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Terror
und Rauschgift
Anmerkung
Rote Webmaster (12. Februar 2008)
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Schlafmohn
(Papaver
somniferum) |
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Früher
riefen wir bei Antikriegs-Demos: „Deutsche Waffen, deutsches Geld,
morden mit in aller Welt.“ Das stimmt noch immer, muss aber ergänzt
werden. Jetzt muss es heißen: „Deutsche
Soldaten, deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt.“ Das
ist zwar vom Sprachrhythmus nicht so griffig zu skandieren, entspricht
aber der Realität.
Die
deutsche Regierung stellt gern die Bundeswehr z.B. in Afghanistan, als
eine Truppe dar, die für die Bevölkerung Brunnen bohrt, Krankenhäuser
baut und auch sonstige Wohltaten über die Afghanen ausschüttet, aber
sehr glaubwürdig ist das nicht. So wurde schon vor Jahren bekannt, dass
deutsche Elitesoldaten auch im Süden von Afghanistan gemeinsam mit den
USA-Truppen Kampfeinsätze machen – aus der Truppe kamen auch die
deutschen Mitfolterer der
beiden von der CIA aus Deutschland Verschleppten.
Nein,
das sind nicht die nächsten-liebenden Friedensengel, wie sie uns die
Bundesregierungen Schröder und Merkel und deren Kriegsminister,
Scharping, Struck und Jung so
gern darstellen. Sie verteidigen sehr handfest deutsche Interessen am
Hindukusch, wie der sozialdemokratische Ex-Kriegsminister Struck so nett
formulierte. Welche Interessen sind das eigentlich? Die der deutschen
Bevölkerung mit Sicherheit nicht.
Auch
im Norden des besetzten Landes ist die Bundeswehr keine Truppe aus
Brunnenbohrern, Häuslebauern für die afghanische Bevölkerung und von
Ruhe-und-Ordnung-Sorgern, auch keine Polizeitruppe mit Panzern,
Kampfjets, Maschinengewehren und Geschützen.
Es
dürfte klar sein, dass die Bundeswehr in den Gebieten, wo sie „schützt“,
ihre Aufgabe nur erfüllen kann, wenn sie mit den örtlichen
Machthabern, den War Lords, einträchtig zusammen abreitet. Und diese
örtlichen Machthaber finanzieren sich von den Einnahmen aus
Rauschgiftgeschäften. Tatsächlich ist es so – das berichteten bürgerliche
Medien – dass von den Camps der deutschen Soldaten die
Schlafmohnfelder zu sehen sind. Afghanistan hat sich seit der Besetzung
zum wichtigsten Anbauland für Schlafmohn, der Rohstoff für Heroin,
entwickelt. Das unter den Augen der Bundeswehr. Schützen die, die
dealenden War Lords gar? Das ist zu vermuten.
Der
Einsatz der Bundeswehr dort ist ebenso abzulehnen, wie der Einsatz der
anderen Truppen dort. Sie sollen und wollen nicht Frieden bringen.
g.A.
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Norden,
Süden, Westen, Osten
Deutsche
Soldaten nach Afghanistan
Quelle:
Freace.de 07.02.2008
Nachdem
die seitens der USA geforderte Entsendung deutscher Soldaten in den Süden
Afghanistans kürzlich geradezu empört
abgelehnt worden ist, machte der deutsche Verteidigungsminister
Franz-Josef Jung am Mittwoch klar, wie diese „Ablehnung“ in Wahrheit
aussehen wird.
Hinsichtlich
der Entsendung deutscher Soldaten nach Afghanistan wird seitens
Politikern nie vergessen zu erwähnen, daß diese nur im Norden
stationiert würden und nicht im „ümkämpften“ Süden des Landes.
Wie beispielsweise die Rheinische Post berichtete,
faßte Jung die Aufgaben der nun zu entsendenden als auch der bereits in
Afghanistan stationierten deutschen Soldaten mit „schützen, helfen,
vermitteln und kämpfen“ zusammen. Schon dies zeigt, daß die Soldaten
auch jetzt schon keineswegs nur vor Ort sind, um Brunnen zu bohren, wie
dies gern vermittelt wird.
Allein
schon die Tatsache, daß die nun nach Afghanistan abzukommandierenden
deutschen Soldaten dort die Rolle der bisher von norwegischen Soldaten
gestellten „Quick Reaction Force“ („schnelle Eingreiftruppe“) übernehmen
werden, macht nur zu deutlich, daß es sich hier einzig und allein um
einen Kampfverband handelt. Die QRF wird insbesondere eingesetzt, wenn
andere Einheiten militärisch unter Druck geraten, kann aber auch aktiv
gegen Widerstandskämpfer vorgehen.
Damit
aber nicht genug, stellte Jung außerdem klar, daß die deutschen
Soldaten der QRF auch „in anderen Landesteilen“ eingesetzt werden können,
wenn dies als erforderlich angesehen wird. „Wenn Freunde in Not sind,
werden wir sie unterstützen“, sagte er. Es dürfte wenig überraschend
sein, sollte dieser Not- zum Regelfall werden, gleichgültig ob im
Norden, Süden, Westen oder Osten. Erst vor einer Woche hatte die
Washington Post berichtet,
daß gleich zwei Lageeinschätzungen die Zukunft der Besatzer in
Afghanistan düster darstellen.
„Täuschen
Sie sich nicht, die NATO gewinnt in Afghanistan nicht“, so der Bericht
des Atlantic Council of the United States unter dem Vorsitz des
pensionierten Generals James L. Jones, des Oberkommandierenden der NATO
bis Sommer 2006. Auch an der zweiten Lageeinschätzung war Jones
beteiligt. Diese wurde von der Afghanistan Study Group vorgelegt, zu
deren Vorstand er gehört. In diesem Bericht heißt es, der
„Fortschritt“ in Afghanistan sei „ernsthaft bedroht von wieder
anwachsender Gewalt, schwächer werdender internationaler
Entschlossenheit, wachsenden regionalen Herausforderungen und einem
zunehmenden Mangel an Vertrauen seitens der afghanischen Bevölkerung
hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung ihres Landes.“ Beide
Berichte kamen – angesichts von Jones' Beteiligung sicherlich wenig überraschend
– zu dem Schluß, daß eine solche Entwicklung nur durch Maßnahmen
der NATO – also die Entsendung weiterer Truppen, die das Land noch
weiter in Schutt und Asche legen – verhindert werden könne.
Die
Entsendung weiterer deutscher Soldaten nach Afghanistan unter dem
Deckmantel einer Stationierung im „friedlichen Norden“ kann nur als
dreiste Lüge gegenüber der deutschen Bevölkerung – und als
mutwilliges Ignorieren der absoluten Mehrheit der Bevölkerung, die eben
diese Entsendung ablehnt – bezeichnet werden. Ohnehin kommt eine
solche Diskussion allerdings schon Jahre zu spät. Auch die bereits in
Afghanistan stationierten Soldaten sind schließlich auch an Kämpfen
beteiligt – von den im Süden des Landes eingesetzten deutschen
Kampfflugzeugen des Typs „Tornado“ und den deutschen Soldaten des
„Kommando Spezialkräfte“ (KSK), die insgeheim Seite an Seite mit
US-Spezialeinheiten gekämpft haben und dies möglicherweise immer noch
tun gar nicht zu reden.
Nun
kann es kaum verwundern, daß die USA ein immer weiter wachsendes
Interesse an der „Einbindung“ einer möglichst großen Zahl von
Soldaten aus möglichst vielen Staaten haben. Nichts ist schließlich so
geeignet, eine zukünftige Kritik oder gar Verurteilung der USA wegen
des Angriffskriegs gegen Afghanistan besser zu verhindern als eine möglichst
breitgefächerte Beteiligung an eben diesem Krieg. Daß die deutsche
Bundesregierung unter der Kanzlerin Angela Merkel nur allzu bereitwillig
unterstützt, zeigt einmal mehr, wie weit sich Deutschland unter ihrer Führung
den Bedürfnissen der USA unterordnet. Und genau aus diesem Grund ist
kaum anzunehmen, daß dies die letzte deutsche „Verstärkung“ für
Afghanistan gewesen sein wird.
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