teile der Sozialdemokratie in das Lager des Marktliberalismus, europaweit, fehlen wesentliche Voraussetzungen für ein traditionelles Mitte-Links-Parteien­bündnis.“ (Initiativantrag Zimmer, Luft u.a.) Und hier wolle die PDS den Platz einnehmen. Also - so verstehe ich das - eine SPD werden, die auf dem Boden des Programms von Godesberg steht.

Was bitte, hat sie da verlassen?

Wenn Gabi Zimmer in Gera fragte: Es geht um den Unterschied: wollen wir die PDS als sozialistische Partei oder als zweite sozialdemokratische Partei profilieren?" ist das eine rein rhetorische Frage. Ihr Antrag beweist: Auch sie will eine sozialdemokratische Partei, nur eben eine, die weniger offen kapitalistisch ist - schon vor und in Gera. Aber eine auf dem Boden von Godesberg, denn die von Lafontaine ist ja wohl das, was sie wollte.

Also, Genosse Anton Latzo, hier hast du wohl was übersehen!

Überhaupt: Du erwähnst in deinem Text die „Reformer“, meinst aber die Parteirechten. Nenne doch das Kind beim Namen. Die wollen ja nichts reformieren, die wollen den offenen Verrat und eine Partei im Dienste des Großkapitals.

Die Linken in der PDS, mögen sie es noch so ehrlich meinen, erfüllen für Gysi, Brie und Konsorten die unverzichtbare Aufgabe, der PDS den Anschein zu erhalten, als sei sie noch eine linke Partei. Dass dieser Anschein falsch ist, muss ich dir ja wohl nicht extra sagen.

Ich war lange Jahre Kreisvorsitzender der PDS in Duisburg. Uns gelang es 1999, als einziger westlicher Kreisverband in einer Großstadt mit hohem Anteil proletarischer Einwohner, in Fraktionsstärke in den Rat der Stadt einzuziehen und lagen mit 4,2 % weit über dem Landesdurchschnitt in NRW von - wenn ich mich recht erinnere – 1,7 %.

Dabei gewannen wir die höchsten Stimmanteil in Stadtbezirken mit fast reiner Arbeiterbevölkerung und dort in einigen Stimmbezirken fast 13%. Die PDS wurde hier drittstärkste Kraft – vor den Grünen und vor der FDP.

Woher kam dieser hohe Stimmenanteil? In damaligen Kreisvorstand waren 6 von 7 Kommunisten, wir fuhren die ganzen Jahre vorher einen stramm marxistischen Kurs und betrieben den Wahlkampf mit sozialistischen/ kommunistischen Inhalten. Wir erweckten in der Arbeiterbevölkerung den Anschein, die PDS sei eine kommunistische – zumindest aber radikal linke – Partei.

Die PDS aber ist das nicht. Sie ist weder im Osten noch im Westen links, sozialistisch oder gar marxistisch, schon gar nicht kommunistisch. Und sie lässt sich auch nicht zu einer solchen Partei machen. Wir haben also dazu beigetragen, die Arbeiter in Duisburg zu belügen. So hart muss man das formulieren!

Da hilft alles Gezeter über die Machenschaften der Reformer genannten Parteirechten nichts. Ihr linken Genossen in der PDS helft durch euer Verweilen in dieser Partei den Parteirechten, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Ich möchte aber trotzdem etwas differenzieren. Bei manchen habe ich den Eindruck, sie bemühen sich in der PDS redlich um eine Korrektur des Kurses, bei anderen jedoch bin ich fast davon überzeugt, dass sie sich bewusst sind, dass jegliche Mühe vergeblich ist und tun trotzdem so, als sei dies möglich.

Ich meine hier v.a. den Bundessprecherrat der KPF. Jene, die sich Kommunisten nennen, haben in den letzten Jahren jegliche Initiative gegen die Reformer genannten Parteirechten, unterbunden. Weder haben sie eine fundierte Opposition gegen die politische Linie der Parteiführung geführt, noch haben sie Initiativen dieser Art unterstützt. Natürlich ging von ihnen auch kein Impuls aus aus um politische Alternativen zu entwickeln.

Sie haben eingerüttelt Maß an Mitschuld daran, dass die PDS noch schneller als die Grünen, sich an die kapitalistische BRD anpasste.

Ich meine, was wir brauchen, ist eine kommunistische Partei, eine Partei auf dem Boden des Marxismus-Leninismus. Wir brauchen keine zweite sozialdemokratische Partei (die eine ist schon zu viel), auch keine Godesbergsche vorschrödersche.

Mit kommunistischen Grüßen

Günter Ackermann#

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