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Kriegsgrund in Afghanistan von Horst Köhler ausgeplaudert – jetzt kommt es an den Tag:

Gewaltige Rohstoffvorkommen erregen den Appetit der Imperialisten

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 17. Juni 2010 – Dass in Afghanistan die Bundeswehr nicht zum Brunnen bohren, Krankenhäuser und Kindergärten errichten ist, war jedermann klar. Wer seine Sinne zusammen hat, der wusste, dass am Hindukusch deutsche ökonomische Interessen die Hauptrolle spielen. Dass auch die anderen Truppen, allen voran die der USA, nicht dort sind, um die bösen Taliban im Interesse der Menschlichkeit zu bekämpfen, steht auch außer Zweifel. Worum geht es also den Imperialisten, dass sie einen  Krieg dort führen?

Bisher vermuteten Linke, dass eine Gaspipeline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean geplant sei und Afghanistan als Transitland wichtig sei. Das mag stimmen. Man bedenke nur die Kriegsspielchen der USA und der EU im Kaukasus, speziell Georgien. Da geht es genau darum.

In Afghanistan geht es aber um mehr.

Wie jetzt die „freie“ bürgerliche Presse meldet, haben Geologen neuerdings gewaltige Rohstoffvorkommen entdeckt: Kupfer, Lithium, Eisen, Gold und Kobalt – und das in gewaltigen Mengen.

Zu aktuellen Marktpreisen handelt es sich dabei um Eisenerz im Wert von 421 Milliarden Dollar, Kupfer für 274 Milliarden Dollar, Niobium für 81 Milliarden Dollar (ein Metall, dass zur Herstellung von Supraleiter verwendet wird), Kobalt für 51 Milliarden Dollar, Gold für 25 Milliarden Dollar, Molybdän für 24 Mrd. Dollar und seltene Erden für 7,4 Milliarden Dollar. Die bürgerliche Presse erwähnte nicht die umfangreichen Vorkommen an Edelsteinen und Erdgas.

Allein die Vorkommen von Lithium, wie ein  Sprecher des USA-Kriegsministeriums meinte, könnten Afghanistan zum „Saudi-Arabien für Lithium“ machen. Lithium wird in allen modernen elektronischen Geräten gebraucht, in denen aufladbare Batterien verwendet werden. Wohl nicht nur Handys, sondern auch verschiedenes elektronisches Kriegszeug.

Es versteht sich von selbst, das haben die Geologen erst jetzt entdeckt, klar. Es darf ja nicht sein, dass die Imperialisten dort für schnöden Mammon Krieg führen. Sie führen den Krieg aus reiner Menschlichkeit. Wer glaubt, wird bekanntlich selig.

Verfolgte man aber nicht nur die Tagesschau, sondern recherchierte weiter, dann erfährt man, dass es Geologen des USA-Kriegsministeriums waren, die die Bodenschätze entdeckten. Die sollen mit einem alten britischen Bomber durch Land geflogen sein und dabei – zufällig – alles entdeckt haben.

Aber auch das stimmt nur halb. Tatsächlich nämlich sind die Bodenschätze seit Jahrzehnten bekannt. Es gibt Karten aus Beständen der sowjetischen Truppen aus der Zeit, als dort die UdSSR der afghanischen Regierung gegen reaktionäre Aufständische half und da Krieg führte. Die hatten das alles bereits entdeckt und das war auch bekannt. Der deutsche Bergbauingenieur Rainer Hengstmann, der im Auftrag der Weltbank in Afghanistan den Aufbau eines Bergamtes betreute, meinte, das sei – wörtlich – „ein alter Hut.“

Das ist es auch, ohne Zweifel. Als die Imperialisten Afghanistan besetzten, hatten sie genau das im Sinn. Da hatten sie in den 70er und 80er Jahren die Taliban massiv unterstützt, denn sie wollten die Sowjetunion aus dem Land haben. Eine linke Regierung im Land, hätte ihre Gier nach den Bodenschätzen – also nach Profit – einen Riegel vorgeschoben. Als diese dann besiegt war und die sowjetischen Truppen aus dem Land waren, übernahmen die Hätschelkinder der USA, die Taliban, die Macht im Land. Die aber liefen aus dem Ruder und machten aus Afghanistan ein mittelalterliches Land und verhinderten, dass die Bodenschätze erschlossen wurden.

Da kam der 11. September 2001 wie gerufen. Oder auch; Da musste die CIA den 11. September 2001 inszenieren. Nun hatte man einen Grund da militärisch zu intervenieren. Und alle imperialistischen Mächte machten da mit, sie alle wollten ein Stück der Torte haben. Die mittelalterlichen Gotteskrieger, die Frauen nur verschleiert in die Öffentlichkeit gehen ließen, die alte afghanische Kulturdenkmäler sprengten, die aus der Zeit vor der Islamisierung stammten, hatte niemand Sympathie.

Und jetzt kommt es raus. Der Krieg dort geht nicht um Menschenrechte – wie sollte es auch? Um die Menscherechte durchzusetzen, müssen die USA nur weltweit ihre gehätschelten  Diktatoren zurecht weisen, sich in  Palästina gegenüber den Zionisten dafür stark machen oder die auch im eigenem Land durchsetzen. Sie wollen an die riesigen Reichtümer dieses Landes am Hindukusch ran. Nicht mehr und nicht weniger.

Ein weiteres Märchen wird uns aufgetischt: Für die angeblich bisher unbekannten Bodenschätze, zumindest soweit es sich um Kupfer handelt, haben die Chinesen bereits die Schürfrechte erworben. Natürlich mittels Bestechung. Die Chinesen haben nämlich einen „riesigen Hunger“ nach Kupfer.

Mag sein, dass die chinesischen Firmen an die Schürfrechte mittels Bestechung kamen. Aber bekannt ist auch, dass die dort an der Regierung befindliche Clique um Hamid Karzai an  Haupt und Glieder korrupt ist. Den aber haben nicht die Chinesen an die Regierung gebracht, sondern die Imperialisten

Auch das Abservieren des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler durch die Spitzen der deutschen Parteien, der Presse und der Industrie, erscheint jetzt im richtigen Licht: Offenbar hatte der sich verplappert und meinte nicht den Einsatz der Bundeswehr gegen die Piraten am Horn von Afrika, sondern Afghanistan.

Der Ex-Banker und IWF-Chef mit Geldnoten im Hirn, dachte eben als Banker und in deren Ideologie und plauderte aus, was er eigentlich nicht sollte:

Deutschland führt in Afghanistan Krieg wegen wirtschaftlicher Interessen.

Jetzt haben wir den Beweis und wissen auch um welche Interessen es geht. Die Opfer sind – wie immer – die betroffenen Menschen – die Afghanen und die Soldaten aller Herren Länder, die dort für die Profite verheizt werden.

G.A.

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