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Einheitsbesoffenheit
PDS
und WASG sind sich ähnlich wie eineiige Zwillinge
Von
Günter Ackermann/14. Juni 2005 |
Einheitsbesoffenheit:
PDS
und WASG sind sich ähnlich wie eineiige Zwillinge
Von
Günter Ackermann
Sie
zieren sich noch wie Belladonnen: PDS- und WASG-Obere. Vor allem
mittlere Funktionäre aus dem Osten wollen nicht so recht. Stefan
Liebich, PDS-Chef von Berlin, mag nicht auf „Sozialismus“ verzichten
und meint, dafür müsse man sich nicht schämen, es sei kein Makel. O,
hört, hört!
Da
holt doch der Berliner Ober-PDSler ganz tief aus der Trickkiste das Wort
„Sozialismus heraus. Auch sein Parteichef Bisky sagt, er lege Wert
darauf, dass man am Parteinamen erkennen müsse, „dass
wir Sozialisten sind.“
Bodo
Ramelow, der Wahlkampfleiter der PDS, meint, man könne vielleicht im
Westen auf das Kürzel PDS verzichten.
Na,
dann ist ja alles klar: Im Osten sind sie Sozialisten – nach eigenem
Bekunden – im Westen nicht.
Wie
sieht es überhaupt programmatisch aus?
Werner Ley
vom WASG sagte unlängst der TAZ:
„Auf
der programmatischen Ebene haben wir die wenigsten Probleme mit der PDS.
Da gibt es wenig, was mit unseren Forderungen nicht übereinstimmen würde.
Die Unterschiede liegen eher in der Geschichte, der politischen Kultur
und Herangehensweise.“
Der
Mann hat Recht. Die PDS war in grauer Vorzeit mal links, WASG nie. Zwar
gibt es einige einfältige Leute, die traten aus der PDS aus und bei
WASG ein, die gehörten zum linken PDS-Flügel, dem „Geraer Dialog“.
Aber die sind in der WASG Paradiesvögel und werden nicht so ganz ernst
genommen.
Dann
gibt es noch Trotzkisten bei WASG, die haben erhebliche Schwierigkeiten
gehabt, sie hatten zu laut gerufen, sie seien links.
Im
westdeutschen Landesverband hat sich NRW-Parteichef der PDS Paul Schäfer
klar zum Bündnis mit WASG ausgesprochen. Der ist aber gewitzter, als
die vom Apparat der Gewerkschaften verstaubten WASGler.
Der
will zumindest den Schein des Linken wahren. „Wir
brauchen eine Linkspartei.“ verkündet Schäfer. Er weiß sehr
genau, dass PDS/WASG längerfristig nicht angenommen werden, wenn sie
als eine Partei der gescheiterten Sozialdemokraten erscheinen. Linke
Demagogie muss her, also will der Parteirechte der PDS Paul Schäfer
eine „Linkspartei“.
NRW-Landeschef
der WASG gibt ein Interview
Heute
Morgen strahlte WDR5 ein Interview mit dem Landessprecher der WASG, Hüsseyn
Aydin, aus.
Aydin
sagte dem WDR auf die Frage, wie es anginge, dass PDS und WASG
zusammengehen:
„Also zunächst
einmal kann man jetzt den PDS-Leuten insgesamt nicht unterstellen, dass
die Kommunisten seien. Sie regieren bereits in vielen Bundesländern mit
der SPD und vertreten keine kommunistischen Grundsätze, nein, im
Gegenteil. Sie ha-ben sogar in Berlin einen Teil der neoliberalen
Politik mit der SPD ebenfalls umge-setzt. Und somit kann man denen
eigentlich keine kommunistische Grund……… unterstellen.“
Die
Wahlalternative kreidet also der PDS positiv an, dass sie in Berlin als
Juniorpartner der SPD die ganzen Schröderschen Schweinereien mitmachte.
Ein Bündnis PDS/WASG täte wohl nichts anderes.
Aydin
sagte weiter:
„Denn wir sind der
Auffassung, dass wir im bestehenden System durch Reformen Veränderungen
herbeiführen, um die Teilhaberechte der Menschen am gesellschaftlichen
Leben und Reichtum sicher zu stellen. Dazu brauche ich keinen
Sozialismus.“
WASG
kann locker auf „Sozialismus“ im Namen wie im Programm verzichten.
Sie ist nicht sozialistisch und will es nicht werden. Dass die PDS
darauf Wert legt, muss auch nicht verwundern. Die PDS-Oberen wissen,
dass darauf ihre ganze Demagogie ruht. Auf längere Sicht kann man mit
„Antihartz“ keinen Blumentopf gewinnen. Da müssen
Scheinalternativen her, also man redet mal eben von Sozialismus – ohne
ihn wirklich zu wollen.
Man
darf gespannt sein. Ob die WASGler sich aus ihrer antikommunistischen
Grundhaltung im Interesse ihrer Karriere und der Konzerne, befreien
können und ob die PDS, vor allem im Osten,
bereit ist, die Pfründe zu teilen. Man wird sehen!
Der Auftrag der
herrschenden Kreise der BRD ist klar: Ein Bündnis beider tut Not. Die
Arbeiterklasse hat teilweise der SPD die Gefolgschaft aufgekündigt.
Schön für die Konzerne, dass (noch) keine kommunistische Alternative
in Sicht ist. Aber was nicht ist, könnte ja noch werden. Deshalb muss
vorgesorgt werden.
Wenn
es aber eine Partei gibt, die links von der SPD erscheint - ohne es zu
sein - kann weiter so regiert werden, wie bisher. Nr eine Linkspartei, die keine ist, braucht das
Kapital zur Duchsetzung seiner Ziele. Dem wird sich
weder PDS noch WASG entziehen können.
Wenn
da noch der ganze revisionistische und trotzkistische Klüngel, von SAV,
DKP, SDAJ, MLPD usw. diese Partei herbeireden und sie als linke Partei
verkaufen, ist es noch besser.
Eine
Alternative, eine Linkspartei oder auch nur ein Linksbündnis, entsteht
damit aber nicht. Im Gegenteil, es soll verhindert werden!
55
Jahre, verheiratet, 2 Kinder. Seit 1986 Gewerkschaftssekretär in der ÖTV
und bei ver.di, u.a. als Bildungssekretär und Pressesprecher in NRW.
1980-2004 Mitglied der SPD, seit Juli 2004 Mitglied der WASG, Vorsitzender
der WASG in Köln
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