|
Afghanistan
im Feuer US-amerikanischer Söldnertruppen
1.
ZWEI KINDER VON US-RAKETE GETÖTET
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna,
12. August 2010, Cubadebatte (auf Kommunisten-0nline am 15. August 2010)
– Mindestens zwei Kinder starben und ein weiteres Kind wurde
schwerverletzt, als heute eine von den Söldnern des US-Imperialismus in
Afghanistan abgefeuerte Rakete in ein Wohnhaus in der
zentralafghanischen Provinz Logar einschlug. Dies berichteten Quellen
aus Kreisen der Sicherheitskräfte.
Zuvor
befand sich eine Gruppe bewaffneter Aufständischer im Feuergefecht mit
afghanischen Sicherheitskräften im Gebiet von Allahdadjel im Ort Baraki
Barak, wie die afghanische Nachrichtenagentur Pahjwok meldete. Während
des Feuergefechts wurde die Rakete abgeschossen, die in das Wohnhaus
einschlug und die Opfer hervorbrachte.
Bei
einer anderen bewaffneten Auseinandersetzung nahe Farah im Westteil
Afghanistans verloren zwei Militärangehörige ihr Leben, als die von
ihnen transportierten Sprengmittel explodierten. Die Explosion beschädigte
auch die Moschee von Farah.
Afghanistans
Präsident Hamid Karzai setzte eine Frist für die Auflösung aller
privaten Sicherheitstruppen in Afghanistan, wie sein Sprecher mitteilte.
Wahed Omar erklärte auf der Pressekonferenz auch, daß die Auflösung
der privaten Sicherheitsdienste ein ernstzunehmendes Regierungsprogramm
ist. Die Entscheidung des Präsidenten sei deutlich und werde bald von
wirksamen Maßnahmen zu ihrer Durchsetzung gefolgt werden.
Über
40.000 Männer sind in Afghanistan im florierenden Gewerbe der privaten
Sicherheitsdienste beschäftigt. Dabei Arbeitern ausländische und
afghanische Firmen mit den vor Ort stationieren Streitkräften der USA
und der mit ihnen verbündeten NATO-Partner zusammen. Vor allem das
Pentagon zahlt Milliarden Dollar an private Söldnertruppen aus früheren
Militärangehörigen und Fremdenlegionären, die in Afghanistan für die
Führung des imperialistischen Raubkrieges unter Vertrag stehen.
(Mit
Information von Prensa Latina)
zurück
2.
US-VERSTÄRKUNG WEITET KRIEG AUS
Havanna,
13. August 2010, Cubadebate.-
Wie das imperialistische US-Regime von Obama ankündigte,
treffen immer mehr militärische Einheiten aus den USA zur Verstärkung
der Besatzungstruppen in Afghanistan ein. Dies symbolisiert die
Angriffsstrategie von Obama. Nachdem auf diese Weise weitere US-Söldner
kürzlich in der afghanischen Region von Wardak ankamen, weiteten sich
dort die Kampfhandlungen aus. Dies führte bisher zu Irritationen bei
der afghanischen Bevölkerung vor Ort, die sich offensichtlich zunehmend
den aufständischen Talibankämpfern anschließt.
So
protestierten am vergangenen Donnerstag ca. 300 Afghanen mit lauten
Sprechchören „Tod Amerika“ in Sayedabad. Sie verurteilten damit den
todbringenden militärischen Einsatz der NATO-Truppen in der Ortschaft
Zarin Jil.
Am
Abend des vergangenen Mittwochs stürmten NATO-Truppen das Haus von
Nimhajuddin in besagter Ortschaft. Sie brachten seine drei Söhne um.
Die NATO äußerte dazu lediglich, ihre Soldaten hätten „drei
Rebellen“ getötet. „So weit wir wissen, gab es keine zivilen
Opfer“, so am Freitag einer ihrer Sprecher zynisch zu jenem
imperialistischen Kriegsverbrechen.
„Die
Söhne von Nimhajuddin sind Schüler in Kabul und haben nichts mit den
Talibankämpfern zu tun“, reagierte der afghanische Distriktleiter von
Sayedbad, Nimatulá Mirjel, welcher auch die Namen der von den drei
Opfern besuchten Schulen nannte.
Ob
dies nun ein Fehler war oder nicht, wie die Führung der
Besatzungstruppen da diskutiert, ist nicht die Frage für die
afghanische Bevölkerung. Die zur „Befriedung“ von Wardak
ausgesandten Söldnerverbände der NATO werden von der afghanischen Öffentlichkeit
immer stärker dafür angeprangert, daß sie Brutalität und
Gewaltsamkeit walten lassen. Am 30. Januar 2010 töteten NATO-Verbände
irrtümlich in jenem Gebiet vier afghanische Soldaten.
Ca.
4.000 US-Militärangehörige kamen vor eineinhalb Jahren in die beiden
Provinzen Wardak und Logar, welche nebeneinander liegen und deutlich
unter dem Einfluss der Taliban-Kämpfer stehen.
Wardak
ist eine landwirtschaftliche Provinz mit konservativer Bevölkerung, die
schon immer ungehorsam gegenüber jeder zentralen Regierung war. Diese
traditionell ablehnende Haltung verschärft sich noch, wenn eine ausländische
Obrigkeit vor Ort Regierungsbefugnisse umsetzen will. Damit ist die Lage
vor Ort äußerst günstig für die Taliban, die sich zumeist aus der
Ethnie der Paschtunen rekrutieren. Die Einwohner der genannten Provinzen
sind mehrheitlich Paschtunen mit einem Anteil von 70%. Sie unterliegen
dem Einfluss einer streng sunnitischen Denk- und Glaubensrichtung.
Ende
2001 flohen die Talibankämpfer vor der internationalen Invasion. Aber
seit 2005 sind sie nach Wardak zurückgekehrt. Sie nutzen den Mangel an
Entwicklung und die Schwäche der afghanischen Zentralregierung, die
kaum 50 km entfernt von der Provinzhauptstadt Maydan Shar in Kabul ihren
Sitz hat: „Die Regierung kontrolliert nichts mehr. Sie hat mal gerade
ein oder zwei Amtsgebäude in fünf der neun Bezirke der Provinz“, so
Waheedulá Qarimzai, ein Unternehmer aus der Gegend und Kandidat der
Parlamentswahlen im bevorstehenden September 2010. Die Regierung
Afghanistans betrachtet den Großteil der Provinz faktisch als „hohes
Risiko“.
Die
Stationierung weiterer US-Einheiten seit eineinhalb Jahren hat die Kämpfe
in Afghanistan ausgeweitet: „Wir haben einen starken Anstieg der
Zwischenfälle insbesondere in den Paschtunen-Distrikten
festgestellt“, so einer der westlichen Sicherheitsverantwortlichen in
Kabul. Diese Zwischenfälle geschehen häufig in Sayedabad und Jaratu,
wo die afghanischen Einheiten und die NATO-Truppen unter ständigen
Angriffen der Taliban stehen.
Mohamad
Atik, 50 Jahre alt, verließ erst vor kurzem mit seiner Familie das
heimatliche Haus in Jaratu und zog um nach Kabul. Er hatte es satt,
„ständig zwischen den Fronten zu leben (...) Die Bevölkerung lebt in
Angst. Die Raketen der Taliban zerstören unsere Häuser. Und wir fürchten,
daß die NATO uns bombardiert. Oder die NATO-Militärs kommen und nehmen
uns gefangen. Oder sie bringen uns bei ihren Nacht- und Nebel-Angriffen
um (...) Die Menschen mögen nicht immer die Taliban. Aber sie
respektieren sie, zuweilen auch aus Angst (...) In dieser Lage, wenn wir
die Wahl hätten, dann würden wir lieber die US-Amerikaner gehen sehen
und uns von den Taliban beherrschen lassen“.
(Mit
Information von AFP)
Quellen:
http://www.cubadebate.cu/
http://www.cubadebate.cu/
zurück
|