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Die
Verbrechen des Kapitalismus
200
Jahre Kapitalismus – 200 Jahre Kriege, Hungersnöte, Unterdrückung
Von
Günter Ackermann/Januar 2006
In
der Geschäftsordnung des ersten Teils der Wintersitzung der
Parlamentarischen Versammlung des Europarats (23.-27. Januar 2006)
findet man: „Mittwoch 25. Januar Notwendigkeit der internationalen
Verurteilung der Verbrechen des Kommunismus (Dok.). Referent des
Ausschusses für politische Angelegenheiten: Herr Göran Lindblad
(Schweden, EPP/CD)“
Starker
Tobak! Da betreibt dieser Honoratiorenclub von abgehalfterten Politikern
doch tatsächlich eine Art Vergangenheitsbewältigung, indem sie nach
der Methode „haltet den Dieb!“ den Kommunismus und uns Kommunisten
an den Pranger stellt.
Diese
bourgeoisen Politiker blenden dabei aus, dass es der Kapitalismus ist,
der seit seinem Entstehen vor etwa 200 Jahren unsägliches Leid über
die Menschheit brachte und das allein aus dem einen Grund: Profitsteigerung!
Nicht der Mensch zählt im Kapitalismus, es ist das Geld.
Nachfolgend ein paar Beispiele der Verbrechen, die der Kapitalismus an
der Menschheit beging.
Beginnen wir mit dem verbrecherischsten aller
Spielarten des
Kapitalismus:
1.
Der deutsche Faschismus.
Der
Kapitalismus in Deutschland war – im Gegensatz zu England und
Frankreich – bedingt durch die feudale Zersplitterung Deutschlands, .
erst sehr spät
entstanden.
Durch die Reichseinigung unter Bismarck war das
deutsche Kapital politisch und militärisch in der Lage, sein
„Recht“ am Kuchen des Kolonialismus einzufordern. Aber der Kuchen
war schon aufgeteilt. England und Frankreich besaßen die fettesten Stücke,
aber selbst die Niederlande und Belgien konnten ein großes
Kolonialreich ausbeuten. Als die Deutschen kamen, blieben nur einige
armselige Reste Afrikas, Neuguineas und in der Südsee übrig.
Gar
kein Vergleich zur englischen Kolonie Indien – also die heutige
Indische Union, Pakistan und Bangladesch zusammen – oder Südafrika, Nigeria usw. der Engländer, die französischen
Kolonien in Indochina, Nord- und Zentralafrika, oder Belgisch-Kongo und
die reiche Kolonie der Holländer „Niederländisch Indien“, das
heutige Indonesien.
Die
deutschen Kapitalisten wähnten sich zu kurz gekommen und wollten ihren
Anteil am Kuchen – wenn nicht freiwillig, dann durch Krieg. Freiwillig
aber dachte keines der Kolonialherren daran, die Welt zu Gunsten der
deutschen Imperialisten neu aufzuteilen.
Das Ergebnis: der 1. Weltkrieg. Der war der damals mörderischste aller
Kriege aller Zeiten, ein Krieg der kapitalistischen europäischen Länder
um die Herrschaft der Welt.
Wie
wir wissen, der Versuch des deutschen Kapitals scheiterte, der Krieg
ging verloren und das deutsche Kapital verlor auch noch das wenige an
Kolonien, das es vor dem Krieg besaß.
Im
Osten Europas jagte das russische Volk den Zaren zum Teufel, der erste proletarische Staat,
Sowjetrussland, entstand.
Das
deutsche Großkapital fand sich mit der Niederlage von 1918 nicht ab und sann auf
Revanche. Hinzu kam ein weiterer Feind, der die Herrschenden
aller kapitalistischen Länder einte: Sowjetrussland.
Es gab in Deutschland eine starke Arbeiterbewegung. Die
hatte bereits am Ende des 1. Weltkrieges dem Kaiser zum Abdanken
gezwungen und nur der massive Verrat durch die Sozialdemokratie, rettete
wenigstens die kapitalistische Gesellschaftsordnung in Deutschland. Das Kapital erkannte, dass ohne die Zerschlagung der
Arbeiterbewegung ein erneutes Greifen zur Weltherrschaft von Anfang an
zu Scheitern verurteilt war.
Vor allem war
die stärkste kommunistische Partei
außerhalb Sowjetrusslands, die KPD, entstanden. Die KPD hätte jeden
Versuch des deutschen Finanzkapitals, einen erneuten Krieg zu führen,
vor allem diesmal gegen Sowjetrussland, den entschiedensten Widerstand
entgegen gesetzt.
Kurz:
Ohne die Zerschlagung der Arbeiterbewegung war ein erneuter Versuch die
Weltherrschaft durch das deutsche Finanzkapital von Anfang an zum
Scheitern verurteilt.
Die
Nazis waren genau das Richtige. Ihre lumpenproletarischen Führer, in
ihrem Hass auf alles, was an humanistischer Tradition Europas
existierte, boten sich geradezu an. Sie würden nicht zögern mittels
brutaler Verfolgung bis hin zum Mord jegliche sozialistisch/kommunistische
und demokratische Bewegung zu vernichten. Sie waren die Garanten für
einen neuen Weltkrieg.
Zwar
teilten die feinen Herren nicht unbedingt den pathologischen Judenhass der Nazis, aber
den nahmen sie billigend in Kauf. Außerdem konnten die nicht-jüdischen
Kapitalisten sich durch die
Arisierung jüdischen Eigentum bereichern oder sich Konkurrenten vom
Hals schaffen, später, im Krieg, billige Arbeitskräfte als
Fremdarbeiter, jüdische und nichtjüdische KZ-Häftlinge usw.
verschaffen. Selbst am Massenmord an Juden und Zigeuner ließ sich noch
viel Geld verdienen. Das Giftgas wurde von einer Tochter
von IG-Farben hergestellt, die Reichsbank überwies die
Rechnungsbeträge pünktlich.
Das
deutsche Großkapital hob Hitler 1933 an die Macht, weil es sich die
terroristische Zerschlagung der Organisationen der Arbeiterbewegung und
der demokratischen Opposition versprach, mit dem Ziel, die Fakten, die
der 1. Weltkrieg geschaffen hatte, zu revidieren. Hitler erfüllte ihre
Erwartungen.
Zwar
ist der deutsche Faschismus ohne Vergleich, aber die Verbrechen des
Kapitalismus wurden auch in anderen Ländern begangen. So z.B. der
englische Kapitalismus in Irland.
2.
Die Große Hungersnot in Irland 1845
Irland
war seit dem Mittelalter stark von England politisch beeinflusst. Später
würde es auch offiziell ein Teil Britanniens. Im 19. Jahrhundert hatten
sich schließlich englisch-protestantische Großgrundbesitzer 75% des
bebaubaren Landes mittels Terror gegen die Einheimischen Iren angeeignet. Sie ließen auf ihren Ländereien Getreide
für den Export nach England anbauen – Irland galt als die Kornkammer
Britanniens – und züchteten
Schafe als Wolllieferanten für die englische Textilindustrie. Den 8,5
Mio. Iren (Mitte des 19. Jahrhunderts) bebauten das schlechtere Land,
sie lebten allein von Kartoffeln.
1845
gab es eine Missernte an Kartoffeln. Ein Pilz hatte sich ausgebreitet
und die Ernte vernichtet. Das setzte sich auch in den Folgejahren fort.
Bis 1851 dauerte die Hungersnot, an der 1,5 Millionen Iren starben,
ebenso viele wanderten aus. In den folgenden Jahrzehnten verließen
noch einmal 3 Mio. Iren ihre Heimat.
Die
kapitalistische Geschichtsschreibung sagt, Ursache der Hungersnot sei
ein Pilz gewesen, der die Kartoffelernten vernichtete.
Der Pilz war nur
der Auslöser der Katastrophe, die Ursache war die kapitalistische
Ausbeutung Irlands.
Von der Hungersnot nicht betroffen – wie sollte es
auch – waren die Großgrundbesitzer. Ihr Getreide erlitt keine
Missernte und ihre Schafe fraßen das saftige Gras Irlands. Der
Getreideexport nach England ging auch auf dem Höhepunkt der Hungernot
weiter, als sei nichts geschehen.
Die
Großgrundbesitzer profitierten sogar von der Hungersnot. Viele der Pächter
konnten ihre Pacht nicht mehr bezahlen und wurden von Haus und Hof
gejagt, das Land bekam der Großgrundbesitzer.
Das Getreide an die
Hungernden zu verteilen, kam weder den Großgrundbesitzern noch der
Regierung in London in den Sinn. Das hätte keinen Profit gebracht.
Belassen
wir es bei diesen beiden historischen Beispielen. Es gibt derer unzählige.
Da ist z.B. die Vernichtung der Hereros in Deutsch-Südwest-Afrika
(Namibia), die fast vollständige Ausrottung der Indianer in den USA,
der Opiumkrieg, als England die chinesische Regierung zwang, den
Opiumhandel zu erlauben; die Niederschlagung der verschiedenen Aufstände
in den Kolonien durch die Kolonialmacht usw. All das sind Verbrechen,
die von kapitalistischen Staaten im Interesse des Profits der
Kapitalisten begangen wurden.
Der
Kolonialismus ist nicht schon vor langer Zeit beendet worden. Viele der
heutigen Kriege, so z.B. Westtimor oder in Afrika, sind die Spätfolgen.
Es gibt sogar noch Überreste des Kolonialismus. So z.B. die
"Französischen Überseeprovinzen" im Südpazifik, wo
Frankreichs Atomwaffen getestet wurden. So wurde bekannt, dass die
französische Regierung ihre Atomwaffen bei überirdischen Tests so zur
Explosion brachte, dass Einheimische in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Wertvolle Erkenntnisse über die Vernichtungskraft, waren das Ergebnis.
Das
„Verbrechen“ des Kommunismus
Kurz
gesagt; Es besteht darin, gegen all diese Verbrechen des Kapitalismus
den entschiedenen Kampf zu führen. In den Kämpfen gegen die Kolonialmächte
waren es oft Kommunisten, die an vorderster Front kämpften. Denken wir
nur an Ho Chi Minh in Vietnam.
Auch
der antifaschistische Widerstand in Europa gegen die deutschen
Faschisten, gegen Mussolini in Italien. gegen
Franco in Spanien und gegen Salazar in Portugal war von Kommunisten geführt.
Die
von Kommunisten geführte Sowjetunion zwang Hitler in die Knie und wies
die kalten Krieger in den USA in die Schranken. Auch gingen maßgebliche
Impulse von den von Kommunisten regierten Ländern aus, die das Kapital
zwangen, bestimmte Kompromisse einzugehen. Unser relativ hoher
Lebensstandard in Westeuropa ist auch das Ergebnis der Existenz des
sozialistischen Lagers. Als es nicht mehr existierte, meinen die
Herren der Konzerne keine Rücksichten mehr nehmen zu müssen. Sozialraub und Reallohnverlust,
zunehmende Verelendung breiter Teile des Volkes, sind das Ergebnis.
Auch,
dass noch heute Millionen Menschen in der Welt verhungern, an Seuchen
sterben, in Kriegen getötet und verstümmelt werden, geht auf das
Konto des Kapitalismus.
Was
also sind die Verbrechen des Kommunismus? Es ist der Kampf der Kommunisten für eine gerechte Gesellschaftsordnung, gegen Kapitalismus und
Krieg. Die Herrschenden hassen und fürchten die Kommunisten.
Sie
werfen uns vor, wir hätten Verbrechen begangen, ja, sie vergleichen den
sowjetischen Führer Stalin gar mit Hitler. Warum sie das tun, ist
offenkundig: Sie wollen die Idee der Befreiung der Menschheit
diskreditieren.
Hitler ab er ist einer der ihren, dagegen Stalin war der Todfeind des Faschismus
und des zum Imperialismus gewordenen Kapitalismus. Das verzeihen diese
Herrschaften nicht.
Noch
etwas zur kommunistischen Geschichte im 20. Jahrhundert:
Brecht
schrieb:
An
die Nachgeborenen
Gingen
wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Dabei wissen wir ja:
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
konnten selber nicht freundlich sein.
Ihr
aber, wenn es soweit sein wird,
Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist,
Gedenkt unsrer
Mit
Nachsicht
Dieses Gedicht von Brecht
zeigt, worum es geht. Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Leo Jogiches,
Eugen Leviné und
andere Kommunisten wollten ein friedliches Deutschland, wo alle Menschen
Arbeit und Brot finden, sie wollten den Boden bereiten für Freundlichkeit – und wurden
ermordet.
Lenin und Sowjetrussland
wollten friedlichen Aufbau, wollten den Boden bereiten für
Freundlichkeit unter den Völkern. Das aber widersprach den Interessen
des internationalen Kapitals.. Die Sowjetunion wurde mehrfach mit Kriegen überzogen,
der schlimmste war der von 1941-1945.
Die UdSSR war in all diesen Kriegen letztlich siegreich, jedoch störten
und behinderten sie den sozialistischen Aufbau.
Mit Verlaub ihr Herrschaften
in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates: Wir haben uns
erlaubt, uns nicht zur Schlachtbank führen zu lassen, sondern haben den
Krieg geführt gegen die Kriegstreiber, uns an die Spitze des
Klassenkampfes gegen eure Profitinteressen gestellt und euch manche
Schlappe zugefügt.
Und immer war eure Antwort
das Verbrechen. Eure Methode war Meuchelmord, Folter, Haft für uns
Kommunisten, wenn ihr unser habhaft werden konntet.
Und wir haben uns gegen eure
Agenten gewehrt. Sie sollten die Sowjetunion von innen her aufweichen
und für euch sturmreif machen. Stalin trat dem entgegen und die
sowjetische Führung vereitelte es. War das ein Verbrechen, wenn wir uns
euren Agenten in den Weg stellten und die ausschalteten? Für euch
sicher, wir hätten uns um Gnade winselnd euch ergeben sollen, meint ihr. Das taten
wir nicht, sondern griffen zum Gewehr setzten unsere Sicherheitsorgane
ein und ihr ward, solange wir das taten, auf der Verliererseite - als
Verbrecher gegen die
Menschen und die Menschlichkeit entlarvt.
Ja, manchmal gerieten auch
gute Genossen in die Mühle. Um jeden einzelnen ist es schade und
unverzeihlich, dass es passierte. Aber das haben wir unter uns
auszumachen.
Wir mussten handeln, wir waren ständig euren Bedrohungen von Krieg und Mord ausgesetzt. Euch
ging es um euren erbärmlichen
Profit, da geht ihr über Leichen, da kennt ihr kein Pardon.
Uns dagegen geht es um die Menschen, um den Boden für Freundlichkeit, um eine
gerechte Gesellschaft, um Brot für alle.
Wir kämpfen für das Glück
der Menschheit, ihr für die Bilanzen eurer Banken und Konzerne. Wir
waren voll heißem Herzens für die gerechte Sache und unsere Bewegung
war jung, wir hatten kein historisches Vorbild.
Die Kommunarden von
Paris 1871 starben unter dem Kugelhagel eurer Exekutionskommandos. Unter Stalins
Führung schossen wir zurück!
Wie unverzeihlich!
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