|
USA
arbeiten mit Hochdruck auf Regimewechsel in Venezuela hin
US-GEHEIMDIENSTBERICHT
STUFT VENEZUELA ALS „ANTI-US-FÜHRUNGSMACHT“ EIN
übersetzt
von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Caracas,
5. Februar 2010, Tribuna Popular
TP.- „Die
Popularität von Chávez ist in erheblichem Maße gesunken, wie jüngste
Umfragen belegen. Dies geht auf seine repressiven Maßnahmen, die hohe
Kriminalität und Unsicherheit, die wachsende Inflation, die Wasser- und
Elektrizitätsversorgungsprobleme und eine starke Entwertung der
venezolanischen Währung zurück. Dies alles stellt seine politische
Zukunft langfristig in Frage“, so verlautbart der Bericht des
US-Geheimdienstleiters Admiral Dennis Blair, welcher dem Ausschuss für
Geheimdienste des US-Senats vorgelegt worden ist.
Der
Bericht listet im Detail die Hauptbedrohungen für die
US-Sicherheitsinteressen in der Welt auf. Außer den üblichen Verdächtigen
wie Iran, Nordkorea, Afghanistan, Al-Kaida, Irak widmet in diesem Jahr
der Bericht Venezuela viel Raum.
So
heißt es in dem Bericht wörtlich: „In ... Ländern wie Venezuela,
Bolivien und Nikaragua gehen populistische Führer derzeit in Richtung
eines autoritärer und zentristischer werdenden wirtschaftlichen und
politischen Gesellschaftsmodells. Und sie haben sich
zusammengeschlossen, um den Einfluss der USA und der US-Politik in der
Region zurückzudrängen. Der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez,
ist einer der Hauptablehner der USA im Weltmaßstab geworden. Er
prangert das liberale demokratische Modell und den Marktkapitalismus an
und drängt die Politik und Interessen der USA in der Region zurück.“
VENEZUELA
ALS ANTI-US-FÜHRUNGSMACHT
In
dem Venezuela gewidmeten Teil aus drei Seiten heißt es unter dem Titel
„Venezuela: Regionale Führungsmacht gegen die USA“, daß „Präsident
Chávez weiterhin ein autoritäres und populistisches Modell in
Venezuela verfolgt, welches die demokratischen Einrichtungen unterläuft.
Seit er ein Verfassungsänderungsreferendum zu Beginn des Jahres 2009
gewann, welches die Amtszeitbegrenzungen für den Präsidenten aufhob
und ihm seine Wiederwahl ermöglichte, ist Chávez weitere Schritte
gegangen, um seine politische Macht zu festigen und die Opposition vor
den Parlamentswahlen im Jahr 2010 zu schwächen.“
Die
Erwähnung der Wahlen zur Nationalversammlung im September offenbart, daß
die Geheimdienstzentralen in Washington sich mit vereinten Kräften in
die Innenpolitik von Venezuela einmischen. Dies beinhaltet auch ihr
Interesse und ihre Einmischung in den Wahlprozess.
Der
Bericht erarbeitet des Weiteren die Gründe dafür, daß laut Washington
Präsident Chávez die Demokratie in der Region gefährdet. „Die
Nationalversammlung nahm ein Gesetz an, welches die Kontrolle der
Infrastruktur, der Güter und der Dienstleistungen dem Staat zuordnete,
um die verfügbaren Budgets für die oppositionellen Bundesstaaten und
Kommunen zu vermindern. Chávez hat die Meinungsfreiheit und die
oppositionellen Aktivitäten durch Schließung von unabhängigen
Massenmedien, Strafen und Inhaftierungen von Demonstranten und die
Drohungen gegen Oppositionsführer mit Beschuldigungen wegen Korruption
eingeschränkt. Die Popularität von Chávez ist in erheblichem Maße
gesunken, wie jüngste Umfragen belegen. Dies geht auf seine repressiven
Maßnahmen, die hohe Kriminalität und Unsicherheit, die wachsende
Inflation, die Wasser- und Elektrizitätsversorgungsprobleme und eine
starke Entwertung der venezolanischen Währung zurück. Dies alles
stellt seine politische Zukunft langfristig in Frage.“
Der
Jahresbericht der US-Geheimdienste spricht nicht nur innenpolitische
Themen Venezuelas an, sondern auch außenpolitische. „Was die Außenpolitik
angeht, so ist diesbezüglich der regionale Einfluss von Chávez auf
seinem Höhepunkt angekommen. Aber es ist wahrscheinlich, daß Chávez
seine Verbündeten und politischen Bewegungen in den Nachbarländern
weiterhin unterstützt und damit die gemäßigten und pro-US-Regierungen
zu unterlaufen versucht. Er hat ein Bündnis radikaler Führer Kubas,
Boliviens, Ekuadors, Nikaraguas und bis vor kurzem auch Honduras'
formiert. Er und seine Verbündeten weisen fast alle Initiativen der USA
in der Region zurück, darunter auch die Ausweitung des Freihandels, die
Zusammenarbeit gegen den Drogenhandel und den Terrorismus, die militärische
Ausbildung, die Sicherheitsinitiativen und die Hilfsprogramme der
USA.“
In
dem Teil unter der Titelzeile „Chávez hat sich Kräften außerhalb
der Region angenähert“ spricht die Leitung der US-Geheimdienste von
den Beziehungen Venezuelas zum Iran und zu Russland. „Chávez pflegt
weiterhin wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Beziehungen mit dem
Iran, Russland und China. Er hat eine persönlich enge Beziehung mit dem
Präsidenten des Iran, Ahmadschinedschad, entwickelt. Sie haben
gemeinsam etliche Vereinbarungen unterzeichnet, besonders auf dem Gebiet
des Energiewesens. Die beiden Länder haben auch regulären Flugverkehr
zwischen ihren beiden Hauptstädten seit 2007 aufgenommen. Bolivien,
Ekuador und Nikaragua sind dem Beispiel von Chávez gefolgt und haben
ebenfalls ihre Beziehungen mit dem Iran verstärkt.“
In
diesem Teil des Berichts offenbart sich, wie Washington die inneren
Angelegenheiten einschließlich der Sicherheits- und
Verteidigungspolitik verfolgt. „Die Mehrzahl der Vereinbarungen, die
Moskau mit Chávez unterzeichnet hat, beziehen sich auf den Verkauf von
Waffen und die Investitionen Russlands im Energiebereich von Venezuela.
In den letzten fünf Jahren hat Venezuela für über 6 Milliarden Dollar
Waffen in Moskau gekauft, darunter 24 SU30MK als vielseitig einsetzbare
Rüstungstechnik, zusammen mit Hubschraubern, Panzern, Panzerfahrzeuge,
Luftabwehrraketen und kleine Waffen. Der Umfang des Erwerbs von Rüstungsgütern
ist beeindruckend. Aber die Streitkräfte Venezuelas verfügen nicht über
die Ausbildung und die logistische Fähigkeit zur Anwendung dieser
Waffen. Dennoch hat der Umfang der Waffenankäufe Sorge bei den Nachbarländern
ausgelöst, vor allem bei Kolumbien. Dies hat zu einem Wettrüsten in
der Region geführt. Über die Waffengeschäfte hinaus besuchten
Kriegsschiffe und Bomber langer Reichweite aus Russland Ende 2008
Venezuela, um die Fähigkeit Moskaus zu demonstrieren, seine Streitkräfte
in der Region zu stationieren.“
Die
in diesem Bericht Venezuela zugeordnete Bedeutung offenbart, daß die
geheimdienstlichen und sicherheitspolitischen Handlungen und Aktionen
Washingtons gegen die Regierung von Hugo Chávez im Jahr 2010 zunehmen
werden. Dieser Bericht wird benutzt werden, um Erhöhungen des Budgets für
die Mittel der Geheimdienste zu rechtfertigen, damit sie ihre Tätigkeit
intensivieren und dem entgegenwirken, was sie als „Bedrohung durch Chávez“
ansehen. Mit der Einstufung Venezuelas als „Anti-US-Führer“
offenbart Washington, daß es die Regierung von Chávez als „Feind“
betrachtet und sie zum offenen Ziel ihrer Aggressionen erklärt. In
einem Wahljahr muss Venezuela wachsamer und gewarnter gegenüber den
wachsenden Destabilsierungsaktivitäten Washingtons sein, welche darauf
abzielen, die Regierung von Chávez zu zerschlagen und in Venezuela Verbündete
der USA an die Macht zu bringen.
Quelle:
TeleSUR in http://www.pcv-venezuela.org
|