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40 Jahre DKP:

40 Jahre Anpassung an die Sozialdemokratie

Ein kritischer Rückblick

Von Günter Ackermann

K-Online, 8. August 2008

Vorbemerkung:

Ich greife hier eine Äußerung des DKP-Vorsitzenden Heinz Stehr auf, die meiner Meinung nach, nicht unwidersprochen bleiben darf. Es handelt sich hier um eine der unsäglichen Äußerungen dieses angeblichen Kommunisten, wie die, in der er seine Zustimmung zur Politik der Kollaboration der Irakischen KP mit den USA-Okkupanten äußerte.

Diesmal handelt es sich um eine Äußerung über die Entwicklung der deutschen Kommunisten seit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ernst Thälmann und Wilhelm Pieck.

Stehr schreibt, seine Partei sei „heute das Beste, was die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung in der 90-jährigen Existenz von KPD und DKP hervor gebracht hat!“[1] und

„Wir, die Mitglieder der DKP, haben uns nicht eingerichtet in diesen für uns schwierigen Verhältnissen - im Gegenteil: wir bemühen uns nach Kräften, einen Beitrag zu leisten, die Rechtsentwicklung zu stoppen und durch die Veränderung des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen.“[2]

Ich will hier nichts gegen den sicherlich hervorragenden Einsatz vieler Genossen aus der DKP in den alltäglichen Klassenkämpfen schreiben. Es gab in diesen vierzig Jahren eine ganze Reihe von sehr guten und kämpferischen Genossen an der Basis. Trotzdem sollte das kein Grund zu Lobhudelei sein.

Obiges Zitat zeigt die maßlose Überschätzung der DKP durch ihren Vorsitzenden. Man bedenke: Die KPD unter Liebknecht, Luxemburg und Leo Jogiches führte eine Revolution gegen den Kaiser und dessen 1. Weltkrieg und nur der Verrat durch die sozialdemokratische Führung verhinderte den Sieg der Revolution.

Man bedenke weiter: Die KPD Ernst Thälmanns war eine bolschewisierte Partei neuen Typs mit Massenbasis, die DKP hat dies nicht, ihre Mitgliederzahlen sinken erschreckend und ihr Masseneinfluss ist gleich Null. Und diese Partei soll „heute das Beste, was die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung in der 90-jährigen Existenz von KPD und DKP hervor gebracht hat!“ sein? Man fragt sich, ob Stehr noch richtig tickt und jede Bodenhaftung verloren hat. Seine Partei neben die KPD Thälmanns zu stellen, ist allein schon verwegen, sie über diese zu stellen, ist maßlose Selbstüberschätzung.

Aber er bleibt sich treu, wenn er revisionistisches Zeug ausschwitzt. Da schreibt er wirklich: „und durch die Veränderung des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen.“

Wie verändert man das gesellschaftliche Kräfteverhältnis im Kapitalismus? Das ist ja wohl ein Unding. Das gesellschaftliche Kräfteverhältnis kann nur durch den Sturz der Diktatur der Bourgeoisie durch einen revolutionären Akt und die Errichtung der Diktatur des Proletariats, verändert werden.

Marx schrieb: „Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.“ - Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 28

Von „zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen.“ schrieb Marx nichts. Was Stehr damit sagen will ist, sich weiterhin der Linkspartei anzupassen und für sie Zuträgerdienste zu leisten. In Konsequenz bedeutet das, den Versuchen, in Deutschland eine revolutionäre KPD zu schaffen, in den Rücken zu fallen. Damit hat dann Stehr die objektive Aufgabe für die Bourgeoisie erfüllt, das genau ist seine Rolle.

1. Die politische Situation vor der DKP-Gründung

1956 verbot das Adenauer-Regime in Westdeutschland die KPD. Adenauer wollte sich damit ihres wichtigsten Widersachers entledigen. So stand die KPD an der Spitze der Bewegung gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands. Diese Bewegung war damals in Deutschland quer durch die politischen Parteien sehr präsent. Es gab in Norddeutschland eine starke Bewegung gegen die Benutzung der Insel Helgoland als Bombenübungsziel für die britische Royal Air Force (RAF). Als dem Druck der Bevölkerung nachgegeben werden musste, bot Adenauer den Briten das Vogelschutz- und Fischereigebiet in der Weser/Elbmündung Großer Knechtsand an. Naturschützer und Fischer stellten sich dagegen. Und immer war die KPD an führender Stelle dabei.

Das deutsche Großkapital und dessen Regierung Adenauer wollten sich deshalb dieses wichtigsten Gegners entledigen. Sie verboten 1956 die KPD und überzogen das Land mit Kommunistenverfolgung.

Aber das KPD-Verbot hatte für die BRD auch negative Folgen. Dem Ansehen der BRD in der demokratischen Öffentlichkeit im Ausland war das KPD-Verbot abträglich. Nur in den damals faschistisch regierten Staaten Europas, in Spanien und Portugal, waren die kommunistischen Parteien verboten – und eben in der BRD. Selbst in den USA gab es eine legal arbeitende KP, nur in Deutschland nicht. Und das in einem Land, dessen Exekutive und Rechtsprechung, aber auch in die Regierungsparteien, CDU/CSU, FDP, Deutsche Partei und „Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertrieben und Entrechteten“, selbst in der SPD, es nur so von Ex-Nazis wimmelte. Das wusste man auch im Ausland.

Aber solange die Nachkriegskonjunktur andauerte, störte das KPD-Verbot die Geschäfte des Großkapitals nicht, im Gegenteil. Denn auch in den Gewerkschaften wurden die Kommunisten entfernt und so konnten die nun fast rein sozialdemokratischen Gewerkschaften ihre Politik der „Sozialpartnerschaft“ durchziehen.

In der 2. Hälfte der 60er Jahre endete der Wirtschaftsboom der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und eine Rezession breitete sich aus. Zwar wurde das gemildert durch den USA-Krieg in Vietnam, das reichte jedoch nicht. Besonders betroffen war da die deutsche Exportwirtschaft, Maschinenbau und Schwerindustrie. Neue Märkte gab es nur im Osten, der Sowjetunion und in den sozialistischen Ländern.

Jetzt erwies es sich als echtes Hemmnis für die Profite der Konzerne, dass die KPD verboten war und ihre Mitglieder verfolgt wurden. Man musste das ändern. Nur wie konnte man das, ohne das Gesicht zu verlieren. Denn formal hätte das Bundesverfassungsgericht beschließen müssen, dass es 1956 ein Fehlurteil gefällt hatte.

Andererseits war das Nichtvorhandensein einer legalen kommunistischen Partei auch im Inneren zum Unsicherheitsfaktor geworden. Inzwischen begann die Bewegung gegen den USA-Krieg in Vietnam, gegen die Notstandsgesetze, es gab 1967 das erste Mal wieder eine hohe Zahl von Arbeitslosen usw. Im Lande bildeten sich örtliche kommunistische Zirkel, die organisatorisch nicht mit der KPD verbunden waren und einen Kurs steuerten, der an die Politik Lenins und Stalins, also vor dem 20. Parteitag, anknüpfte. Es war also im Interesse des Kapitals, das KPD-Verbot zwar nicht aufzuheben, es aber faktisch außer Kraft zu setzen.

Die damalige Bundesregierung unter dem Altnazi Kurt Georg Kiesinger trat in Verhandlungen mit der DDR zu dieser Frage ein.

Die KPD hatte bereits vor dem Verbot ihren Kotau vor den Herrschenden gemacht: Anstatt zu kämpfen, passte sich die KPD-Führung der chruschtschowschen Linie des friedlichen parlamentarischen Wege an und strich aus dem Programm den Passus des „revolutionären Sturzes des Adenauer-Regimes“ und bekannte sich zu den „verfassungsmäßigen Grundrechten und Freiheiten“ und man wolle „entschlossen gegen Verfassungsbruch und autoritäre Willkür“ kämpfen. Der imperialistische Staat missachtete aber diesen Kotau und verbot die KPD dennoch.

Wieder einmal wurde die alte Weisheit bestätigt: Der Klassenfeind honoriert keinerlei Kratzbuckeln, wenn es um die Schwächung und/oder Vernichtung von linken und kommunistischen Parteien geht.

Jedenfalls war in der 2. Hälfte der 60er Jahre das KPD-Verbot für große Teile des Großkapitals hinderlich für ihre Geschäfte geworden. Und im Inneren rebellierte eine junge Generation, die den Faschismus nicht bewusst erlebt hatte, gegen die alten Nazis in den Institutionen des Staates, der etablierten Parteien und der Wirtschaft antrat. Damit diese neue Generation nicht nach ernsthaften Alternativen suchte, musste ein Auffangbecken geschaffen werden, das deren Protest in systemkonforme Bahnen lenkte.

Da bot sich zum einen die SPD an. Damals gab ich die SPD in Teilen (Jusos) so links, dass man gewogen war, das zu glauben. Der spätere Bundeskanzler Schröder war z.B. einer von ihnen. Sein Busenfreund, Generalsekretär der SPD von 2004 bis 2005, Klaus Uwe Benneter, war Vorgänger Schröders als Juso-Vorsitzender. Willy Brandt ließ Benneter wegen seiner linken, zur Schau getragenen, Haltung damals aus der SPD werfen. In die kehrte Benneter aber 1983 reuevoll und geläutert zurück.

Benneter meinte, die DKP sei potentieller Bündnispartner der SPD – übrigens eine Haltung, die lange auch von der DKP-Führung vertreten wurde. Dass Benneter kein Linker war, sondern diese Haltung nur heraushängen ließ, bestätigte ihm einer seiner Vorgänger im Juso-Vorsitz, Wolfgang Roth. Der verteidigte Benneter mit den Worten: „Benneter wäre aus der SPD längst herausgeflogen, wenn er wirklich Kommunistenfreund wäre. (...) In den Jahren seiner politischen Tätigkeit hat Benneter sich in überzeugender Weise gegen Kommunisten und deren Strategie und Ziele ausgesprochen.“

Alles war also Blendwerk. Die Jusos sollten die rebellische Jugend der damaligen Zeit einfangen, was sie ja auch erfolgreich taten.

Diese Aufgabe sollte auch die neu zu gründende Kommunistische Partei haben. Natürlich sollte es keine revolutionäre marxistisch-leninistische Partei in der Tradition Ernst Thälmann werden, also keine bolschewisierte Partei neuen Typs, sondern eine KP nach dem Geschmack der herrschenden Klasse des Monopolkapitals. Der damalige Justizminister in der Regierung der Großen Koalition von Kanzler K.G. Kiesinger (bis 1945 NSDAP, dann CDU) und seines Vizekanzlers und Außenministers W. Brandt (SPD), Gustav Heinemann, führte die Verhandlungen. Heraus kam, dass die Regierung keineswegs das KPD-Verbot aufzuheben gedenke, sondern es sollte eine von allen klassenkämpferischen und revolutionären Ideen gereinigte Partei nach Chruschtschowschen Vorstellungen gegründet werden. Zwar hatte Chruschtschow bereit 1964 Breschnew weichen müssen, aber der Kurs des 20. Parteitags der KPDSU, des friedlichen Wettbewerbs der Systeme, des friedlichen Übergangs über den Parlamentarismus usw., war Linie der KPDSU und der meisten anderen regierenden und nicht regierenden Kommunistischen Parteien geblieben.

Da die Führung der SED damals diese Positionen der KPDSU teilte und die KPD bereits vor dem Verbot auf die Linie Chruschtschows eingeschwenkt war, war das kein Problem und die DKP wurde am 25. September 1968 in Frankfurt am Main gegründet.

2. Politische Linie der DKP

Auffallend ist die Prinzipienlosigkeit der offiziellen DKP-Linie. Ein Beispiel: 1970 wohnte ich in Köln. Dort kam es zu einem Bündnis aller linken Gruppen und Parteien für eine Demonstration gegen den Vietnamkrieg. Nicht mit von der Partie waren – natürlich – die SPD und die Jusos.  Bei der Vorbesprechung des Bündnisses gab es eine Auseinandersetzung zwischen jungen Pazifisten in der DFG/VdK und deren örtlichen Chef, ein gewisser Dr. Gruhl, von Beruf gut betuchter Rechtsanwalt. Die jungen Friedensfreunde hatten herausgefunden, dass ihr Chef aktiver Nazi gewesen war und sogar über die Verschärfung des Strafrechts im Kriegsfalle promoviert hatte. Gruhl hatte sich offenbar außerdem während des 2. Weltkrieges an Kriegsverbrechen beteiligt, jedenfalls war in der UdSSR wegen Beteiligung an solchen Verbrechen zu einer langjährigen Strafe verurteilt worden. Wir kannten Gruhl als wütenden Antikommunisten.

Alle Gruppen forderten die DKP in Köln auf, sich von Gruhl zu distanzieren. Aber in Nibelungentreue standen sie zu ihm. Es gab dann eben zwei Demos gegen den Vietnamkrieg: Eine große, mit allen linken und Antikriegsgruppen und eine der SPD/Jusos, der DKP und die wenigen zu Gruhl stehenden Mitglieder der DFG/VdK. Die linke Aktionseinheit wurde durch die DKP gespalten.

Ich unterstelle der DKP damit nicht, dass sie sich damals mit Faschisten abgeben wollte. Aber ihr Opportunismus ging soweit, dass sie lieber mit zweifelhaften Pazifisten, als mit Revolutionären und radikalen jungen Leuten aus der Friedensbewegung zusammen gehen wollte.

Ähnlich auch ihre Haltung zur Sozialdemokratie. Die DKP hat in den 40 Jahren ihres Bestehens nie Kritik an der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführung geübt und sich treu zur denen verhalten. Ich kenne ein Beispiel aus der IG-Metall, da ging es um einen kommunistischen IGM-Vertrauensmann (der nicht der DKP angehörte), den die IGM-Führung ausschließen wollte. Dieser hatte ein Buch über einen Streik geschrieben, den er selbst an führender Stelle mitgemacht hatte.[3] Die IG-Metall-Führung unter dem damaligen Vorsitzenden Eugen Loderer, hatte alles getan, um diesen Streik zum Scheitern zu bringen. Er wurde dennoch  ein Erfolg.

Die DKP-Genossen am Ort hatten sich vorbildlich für den Streik engagiert. Nach dem Streik kamen die Mitglieder der Betriebsgruppe der DKP zu jenen Kollegen und forderten ihn sogar auf, Mitglied der DKP zu werden.

Das alles kam im Buch vor, aber auch, wie sich die IG-Metall-Führung verhalten hatte. Daher sollte jener Vertrauensmann ausgeschlossen werden. Verhindert wurde der Ausschluss durch den linkssozialdemokratischen Betriebsratsvorsitzenden.

Als jener Vertrauensmann einige Jahre später seine Hochschulzulassung gemacht hatte und studieren wollte, bewarb er sich bei der Hans-Böckler-Stiftung des DGB um ein Stipendium. Nach der Satzung muss der jeweilige Ortsvorstand der DGB-Gewerkschaften eine Bewerbung für ein Stipendium empfehlen. Der Kollege wurde einstimmig abgelehnt, d.h. auch mit der Stimme eines (ehrenamtlichen) Ortsverwaltungsmitglieds, der der DKP angehörte.

Die DKP-Mitglieder in den Betrieben machten als Vertrauensleute und Betriebsräte fast immer  hervorragende Arbeit, aber ihre Partei entwickelte keine kritische Distanz zu den Führungen der DGB-Gewerkschaften und kritisierte sie nie.

Die DKP-Führung hatte Angst, dass sie damit von den Sozialdemokraten aus den Gewerkschaften gedrängt wird, sie übersieht dabei jedoch, dass dies ja von Anfang an geschah. Es gab in diesen 40  Jahren DKP meines Wissens keinen einzigen hauptamtlichen Gewerkschaftssekretär in einer DGB-Gewerkschaft, wohl aber eine ganze Reihe aus der CDU.

Eine Gewerkschaft, wie die IGBCE und ihre Vorgängergewerkschaften IG-Chemie und IG-Bergbau drängten Kommunisten total aus Funktionen, andere, wie die IG-Metall, duldete einige DKP-Mitglieder als Alibifiguren – jedenfalls so lange die DKP noch politikfähig war.

2. Berufsverbote als Fortsetzung der Politik der Verfolgung von Kommunisten

Die Bewegung der Rebellion der Jugend gegen die Politik der Bonner Regierung wurde, wie schon festgestellt, zum Teil von der SPD aufgefangen und in Bahnen gelenkt, die dem Kapital genehm waren.

Ein anderer Teil dieser Jugend schloss sich der DKP an, wieder Andere revolutionären, aber zum Teil ultralinken, Gruppen. Die DKP betrieb zwar eine Politik der Anpassung an die Sozialdemokratie – damit auch an den Staat des Monopolkapitals – musste aber gleichzeitig dem Anspruch der Mehrheit ihrer Mitglieder nach einer linken Politik gerecht werden. Oft war es so, dass die Parteiführung das eine sagte, die Parteibasis aber eine linke Praxis betrieb. Zum Teil gingen aber auch linke Impulse von der DKP aus. Jedenfalls aber war sie dem kapitalistischen System ein unsicherer Kantonist.

Um die aktivsten Mitglieder der DKP und die anderer kommunistischer Gruppen zu disziplinieren, entschloss sich Bundeskanzler Willy Brandt 1972 an eine alte Tradition von 1950 anzuknüpfen. Der sogenannte Adenauererlass vom 19. September 1950 sah vor, Mitglieder von Organisationen, die die Bundesregierung als verfassungsfeindlich einstufte, aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen.

Der sogenannte Radikalenerlass vom 28. Januar 1972 sah das auch vor und ging sogar weiter. Musste bei Adenauer die Organisation als verfassungsfeindlich eingestuft werden, forderte  der Brandtsche Berufsverbotserlass von Beschäftigten im öffentlichen Dienst, vor allem Beamten, das keine „Zweifel am Eintreten des Betroffenen für die Freiheitliche demokratische Grundordnung bestehen“ dürften. Was diese FDGO ist, war und ist umstritten. Staatsrechtler halten das für juristischen Unfug. Schlimmer noch, wie beim Adenauer Erlass von 1950, es war Tür und Tor für Willkür geöffnet worden.

Die reinen Fälle von verhängten Berufsverboten, waren nicht besonders hoch. Man spricht von ca. 1.100 Fällen. Aber es gab 1,4 Millionen Personen, die überprüft wurden und entsprechend viele Anhörungen. Dass dies einschüchternd auf alle wirkte, die im öffentlichen Dienst arbeiten wollten oder beschäftigt waren, liegt auf der Hand. Jeder Lehrer, Lokomotivführer, Bahnschaffner, Postbote, Beamte der Kommunen, der Länder und des Bundes standen unter Generalverdacht, wenn sie ihren demokratischen Rechten nachgingen und z.B. an Demonstrationen gegen die Nachrüstung Anfang der 80er Jahre teilnahmen und/oder Mitglieder der DKP oder anderer nicht systemkonformer Parteien und Gruppen  waren oder damit sympathisierten.

Wieder zeigte es sich, dass Zugeständnisse an den Staat des Kapitals keinen Sinn machen.

Die Praxis der Berufsverbote in der Form der 70er und 80er Jahre wurde wegen der internationalen Proteste eingestellt. Aber noch heute gibt es z.B. in Bayern für jeden Bewerber für den öffentlichen Dienst einen Fragebogen, wo dieser Fragen beantworten muss, ob er „verfassungsfeindlichen Organisationen" wie Al-Qaida oder Scientology oder Funktionär der FDJ, des FDGB oder einer anderen Massenorganisation in der DDR war. Allein das Nebeneinander der Organisationen ist Unfug.

Die Berufsverbote standen im krassen Widerspruch zu dem, was Willy Brandt verkündete, als er Bundeskanzler geworden war: „Mehr Demokratie wagen!“ Eine leere Phrase zum Einlullen derer, die eine Veränderung der Gesellschaft wollten.

3. Fazit

Die DKP hatte bei ihrer Gründung ca. 9.000 Mitglieder. Durch Zulauf wohl vor allem aus der damaligen Außerparlamentarischen Opposition stieg die Anzahl der Mitglieder bis 1981. Der damalige DKP-Vorsitzende Herbert Mies sprach von 49.000. Aber richtig dürften die unter dem Deckel gehaltenen Zahlen der SED gewesen sein. Die SED ging von ca. 27.000 Mitgliedern der DKP aus. Heute dürften es weniger als 4.000 sein, Tendenz sinkend, also weniger als die Hälfte wie zum Zeitpunkt der Gründung. Hinzu kommt, dass die DKP wegen Überalterung in weiten Teilen nicht mehr politikfähig ist.

Sie steht einerseits in Konkurrenz mit der Linkspartei. Die DKP-Führung versucht aber seit 1990 ihre Partei als Juniorpartner der PDS/Linkspartei zu verwenden. Sie hegt dabei die stille Hoffnung, dass ein paar Brotkrumen auch für die DKP abfallen.

Wenn das aber diese Linie gefahren wird, dann erwächst ein neues Dilemma: In der DKP gibt es noch Mitglieder, die sich als Kommunisten fühlen und als solche handeln. Wir erlebten das in diesem Jahr in Niedersachsen. Dort wurde eine DKP-Genossin, die ehemalige Krankenschwester und jetzige Rentnerin Christel  Wegner,  über die Liste der Linkspartei in den Landtag gewählt und vertrat offen ihre kommunistische Gesinnung. Dass eine Hetzkampagne der bürgerlichen Presse gegen sie einsetzte, ist normal. Auch, dass sich die Linkspartei-Promis, incl. der Frontfrau der Kommunistischen Plattform, Sahra Wagenknecht, gegen sie stellten, ist nicht verwunderlich. Aber auch aus der eigenen Partei wurde sie kritisiert. Es war Parteichef Stehr gar nicht recht, dass Genossin Christel  Wegner  ihnen die Mauschelsuppe versalzen hatte. Erstmal äußerte sich die DKP über eine Woche überhaupt nicht zu ihr. Es gab eine Absprache zwischen Heinz Stehr und dem Linksfraktions-Vorsitzenden Manfred Sohn (siehe) erstmal zu schweigen. Das tat dann Stehr auch. Seine Solidaritätsbekundungen  lesen sich dann auch als wildes Herumeiern

Ein anderer, auf Kommunisten-onlie wegen seiner pro-zionistischen Bekundungen schon mehrfach kritisierter DKP-Funktionär, Ulrich Sander, wurde deutlicher:

Leider hat insbesondere Christel Wegner so ziemlich jedes antikommunistische Klischee bestätigt. Dass eine Abgeordnete der Linken (halt eben nicht der DKP – die stand tatsächlich nicht zur Wahl) zum Besten gibt, dass ihr Programm ein anderes ist, finde ich unglaublich – so etwas schadet der Linken.“

Das ist eben der Widerspruch zwischen revisionistischer Parteilinie und der Versuche von Genossinnen und Genossen – hier Christel Wegner – ihre kommunistische Gesinnung in Politik umzusetzen. Dass sie sich hier gegen Stehr, Sander und andere zu wehren hat, zeigt, dass es noch Kommunisten in dieser Partei gibt. Aber solche konterrevolutionären Elemente, wie Ulrich Sander, zeigen den Kurs dieser Partei: mit Volldampf in den Hafen von Lafontaine/Gysi, auch den letzten Schritt vom Kommunismus weg, .

Das aber wiederum geht auch nicht. Will die DKP Kommunisten an die Linkspartei binden, muss sie nach außen kommunistisch bleiben, geht also das Risiko ein, dass es in Zukunft weitere Christel Wegners gibt, die ihre kommunistische Gesinnung ernst nehmen. Ein Dilemma, dem Stehr nicht entrinnen kann.

G.A.

Manfred Sohn ist Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Landtag von Niedersachsen und ein wahres politisches Chamäleon. Er war zunächst beim FDP-Jugendverband Jungdemokraten und auch Mitglied der FDP. Dann landete er bei den Jusos und wurde Mitglied der SPD.

Dann wechselte er zum DKP-Studentenverband MSB/Spartakus und wurde Mitglied der DKP. Dort brachte er es bis in den Parteivorstand, sogar Mitglied des Sekretariats des Parteivorstands wurde er.

Aber die PDS bot ihm bessere Karrierechancen, also wechselte er 2002 in die PDS und ist nun Mitglied des Landtags von Niedersachsen und der Vorsitzende der Fraktion der Partei Die Linke.

Dieser Wanderer die Karriereleiter hinauf hat seine Wanderung sicher noch nicht beendet. Mal abwarten, wo das sein wird.


[2]  ebenda

[3]  Gerd Höhne: Wir gehn nach vorn, Berlin 1973

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Leserbrief eines Genossen aus der DKP (8, August 2008):

Lieber Genosse Ackermann,

wie Dir bekannt, bin ich Mitglied der DKP und das nicht nur als Mitläufer, sondern kritisch und aktiv in der Auseinandersetzung. Wenn Du die Worte von Heinz Stehr deutest, so unterläuft Dir dort ein gewaltiger Fehler, dieses Zitat als revisionistisch einzustufen.

Wie Du richtig feststellst hat die DKP gegenwärtig kaum politischen Einfluß, er tendiert gegen Null. Darüber und die Gründe für diesen desolaten Zustand sollte gestritten werden. Nochmals die Zeilen von Stehr: wir bemühen uns nach Kräften, einen Beitrag zu leisten, die  Rechtsentwicklung zu stoppen und durch die Veränderung des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen. Ohne eine Veränderung des Kräfteverhältnisses ist ein Umsturz, also eine Revolution überhaupt nicht möglich.

Mit den paar Kommunisten, die dazu noch total zerstritten sind und in der Bevölkerung keine Basis haben, eine Revolution vom Zaune zu brechen, wäre ein Verbrechen. Das wäre Diktatur im Wortsinne und nicht die Diktatur die von Marx als Macht der Arbeiterklasse gemeint und die wahre Demokratie bedeutet. Ich gehe auch sehr kritisch mit Äußerungen um, habe allerdings gut gelernt genau zu analysieren – ich hatte einen guten Staatsbürgerkunde-Lehrer.

Wieso ist die DKP oder auch andere kommunistische Parteien und Strömungen derart isoliert. Eine objektive Ursache ist der maßlose Antikommunismus der in Deutschland pausenlos seit 1933 unjd früher auf die Köpfe der Bevölkerung niederprasselt. In den anderen Ländern der EU war eine solche Hetze nicht möglich, da hier die Kommunisten an forderster Front gegen den Faschismus gekämpft haben – somit an der Befreiung des jeweiligen Lande unmittelbaren Anteil hatten. Deutschen Kommunisten wird dagegen der Vorwurf des Landesverrates immer noch angehangen, da auch heute noch viele Bürger eher nationalistische Positionen vertreten als wirklich antifaschistische.

Eines der größten Hindernisse ist es, dass die kommunistische Bewegung in der Bundesrepublik gegenwärtig in keiner Weise über eine solche Persönlichkeit wie Ernst Thälmann, Wilhelm Pieck oder andere verfügt. Die gegenwärtigen Führer, und das nicht nur bei der DKP, sind eher farblos und unentschlossen. Sie brauchen Wochen ehe sie Entscheidungen treffen und reden sich dann noch heraus, dass sie früher den Sprachgebrauch der DDR übernehmen müssen. Das ist eventuell das Manko, dass diese Genossen dabei verlernt haben eigene Entschlußkraft zu trainieren.

Noch etwas zu der von Dir favorisierten Maßnahme des Umsturzes. Kämpfen will gelernt sein. Eine Revolution kann man nicht aus dem Nichts heraus führen. Dazu muß man Verbündete suchen und finden. Dazu muß man natürlich auch an der richtigen Stelle suchen. Wer dort bei der Führung der Links-Partei sucht, der kann keine Partner für eine Revolution finden. 

Dort sind die Fehler, nicht in dem von Dir angeführten Zitat.

Mit kommunistischen Grüßen

G. W.

Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren

Antwort Roter Webmaster (8, August 2008):

Lieber Genosse G. W.,

wir kürzen meist, wenn wir Zuschriften bekommen, den Namen des Schreibers aus Sicherheitsgründen ab. So auch bei Dir. Den vollen Namen nennen wir nur ausnahmsweise. Das gilt jedenfalls für Zuschriften von Freunden und Genossen, wie bei Dir.

Aber zu deinen Zeilen:

1.

Stehr schreibt zunächst: „Die DKP ist heute das Beste, was die revolutionäre deutsche Arbeiterbewegung in der 90-jährigen Existenz von KPD und DKP hervor gebracht hat!“

Findest Du im Ernst die DKP die beste der Parteien seit 1918, als Karl und Rosa und andere die KPD gründeten? Ich glaube es nicht. Aber genau das schreibt Stehr. Das ist zumindest maßlose Selbstüberschätzung. Denn eine total überalterte und politikunfähige Partei kann ja nicht im ernst besser sein, als eine kämpferische und in den Massen verankerte Partei wie die KPD es war. Das ist der erste Kritikpunkt an Stehrs Text.

Warum schreibt der diesen erkennbaren Unsinn? Hat er Anwandlungen der beste Arbeiterführer Deutschlands aller Zeiten zu sein? Na ja, ich bitte Dich!

2.

Weiter im Stehr-Text: die Rechtsentwicklung zu stoppen und durch die Veränderung des gesellschaftlichen Kräfteverhältnisses zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen.“

Du irrst Dich, wenn Du meinst, Stehr ginge es darum, die Basis für eine Revolution dadurch zu verbessern, indem er Anhänger sammelt und überzeugt. Er schreibt nicht, dass er im Verhältnis z.B. der Sozialdemokratie das Kräfteverhältnis für Kommunisten verbessern will. Er schreibt „gesellschaftliches Kräfteverhältnisse“, also die Verhältnisse der Klassen in der Gesellschaft und um das zu errechen, will er erstmal einen Politikwechsel.

Lese es genau, hierin steckt der revisionistische Teufel. Man kann bekanntlich die Klassenverhältnisse nur verändern, wenn der Kapitalismus gestürzt wird und das geht nur durch einen revolutionären Akt des Proletariats. Davon aber schreibt Stehr nicht. Er strebt anstelle dieses revolutionären Aktes einen simplen Politikwechsel an. Oder was kann er meinen, wenn er „zunächst einen Politikwechsel durchzusetzen.“ will? Und mit wem denn?

Allein kann die DKP das eh nicht, das dürfte Stehr klar sein. Also nur mit der Lafontaine/Gysi-Truppe und in deren Arsch will er ja auch.

Du schreibst sehr richtig, dass die Führung der Linkspartei (ich füge hinzu: und mind. 80% deren Mitglieder) keine Veränderung der Gesellschaftsordnung anstreben. Aber mit denen will Stehr den Politikwechsel durchsetzen. Aber selbst das wollen die nicht. Das sieht man da, wo die Lafontaine/Gysi-Truppe regiert (Berlin und vor ein paar Jahren auch in MeckPom). Macht sie nicht da genau so eine Politik, wie die anderen Parteien. Oder was ist in Berlin besser? Nichts! Eher schlechter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissen beklagte schon vor Jahren, dass immer mehr Kinder keine Schulbücher und Hefte haben, weil ihre Eltern sich das nicht leisten können. Die SPD/„Linke“ Regierung hat aber Geld für die Superreichen, die die Berliner Bankgesellschaft vor die Wand fuhren und entschädigt diese.

In Berlin sind unzählige Kindergärten geschlossen oder privatisiert worden. Das ging auf Initiative des damaligen PDS-Landeschefs zurück.

Weiß das alles Stehr nicht? Wenn nicht, warum hat ihm das seine Stellvertreterin Nina Hager nicht gesagt, die wohnt doch in Berlin und sollte es wissen.

Ich bleibe dabei: Stehr hat uns mit seinem Text zu 40 Jahren DKP ein revisionistisches Kuckucksei gelegt. Das allerdings ist verpackt und sanftrot gefärbt. Wir sollten uns aber davon nicht blenden lassen.

3.

Du schreibst, ich favorisiere die Maßnahme des Umsturzes. Wenn du meinst, ich würde annehmen, wenn ich mir eine Maschinenpistole besorge, gen Berlin reise, in den Bundestag stürme und da die Macht an mich reise, so unterstellst du mir, ich sei blöd.

Für mich gilt ebenso, wie bei allen Kommunisten da, was Georgi Dimitroff dem Reichsgericht in Leipzig zurief: Massenarbeit, Massenkampf, Massenwiderstand, Einheitsfront, keine Abenteuer – das ist das Alpha und das Omega der kommunistischen Taktik.“ Dimitroff an das Reichsgericht am 13. Dezember 1933.

Macht Stehr Massenarbeit, von revolutionärer Massenarbeit ganz zu schweigen? Er schleimt sich an die Lafontaine/Gysi-Truppe an. Ist das revolutionäre Massenarbeit? Das ist gar keine Massenarbeit! Für mich ist das konterrevolutionär.

Damit bin ich beim anderen Teil Deiner Annahme, ich wolle individuellen Umsturz. Das ist natürlich Unsinn. Was ist aber für Kommunisten für unverzichtbar halte, ist eine Massenarbeit, die die Notwendigkeit eines revolutionären Umsturzes durch die Massen des Proletariats propagiert. Stehr macht das mit keiner Silbe. Er redet von „revolutionär“ und meint das Gegenteil. Sehe Dir diese Zeilen genau an, sehe die Politik, die er macht, sehe die seiner Gefolgsleute wie Steigerwald, Mayer oder Hager. Was ist daran noch revolutionär?

4.

Die Ursachen der Schwäche der Kommunisten sind vielfältig. Mit Sicherheit ist es nicht der große Führer. Arbeiterführer werden nicht geboren, sie entwickeln sich im Klassenkampf. Ich vermag es nicht zu sagen, ob nicht irgendwo ein Genosse wirkt, der Ansätze dazu hat, Thälmanns Qualitäten zu entwickeln – natürlich auf die heutige Zeit bezogen.

Es ist ein dialektischer Prozess von Praxis und Theorie, wie eine KPD entsteht. Auch sie entsteht in den Klassenkämpfen und nicht in der Retorte.

Wir Kommunisten sollten uns aktiver an den Klassenkämpfen beteiligen und nicht nach Mandate um Bundestag über die Linkspartei schielen. Unsere Stärke ist die Straße, sind die Betriebe, Arbeitslosenzentren usw. Die Parlamentsmandate sind dem untergeordnet und die sollte die KPD dann selbst erringen und nicht durch die Hintertür.

Ich spreche hier keineswegs gegen eine Bündnispolitik. Aber die Verbündeten dürfen keine Feinde sein, sondern zumindest in einigen Fragen mit uns überein stimmen.

5.

Ich bestreite, dass in Deutschland mehr Antikommunismus herrscht, wie in anderen Ländern. Ich behaupte, da gibt es kaum einen Unterschied. 

Ein Beispiel: Ich war einmal Kreisvorsitzender der PDS in Duisburg und dann Mitglied des Kreisvorstands. Damals war Duisburg ein erkennbar linker Kreisverband, man belächelte uns in der NRW-PDS als die Duisburger Proleten. In den Verfassungsschutzberichten tauchten wir als dogmatische Stalinisten auf. So war auch unsere Politik nach außen.

Bei den Wahlen aber, das war seit 1998 bei der Bundestagswahl und dann bei der Europawahl 1999 klar, lagen wir in NRW immer an der Spitze. 1999 kandidierten wir bei den Kommunalwahlen und errangen aus dem Stand heraus soviel Stimmen, dass wir im westen der einzige Kreisverband einer Großstadt waren, der mit einer Fraktion in den rat einzog. Unsere meisten Stimmen bekamen wir in einen Arbeiterstadtteil und da nicht von türkischen Anhängern. Deutsche ehemals treue SPD-Wähler wählten uns. Im Stadtteil, in dem wir den Wahlkampf als Schwerpunkt führten, wurden wir drittstärkste Partei mit fast 14% in einem Wahlbezirk. Will sagen: Mit einer klaren kommunistischen Haltung überzeugt man die Menschen, man muss es ihnen nur so darreichen, dass sie es verstehen.

Oder: Warum waren – jedenfalls im Westen – in vielen Betrieben immer Kommunisten in die Betriebsräte gewählt? Sie wurden gewählt von Kollegen, die sonst SPD wählten. Aus Antikommunismus mit Sicherheit nicht.

Oder was macht die Wahlerfolge der Lafontaine/Gysi-Truppe aus? Die kapitalistische Propaganda stilisiert sie zu Kommunisten hoch – folglich werden sie gewählt.

Sicher sind das keine Kommunisten, aber die Menschen sind für kommunistische Ideen offen, wir müssen sie ihnen nur nahebringen. Aber genau das tun wir nicht. Jede Gruppe hat da ihre Eigeninteressen im Sinn und die DKP meint, man könne durch Anpassung an die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer und die Lafontaine/Gysi-Truppe Bewusstsein der Massen verändern. Jedenfalls gibt Stehr und Freunde das vor. Ob sie es wirklich wollen, daran zweifele ich.

Ich will es dabei belassen und hiermit enden.

Ich danke Dir nochmals für Deine Zeilen und verbleibe

Mit kommunistischen Grüßen
Rotfront
Der Rote Webmaster
Günter Ackermann

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