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Anmerkung
Roter Webmaster
Warum
Kriegsschiffe nach Angola
Von
Günter Ackermann
Kommunisten-online
am 16. Juli 2011 – Angola ist eigentlich reich. Es gibt dort Erdöl,
aber auch Diamanten und Mineralien. Sie haben also genug Geld um von
Frau Merkel Kanonenboote – naja Patrouillenboote – kaufen zu können.
Eigentlich!
Dass
ein Großteil der Bevölkerung in diesem reichsten Land Afrikas hungert
und in bitterer Armut leb t, steht auf einem anderen Blatt. Ferner wird
das Land von einer korrupten Bande regiert, die sich die Reichtümer
aneignet und das Volk bestiehlt.
Aber
die deutsche Regierung hilft diesen Dieben am Eigentum des eigenen
Volkes und rüstet es auf, bilden die Soldaten und die anderen
Mitglieder des Unterdrückungsapparats aus.
Hierzu
gehört auch die geplante Lieferung mehrerer Schnellboote neuester
Bauart an die Marine Angolas. Angeblich zur Sicherung der Seegrenzen.
Seegrenzen? Welche illegalen Einwanderer
oder Bedrohungen hat Angola zu befürchten? Das nächste Land zur
See ist von Angola aus Brasilien – dazwischen der Südatlantik.
Schwimmen die Brasilianer übers Meer
um illegal nach Angola zu kommen oder plant Brasilien die Vereinigung
beider ehemaligen Kolonien Portugals mittels Invasion? Kaum
wahrscheinlich.
Für
die Landgrenzen braucht Angola auch keine Kriegsschiffe. Auch hier ist
nichts Böses für das Regime in Luanda zu befürchten. Südlich ist
Namibia, östlich Sambia und Dem. Republik Kongo; letztere grenzt auch nördlich
an Angola. Alles Länder, welche Satelliten der Imperialisten sind,
keins davon bedroht Angola. Zu was also braucht Angola das teure
Kriegsspielzeug?
Die Erklärung: Afrika ist einer der wichtigsten
Rohstofflieferanten der imperialistischen Hauptmächte. Nicht nur Erdöl,
auch Metalle, wie Kupfer, seltene Mineralien, die für die
Mikroelektronik unverzichtbar sind usw. gibt es in Afrikas Erde. Auf die
sind die Imperialisten scharf.
Aber
gleichzeitig gärt es in Afrika, die Regierungen, weil viele davon
korrupt und im Schlepptau der Imperialisten, beuten das Land aus, andere
Clans, im Dienste konkurrierender imperialistischer Mächte, machen
es den Herrschenden streitig und inszenieren Putsche und Bürgerkriege.
Und immer steckt dahinter eines oder mehrere der großen
imperialistischen Mächte: die USA, Frankreich, Deutschland und England.
Da
ist es wichtig, ggf. militärisch ein zugreifen und für die eine
oder andere Seite Partei zu ergreifen. Es ist praktisch, wenn das
afrikanische Staaten sind, deren Regierungen im Solde der Imperialisten
stehen, schwarze Soldaten – mit oder ohne Blauhelm – und die sorgen
für Ruhe in Ordnung für die Interessen der imperialistischen Hintermänner
Das verkauft sich in der
Weltöffentlichkeit besser, als der Einsatz der Bundeswehr oder der
französischen Fremdenlegion.
Es
gibt noch einen wichtigen Vorteil für die Herrschaften in Washington,
London, Paris und Berlin: Es sind dann Afrikaner, die ihre Haut zum
Markte tragen, nicht Nordamerikaner oder Europäer. Die hiesige Bevölkerung
bleibt ruhig und glaubt der Propaganda der Herrschenden hier, das alles
läge nur an der Unfähigkeit der Afrikanern für Recht und Ordnung im
eigenen Land zu sorgen. Dass
es die Imperialisten sind, die dahinter stecken, wird wohl wissend
verschwiegen.
G.A.
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Kriegsschiffe
für Angola
LUANDA/BERLIN
german-foreign-policy
vom 14.07.2011– Mit einem neuen Rüstungsdeal arbeitet Berlin am
Aufbau prowestlicher Militärstrukturen in den Ländern des Südens.
Wenige Tage nach den ersten Berichten über den geplanten Verkauf von
200 Kampfpanzern an Saudi-Arabien teilt die Bundeskanzlerin mit, die
Lieferung mehrerer Kriegsschiffe an Angola sei geplant. Bei dem Geschäft
geht es um sechs bis acht Patrouillenboote, die die angolanische Marine
erwerben will. Der geplante Kauf ist Teil einer umfassenden Aufrüstung
der angolanischen Streitkräfte. Parallel dazu bemüht sich Berlin um
eine engere Militärkooperation, die Trainingsprogramme für
angolanische Soldaten vorsieht. Dabei gehe es darum, Angola auf
Interventionen in Afrika vorzubereiten, erklärt Kanzlerin Angela Merkel.
Das Vorhaben entspricht der seit Jahren geübten Praxis der
Bundesregierung, Militärstrukturen in Afrika aufzubauen, um
kriegerische Operationen zur Durchsetzung einer prowestlichen Ordnung
auf dem Kontinent von einheimischen Soldaten ausführen zu lassen. Dies
soll Kosten sparen und das Leben deutscher Soldaten schonen. Als
Beispiel gilt der Einsatz von Einheiten der Afrikanischen Union in
Somalia und Sudan. Zu den afrikanischen Militärstrukturen, deren Aufbau
Deutschland unterstützt, gehören die Streitkräfte der Southern
African Development Community (SADC), darunter die Armeen Südafrikas
und Angolas.
Aufrüstungspläne
Die
Bundesregierung plant die Lieferung von Kriegsschiffen an Angola. Das
bestätigte Kanzlerin Merkel am gestrigen Mittwoch bei ihrem Besuch in
Luanda. Dem Bremer Unternehmer Friedrich Lürssen zufolge, der die
Schiffe verkaufen will und Merkel aktuell begleitet, geht es um sechs
bis acht Patrouillenboote für jeweils zehn bis 25 Millionen Euro. Das
entsprechende Memorandum of Understanding, das bereits gestern hätte
unterzeichnet werden sollen, wird sich nach Auskunft der Kanzlerin noch
einige Zeit verzögern. Die Boote seien vor allem zur Grenzsicherung
vorgesehen, erklärte die Kanzlerin. Beobachter verweisen darauf, dass
die angolanischen Rohstofflagerstätten, an denen auch deutsche Konzerne
Interesse haben, zu einem erheblichen Teil vor der Küste liegen und
gegen Attacken unter anderem von Piraten geschützt werden müssten.
Auch dies sei mit Hilfe der Patrouillenboote möglich. Angolas Präsident
dos Santos spricht dagegen offen davon, dass die angolanische Regierung
die Kriegsmarine des Landes aufrüsten will und dazu auch das deutsche
Angebot prüft. Dos Santos zufolge ist das Vorhaben eingebettet in
umfassende Aufrüstungspläne, die auch das Heer und die Luftwaffe des
Landes betreffen.
Lange
vorbereitet
Der
Plan, deutsche Kriegsschiffe an Angola zu liefern, ist seit Jahren
bekannt. Bereits im Sommer 2009 war zu erfahren, dass eine angolanische
Regierungsdelegation im Februar 2009 nach Bremen gereist war und
umfassende Gespräche über den Kauf von Kriegsschiffen bei Lürssen geführt
hatte (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Lürssen selbst hatte
schon im Jahr 2007 den damaligen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos
nach Angola begleitet und noch von der Großen Koalition eine
prinzipielle Zustimmung zum Verkauf der Boote an das südafrikanische
Land erhalten.[2] Zur damaligen Zeit war noch unklar, ob auch größere
Kriegsschiffe, Korvetten, geliefert werden sollen. Merkel und Lürssen
nahmen am gestrigen Mittwoch dazu nicht Stellung.
Militärkooperation
Ebenfalls
schon lange ist bekannt, dass Berlin nicht nur Rüstungslieferungen,
sondern auch eine umfassendere Militärkooperation mit Angola anstrebt.
Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren traf der damalige deutsche
Verteidigungsminister Franz Josef Jung in Berlin mit seinem
angolanischen Amtskollegen, General Kundi Paihama, zusammen. Wie das
Bundesverteidigungsministerium damals berichtete, stand die Entwicklung
militärpolitischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern im
Mittelpunkt der Gespräche.[3] Die Bundeswehr lobte anschließend
Angolas "Interesse am militärpolitischen Dialog".[4] Zu
Wochenbeginn, unmittelbar vor Merkels Besuch in Angola, hat an der
deutschen Botschaft in Luanda der neue Militärattaché Thomas
Brillisauer sein Amt angetreten. Wie Brillisauer bei der Zeremonie
mitteilte, sei ein weiterer Ausbau der militärischen Zusammenarbeit
zwischen den beiden Staaten geplant. Die deutsche Kanzlerin hat gestern
konkret die Ausbildung angolanischer Soldaten durch die Bundeswehr
angeboten. Das sei nötig, da Angola sich darauf vorbereiten müsse,
"im Rahmen der Afrikanischen Union" auch
"Sicherheitsmissionen zu übernehmen", erklärte Merkel.[5]
Statthalter
des Westens
Militärinterventionen
der Afrikanischen Union (AU) sind tatsächlich die Ursache dafür, dass
Berlin mit einigen afrikanischen Staaten, darunter Angola, rüstungs-
und militärpolitisch kooperiert. Schon seit Jahren verfolgt die
Bundesregierung die Strategie, AU-Militärprojekte zu unterstützen -
von der African Standby Force, einer Schnellen Eingreiftruppe der AU
[6], über Trainingseinrichtungen wie etwa das Kofi Annan International
Peacekeeping Training Centre in Ghana [7] bis hin zu konkreten
Trainingsmaßnahmen wie der Ausbildung somalischer Soldaten in Uganda
[8]. Ziel ist es, die Hauptlast der Militärinterventionen in Afrika,
welche der Westen für nötig hält, den Staaten Afrikas aufzubürden.
Erste Beispiele sind die African Union Mission in Somalia (AMISOM), die
dort dafür kämpft, islamistisch geprägte Kräfte von der Macht
fernzuhalten, die African Union/United Nations Hybrid Operation in
Darfur (UNAMID) und die 4.200 äthiopischen Soldaten, die künftig den
Waffenstillstand in der sudanesischen Region Abyei kontrollieren sollen.
Der Einsatz afrikanischer Soldaten für westliche Ziele dient dem Aufbau
einer prowestlichen Ordnung in Afrika, ohne jedoch übermäßige Kosten
zu verursachen oder gar das Leben westlicher Soldaten zu gefährden.
Nebenbei verschaffen Aufrüstung und Kampfeinsätze westlichen Rüstungsunternehmen
neue Gewinne, die den Aufwand für Trainingsmaßnahmen und
Interventionshilfen durchaus wettmachen.
Schwerpunkt
südliches Afrika
Zu
den afrikanischen Strukturen, auf die Berlin zurückzugreifen plant, gehört
der Regionalverbund Southern African Development Community (SADC). Die
SADC stellt eine Brigade für die African Standby Force; der Berliner
Verteidigungsminister hat ihr "im Hinblick auf die Stabilität"
im Süden des afrikanischen Kontinents schon 2009 "eine
entscheidende Rolle" beigemessen.[9] Ein Blick in die letzten Rüstungsexportberichte
der Bundesregierung zeigt, dass mehrere SADC-Länder zu den nicht allzu
zahlreichen afrikanischen Abnehmern deutschen Kriegsgeräts gehören -
neben Namibia, das auch direkt mit der Bundeswehr kooperiert, unter
anderem Botswana und besonders Südafrika. Südafrika war während der
Amtszeit der rot-grünen Koalition zeitweise der größte Rüstungskunde
deutscher Firmen außerhalb der NATO. Es ist der mit Abstand wichtigste
Militärpartner Berlins in Subsahara-Afrika; die südafrikanischen
Streitkräfte - vor allem die Marine - arbeiten besonders eng mit der
Bundeswehr zusammen.[10] Der SADC gehört auch Angola an, das nun zu den
wichtigsten Abnehmern deutschen Kriegsgeräts auf dem afrikanischen
Kontinent hinzustoßen soll.
Sonderrolle
Dabei
mutmaßen kritische Beobachter, Angola könne sogar eine militärische
Sonderrolle in Afrika anstreben. "Angola gilt neben Südafrika längst
als wichtige Regionalmacht", heißt es etwa in einer Analyse, die
über Hinweise auf mögliche Nuklearambitionen Luandas informiert.[11]
Die Aufrüstungsbestrebungen der angolanischen Regierung dienten dem
Ziel, ihre "hegemoniale Rolle in der Region zu stärken".[12]
Gelinge es, die "militärischen Fähigkeiten der Armee zu
verbessern", zitiert der Autor aus vertraulichen angolanischen
Militärdokumenten, dann könne das Land "seine künftige Funktion
- im Auftrag der USA - zur militärischen Überwachung und Kontrolle der
südlichen bis hin zu den westafrikanischen Gewässern um den erdölreichen
Golf von Guinea besser erfüllen". Patrouillenboote aus deutscher
Produktion wären geeignete Mittel dazu.
[1]
s. dazu Nicht
China überlassen
[2] Kanzlerin sagt Angola Lieferung von Kriegsschiffen zu;
www.abendblatt.de 13.07.2011
[3] s. dazu Nicht
China überlassen
[4] Empfangen; aktuell. Zeitung für die Bundeswehr Nr. 28, 20.07.2009
[5] Pressestatements von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Gespräch
mit dem Präsidenten der Republik Angola, José Eduardo dos Santos, in
Luanda, 13.07.2011
[6] s. dazu Militär
für Afrika (I)
[7] s. dazu Militär
für Afrika (II)
[8] s. dazu Soldaten
für Somalia
[9] Minister Jung traf Amtskollegen aus Angola; www.bmvg.de 16.07.2009
[10] s. dazu Kriegsszenarien
für Afrika
[11] Emanuel Matondo: Hunger nach Atom und Macht; afrika süd 5-6/2010
[12] Emanuel Matondo: Angola: Aufrüstung und Korruption;
www.connection- |