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72. Jahrestag der illegalen ZK-Tagung der KPD

von KJVD - 07.02.2005

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Eine Woche nach Errichtung der offenen faschistischen Diktatur in Deutschland versammelten sich etwa 40 führende kommunistische Funktionäre im Sporthaus Ziegenhals. Auf abgesicherten konspirativen Wegen waren sie hier, unweit der Stadtgrenze von Berlin, zu einer Tagung des Zentralkomitees der KPD zusammengekommen, um zu beraten, wie der Kampf gegen die faschistische Diktatur am wirksamsten zu führen sei. Es war das letzte Mal, daß der Parteivorsitzende Ernst Thälmann vor dem Zentralkomitee sprechen konnte.

In seinem Referat enthüllte er den Klassencharakter des Hitlerregimes, analysierte die neuen Kampfbedingungen und legte die Anforderungen dar, die sich für die KPD, für jeden Genossen ergaben. Diese Tagung verdeutlicht, daß die KPD am konsequentesten antifaschistischen Kampf führte, ihm Richtung und Ziel wies.

Gedenkfeier anlässlich 72 Jahrestages der illegalen ZK-Sitzung der KPD in Ziegenhals

Am 6. Februar 2005 fand die Gedenkfeier an die letzte illegale ZK Sitzung der KPD im Sporthaus Ziegenhals statt. Der Eigentümer gestatte dieses Jahr wieder das Betreten der Gedenkstätte für diese Gedenkfeier. Sonst ist das Gelände für die Öffentlichkeit unzugänglich. Es waren ca. 250 Personen anwesend, unter anderem von der KPD, dem RFB, der DKP, der PDS und deren Jugendverbände, der FDJ sowie selbstverständlich Mitglieder des Vereins zum Erhalt der Gedenkstätte Ziegenhals.

Die Moderation führte Genosse Heinz Schmidt, Sprecher des Vereins zum Erhalt der Gedenkstätte Ziegenhals.

Der erste Redner war Genosse Werner Schleese, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands. In seinem Beitrag wies er auf die Bedeutung der Sitzung in Ziegenhals am 7. Februar 1933 für den antifaschistischen Kampf gegen das Nazi-Regime hin. Die Gedenkstätte wurde am 7. Februar 1953 mit der 11. Tagung des Zentralkomitees der SED und der Rede von Wilhelm Pieck eröffnet. Sie sollte als Aufklärungs- und Erziehungszentrum für die DDR-Jugend dienen. Genosse Schleese kritisierte zudem den Verkauf der Gedenkstätte 1998 durch das Land Brandenburg an einen privaten Besitzer. Der Eigentümer lässt im Augenblick die Gedenkstätte verfallen und der Denkmalschutz sieht keinen Anlass einzugreifen, obwohl nationaler- und internationaler Widerstand zum Ausdruck gebracht wurde.

Des Weiteren wies er auf die Bedeutung eines Gremiums aller linken Kräfte gegen den Faschismus hin, da die Faschisten bereits wieder in den Landtagen von Sachsen und Brandenburg sitzen. Das Zentralkomitee der KPD verfasste vor einiger Zeit eine Einladung zu solch einem Gremium an Genossen Prof. Lothar Bisky (Parteivorsitzender der PDS) sowie dem Vorstand der PDS und dem Genossen Heinz Stehr (Vorsitzender der DKP) und dem Vorstand der DKP. Die PDS sei dazu bereit, sich auch weiterhin an Aktionen gegen den Sozialabbau und für soziale Gerechtigkeit beteiligten. Aber darüber hinaus sehen sie keine Notwendigkeit für solch ein Gremium. Sie müssten sich außerdem auf die Bundestagswahlen 2006 vorbereiten Es ist schon bezeichnend wenn einer Partei die Stimmen bei der nächsten Wahl wichtiger sind als konkrete längerfristige Aktionen und Bündnisse.

Genosse Stehr antwortete, dass er sich im Augenblick nicht festlegen wolle, da der 17. Parteitag bevorstünde, er werde aber dem neuen Vorstand diesen Vorschlag unterbreiten. (...) Leider bestätigen diese 2 Aussagen unsere Erfahrungen über Angebote an gemeinsamen Aktionen von Seiten der KPD an diese beiden Parteien. Des Weiteren forderte Genosse Schleese von dem Brandenburgischen Ministerpräsidenten Platzek und der Bundesregierung den Rückkauf der Gedenkstätte, wenn sie es ernst meinen mit ihren Beteuerungen gegen das Wiedererstarken der Faschisten zu sein und dies verhindern zu wollen. Die Gedenkstätte ist von nationaler- und internationaler Bedeutung für den Kampf gegen das Hitler-Regime.

Anschließend sprach eine junge brandenburgische Antifaschistin, die für mehr Toleranz gegenüber den Antifas warb. Sie ist der Auffassung, das Erbe Thälmanns kann nur würdig vertreten werden, indem man den Nazis offen gegenübertritt. Genosse Heinz Schmidt formulierte seine Hoffnung das, dass Sporthaus und die Gedenkstätte in den nächsten Jahren wieder zu betreten sei, da es Annäherungen mit dem Eigentümer gibt.

Zum Schluss wurden Ehrenkränze abgelegt und die Internationale gesungen.

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