|
Antwort
Roter Webmaster:
Der
Kampf gegen Opportunisten, Verfälschern der Lehre des
Marxismus-Leninismus und Verrätern ist Teil des Klassenkampfes
Lieber
Genosse N.N.,
1.
Es ist richtig, was du schreibst und es schreit gen Himmel, was sich da
alles als links oder gar kommunistisch ausgibt. Aber siehst du nicht
alles viel zu schwarz?
Es
gab doch immer solche Gestalten wie diesen Jörg Fischer und seine
Gesinnungsgenossen. Denke nur an den Herrn Eugen Dühring, den Engels
Schrift „Antidühring“ den politischen Garaus machte. Solche
Subjekte produziert das kapitalistische System massenhaft. Auf Dühring
fiel sogar vorübergehend August Bebel herein.
Marx
und Engels schrieben bereits im „Manifest“:
„Was
beweist die Geschichte der Ideen anders, als daß die geistige
Produktion sich mit der materiellen umgestaltet? Die herrschenden Ideen
einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“
Das,
was uns an Opportunismus und verworrenem Zeug tagtäglich als links
verkauft werden soll, ist nichts anderes als der Ausdruck der Ideologie
des Kapitalismus in der Arbeiterbewegung.
Dagegen
muss ein beständiger Kampf geführt werden. Der wird zunächst auf dem
Gebiet der ideologischen Auseinandersetzung geführt werden müssen.
Aber so war es schon immer, darüber zu lamentieren ist müßig. Wir
haben die bürgerliche Gesellschaftsordnung, die herrschende Klasse ist
die Bourgeoisie und der
Kampf gegen Opportunisten, Verfälschern der Lehre des
Marxismus-Leninismus und Verrätern ist Teil des Klassenkampfes. Es ist
eine ganz normale Erscheinung.
Bedenke
bitte, dass die Kommunisten durch den Verrat Chruschtschows, fortgesetzt
durch Breschnew bis schließlich dem Verkauf der Überreste des
sozialistischen Lagers durch Gorbatschow, eine schwere Niederlage
erlitten haben. Wir sind in den vergangenen Jahrzehnten falschen Führern
nachgelaufen, die uns in die Niederlage führten.
Dass
da, was noch vorhanden ist, erst einmal orientierungslos ist, ist klar.
Dass mancher auf falsche Propheten, wie die Antideutschen und
Trotzkisten herein fällt, ist nur normal.
Normal
ist auch, dass nur sehr wenige nicht der geballten Ladung
antikommunistischer Beeinflussung auf den Leim gehen. Ich bin stolz
darauf, dass Kommunisten-online auch zu den Wenigen gehört.
2.
Stephan Engel und seine MLPD sind ein beredtes Beispiel ideologischer
Verwirrung. Trat die Bewegung, aus der die MLPD hervor ging, 1968 noch
gegen den modernen Revisionismus an, so haben sich Teile der Bewegung
vom Antirevisionismus zum Antikommunismus verwechselt. Ich erinnere nur
daran, dass aus denen auch die hervor gingen, die in den 90er Jahren das
sog. Schwarzbuch verfassten, dass von vorn bis hinten ein
antikommunistisches Machwerk und Fälschung war.
Soweit
geht die MLPD noch nicht, sie hält formal am Kommunismus fest,
inhaltlich hat sie ihn aber längst entsorgt.
Ich
erinnere nur daran, wie die AUF in Dresden – eine MLPD-Organisation,
sich zum 17. Juni 1953 äußerte: „Nie wieder Hammer, Zirkel und Ährenkranz“
(siehe).
Was daverbraten wurde ist Antikommunismus pur.
Wenn
Engel nun dem antideutschen Hetzblatt „Jungle
World“ ein Interview gibt, ist das an sich schon ein tolles Ding.
Solchen übel beleumundeten Blättchen würde ich nicht mal moin sagen,
geschweige denn ein Interview.
Interessant
ist aber auch, wie die antideutschen Faschisten der „Jungle World“ Engel in Szene setzten. Eine Leseprobe:
„Von
Anfang an sitzt der gelernte Schlosser Stefan Engel der MLPD vor, seine
Ehefrau Monika Gärtner-Engel gehört ebenfalls dem Zentralkomitee an.
Damit ist Engel länger Parteivorsitzender, als es August Bebel, Ernst
Thälmann oder Erich Honecker waren. Nur wenige internationale Führer
der Arbeiterbewegung wie Enver Hoxha oder Kim Il-Sung haben noch länger
als Parteivorsitzende gedient.“
Bei
diesen Sätzen verschlug es mir die Sprache. Engel auf eine Stufe mit
Bebel, Thälmann, oder gar Enver Hoxha!? Spinnt der Journalist oder was?
Mir
fällt nur ein Wort ein zu dieser Art Journalismus: Hofberichterstattung!
Dabei ist Engel gar kein großer Fürst eines mächtigen Hofes, der
viele Regimenter Soldaten aufbieten kann. Engel ist ein kleiner
mickriger Duodezfürst, mit einer verfallenden Burg und ein paar
Hintersassen
drum herum wohnend, mehr nicht.
Das
ist eben auch die Ausgeburt der bürgerlichen Ideologie, was die MLPD
betreibt. Alle Bekenntnisse zur proletarischen Revolution
sind Makulatur.
3.
Wie kommen wir das raus? Zunächst nicht den Mut verlieren und nicht
aufgeben. Dann den ideologischen Kampf gegen alle opportunistischen Strömungen
führen und Schritt für Schritt zu einer Aktionseinheit der Kommunisten
kommen und daraus auch Zug um Zug zur gemeinsamen Organisation und
schließlich zur Partei.
Die
Partei kann nur im Feuer des Klassenkampfes aufgebaut werden.
Klassenkampf bedeutet derzeit nicht vordergründig Barrikaden bauen,
sondern geduldige Überzeugungsarbeit unter den Massen und ideologischer
Kampf gegen rechte und ultralinke Abweichler. Ultralinke deshalb, weil
nicht jeder, der „Revolution jetzt“ schreit, auch Revolution im Sinn
hat, sondern oft nur kleinbürgerlicher Aktionismus ohne Sinn und
Verstand, der aber vom wirklichen Ziel ablenkt.
Zwar
ist der Rechtsopportunismus gefährlicher, aber es kann auch Situationen
geben, da ist der Linksopportunismus zur Hauptgefahr in der
kommunistischen Bewegung geworden.
Der
Aufbau der Partei muss im Kampf gegen beide Spielarten des Opportunismus
und in den Kämpfen der Arbeiterklasse gegen den Kapitalismus erfolgen.
Es
gibt keinen Grund zur Resignation, sondern zum Optimismus. Denn
letztlich liegt es an uns Kommunisten, ob der Kapitalismus die Welt noch
lange beherrschen kann.
Ich
danke dir für deine Zeilen.
Mit
kommunistischen Grüßen
Rotfront
Günter
Ackermann
|